51-52/2000 | |
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Neue Bücher |
Der Adventsanfang beschert regelmässig einen ganzen Gabentisch von Büchern, die sich als Predigthilfen und liturgische Textergänzungen anbieten.
Dieses Jahr liegen weniger Predigtreihen für den Dreijahreszyklus
der liturgischen Jahre A, B, C vor. Einige sind bereits abgeschlossen und
werden von den Verlagen wieder neu aufgelegt oder erneut angeboten.
Obwohl das auch bei Dieter Emeis «Gottes Nähe feiern» zutrifft,
möchte ich erneut auf den Band C, 1997, hinweisen.<1>
Die Predigten des Pastoraltheologen aus Münster in Westfalen fordern
zur Werkstattarbeit heraus. Doch das lohnt sich immer. Dieter Emeis sieht
in seinen Sonntagsansprachen eucharistische Tischreden. Es genügt ihm
nicht, einen Evangelientext für unsere Gegenwart zu analysieren und
aktualisieren; er muss mit dem Herrenmahl des jeweiligen Sonntags im Kontext
stehen, die Pfarrei als Gemeinschaft zusammenführen und ihren Glauben
stärken.
Der Echter Verlag hat nach der Predigtreihe von Michael Wolff, Jesus, das
Urbild des Menschen; Jesus, das Wort des Unaussprechlichen; Jesus, das Ebenbild
des Unaussprechlichen (19951998) eine zweite Reihe von Ulrich Nölle
herausgebracht, Die Kraft Gottes (1999). Für den nun vorliegenden zweiten
Band, Der Atem Gottes (2000), hat er einen befreundeten Mitarbeiter engagieren
können, Heinz Geist.<2> Die beiden
Priester der Diözese Würzburg sind in die Diözesanleitung
eingebunden. Ulrich Nölle ist Beauftragter für Pastorale Fort-
und Erwachsenenbildung. Der neue Mitautor Heinz Geist ist Personalreferent
der Diözese. Beide Autoren stellen sich verantwortungsbewusst in den
Dienst des Wortes Gottes. Die ausgedeutete Evangelienperikope soll in unserer
atemberaubenden Zeit ein Ruhepunkt sein, der sich als schöpferische
Pause anbietet. Die Predigten vermitteln etwas vom langen Atem Gottes und
von schöpferischer Musse. Hervorzuheben ist auch die objektive Diktion
ohne Schnörkel und Knalleffekte.
Der Benediktiner der Abtei St. Joseph in Gerleve (Westfalen), Ralphael Schulte
(*1925), war bis 1971, wo er einem Ruf der Universität Wien folgte,
Professor für Dogmatik und spirituelle Theologie an der Benediktiner-Universität
S. Anselmo in Rom. Er hat seine Dozententätigkeit mit zahlreichen Fachpublikationen
ergänzt. Auch in seinem Predigtband kann er die Herkunft von der Universität
nicht verleugnen seine Diktion ist sachlich und keineswegs rhetorisch.
Sie drängt aber deutlich auf Klarheit und Perfektion der Aussage. Materiell
bietet das Buch viel, sogar sehr viel, aber man kommt nicht darum herum,
die prall gefüllten Sätze aufzulösen.<3>
Franz Kamphaus, der Bischof von Limburg, ist ein berühmter Prediger.
Der ehemalige Professor für Pastoral und Homiletik beherrscht nicht
nur den Sprachduktus und Wortschatz eines Rhetors, der sachlich und nüchtern
orientiert. Er hat auch ein eigenes Gespür für Gegenwartsprobleme
und das Lebensgefühl seiner Zuhörer (Genmanipulation, Klonen,
Globalisierung). Kamphaus plädiert für ein engagiertes Christentum,
das aus der Tiefe des Gottglaubens seine Hoffnung schöpft. Christen
dürfen heute nicht Nachlassverwalter in einem Archiv, sondern Wegweiser
und Wegbereiter in eine gotterfüllte Zukunft sein. Die 60 Predigten
und Ansprachen «Wenn Gott in die Quere kommt»<4>
sind Ansprachen an den Hochfesten, wo der Bischof im Dom predigt, und Gelegenheitsansprachen
bei Weihefunktionen und Feiern, die durch die Präsenz des Bischofs
ausgezeichnet sind. Dabei ist es dem Bischof eigen, sich von dem Volksfest
abzuheben und auf eine höhere Ebene durchdachter Glaubensreflexion
überzugehen.
