8/2000 | |
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Berichte |
Traditionsgemäss treffen sich die Mitglieder der Inländischen
Mission an einem Montag in der Adventszeit in Zug zur Jahresversammlung.
Diesmal stand neben der Rechenschaftsablage die Wahl eines neuen Präsidenten
im Vordergrund. Gewählt wurde der bisherige Urner Ständerat Hans
Danioth, Rechtsanwalt in Altdorf.
Wohl ist Hans Danioth in erster Linie Jurist und Politiker. In seiner langjährigen
beruflichen Tätigkeit stellte er sein Wissen und seine Erfahrungen
immer wieder kirchlichen Gremien zur Verfügung, so dem Kirchenrat von
Altdorf. Dort war er beispielsweise Präsident der Studien- und Baukommission
für die Renovation der Pfarrkirche St. Martin. Als Mitglied des Urner
Regierungsrates (von 1978 bis 1988) leitete er die Erziehungsdirektion,
eine Aufgabe, die ihn im Kanton Uri immer wieder mit kirchlichen Bereichen
in Beziehung brachte. So hat er keineswegs als Neuling am Neujahrstag die
präsidialen Funktionen der Inländischen Mission übernommen,
jenes katholischen Hilfswerkes, das als das älteste in der Schweiz
gilt. Es ist nämlich bereits über 135 Jahre alt.
Eine erste grössere Aufgabe harrt des neuen Vorsitzenden, indem es
gilt, auf Herbst 2000 einen neuen Direktor für die Inländische
Mission zu suchen und auszuwählen. Anton Röösli, vor 27 Jahren
zu dieser Institution gestossen, seit 1985 als ihr Direktor tätig,
hat nämlich auf Ende August 2000 seinen altersbedingten Rücktritt
angeboten. Die Ausschreibung für die neue operative Leitung der Inländischen
Mission läuft bereits.
Im Jahre 1998 (abgeschlossen wird die Rechnung jeweils im Frühling
des folgenden Jahres) hat die Inländische Mission an Kirchenopfern
den Betrag von 1,111 Mio. Franken erhalten, Fr. 72000. weniger als
im Vorjahr. Einen Rückgang wiesen auch die Vergabungen und Legate auf;
sie machten Fr. 526000. aus. Am Stichtag im Dezember 1999 waren aus
der Kirchenkollekte vom Bettag Fr. 592000. eingegangen, 212 Prozent
weniger als am entsprechenden Stichtag des Vorjahres. Hatte im Vorjahr ein
Eingang von einer Pfarrei im Schnitt Fr. 580. betragen, so diesmal
Fr. 566.. Kleiner geworden ist auch die Zahl der Pfarreien, welche
bereit sind, am Eidgenössischen Bettag das Opfer für die Inländische
Mission aufzunehmen.
Dabei sind die Bedürfnisse, welche jeweils von der Inländischen
Mission gedeckt werden wollen, keineswegs kleiner geworden. Unterstützung
erhalten primär Seelsorger in Berg- und Diasporagegenden unseres Landes,
die aufgrund der örtlichen Situation nur ein zu bescheidenes Gehalt
bekommen können. Darüber hinaus werden ältere, vielfach kranke
Priester unterstützt, die heute nur eine minimale Rente erhalten, weil
sie früher oft während des ganzen Lebens nur ein bescheidenes
Gehalt hatten so auch nichts sparen konnten und heute deshalb
mit einer kleineren Rente zufrieden sein müssen. Die Zuteilung erfolgt
in allen Fällen in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bischöflichen
Ordinariaten.
Die Gelder, welche der Inländischen Mission aus Legaten und Vergabungen
zur Verfügung gestellt werden, kommen Pfarreien oder Kirchgemeinden
zugute, welche die erforderlichen Mittel für sanierungsbedürftige
Kirchen oder Kapellen nicht ohne fremde Hilfe aufbringen. Aus dem Bistum
Chur ist zudem die Anregung gekommen, fortan auch die Renovation von Pfarrhäusern
mitzufinanzieren. Wie weit das möglich sein wird, hängt vom Spendeneingang
ab.
