33-34/2000 | |
INHALT | |
Neue Bücher |
Peter Ulrich, Integrative Wirtschaftsethik. Grundlagen einer lebensdienlichen Ökonomie, Verlag Paul Haupt, Bern 1997, 517 Seiten.
Wie ist eine «wohl geordnete Gesellschaft freier Bürger»
in einer globalen Weltwirtschaft zu erreichen? Ist es allein der Markt,
der die Zukunft der Menschheit bestimmt, oder hat sich die Politik dem allmächtigen
Ökonomismus entgegenzusetzen, indem sie sich an einem universalen Moralprinzip
orientiert?
Prof. Peter Ulrich lehrt an der Universität St. Gallen (HSG) Wirtschaftsethik.
Sein Buch «Integrative Wirtschaftsethik. Grundlagen einer lebensdienlichen
Ökonomie» ist eine Synthese seiner langjährigen Forschungsarbeit
und seiner zahlreichen Veröffentlichungen. Das Werk besticht durch
die profunde und umfassende Darstellung des wirtschaftsethischen Ansatzes
von Peter Ulrich.
Das Werk ist in (neo)liberalen Zeitschriften kritisch rezensiert worden.
Dies kommt nicht von ungefähr, denn Ulrich legt den Finger auf die
kritischen Punkte der neoliberalen Marktordnung, die sich über die
Politik und über die Moralprinzipien erheben will. Statt dessen postuliert
Ulrich den Primat ethischer Politik vor der Logik des Marktes.
Das Buch liest sich, trotz wissenschaftlicher Sprache, sehr gut. Theologen
werden vom autonomen Ansatz Ulrichs profitieren, weil er eine Sprache schreibt,
die auch von Ökonomen verstanden wird. Ökonomen und Manager werden
nicht darum herumkommen, sich von Ulrich tief schürfende und oft auch
kritische Fragen stellen zu lassen.