Auch Kurt Koch, der Bischof von Basel, legt eine Sammlung von Ansprachen
und Predigten vor.<5> Sie bilden als Kloster-
und Ordenspredigten eine thematische Einheit. Sie sind für verschiedene
Anlässe und Feiern (Profess, Äbtissinnenweihe, Jubiläen usw.)
entstanden. Die Predigt des Bischofs spricht die Feiernden und Gefeierten
unmittelbar an und gibt den Ordensleuten neuen Mut und vertiefte Motivation
für ihr lebendiges Christuszeugnis. In dieser Buchedition finden die
Ordensleute eine Fülle von Anregungen zu Meditation und Gebet und auch
die Kraft, in immer schwierigeren Verhältnissen auszuhalten. Dem nicht
unmittelbar betroffenen Laien kann das leicht lesbare Buch helfen, die Mitchristen
im Ordensstand besser zu verstehen und neu einzuschätzen.
Bayerischer Rundfunk und ORF edieren ihre Radiopredigten. Der Bayernsender hat in seinen Band die Festzeiten des Kirchenjahres aufgenommen (Advent, Weihnachten, vorösterliche Busszeit, Karwoche und Osterzeit, Herrenfeste und besondere Feiertage).<6> Der Bayerische Rundfunk verfügt über einen eigenen «Homiletischen Arbeitskreis» bewährter und beliebter Prediger. Die Publikation des ORF «Erfüllte Zeit» hat in seinem Band alle Predigten des Kirchenjahres gesammelt.<7> Die Reihe der Prediger ist beachtlich und es hat darunter auch illustre Namen. Die Bayern und die Österreicher bieten gediegene, manchmal auch ganz originelle Arbeiten, wie das der Bedeutung und Verbreitung des Mediums entspricht. Man findet darin auch gediegene und eindrückliche Beispielerzählungen und treffende Formulierungen.
Der neue Pastoraltheologe der Universität Würzburg, Erich Garhammer, legt mit seinem Buch «Am Tropf der Worte Literarisch predigen» nicht nur eine interessante, sondern für den Prediger auch nützliche Publikation vor. Viele ältere Priester, die in ihren jungen Jahren mit Begeisterung Werner Bergengruen oder Reinhold Schneider lasen und in ihre Verkündigung einfliessen liessen, haben sich schon längst der modernen Belletristik entfremdet. Absicht dieses Predigthandbuches ist es, theologische Spuren in der modernen Literatur zu suchen und sie für Predigten nutzbar zu machen. Das ist ein neuer geistig-geistlicher Ansatz für abwechslungsreiche Predigten und Ansprachen. Diese Suche zeigt ein überraschend reiches Ergebnis: In der neuzeitlichen Literatur ist der Himmel ebenso ein Thema, wie es in ihr zum Beispiel auch pfingstliche Motive zu entdecken gilt. Da hat es im ersten Teil eine Fülle von Bausteinen und Anregungen für die eigene Predigtgestaltung. Der zweite Teil legt ausformulierte Predigten und Betrachtungen vor, die zu konkreten Anlässen im Kirchenjahr wie Advent, Weihnachten, Sonntage im Jahreskreis verwendbar sind. Hier findet der Praktiker in der Seelsorge eine geistreiche Art der Verkündigung auf hohem Niveau.<8>
Das dreibändige Predigtwerk bietet schon seit mehr als fünfzig Jahren dem Prediger seine Hilfen und Anregungen an. Das Redaktionsteam des Mainzer Oblaten-Klosters zählt auf die Hilfe vieler Mitarbeiter. Ihre Predigten haben in der Praxis die Feuerprobe bereits bestanden. Für jeden Sonn- und Festtag stehen vier Predigten zur Auswahl, darunter eine Kinderpredigt und eine Kurzpredigt. Dieses Predigtwerk bietet für jeden Sonntag auch die individuell gestalteten Einleitungstexte als Eröffnung, zum Vaterunser usw. Darauf ist offensichtlich spezielle Sorgfalt verwendet worden. Die Texte sind sprachlich gepflegt, ohne Zierrat und Gassenhauer. Sie sind aber keineswegs banal, sondern diskret anregend und einladend gestaltet. Im Anhang werden auch spezielle Gottesdienste wie «Weihnachten für Kleinkinder», Weltgebetstag der Kranken vorgestellt, auch eine dreiteilige Vortragsreihe über Ehe und Familie mit einem eigenen Arbeitstitel «Pubertät». Ein Reihe «Zu besonderen Gelegenheiten» (Taufe, Trauung, Begräbnis usw.) beschliesst jeden Band. Da wird solide Theologie und anschauliche, sprachlich saubere Darstellung geboten.<9>
Weihnachten stellt an den Gemeindeseelsorger viele Forderungen. Da ist
nicht nur der liturgische Dienst, sondern auch eine ganze Reihe von Advents-
und Weihnachtsfeiern, wo viele Leute ein paar frohe und fromme Worte erwarten.
