43/2000 | |
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Anselm Grün, 50 Engel für das Jahr. Ein Inspirationsbuch, Herder/Spektrum, Band 5003, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 1999, 158 Seiten.
Die fünfzig Engel des Benediktiners Anselm Grün haben zwar keine Flügel, aber sie können beflügeln. Es sind Verhaltensweisen, die dem Alltag Würze geben. Sie kommen aus dem Bereich der zwischenmenschlichen Tugenden. Jeder Engel hat seine spezielle Prägung: leidenschaftlich kämpferisch, zärtlich und heiter, trauernd und versöhnend. Anselm Grün macht die leise Botschaft seiner fünfzig Engel spürbar und hörbar und erschliesst sie als spirituelles Geschenk, das die Herzen verwandelt.
Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils (19591965). Band I: Die katholische Kirche auf dem Weg in ein neues Zeitalter. Die Ankündigung und Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Herausgegeben von Giuseppe Alberigo. Deutsche Ausgabe herausgegeben von Klaus Wittstadt, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, in Gemeinschaft mit dem Verlag Peeters, Leuven, 1997, 592 Seiten.
Dreissig Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil liegt der erste
von fünf projektierten Bänden der Geschichte dieses prägenden
Ereignisses vor. Nach dreissig Jahren ist nun genügend Abstand vorhanden,
um aus objektiver Distanz die Aktivitäten, Tendenzen und theologischen
Auseinandersetzungen von damals zu sichten und zu ordnen. Der Abstand ist
aber doch noch so kurz, dass der älteren Generation vieles in Erinnerung
geblieben ist, wenn auch die Hauptstrategen unter den Konzilsvätern
nicht mehr unter uns sind. Diese Konzilsgeschichte hat auch die grosse Chance,
die Aufbruchstimmung und den Geist der Hoffnung, der damals spürbar
durch die Kirche wehte, in Erinnerung zu rufen für Nachfahren, die
sich in pessimistischer Kirchenmüdigkeit und reservierter Kirchendistanz
zelebrieren.
Hinter dieser Konzilsgeschichte steht ein internationales Arbeitsgremium
von über fünfzig Autoren, die zum Teil für spezielle Aspekte
(Theologiegeschichte, Ökumene, Orthodoxie usw.) verantwortlich sind.
Als Herausgeber zeichnet der in Fachkreisen hoch geachtete Kirchenhistoriker
von Bologna, Giuseppe Alberigo. Er hat neben dem bestens informierenden
Vorwort auch die haarscharf gestochene Synthese am Ende des Bandes geschrieben.
Auch die denkwürdige Ankündigung des Konzils durch Papst Johannes
XXIII. am 25. Januar 1959 in der Basilika St. Paul vor den Mauern ist mit
allen Hintergründen und Zusammenhängen Thema einer Untersuchung
Alberigos (161). Das Werk erscheint gleichzeitig in sechs Sprachen.
Für die deutsche Ausgabe ist der Würzburger Kirchenhistoriker
Klaus Wittstadt verantwortlich. Er führt sich mit einem Beitrag «Am
Vorabend des II. Vatikanischen Konzils (1. Juli bis 10. Oktober 1962)»
ins Autorenteam ein (475560).
Mit dem 10. Oktober 1962 schliesst auch der erste Band des viel versprechenden
Werkes. Es war ein besonderes Anliegen aller Autoren, nicht nur über
den äusseren Ablauf der Ereignisse zu referieren. Grosses Gewicht wird
auf Motive und Beweggründe der handelnden Persönlichkeiten gelegt.
Diese gründlichen ideengeschichtlichen Studien stellen im Effekt viel
mehr als eine Geschichte der Konzilsereignisse dar. Sie sind mit der Gegenüberstellung
vorkonziliärer und postkonziliärer Theologie eine beeindruckende
Geschichte der theologischen Studien im 20. Jahrhundert. Giuseppe Alberigo
übertreibt keineswegs, wenn er in seinem aufschlussreichen Vorwort
schreibt: «Wir sind stolz darauf, ein weitgehend neues Verständnis
der Geschichte des Katholizismus im Vorfeld des Konzils zu eröffnen,
neu selbst für die, die am Konzil teilgenommen haben.»