31-32/2000 | |
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Eine neue Reihe von Untersuchungen auf breiter Basis und mit hohen Ansprüchen
geht daran, das Zweite Vatikanische Konzil in seinen theologischen Intentionen
und aus der kirchlichen Situation bei seiner Ankündigung zu begreifen.
Für diese Interpretation des Konzils und besonders für seine Wirkungsgeschichte
wird auf breiter Basis mit Zuzug neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und
Methoden gearbeitet. Dazu ist auch eine Untersuchung der kulturellen Grossräume
und ihrer Besonderheiten nötig. Die Themenstellung und Arbeitsweise
stellt interdisziplinäre Ansprüche und Horizonte. Es geht darum,
die offenen Schnittstellen zu identifizieren, an denen sich Verbindungsmöglichkeiten
zu theologischen Fragestellungen ergeben.
Das Gesamtprojekt der Publikationsreihe umfasst fünf Themenkreise.
Ihre Forschungsschwerpunkte lauten: 1. Programmatik des Zweiten Vatikanischen
Konzils und Orientierung für den Weg der Kirche im kulturellen Wandel
der Gegenwart. 2. Die Weltkirche im Spannungsfeld der Kulturen; Stellung
der Kirche in den kulturellen Transformationsprozessen Lateinamerikas, Afrikas,
Asiens und Ozeaniens. 3. Das gewandelte Selbstverständnis der katholischen
Kirche und Ökumene. 4. Deutsche Gesellschaft und Vatikanum II. Gesellschaftliche
Grossgruppen katholische Eliten (19061975). 5. Die deutsche Theologie
zwischen den beiden Vatikanischen Konzilien vor den Herausforderungen durch
die Moderne, ihr Beitrag zum II. Vatikanischen Konzil.
Wenn sich die beiden Arbeitskreise 4 und 5 mit Themen aus der deutschen
Situation befassen, betrifft es in den Auswirkungen auch die Schweiz
zum mindesten die deutschsprachige.
Im ersten Band der Reihe<1> wird zuerst
die globale Modernisierung mit der katholischen Kirchensituation konfrontiert.
Der Soziologe Franz Xaver Kaufmann untersucht in seinem grundlegenden Beitrag
«Globalisierung und Christentum» die Begriffe «Modernisierung»
und «Globalisierung» und ihre Standorte in der gegenwärtigen
Weltsicht. Er untersucht die gegenwärtigen Globalisierungstendenzen
im Blick auf das Christentum. Giuseppe Ruggieri gibt zum Artikel von F.X.
Kaufmann ergänzende Bemerkungen, die sich konkret auf das Zweite Vatikanum
und seine soziale Relevanz beziehen. Er sieht in Anlehnung an Karl Rahner
im Konzil den ersten amtlichen Selbstvollzug der Kirche als Weltkirche.
Dann nimmt er den durch Johannes XXIII. initiierten Begriff «Aggiornamento»
ins Visier.
Der Osnabrücker Religionssoziologe Karl Gabriel sieht in der Interpretation
des II. Vatikanums eine Herausforderung zu interdisziplinärer Forschung.
Seine Abhandlung kann als hermeneutischer Raster des Konzils aus der Sicht
der Sozial- und Kulturwissenschaft betrachtet werden, die auch theologische
Aspekte und Reflexionen integriert. Diesen Aufsatz kommentiert und relativiert
Friedrich Wilhelm Graf, Augsburg, aus der Sicht des Kulturprotestantismus.
Dieser Dialog zweier berechtigter Standpunkte wirkt anregend und vertiefend.