Ich weise hier noch auf drei Publikationen hin, die dazu gute Ideen vermitteln
können.
«Weihnachten mit Phil Bosmanns». Der Autor ist ein flämischer
Ordenspriester und Haupt einer interkonfesssionellen Bewegung «Bund
ohne Namen». Sie wirbt um mehr Herz und Freude im Menschenleben. Bosmanns
Bücher alle Bestseller mit astronomisch hohen Auflagen
variieren den Gedanken der Freude. Sie kommen nicht vom Verstand, sondern
fliessen aus dem Herzen. Das Bändchen bietet viele positive, plakativ
formulierte Gedanken für den Advent und Weihnachten.<10>
Auch das Parallelbändchen «Weihnachten mit Henri Nouwen»
kann gute Dienste leisten. Aus dem umfangreichen Werk des bekannten geistlichen
Autors sind darin Ausschnitte zusammengestellt. Henri Nouwen wirkt privater
und persönlicher als Phil Bosmanns, der es liebt, markante Devisen
und Programmworte von sich zu geben.<11>
Beide Bändchen sind gediegen ausgestattet, reich und geschmackvoll
illustriert, als Geschenke im Sinne des Dankes und der Anerkennung bestens
geeignet.
Der Erfolgsautor Jörg Zink (*1922) ist in Deutschland seit Jahrzehnten
der meistgelesene christliche Schriftsteller. Seine Bücher werden von
Protestanten wie Katholiken gleichermassen geschätzt als Deutung der
Bibel und des christlichen Glaubens sowie als überlegte und erfahrene
Hilfeleistungen zur Seelsorge. In seinem weihnächtlichen Geschenkband
mit zahlreichen farbigen Illustrationen berühmter Gemälde zeigt
Jörg Zink, wie Weihnachten für den Menschen von heute ein heiliges
und heilsames Spiel werden kann. Die altehrwürdigen Bilder in ansprechenden
Reproduktionen werden meditiert. Belletristische Einschübe vertiefen
das Gedeutete. Das ist ein ideales Vorlesebuch für festliche Feiern
und ein lieber Gast in stillen besinnlichen Stunden.<12>
Festtagspredigten sind heute mit verschiedenen Erwartungen und Schwierigkeiten
belastet. Und es gibt auch vom Verhalten der Gläubigen aus gesehen
Festtage mit ganz verschiedenem Stellenwert. Die einen Feiertage füllen
noch die Kirchen (Weihnachten), andere entleeren sie (Pfingsten). Aber die
Festtagspredigt hat trotz allem noch bei vielen Gottesdienstbesuchern einen
hohen Stellenwert. An Festtagen hat der Prediger immer noch einen grossen
Vertrauensvorschuss. Doch es gibt da auch Schwierigkeiten. Gerade die hohen
Festtage haben immer die gleichen Perikopen, und die Gottesdienstbesucher
haben andere Hörgewohnheiten als einst Radio, TV. Dem tragen
die vorliegenden Predigtbeispiele Rechnung.<13>
Die Vorbereitung einer Festtagspredigt sollte anhand dieser Beispiele wieder
eine reizvolle Herausforderung werden.
Peter Hinsen ist Dozent am Pastoraltheologischen Institut Friedberg und
Vizeprovinzial der süddeutschen Pallotinerprovinz. Der Band für
das Lesejahr C schliesst seinen dreibändigen Predigtzyklus ab.<14> Der Titel des Werkes «Vom Wort Gottes
leben» ist so etwas wie das Programm seiner Seelsorge. Die Wortverkündigung
ist für ihn ein Beitrag zur Bewältigung des alltäglichen
Lebens. Peter Hinsen spricht die kleinen Leute an und motiviert ihren guten
Willen für die Alltagsbewältigung. Er geht von persönlichen
Erfahrungen aus und deutet sie im Licht des Evangeliums. So lebensnah und
menschenfreundlich diese Art der Verkündigung ist, sie macht keine
Konzessionen; die ethischen Forderungen des Evangeliums dulden keine Abstriche
und Kompromisse.
