20/2000 | |
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Das Thema des 34. Welttages der Sozialen Kommunikationsmittel, zu Beginn
des neuen Jahrtausends Christus in den Medien verkünden, ist eine Einladung,
unseren Blick nach vorne zu richten auf die Herausforderungen, denen wir
uns gegenübersehen, und zugleich zurückzublicken auf die Anfänge
des Christentums, um daraus das Licht und den Mut zu schöpfen, die
wir so nötig haben. Wesenskern der Botschaft, die wir verkünden,
ist immer Jesus selbst: «Denn vor ihm steht die ganze Menschheitsgeschichte:
unsere Gegenwart und die Zukunft der Welt werden von seinem Dasein erleuchtet»
(Verkündigungsbulle des Grossen Jubiläums des Jahres 2000 Incarnationis
mysterium, 1).
Die ersten Kapitel der Apostelgeschichte enthalten eine eindrucksvolle Schilderung
der Verkündigung Christi durch seine ersten Jünger, einer Verkündigung,
die zugleich spontan, von Glauben erfüllt und überzeugend ist
und durch die Kraft des Heiligen Geistes geschieht.
Das Erste und Wichtigste dabei ist: Die Jünger verkünden Christus
als Antwort auf den Auftrag, den er ihnen erteilt hat. Vor seiner Himmelfahrt
sagte er zu den Aposteln: «Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem
und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde»
(Apg 1,8). Und obwohl es «ungelehrte und einfache Leute waren»
(Apg 4,13), reagierten sie unverzüglich und mit selbstloser Hingabe.
Nachdem die Apostel zusammen mit Maria und anderen Jüngern des Herrn
eine Zeitlang im Gebet verbracht hatten und auf Eingebung des Geistes hin
handelten, begannen sie zu Pfingsten ihr Verkündigungswerk (vgl. Apg
2). Beim Lesen dieses erstaunlichen Geschehens werden wir daran erinnert,
dass die Geschichte der Kommunikation einer Reise gleicht: Sie führt
von dem hochmutgeleiteten Vorhaben des Turmbaus zu Babel und dessen Folge,
dem Absturz in die Sprachenverwirrung und die Unmöglichkeit gegenseitiger
Verständigung (vgl. Gen 11,19), hin zu Pfingsten und zur Gabe
des Zungenredens und damit zu einer Wiederherstellung der Kommunikation
durch das Wirken des Heiligen Geistes, in deren Mittelpunkt Jesus steht.
Die Christusverkündigung führt daher zu einer Begegnung in Glaube
und Liebe unter den Menschen im tiefsten Grunde ihres Menschseins. Der auferstandene
Herr wird selbst zu einem Medium echter Kommunikation zwischen seinen Brüdern
und Schwestern im Geist.
Pfingsten ist nur der Anfang. Nicht einmal durch die Androhung von Repressalien
lassen sich die Apostel davon abhalten, den Herrn zu verkünden: «Wir
können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und
gehört haben», sagen Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat (Apg
4,20). Und tatsächlich werden die Gerichtsverfahren selbst zu einem
Mittel der Mission. Als nach dem Märtyrertod des Stephanus eine schwere
Verfolgung über die Kirche in Jerusalem hereinbrach und sich die Anhänger
Christi zur Flucht gezwungen sahen, «zogen jene, die zerstreut worden
waren, umher und verkündeten das Wort» (Apg 8,4).
Der lebendige Kern der Botschaft, welche die Apostel verkünden, ist
die Kreuzigung und Auferstehung Christi, das Leben, das über Sünde
und Tod gesiegt hat. So erzählt Petrus dem Hauptmann Cornelius und
seinem Haus: «Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet.
Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen...
Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Das
ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten. Von ihm
bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen
die Vergebung der Sünden empfängt» (Apg 10,3943).
Es versteht sich von selbst, dass sich in zweitausend Jahren die Verhältnisse
gewaltig verändert haben. Dennoch besteht noch immer dieselbe Notwendigkeit,
Christus zu verkünden. Die Aufgabe, Zeugnis zu geben vom Tod und der
Auferstehung Jesu und von seiner erlösenden Gegenwart in unserem Leben,
ist für uns genauso wirklich und dringend geboten wie für die
ersten Jünger. Wir müssen allen, die zu hören bereit sind,
die Frohe Botschaft erzählen.
Die direkte, persönliche Verkündigung das heisst dass ein
Mensch einem anderen den Glauben an den auferstandenen Herrn mitteilt
ist ganz wesentlich. Es gibt freilich auch andere herkömmliche Formen
der Verbreitung des Gotteswortes. Doch neben diesen muss heute Verkündigung
auch in und durch die Medien stattfinden. «Die Kirche würde vor
ihrem Herrn schuldig, wenn sie nicht diese machtvollen Mittel nützte»
(Papst Paul VI., Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi, 45).
Der Einfluss der Medien in der heutigen Welt kann kaum hoch genug eingeschätzt
werden. Die sich abzeichnende Informationsgesellschaft ist eine echte Kulturrevolution,
die die Mittel der sozialen Kommunikation zum «ersten Areopag der
neuen Zeit» macht (Enzyklika Redemptoris missio, 37), wo man sich
ständig über Fakten, Ideen und Werte austauscht. Die Menschen
kommen durch die Medien mit anderen Menschen und Ereignissen in Kontakt
und bilden sich ihre Meinungen über die Welt, in der sie leben, ja
sie bilden sich ihr Verständnis vom Sinn des Lebens. Für viele
Menschen ist die Erfahrung dessen, was Leben ist, heute weitgehend eine
durch die Medien vermittelte Erfahrung (vgl. Päpstlicher Rat für
die Sozialen Kommunikationsmittel, Aetatis novae, 2). Die Verkündigung
Christi sollte Teil dieser Erfahrung sein.