In einer weiteren Gruppe von Beiträgen wird der Versuch gemacht, das
Konzil von unterschiedlichen theologisch-systematischen Gesichtspunkten
her in seiner Eigenart zu bestimmen. Der Herausgeber der Reihe, Peter Hünermann,
Tübingen, untersucht die Kategorien «Konzil», «Konzilsentscheidung»,
um damit angemessene Perspektiven für die Interpretation des Zweiten
Vatikanums zu gewinnen. In diesem Zusammenhang stehen die Arbeiten von Helmut
Hoping, Luzern, über Pragmatik und Programmatik des Konzils im Kontext
der Globalisierung. Juan Noëmi, Callegas (Chile), behandelt die Problematik
anhand der lateinamerikanischen Entwicklung. Peter Hünermann und Hans
Joachim Höhn, Köln, visieren die Problematik aus der Sicht des
Dogmatikers und Fundamentaltheologen.
Der zweite Fragenkomplex behandelt die Beziehungen des Konzils zu den kulturellen
Grossräumen. Giuseppe Alberigo, Bologna, der grosse Geschichtsschreiber
neuzeitlicher Kirchengeschichte, stellt das Konzil in den kulturellen Wandel
Europas. Das Konzil hat, wohl ursprünglich unbeabsichtigt, eine Distanzierung
zur europäischen Prädominanz in der Kirchensicht eingeleitet.
Verschiedene Autoren befassen sich mit Lateinamerika, Nordamerika, Afrika
und Asien.
Wenn man das Vorfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils inspiziert, muss
man auf die Modernismus- und Antimodernismusproblematik stossen und kann
sie unter keinen Umständen ausklammern. Die Abstempelung mit der Marke
«Modernist» war ja bis zum Vorabend des Konzils die gründlichste
Methode, einen katholischen Theologen kirchlich unmöglich zu machen.
Erst mit dem Vatikanum II verschwand dieser «Antimodernismus»,
der seit Pius X. prägend gewesen war. Antimodernistische Tendenzen
gibt es aber auch heute noch und sie werden sogar protegiert. Der vorliegende
von Hubert Wolf betreute Band<2> steht
in der Reihe «Programm und Wirkungsgeschichte des II. Vatikanums»
als selbständige Publikation und bietet für sich die bislang umfassendste
deutschsprachige Publikation über die internationale Modernismusforschung,
verbunden mit einer seriös kritischen Auseinandersetzung.
Der Schwerpunkt der Thematik liegt in diesem Band auf dem Umkreis des Antimodernismus.
Peter Hünermann und Hubert Wolf, Frankfurt am Main, stellen eingangs
die Modernismusthematik in den Zusammenhang des übergeordneten Themas
«Globalkultur und christlicher Glaube» und in den Kontext des
Vatikanums II. Den Forschungsüberblick bietet Otto Weiss, der Modernismusspezialist,
bekannt durch sein Werk «Der Modernismus in Deutschland» und
die für die Gründungsjahre der Universität Freiburg im Üchtland
aufschlussreiche Untersuchung «Modernismus und Antimodernismus im
Dominikanerorden». Seine Einleitung zum Thema in diesem Band «Sicut
mortui, et ecce vivimus» (Überlegungen zur heutigen Modernismusforschung)
ist nicht nur ein Tour d'horizont durch die einschlägige Forschung.
Otto Weiss weist auch als Anregung auf inhaltliche Defizite und vergessene
Perspektiven der Modernismusgeschichte hin.
Der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf und der Modernismusforscher
Otto Weiss stellen, einander ergänzend, grundsätzliche Reflexionen
zur Thematik Modernismus und Antimodernismus vor.
Aus internationaler Perspektive behandelt Hermann H. Schwedt, Limburg a.d.
Lahn, die Verurteilung des so genannten Amerikanismus durch Leo XIII. Der
Ausdruck «Amerikanismus» wird in der Folge zum Schlagwort. Aus
römischer Sicht ist der Amerikanismus die Häresie der Zeit und
wird auch dem Liberalkatholizismus in Deutschland zur Last gelegt. So wird
die «Neue Welt» zum negativen Ideal der «Alten Welt»,
für die er eine schwerwiegende Gefahr darstellen soll.