Die Fürbitten kann man im Gottesdienst frei gestalten aber diese
Freiheit sollte nicht grenzenlos sein. «Das Gebet der Gläubigen»
oder das «Allgemeine Gebet» soll die Anliegen zum Ausdruck bringen,
die dem Gottesdienstbesucher am Herzen liegen, und zugleich ausgreifen auf
die Nöte und Anliegen der ganzen Kirche und Welt. Die Fürbitten
leben aus der Solidarität mit den Menschen in Not und zugleich aus
dem Vertrauen auf Gottes Güte und Barmherzigkeit. Der vorliegende Band<15> bietet für jeden Sonn- und Festtag
der drei Lesejahre je zwei Fürbittengruppen. Es ist eine solide Arbeit,
und dieses Buch sollte in der Studierstube einen Platz in Griffnähe
bekommen.
Erich Renz (*1939), Priester der Diözese Augsburg, war Pfarrer in Stadt
und Land. Heute wirkt er im Oberallgäu. Seine Predigten sind volksnahe,
aber keineswegs banal. Der Seelsorger nimmt die Botschaft der Verkündigung
ernst, aber auch die Lebenssituation seiner Gemeinde, mit der er wohlwollend
verbunden scheint ein weise gewordener Hirte. Der Titel des Bandes
für das Lesejahr C «Der Gott, mit dem du leben kannst»<16> ist für Erich Renz eine bekenntnishafte
Aussage.
Der Benediktiner P. Leo Ettlin ist promovierter Historiker, unterrichtete viele Jahre am Kollegium Sarnen, der heutigen Obwaldner Mittelschule, war auch Schulrektor und wirkt heute vom Benediktiner-Hospiz Muri (AG) aus als Aushilfspriester.
1 Dieter Emeis, Gottes Nähe feiern. Predigten für die Sonntage im Lesejahr C, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1997, 198 Seiten.
2 Ulrich Nölle, Heinz Geist, Der Atem Gottes, Echter Verlag, Würzburg 2000, 167 Seiten.
3 Raphael Schulte, Worte zum Evangelium. Predigtworte zu den Evangelien der Sonn- und Festtagsmessen. Lesejahr C, Otto Müller Verlag, Salzburg 2000, 280 Seiten.
4 Franz Kamphaus, Wenn Gott in die Quere kommt. 60 Predigten und Ansprachen für ein Christsein mit Profil, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2000, 174 Seiten.
5 Kurt Koch, Gottes Schönheit leben. Zur unverwelkten Aktualität der Orden, Paulusverlag, Freiburg i.Ü. 2000, 160 Seiten.
6 Erwin Albrecht, Karl Hillenbrand (Hrsg.), Wohin du mich sendest. Radiopredigten zu den Festzeiten des Kirchenjahres, Echter Verlag, Würzburg 2000, 260 Seiten.
7 Dolores Bauer (Hrsg.), Erfüllte Zeit. Lesejahr C, Paulusverlag/Tyrolia Verlag, Freiburg i.Ü./Innsbruck 2000, 374 Seiten.
8 Erich Garhammer, Am Tropf der Worte Literarisch predigen, Bonifatius Verlag, Paderborn 2000, 170 Seiten.
9 Rainer Rack OMI (Hrsg.), Gottes Wort im Kirchenjahr 2001, Lesejahr C, Band 1, Advent bis 8. Sonntag, Echter Verlag, Würzburg 2000, 240 Seiten.
10 Ulrich Schütz (Hrsg.), Weihnachten mit Phil Bosmanns. Texte für alle Tage der Advents- und Weihnachtszeit, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2000, 90 Seiten.
11 Franz Johna (Hrsg.), Weihnachten mit Henri Nouwen. Texte für alle Tage der Advents- und Weihnachtszeit, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2000, 90 Seiten.
12 Jörg Zink, Lichter und Geheimnisse. Weihnachtswege nach innen, Kreuz Verlag, Stuttgart 2000, 158 Seiten.
13 Bernhard Krautter, Franz-Josef Ortkemper (Hrsg.), ...und sie feiern ein Fest. Predigten zu den Hochfesten des Kirchenjahres, Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2000, 168 Seiten.
14 Peter Hinsen, Vom Wort Gottes leben. Predigten und Fürbitten zu den Sonntagen und Hochfesten im Lesejahr C, Matthias-Grünewald-Verlag Mainz 2000, 198 Seiten.
