36/2000

INHALT

Neue Bücher

Die Zisterzienser

Franz-Karl Freiherr von Linden, Die Zisterzienser in Europa. Reise zu den schönsten Stätten mittelalterlicher Klosterkultur, Belser Verlag, Stuttgart-Zürich 1997, 192 Seiten.

Am 21. März 1098 hat der Benediktiner-Abt Robert von Molesme im burgundischen Citeaux mit 21 Mönchen ein benediktinisches Reformkloster gegründet, das bald eine selbständige Entwicklung nahm und Grundlage des Zisterzienserordens wurde. Zur 900-Jahr-Feier des Ordens erschien dieser opulente Bildband mit hervorragenden Farbaufnahmen. Sie stellen eine ausgewählte Serie bestehender und säkularisierter Klöster des Ordens aus ganz Europa dar. Das sind nicht nur Meisterwerke fotografischer Kunst. Dem Bildautor ist es gelungen, die Zisterzienser-Architektur in ihrer Eigenart sichtbar zu machen. Die Begleittexte für die einzelnen Abteien sind knapp und prägnant. Auch die einzelnen Bildlegenden geben dem Betrachter gediegene Hinweise. Im Anhang stehen noch kompakte lexikografische Angaben einzelner Klöster. Ebenfalls im Anhang findet sich eine straffe Würdigung des heiligen Bernhard von Clairvaux und der Geschichte des Ordens. Das Vorwort des Generalabtes Maur Esteva und des Abtes von Wettingen-Mehrerau, Kassian Lauterer, unterstreicht die Bedeutung des gut gelungenen Bandes.

Leo Ettlin


Papstwahl

Heiner Boberski, Der nächste Papst. Die geheimnisvolle Welt des Konklave, Otto Müller Verlag, Salzburg 1999, 281 Seiten.

Der Autor ist seit 1995 Chefredakteur der Wochenzeitung «Furche». Er hat sich von dieser Funktion her auch professionell mit den kirchlichen Erschütterungen der letzten Jahre in Österreich befasst. Von ihm stammt ein beachtenswertes und aufschlussreiches Buch über das Engelwerk und eines (Divisionäre des Papstes) über die Bischofsernennungen unter Johannes Paul II. Der Titel des neuesten Buches riecht zwar penetrant nach vorzeitiger Sensationsmacherei. Wenn man aber mit etwas Skepsis diese Hemmschwelle überwunden hat, stellt man fest, dass hinter diesem Buch ein Autor steckt, der gut recherchiert und glaubwürdige, zuverlässige Informationen bietet.
Das Thema Papstwahl ist umfassend dargestellt und historisch dokumentiert: Entstehung und Funktion des Kardinalkollegiums, Papstwahl und Konklave, Verkündigung des Gewählten und Amtseinsetzung des neuen Papstes. Die 107 Kardinäle, welche ab 1. Januar 2000 den Papst wählen können, werden vorgestellt. Es sind jene Kardinäle, welche dann die Limite von 80 Jahren noch nicht erreicht haben. Die «Papabili» (Kardinäle mit probablen Aussichten, gewählt zu werden) sind mit besonderer «Liebe und Sorgfalt» behandelt. Aufs Ganze gesehen ein seriöses Buch, das eine Fülle von Fakten bietet, die der Autor mit Sorgfalt zusammengetragen hat.

Leo Ettlin


Benedikt

Ambrose Tinsley, Im Hause Benedikts. Der Heilige und seine Regel. Aus dem Englischen von Irmgard Schmidt-Sommer, Beuroner Kunstverlag, Beuron 1999, 155 Seiten.

Der Autor, ein irischer Benediktiner, ist Gastpater in seiner Abtei. Er schreibt sein Buch über Benedikt und seine Regel aus der Sicht seiner Gäste, die sich für alles Monastische interessieren. Nach seinem Buch zu schliessen, ist er ein guter, aufmerksamer und sicher kein langweiliger Gastpater. Seine Informationen bieten eine gute Einführung in das benediktinische Klosterleben. P. Ambrose ist ein guter Kenner benediktinischer Geschichte und Regelinterpretationen. Seine Ausführungen über benediktinische Spiritualität sind klar und fundiert und niemals aufdringlich.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2000