Manfred Weitlauff, München, stellt mit dem englischen Konvertiten und
Liturgiewissenschaftler Edmund Bishop (18461917) einen «Frühmodernisten»
vor, dessen massgebliches Wirken in die Zeit vor dem Pontifikat Pius' X.
fällt.
Fast die Hälfte des umfangreichen Bandes befasst sich mit dem Modernismus
und Antimodernismus in Deutschland (S. 195367). Anton Landersdorfer,
Passau, behandelt den leidenschaftlichen Glaubenshüter P. Albert Maria
Weiss OP. Seine antimodernistischen Umtriebe, die vor nichts zurückschrecken,
fallen in die Pionierzeit der jungen Universität Freiburg. Zusammen
mit dem unerbittlichen Caspar Decurtins bespitzelte und denunzierte er seine
Mitbrüder und Kollegen. Als produktiver und leichtfertiger Publizist
verstand er es, mit seinem plakativen Stil eine verunsicherte Leserschaft
zu überzeugen. Karl Hausberger, Regensburg, stellt den Rottenburger
Bischof Paul Wilhelm von Keppler (18981926) als redegewandten, aber
sehr einseitigen Verteidiger des rechten Glaubens dar. Der Autor stellt
den Wandel dieses anfänglich «liberalen Theologen» zum
antimodernistischen Bischof und Kulturpessimisten im Sinne von Julius Langbehn,
dem «Rembrandt-Deutschen», dar. Claus Arnod, Frankfurt am Main,
führt in die Modernismusforschung einen bisher vernachlässigten
Aspekt ein, den Einfluss gebildeter und elitärer Damen aus dem Adel
durch finanzielle und ideelle Förderung modernistischer Autoren. Thomas
Ruster, Dortmund, behandelt die Theologen Ehrhard, Schell und Mausbach in
ihrem Verhältnis zur Zeitkultur. Sie sind repräsentativ für
eine kulturoptimistische Einstellung unter den deutschen Katholiken. Das
hat dann auch bewirkt, dass die deutsche Theologie auf dem Konzil eine bedeutende
Vorreiterrolle ausübte. Markus Ries, Luzern, behandelt in seinem Beitrag
«Zwischen Literaturstreit und Osterstimmung» die katholische
Belletristik nach der Modernismuskrise. Sie wird nach dem Zweiten Weltkrieg
mit Werner Bergengruen, Reinhold Schneider, Gertrude von Lefort usw. ihren
Höhepunkt erreichen.
Karl Hausberger, Regensburg, bringt mit dem Fall Joseph Wittig einen der
berühmtesten und folgenreichsten «Theologen-Fälle»
zur Sprache. Gehörte Joseph Wittig schon zu den Vorläufern des
Konzils? Darauf weisen sein Glaubensverständnis und sein Kirchenbild
hin. Sicher steht der Fall Wittig als Exemplum für den Zustand der
katholischen Theologie in Deutschland im Zeitalter des Antimodernismus.
Manfred Eder, Regensburg, untersucht die Rezeption deutschnationaler und
nationalsozialistischer Ideen, wie sie die Grenzen zwischen Kirche und Kultur
vermischten. In diesem Grenzbereich findet man berühmte Namen aus Kirche
und Wissenschaft, die wenigstens zeitweise die Schwelle überschritten
hatten. Uwe Scharfenecker, der Hefele-Forscher, behandelt mit dem Mitautor
des Buches Oskar Schroeder «Der Katholizismus, sein Stirb und Werde»
einen Modernismus, der über die Modernismuskrise hinausgeht.
Zum Abschluss präsentiert Peter Hünermann eine hervorragende Synthese
des gesamten Problemkomplexes.
1 Peter Hünermann (Hrsg.), Das II. Vatikanum. Christlicher Glaube im Horizont globaler Modernisierung. Einleitungsfragen, (Band I. Programm und Wirkungsgeschichte des II. Vatikanums. Herausgegeben von Peter Hünermann und Hubert Wolf unter Mitarbeit von Jan-Heiner Tück), Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1998, 270 Seiten.