15 Gabriele Theurer (Hrsg.), Fürbitten für Sonn- und Festtage. Lesejahre A, B, C, Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2000, 240 Seiten.
16 Erich Renz, Der Gott, mit dem du leben kannst. Predigten und Fürbitten für Sonn- und Festtage im Lesejahr C, Don Bosco Verlag, München 2000, 262 Seiten.
Ministranten Wandkalender 2001. Redaktion: Georg Schwikart. Illustrationen: Cornelia Kurtz, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer 2000, 26 Seiten.
Durchgehend vierfarbig illustriert ist dieser Wandkalender. Auf dem Monatsblatt bietet er den Mädchen und Buben die Möglichkeit an, die Daten ihres Einsatzes einzutragen, Geburtstage und Abmachungen mit Kollegen festzuhalten. Der «Witz des Monats» lockert auf und ist von beachtlicher Qualität. Über dem monatlichen Kalenderblatt finden sich zu einem Thema lustige und auch ernste Texte sowie eine ansprechende Zeichnung. Ein Weihnachtsgeschenk, das jungen Menschen Freude macht.
Lioba Gunkel OSB, «Ich bin das Leben» Joh 14,6. Meditationen zu den Evangelien der Sonntage Lesejahr C. Im Jahreskreis, St. Benno Verlag, Leipzig 2000, 141 Seiten; Lioba Gunkel OSB, «Ich bin das Leben» Joh 14,6. Meditationen zu den Evangelien der Sonn- und Festtage Lesejahr C. Geprägte Zeiten, St. Benno Verlag, Leipzig 2000, 137 Seiten.
Schwester Lioba Gunkel ist Benediktinerin der Abtei St. Gertrud in Alexanderdorf (Erzbistum Berlin). Ihre exegetischen Meditationen zeichnen sich durch eine einfache schlichte Klarheit aus. Sie hat den Mut, ausschliesslich auf den Evangelientext einzugehen und auf literarische Dekorationen zu verzichten. Das sind Früchte ihre eigenen klösterlichen Meditation. Bezeichnend ist auch der stets wiederkehrende Seitenblick auf die Benediktinerregel. Das ist die Welt, aus der sie lebt und aus der sie ihre Kraft schöpft, und das macht diese einfachen Meditationen so überzeugend.
Franz Kamphaus/Dieter Lieppert, Und ihr werdet finden ein Kind. Auf dem Weg zur Krippe. Mit einer Bildbegleitung zur Krippe von Hadamar, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 1997, 76 Seiten.
Der Anlass zu diesem mit schönen Farbfotografien geschmückten Bändchen ist eine Grödener Kirchenkrippe, die der Pfarrer der nassauischen Kreisstadt Hadamar für seine barocke Pfarrkirche besorgte. Diese Pfarrkirche gehörte einst zum Jesuitenkolleg der Stadt. Die Krippe wurde seit 1975 jedes Jahr mit neuen Figuren des Südtiroler Künstlers ergänzt. So ist die nun figurenreiche Darstellung zu einer viel bewunderten regionalen Sehenswürdigkeit geworden. Der Diözesanbischof von Limburg, Franz Kamphaus, ehrt die gefällige Publikation mit einer weihnächtlichen Betrachtung «Bereitet den Weg des Herrn».
Phil Bosmans, Leben jeden Tag. Ein Jahresbegleiter. Übertragen und herausgegeben von Ulrich Schütz, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1999, 399 Seiten.
Phil Bosmans, der flämische Monfortanerpater, ist ein Erfolgsautor
von phänomenaler Bekanntheit. Die Gesamtauflageziffer seiner Bücher
wird auf neun Millionen geschätzt. Begonnen hat diese Erfolgsstory
mit Telefonseelsorge. Bereits als Volksmissionar bekannt und gesucht, begann
er damit, jeden Morgen ein paar einfache, ermunternde Worte auf ein Tonband
zu sprechen, das man mit einer leicht einprägsamen Telefonnummer abrufen
konnte. Diese schlichten Aufsteller erfreuten sich grosser Beliebtheit und
es entstand daraus ein eigentliches Unternehmen. Phil Bosmans ist kein Gelehrter,
auch kein Literat und auch kein Psychoguru. Aber er ist ein Menschenkenner
und Menschenfreund.