Die Kirche muss bei der Verkündigung des Herrn natürlich tatkräftig
und geschickt ihre eigenen Kommunikationsmittel einsetzen: Bücher,
Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk, Fernsehen und andere Medien. Katholische
Medienleute sollten mutig und kreativ sein bei der Entwicklung neuer Medien
und Methoden der Verkündigung. Doch so weit als möglich müsste
die Kirche auch die Chancen nützen, die sich in den weltlichen Medien
bieten.
Die Medien tragen bereits auf vielerlei Weise zur geistlichen Bereicherung
bei; zum Beispiel die zahlreichen Sonderprogramme, die während des
Jahres des Grossen Jubiläums über Satellit für ein weltweites
Fernsehpublikum ausgestrahlt werden. In anderen Fällen jedoch nähren
sie die Gleichgültigkeit, ja die Feindseligkeit gegenüber Christus
und seiner Botschaft, die in manchen Bereichen der weltlichen Kultur bestehen.
Oft allerdings bedarf es dringend einer Art «Gewissensprüfung»
aufseiten der Massenmedien, die zu einem kritischeren Erkennen eines Vorurteils
oder mangelnden Respekts gegenüber den religiösen und moralischen
Überzeugungen der Menschen führt.
Mediendarbietungen, die unsere Aufmerksamkeit auf echte menschliche Bedürfnisse,
besonders auf jene der Schwachen, Verletzlichen und Ausgegrenzten lenken,
können eine verborgene Verkündigung des Herrn sein. Aber ausser
verborgener Verkündigung sollten christliche Medienleute auch nach
Wegen suchen, um ausdrücklich vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus,
von seinem Sieg über Sünde und Tod zu sprechen, und das auf eine
Weise, die dem jeweiligen Medium und dem Aufnahmevermögen des Publikums
angepasst ist.
Das verlangt, wenn es gut sein soll, berufliche Fachausbildung und Erfahrung.
Doch es erfordert noch etwas mehr. Um von Christus Zeugnis zu geben, muss
man ihm selbst begegnen und eine persönliche Beziehung zu ihm festigen
durch Gebet, Eucharistie und Sakrament der Versöhnung, durch Lesen
und Betrachten des Wortes Gottes, durch das Studium der christlichen Lehre
und durch den Dienst an den anderen. Und wenn unser Tun wahrhaftig ist,
wird es immer viel mehr das Werk des Geistes als unser eigenes Werk sein.
Christus zu verkünden ist nicht bloss eine verpflichtende Aufgabe,
sondern ein Privileg. «Der Gang der Gläubigen in das dritte Jahrtausend
leidet keineswegs unter einer Ermüdung, wie sie die Last von zweitausend
Jahren Geschichte mit sich bringen könnte; vielmehr fühlen sich
die Christen ermuntert durch das Bewusstsein, der Welt das wahre Licht zu
bringen: Jesus Christus, den Herrn. Wenn die Kirche Jesus von Nazaret als
wahren Gott und vollkommenen Menschen verkündet, eröffnet sie
jedem Menschen die Aussicht, Ðvergöttlichtð und damit mehr
Mensch zu werden» (Incarnationis mysterium, 2).
Das Grosse Jubiläum des 2000. Jahrestages der Geburt Jesu in Betlehem
muss für die Jünger des Herrn Gelegenheit und Herausforderung
sein, in den und durch die Medien Zeugnis zu geben von der überwältigenden
und ermutigenden Frohen Botschaft unserer Erlösung. Mögen die
Medien in diesem «Gnadenjahr» deutlich und mit Freude Jesus
selbst eine Stimme geben in Glauben, Hoffnung und Liebe. Die Verkündigung
Christi in den Medien bei Anbruch des neuen Jahrtausends gehört ja
nicht nur unverzichtbar zum Evangelisierungsauftrag der Kirche; sie ist
auch eine lebendige, inspirierende und hoffnungsvolle Bereicherung der Botschaft
der Medien. Gott möge alle diejenigen reich segnen, die seinen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus, in der weiten Welt der sozialen Kommunikationsmittel
ehren und verkünden.
Kantone Aargau Total Kantone Total Schweiz |
1998 26 746 401 766 424 798 |
1999 27 721 395 140 414 815 |
98/99 3.6
-2.4 |
Ergebnis Medienkollekte Total Einnahmen
Verteilung: Centre catholique de radio et télévision (CCRT), Lausanne Deutschsprachige Medienarbeit am Vatikan (DMV), Vatikan Katholische Internationale Presseagentur (KIPA), Freiburg Organisation Catholique Internationale du Cinéma (OCIC), Brüssel Schweizerischer Katholischer Frauenbund (SKF), UNDA Association Catholique Internationale Total bewilligte Gesuchsbeiträge Katholischer Medienpreis 1999 Nationale Koordination (Medienkommission der Schweizer Total Ausgaben
Verlust
Eigenkapital am 1.1.1999 Eigenkapital am 31.12.1999 |
26 000.-- 4 000.-- 157 000.-- 1 000.--
333 000.-- 4 000.--
425 888.90
9 038.60
|
414 851.25 416 850.30
37 903.42 47 817.82 |