2 Hubert Wolf (Hrsg.), Antimodernismus und Modernismus in der katholischen Kirche. Beiträge zum theologiegeschichtlichen Vorfeld des II. Vatikanums, (Band 2 von «Programm und Wirkungsgeschichte des II. Vatikanums»), Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1998, 397 Seiten.
Dokumentation über das Leben und die Zeit von Niklaus Wolf von Rippertschwand von Max Syfrig, Vizepostulator, Menzingen. Das umfangreiche, mit Quellen bestens dotierte Werk kann bezogen werden vom Katholischen Pfarramt, 6206 Neuenkirch.
Max Syfrig, ehemals Pfarrer in Neuenkirch (Luzern) und als solcher engagierter
Förderer des Andenkens und der Verehrung des Niklaus Wolf von Rippertschwand,
hat als Vizepostulator für die Seligsprechung des Dieners Gottes die
Dokumentation für die zuständige Römische Kongregation erstellt.
Das ist ein zweibändiges Werk in Folioformat von annähernd 1100
Seiten. Dass da eine Riesenarbeit dahintersteckt, versteht sich von selbst.
Man kann nur wünschen und hoffen, dass diese immense Mühe zum
Ziele führt und die Seligsprechung des Niklaus Wolf von Rippertschwand
befördert. Aber auch dann wäre es schade, wenn man Max Syfrigs
Werk in römischen Archiven ad acta legte. Die Dokumentation zum Wirken
des Dieners Gottes ist in verschiedener Hinsicht interessant.
Da wären die charismatischen Krankenheilungen, die Anrufung des Namens
Jesu über die Kranken und ihr Erfolg mit aussergewöhnlichen Heilungen.
Max Syfrig referiert in diesem Zusammenhang nicht einfach protokollarisch
über erfolgreiche Fakten. Er stellt sie hinein in die geistige Auseinandersetzung
von Aufklärung und Rechtgläubigkeit, Rationalismus und Pietismus.
Diese Auseinandersetzungen waren keineswegs nur akademisch. An ihr schieden
sich im Luzerner Klerus und in den führenden politischen und ständischen
Schichten die Geister. Interessant ist hier der Umgang des Generalvikars
und Bistumsverwesers von Konstanz, Ignaz Heinrich von Wessenberg, mit den
Vertretern der Jesus-Heiler und -Exorzisten. Max Syfrig steht in diesem
manchmal wirren Quellenmaterial über den polemischen Niederungen. Er
referiert fundiert und sachlich und macht auch deutlich, wie die Heilpraxis
nicht nur an Intensität gewinnt, sondern dass durch sie auch die Jesusfrömmigkeit
des Niklaus Wolf substanziell vertieft wird. In seinem spirituellen Werdegang
verdichtet sich die Frömmigkeit immer mehr auf das Wesentliche.
Das Leben des Niklaus Wolf von Rippertschwand fiel in eine politisch bewegte
Zeit. Der Bauer verfolgte die Ereignisse aufmerksam. Niklaus Wolf war ein
aufgeschlossener und fortschrittlicher Bauer. Er kannte sich in den physiokratischen
Bewegungen seiner Zeit aus, für die er besonders durch Anregungen von
Mönchen aus dem Zisterzienserkloster St. Urban «aufgeklärt»
wurde.
Wie die zum Teil rekonstruierte Bibliothek zeigt, war der Bauer von der
Rippertschwand für religiöse und weltanschauliche Fragen bemerkenswert
aufgeschlossen. Dazu kamen auch freundschaftliche Kontakte zu führenden
konservativ eingestellten Geistlichen. Ja, Vater Wolfs Einfluss bewirkte
nachweisbar bei einigen Seelsorgern die Abkehr von der kirchlichen Aufklärung,
wie sie von Generalvikar Ignaz Heinrich von Wessenberg und vom Bischöflichen
Kommissar in Luzern, Thaddäus Müller, gefördert wurde.
