44/2000 | |
INHALT | |
Neue Bücher |
Johannes Röser (Hrsg.), Mehr Himmel wagen. Spurensuche in Gesellschaft, Kultur, Kirche, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1999, 462 Seiten.
Der Band entspricht in Aufmachung, Umfang und Inhalt der ebenfalls von
Johannes Röser redigierten Festschrift zum goldenen Jubiläum der
Wochenzeitschrift «Christ in der Gegenwart». Sie trug den Titel
«Christsein 2001». Nun widmet Johannes Röser als Chefredaktor
dieses engagierten Wochenblattes den Folgeband seinem langjährigen
Vorgänger am Redaktionspult, Manfred Plate, zum 70. Geburtstag. Es
entspricht dem Charakter von «Christ in der Gegenwart», dass
auch die beiden mit der Zeitschrift eng verbundenen Sonderpublikationen
bewegende Probleme der christlichen Gegenwart aufspüren, zur Sprache
bringen und klärend kommentieren.
Der vorliegende Festband für Manfred Plate hat die religiöse Frage
als Arbeitsthema erhalten. In den Fragen über Fragen, die uns zu Beginn
des neuen Jahrtausends beschäftigen, mischt sich die eine ein, die
man längst überholt, verdrängt und vergessen glaubte: die
religiöse Frage. Ist der Glaube wirklich tot? Ist die Gottessehnsucht
wirklich erledigt? Wie zeigt sich das Religiöse in Kultur und Gesellschaft?
Vielleicht nur anders, fremder, befremdlicher, versteckter? Wo entdeckt
man Spuren eines religiösen Aufbruchs?
Johannes Röser stellt diese Fragen 140 Autoren aus verschiedenen Bereichen
der Öffentlichkeit. Die 140 Aufsätze sind thematisch in 15 Untertiteln
eingereiht. Manfred Plate erhält mit dieser Ehrung eine Publikation,
die aktueller und ideenreicher nicht sein könnte, ein Buch, an dem
der engagierte Beobachter von Religion und Kirche den Puls der Zeit fühlen
kann.
Linus Mundy, Das Geh-Betbuch. Wie beten geht, wenn man geht. Aus dem Englischen von Christiane Heinen, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 1998, 192 Seiten.
Dass beten und gehen zusammengeht, ist eine alte christliche Erfahrung. Man denke an die Prozessionen, etwa an den Bitttagen, oder an die Kreuzgänge in den Klöstern. Viele sind sich auch gewohnt, beim Spazieren und Wandern für sich still zu beten und möchten diese zur zweiten Natur gewordene Gewohnheit nicht aufgeben. Der deutsche Titel dieses aus dem Amerikanischen übersetzten Buches erscheint ungewohnt und schwerfällig. Es ist eine Verlegenheitsübersetzung von «Prayer-Walking». Man stolpert auch im Text über diese ungewohnte Formulierung. Das sollte aber nicht von der Lektüre dieses praktischen und keineswegs überspannten Buches abhalten. Es ist geeignet, zu dieser Gebetsart zu animieren. Jene, die diese Praxis bereits kennen, finden darin viele Tipps, um ihre Übung zu optimieren.