8/2000

INHALT

Neue Bücher

Ein Methodenbuch

Thomas Söding, Wege der Schriftauslegung. Methodenbuch zum Neuen Testament. Unter Mitarbeit von Christian Münch, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1998, 350 S.

Dieses praktische Methodenbuch zum Verständnis und zur Auslegung der Heiligen Schrift des Neuen Testamentes ist als Einführung für Studierende der Theologie in die Methoden der Schriftexegese nach dem Stand von heute entstanden. Es kann aber heute auf dem geschäftigen Markt exegetischer Angebote für religiös interessierte Laien und ebenso für ältere Seelsorger, an denen der Strom einer subtilen Wissenschaft in den vergangenen Jahrzehnten vorbeigeflossen ist, eine sichere Orientierung ein. Indem sich dem Leser neue Horizonote erschliessen, wächst von neuem Verständnis, Freude und Lust für die Heilige Schrift.

Leo Ettlin


Caritas

Henri Boulad, Mystische Erfahrung und soziales Engagement, Otto Müller Verlag, Salzburg 1997, 198 Seiten.

Der berühmte, aus Ägypten stammende Jesuit Henri Boulad, hat 1994 und 1995 in verschiedenen Orten Österreichs und in Münster in Westfalen Vorträge gehalten, die christliche Nächstenliebe thematisieren. Henri Boulad kommt von der Caritasarbeit her. Er leitete die Caritas in Ägypten 1985­1995, war Präsident der Caritas von Nordafrika und des Nahen Ostens. 1991­1995 war er Vize-Präsident der Caritas Internationalis. In seinen Vorträgen die er regelmässig in Europa hält, wirkt der Jesuitenpater aber nicht als Organisator und Propagandist von Spendenaktionen. Seine eindringlichen Ansprachen sind ganz und gar spirituell zu verstehen. Der Auftrag der christlichen Caritas besteht darin, die Menschwerdung Christi wirksam zu machen am lebendigen Menschen von heute. Diese mystische Dimension sollte auch die Politik durchdringen, weil Politik sonst die Visionen verliert.

Leo Ettlin


Geistliche Gemeinschaften

Joachim Müller, Neue geistliche Gemeinschaften. Vielfalt der katholischen Kirche ­ Chancen und Grenzen, Kanisius Verlag, Freiburg 1998, 31 Seiten.

Joachim Müller, der Leiter der katholischen Arbeitsstelle «Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz», stellt Gemeinschaften vor, die heute rührend aktiv sind, viel Gutes wollen und auch tun. Doch manchmal sind sie auch der Kritik ausgesetzt, besonders wenn ihre Ziele und Aktivitäten zu wenig transparent erscheinen und ihre Gruppierungen zur Exklusivität neigen.
Der Autor stellt in kurzen Statements vor: die Charismatische Bewegung, die Fokolarbewegung, Christliche Basisgemeinschaften und ihre schweizerische Variante «Netzwerk offene Kirche Schweiz», Comunione e Liberazione, Cursillo, Neukatechumenale Gemeinschaft, Schönstattbewegung, Opus Dei. Dazu setzt sich Joachim Müller, klar differenzierend, mit den Chancen und Grenzen einer Bewegung auseinander und behandelt auch Kriterien zur Unterscheidung der Geister. Eine nützliche und grundsätzliche Orientierung über ein Phänomen der heutigen Pfarrgemeinden.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2000