18/2000

INHALT

Neue Bücher

Texte sprechen an, berühren, machen Mut zur Lebendigkeit

Pierre Stutz, Ein Stück Himmel im Alltag. Sieben Schritte zu mehr Lebendigkeit, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 2000.

Pierre Stutz, katholischer Priester, spiritueller Begleiter und Autor zahlreicher, bisher in 80000 Exemplaren verkauften Bücher, wünscht sich, dass die Lesenden «die Quellen ihrer Lebendigkeit entdecken, die zum solidarischen Engagement ermutigen».
Pierre Stutz geht in diesem Buch der Möglichkeit nach, die Quellen der eigenen Lebendigkeit zu entdecken, den Rhythmus des eigenen Lebens zu finden ­ und damit ein Stück Himmel in den Alltag zu holen.
Für den 47-jährigen Theologen, der im offenen Kloster Abbaye de Fontaine-André bei Neuchâtel wohnt, ist es klar, «dass der Weg zu mehr Lebendigkeit durch Durststrecken, durch das Aushalten meiner Ohnmacht führt». Sein neuestes Buch gibt seine Erfahrungen wieder und vertieft sie mit biblisch-mystischen Impulsen, mit inspirierenden Gedichten und «praktischen Impulsen als Ermutigung zu einem ureigenen Weg» unter dem Begriff «Meine Himmelsleiter zum Alltag».
Die Spur für einen spirituellen Weg zu mehr Lebendigkeit ist nach Pierre Stutz einerseits das «Sich-Hineinbegeben in Begegnungen und damit in die Faszination und die Widersprüchlichkeiten unseres Lebens. Und andererseits ist es das Loslassen, das Einüben des Schweigens, um meiner tiefen Sehnsucht nach Gott im Vertiefen meiner Erfahrungen mehr Raum zu verleihen.» Pierre Stutz holt die vielen nach offener christlicher Spiritualität hungernden Menschen mit seinem verständlichen Schreibstil ab und eröffnet Räume zu spiritueller Entwicklung und lebenspraktischem Handeln aus dem Geist Jesu Christi. Leserinnen und Leser, die auf der Suche nach dem Wesentlichen sind, erhalten vielfältige Impulse und Anregungen. Dabei sprechen immer wieder seine eigene Betroffenheit und seine Erfahrungen aus den Zeilen, die ihn der Leserschaft als einfühlsamen, verletzlichen und nach dem tiefsten Grund immer wieder ringenden Menschen spüren lassen. Seine Offenheit im theologischen Denken, das sich nicht vom Hier und Jetzt abhebt, ist wohltuend.
Er sieht sich selber als «suchendtastenden Autor».

Eugen Koller


Bussgottesdienste

Wolfgang Tripp (Hrsg.), Deine Sünden sind dir vergeben. Bussgottesdienste, Schwabenverlag, Ostfildern 1999, 208 Seiten.

In dieser Sammlung erprobter Bussgottesdienste zeigen 20 Autoren als Praktiker von unterschiedlichen Orten, Gemeinden, Gruppen und Anlässen kommend, wie in der Vielfalt heutiger Bussgottesdienste die befreiende Zusage erfahren und gefeiert wird: «Deine Sünden sind dir vergeben.»
«Biblische Wegweisungen», «Symbole als Deuter der Wahrheit» und «Mitmensch und Mitwelt» ­ unter diesen Titeln orientieren sich die Bussgottesdienste an Aussagen und Zusagen Gottes, wie sie das Alte und das Neue Testament aufzeigen.
Theologische Grundlagen der Bussgottesdienste führen in den Band ein, eine Sammlung von Vergebensworten und Vergebensbitten ergänzen die Modelle.

Leo Ettlin


Zeichen setzen

Kurt Koch, Zeit-Zeichen. Kleine Beiträge zur heutigen Glaubenssituation, Kanisius Verlag, Freiburg i.Ü. 1998, 250 Seiten.

Der Band enthält beinahe 20 Vorträge und Ansprachen, die der Bischof von Basel in den letzten zwei Jahren bei verschiedenen ausserliturgischen Gelegenheiten gehalten hat. Die Anlässe und Themenstellungen zu diesen Ansprachen sind verschieden, aber jedes Thema ist aktuell, zeitgemäss, und Bischof Kurt Koch will in unsere Zeit hinein Zeichen setzen. Diese bischöflichen «Zeit-Zeichen» werden bewusst in die heutige Glaubenssituation hineingesprochen. Sie sind Ausdruck von der Sorge und Sorgfalt, mit der der Bischof von Basel sein Lehramt ausübt. Ihre Lektüre könnte ein Beitrag sein, Gespräche des Alltags christlich zu vertiefen.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2000