Unser Jahresbegleiter ist aus unzähligen Tagestelefonaten von Phil
Bosmans ausgewählt. Es bringt für jeden Tag auf einer Buchseite
einen Impuls für den Alltag. Es weht daraus gütig naiver Charme,
dem man sich kaum entziehen kann.
Michaela Pilters und Wolf-Rüdiger Schmidt (Hrsg.), Glut unter der Asche. 2000 Jahre Christentum und die Zukunft der Religion, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2000, 190 Seiten.
Dieser Band hat seinen Ursprung in einer siebenteiligen Fernsehreihe
des ZDF. Die Fragen dieser Sendungen richten sich an die tradierte Weltanschauung
und an das Christentum. Was kann man mit diesem Theologie-Ballast im 3.
Jahrtausend noch anfangen? Diese Fragen werden zu Themen geordnet: 1. Schöpfung,
2. Gottesfrage, 3. Leiden, 4. Glauben, 5. Unterwegs in die Zeit (Ein Aufbruch
belastet mit fragwürdigen Versprechen), 6. Gerechtigkeit, 7. Zukunft
der Religion.
Diese Themen werden zuerst von einem spezialisierten Fernsehjournalisten
provokativ fragend und fordernd dargelegt. Das sind manchmal lästige
Auftritte. Aber wer wissen möchte, was ausserhalb des abgeschirmten
konfessionellen Raumes kolportiert und erschreckend naiv rezipiert wird,
sieht sich hier unbarmherzig auf den Boden der Realitäten gestellt.
Aber so unseriös war diese Sendung gar nicht. Abschliessend zu jedem
Sendeblock folgt das Interview einer argumentativ versierten Fachperson.
Ihre Aufgabe bestand darin, Irrtümer zu widerlegen, den Problemhorizont
aufzuhellen und den Stand der heutigen Forschung zu klären. Auch diese
Interviews mit der geistigen, christlichen Elite sind hilfreich als Modelle
heute allgemein vertretbarer Argumentation. Sicher, der Band kann auf viele
bisweilen herausfordernd wirken, aber die Provokation erweist sich als heilsam.
Als Experten wurden beigezogen: Günter Altner (Die enge Verbundenheit
des Schöpfers mit der Schöpfung), Susanne Heine (Das Anderssein
zugestehen und damit leben), Friedhelm Hengsbach (Die Option für die
Armen), Hans Küng (Vertrauen in den Urgrund allen Seins), Hans Maier
(Ewiges Fest und einmalige Frist), Dorothee Sölle (Dennoch bleibe ich
bei Gott), Paul Michael Zulehner (Wellness oder Gottsuche).
Gottfried Egger OFM, Franziskanerinnen und Franziskaner. Sie folgten der Spur von Bruder Franz und Schwester Klara, Kanisius Verlag, Freiburg Schweiz 2000, 111 S.
Nach je einem Brief an Franziskus und an Klara enthält das Büchlein
des Provinzials der Schweizer Franziskaner kurze Lebensbeschreibungen von
19 franziskanischen Gestalten aus verschiedensten Jahrhunderten. Jeder Beschreibung
ist ein Bild mit kurzen Angaben und der Nennung des Gedenktages beigegeben,
ebenso am Ende jedes Textes einige Gedanken der Person im «Originalton»
oder ein Gebet. Die meisten Biographien geben auch die eine oder andere
Angabe für weiterführende Literatur.
Was das Büchlein sehr attraktiv macht, ist der Umstand, dass nicht
nur grosse und bekannte Heilige der franziskanischen Familie (z.B. Agnes
von Prag, Margareta von Cortona, Bernardin von Siena, Leopold Mandic) beschrieben
werden, sondern vor allem unbekanntere Persönlichkeiten. Besonders
interessant ist, dass einige unter Papst Johannes Paul II. Seliggesprochene
beschrieben werden. Auch Interessierten entgeht angesichts der vielen Seligsprechungen
leicht der eine oder die andere neue Selige aus der franziskanischen Familie
gerade dann, wenn ihre Lebensbeschreibungen (falls überhaupt
in deutscher Sprache erhältlich) höchstens in verstreuten Büchlein
aus Kleinverlagen erhältlich sind. «Franziskanerinnen und Franziskaner»
schliesst daher eine besondere Lücke, und in kurzen, übersichtlichen
Texten wird nun auch über diese neuen Seligen berichtet: Ludwig von
Casoria, Margrit Bays, M. Theresia Scherer, Diego Oddi, Restituta Kafka,
Bernarda Bütler, Claudio Granzotto, Pio Forgione.