Niklaus Wolf war durchaus fähig, die Ereignisse seit 1798 kritisch
zu beurteilen. Er stellte sich auch in diesen Anfangszeiten einer direkten
Demokratie den Pflichten eines Bürgers und wurde zum Volksrepräsentanten
gewählt. Wir sehen hier in den Anfängen den Bauern von der Rippertschwand
nicht als einen verbohrten Konservativen. Er verhielt sich loyal zu der
Helvetischen Verfassung und verweigerte auch nach gewissenhafter Beratung
die Ablegung des Bürgereides nicht. Nüchtern stellte er sich gegen
temerär propagierte Prophezeiungen ein, die Unheil und Heimsuchung
Gottes als Strafe verhiessen. Wie viele seiner Mitbürger wurde er aber
von den Machenschaften der neuen Behörden ernüchtert und abgestossen.
Am 22. September 1802 marschierte er mit tausend Gleichgesinnten vor die
Stadt Luzern. Der Aufstand scheiterte und auch Niklaus Wolf musste Gewehr
und Munition abliefen.
In der Zeit der Mediation wurde Niklaus Wolf in den Luzerner Grossen Rat
gewählt. Er wirkte in dieser legislativen Behörde von 1803 bis
1805. Die Sitzungen des Grossen Rates bedeuteten aber für ihn immer
mehr eine Gewissensbelastung. Er wollte zum Wohl des Volkes seine Kräfte
ganz einsetzen, aber er musste immer deutlicher sehen, wie sich dieser neue
Staat von den religiös geprägten Grundsätzen des Deputierten
aus Neuenkirch entfernte (Klosterpolitik, Ablösung von Zinsen und Zehnten
zum Nachteil der Kirchen und Klöster, die Tendenz zur Staatskirche).
Der politische Einfluss des Niklaus Wolf von Rippertschwand beschränkte
sich aber nicht auf seine Tätigkeit im Grossen Rat in Luzern. Durch
die sehr enge Freundschaft mit dem Ratsherrn Josef Leu von Ebersol (18001845)
behielt er grossen Einfluss auf die bewegte Luzerner Politik. Beide hatten
dasselbe föderalistische Demokratieverständnis und beide bekämpften
die ahistorische Kirchenpoltik der Radikalen. Josef Leu und Vater Wolf waren
davon überzeugt, dass das Volk im Sinne der katholischen Tradition
zu bilden und zu regieren sei. Beide kämpften gegen die Bevormundung
der Kirche durch den Staat. In der Frage der Jesuitenberufung nach Schwyz
und Luzern waren Leu und Wolf gleich gesinnt und gleich engagiert. Dieses
Einvernehmen der beiden Luzerner aus dem konservativen Lager war mehr als
parteipolitische Taktik, sie wussten sich einig in ihrer religiösen
Haltung und christlichen Verantwortung.
Anselm Grün, Menschen führen Leben wecken. Anregungen aus der Regel des heiligen Benedikt, Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 1998, 142 Seiten.
Der bekannte geistliche Schriftsteller aus der Ottilianer-Abtei Münsterschwarzach ist seit über zwanzig Jahren Zellerar (Verwalter) in seinem Kloster. Der heilige Benedikt hat in seiner Mönchsregel ein eigenes Kapitel (31) über den Zellerar geschrieben und die Anforderungen, die dieses Amt an einen Mönch stellt. Für Anselm Grün bietet dieses Regelkapitel, das so etwas wie das Ethos eines Verwalters darstellt, der mit Gottesfurcht der Eigenart vieler zu dienen hat, Anlass zu zeitgemässen Überlegungen über Menschenführung und Unternehmensberatung. Seine Ausführungen sind mit modernen betriebswirtschaftlichen Einsichten ergänzt. Diese stellen eine Bestätigung von Benedikts Vorstellungen dar. P. Anselm integriert auch Benedikts Ausführungen über den Abt als Ergänzung zu seinem Thema.