9/2000 | |
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Neue Bücher |
Ferdinand R. Gebauer, Der Orthodox-katholische Dialog. Spannende Bewegung der Ökumene und ökumenische Spannungen zwischen den Schwesterkirchen von den Anfängen bis heute, (Konfessionskundliche Schriften des Johannes-Adam-Möhler-Instituts, Nr. 21), Bonifatius Verlag, Paderborn 1997, 196 Seiten.
Der Benediktiner des Klosters Ettal hat in Byzantinistik promoviert und in Alter Kirchengeschichte habilitiert. Er betreut das Byzantinische Institut der zusammen mit Niederaltaich in der Ökumene zur Orthodoxie hin stark engagierten Abtei Ettal. Die orthodoxen Kirchen haben seit der Öffnung der Grenzen nach Osteuropa auch bei uns eine beachtliche Präsenz. Die Orthodoxie nimmt auch in der ökumenischen Bewegung eine wichtige und zugleich mit Spannungen belastete Stellung ein (Unierten-Problem, Päpstlicher Primat). Der Autor behandelt die spannungs- und doch beziehungsreiche Geschichte mit der Kompetenz des Fachmanns. Er besitzt dazu die didaktische Gabe, auch schwierige und komplexe Probleme verständlich und plausibel, von ihren Ursachen her darzustellen. Die Herrschaftsteilung im Imperium Romanum (Ost-/Westrom) wird als Ursache der Entfremdung dargestellt. Dann wird die an Spannungen und Kontroversen reiche konfessionelle Koexistenz bis in die Gegenwart hinein behandelt, wo seit dem II. Vaticanum vieles dynamisch geworden ist, wie noch nie in vorangehenden Jahrhunderten.
Horst Fuhrmann, Die Päpste von Petrus zu Johannes Paul II., Verlag C.H. Beck, München 1998, 305 S.
Der Mediävist Horst Fuhrmann war Professor in Regensburg und dann
jahrelang Präsident der Monumenta Germaniae Historica. Der Gelehrte,
der die höchsten Ränge der Geschichtswissenschaft erreicht hat,
holt nach seiner Emeritierung gern zum freien, engagierten Erzählen
aus. Aus dem reichen Schatz der Geschichte präsentiert er mit Leichtigkeit
Fakten und Anekdoten. Dabei stellt er überraschende Zusammenhänge
her. Bei ihm kann man erfahren: «Das Heil der Geschichte liegt im
Detail.» Fuhrmann stellt aber nie eine zusammenhanglose Anekdotensammlung
zusammen. In dieser Manier liegen schon zwei hoch geschätzte Bücher
vor: «Einladung ins Mittelalter» (1997) und «Überall
ist Mittelalter. Von der Gegenwart einer vergangenen Zeit» (1998).
Das Buch «Die Päpste von Petrus zu Johannes Paul II.» will
nicht eine systematische Papstgeschichte sein. Horst Fuhrmann schreibt selektiv
und setzt Akzente. Er hat seine bevorzugten Lieblinge und steht zu ihnen.
Besonders zu erwähnen sind die 200 sorgfältig gewählten Abbildungen.
Jedes Bild ist instruktiv kommentiert. So sind allein schon diese Abbildungen
eine Fundgrube des Wissens. Dieses Papstbuch zu lesen, ist ein bereicherndes
Vergnügen.