48/2000 | |
INHALT | |
Neue Bücher |
Robert Rothmann (Hrsg.), Ich bin Josef, euer Bruder. Papst Johannes
XXIII. Anekdoten und Erinnerungen, Benno Verlag, Leipzig 32000, 86 Seiten.
Christian Feldmann, Johannes XXIII. Seine Liebe Sein Leben, Verlag
Herder, Freiburg i.Br. 2000, 237 Seiten.
Bereits in dritter Auflage erscheint in diesem Jahre die Anekdotensammlung
über Johannes XXIII. Die Anekdoten sind aus einem immensen Zitatenschatz
gut und kritisch ausgewählt und dürften authentisch sein. Kardinal
Franz König, der noch von Papst Johannes XXIII. zum Kardinal kreiert
wurde, rühmt, dass es dem amüsanten Büchlein gelingt, den
Menschen Angelo Roncalli treffend und lebensnah nachzuzeichnen. Eine Reihe
Fotos dokumentieren Stationen des Lebens.
Christian Feldmanns sympathisches Buch über Johannes XXIII. ist nicht
einfach ein Panegyrikus für einen fast noch Zeitgenossen, dem die Ehre
der Altäre zuteil wird. Feldmann gibt dem anekdotischen Bild des Papstes
Profil und markiert auch menschliche Grenzen. Dazu helfen ihm die kritischen
Forschungen des Istituto per le scienze religiose von Bologna. Dieses quellenforschende
Institut hat in den letzten zwanzig Jahren kritisch Materialien zur Biographie
Johannes XXIII. gesammelt und analysiert. So sind auch menschliche Grenzen
und Engen festzustellen. Seine Bonmots fanden nicht immer Zustimmung und
sie waren objektiv gesehen auch oft daneben. Die Papstwahl war
für ihn nicht der Blitz aus heiterem Himmel. Er hatte mit ihr gerechnet.
Zu gut kannte er die Stimmung in den letzten Jahren Pius' XII. Solche Feststellungen
schränken aber die historische Leistung und die menschliche Grösse
Johannes' XXIII. nicht ein. Sie können aber den hagiographisch Entrückten
näher zum Menschen bringen.
Christian Feldmann, Die schwarze Nacht des Glaubens. Thérèse von Lisieux, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 1997, 189 Seiten.
Thérèse von Lisieux hat, wie jeder Mensch, ihre Lebensgeschichte,
aber ihre Biographie selber ist auch wieder eine Geschichte für sich.
Als sie am 30. September 1897 mit 24 Jahren starb, gaben sich ihre Mitschwestern
im Karmel von Lisieux unter denen drei leibliche Schwestern der Frühvollendeten
waren alle erdenkliche Mühe, von ihr ein unproblematisches, sentimentales
Heiligenbild zu zeichnen. Dieser fromme Schwindel hatte für lange Zeit
Erfolg. Es brauchte Jahre, bis die süssliche Nonne mit Rosen im Arm
aus den Kirchen geholt wurde. Ganz verschwunden ist diese süsse Fee
immer noch nicht.
Die Restauration ihres Heiligenbildes brachte verblüffende Ergebnisse.
Die Gipsfigur war verfälschte Attrappe eines Menschen, der im Glauben
durch die tiefsten Abgründe einer modernen Gottesfinsternis geführt
wurde. Diese Fakten sind bei uns seit den Büchern von Ida Friederike
von Görres (Das verborgene Antlitz, 1947) und Hans Urs von Balthasar
(Thérèse von Lisieux, Geschichte einer Sendung, 1950) bekannt.
Aber eine eigentliche Breitenwirkung hatten diese zwar klassischen Publikationen
kaum.
Christian Feldmann greift das Thema wieder auf und stellt die heilige Thérèse
von Lisieux als modernes Vorbild einer glaubenden Seele dar.
Antonia Mantovani, Rom Die Ewige Stadt. Sehenswürdigkeiten, Tagestouren, Praktische Hinweise, Verlag Neue Stadt, München, Zürich, Wien 2000, 120 Seiten.
Ein gediegener, handlicher und zuverlässiger Führer durch die Ewige Stadt. Die Angaben sind kurz, aber prägnant. Sie werden direkt in Bezug gebracht mit den Farbfotos, die jede Seite des Bändchens zieren. Die Informationen im Anhang mit den Öffnungszeiten der Kirchen und Museen sind wertvoll. Das Autorenteam hat seine Erfahrungen in jahrelanger Praxis mit Touristen und Pilgern gesammelt. Davon zeugen die vorgeschlagenen Tagesrouten. Wer sich an sie hält, erspart sich viel Mühe und kostbare Zeit.