An der Mitgliederversammlung würdigte der Bischofsvikar für den
deutschsprachigen Teil des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg, Thomas Perler,
St. Anton (FR), die vielfältige Arbeit des auf Ende 1999 als Präsident
zurückgetretenen Walter Gut, Hildisrieden (LU). Als zehnter Präsident
der Inländischen Mission frühere Vorsitzende waren unter
anderem Philipp Etter und Hans Hürlimann je bis zu ihrer Wahl in den
Bundesrat hat er ihr seit 1987 dank seiner Rechtskenntnis, seiner
Berufserfahrung und seinen zahlreichen Beziehungen in wertvoller Weise gedient
und auch das Gepräge gegeben. So hat er es stets verstanden, die Anliegen
der Inländischen Mission gegenüber der Öffentlichkeit, nicht
zuletzt auch in der Bischofskonferenz, mit Nachdruck zu vertreten oder doch
in Erinnerung zu rufen. Neu als Mitglied aufgenommen wurde Josy Biedermann-Schöb,
Planken (FL). Sie hatte bis anhin das inzwischen von Erzbischof Wolfgang
Haas aufgehobene Dekanat Liechtenstein vertreten. Damit das Fürstentum
weiterhin mit der Inländischen Mission verbunden ist, wurde Josy Biedermann
nun als Einzelmitglied gewählt. Mehrere Pfarrer in Liechtenstein haben
trotz der Abtrennung von der Diözese Chur auch im vergangenen Jahr
das Opfer für dieses Solidaritätswerk aufgenommen.
Im Anschluss an die Erledigung der statutarischen Traktanden gab Moritz
Amherd, Zürich, Vizepräsident des Vereins Schweizer Kirchen an
der expo.02, einen Einblick in die bis heute erbrachte Vorarbeit, die Überwindung
der bestandenen Schwierigkeiten. Nach wie vor besteht die Absicht, mit einem
konkreten Projekt von Seiten der Kirchen an der expo.02 präsent zu
sein.
Alle zwei Jahre führt das «Schweizerische Katholische Bibelwerk»
seine Delegiertenversammlung durch. Diese Zusammenkunft behandelt nicht
nur statuarische Geschäfte, sondern dient auch der inhaltlichen Ausrichtung
der Arbeit. Der diözesane Vorstand des Bibelwerks Deutschfreiburg,
der die letzte Versammlung organisierte, hat als Thema «Die Realität
der Armut» aufgegriffen.
In der Begegnung mit der Bewegung ATD-Vierte Welt konnten die Delegierten
und Gäste erfahren: Es geht nicht darum, etwas «für»
die Armen zu tun, sondern «mit» ihnen. Und es geht beim Teilen
nicht nur um Geld, sondern ebenso um Wissen und um Würde. Dass die
Bibellektüre «mit den Augen der Armen» zu neuen Entdeckungen
an biblischen Texten anstiftet, wurde in der Bibelarbeit zur Heilung der
10 Aussätzigen deutlich. Die neun, die nicht zurückkehrten, waren
nicht wie oft behauptet undankbar. Vielleicht wurde ihnen ihre
Heilung von den Priestern gar nicht abgenommen. Oder sie mussten sich zuerst
mit ihrer völlig veränderten Lebenssituation auseinandersetzen,
hatte ihr Status als «Aussätzige» ihnen doch auch eine
Art «Sicherheit» gegeben, zum Beispiel indem sie von den Gaben
anderer lebten.
Am zweiten Tag ging es um die Frage, was es für das Bibelwerk konkret
heisst, die Perspektive der Armen ernst zu nehmen. Was heisst das für
die einzelnen Mitglieder? Was für die Institution und ihren Umgang
mit Menschen, Geld und Arbeit? Was schliesslich für die Bibelarbeit:
Welche Texte lesen, welche überlesen wir? Wer wird angesprochen, wer
bleibt unbeachtet? Welche Themen und Situationen werden aufgegriffen, welche
nicht?
Die im engeren Sinn «geschäftlichen Traktanden» konnten
kurz gehalten werden: Dr. Urs Winter wurde als Präsident für eine
weitere Amtszeit bestätigt. Aus dem Zentralvorstand wurden Angelika
Imhasly (Diözese Basel) und Dr. Sabine Bieberstein (Deutschfreiburg)
nach langer und engagierter Mitarbeit verabschiedet. Willkommen geheissen
wurde der neue Präsident des Diözesanverbandes Basel, Detlev Hecking,
und als Vertreter der Delegierten wurde Christoph Winterhalter in den Zentralvorstand
gewählt. Mit Befriedigung konnte zur Kenntnis genommen werden, dass
die Bibelpastorale Arbeitsstelle in viele Projekte und Kooperationen involviert
ist und dass die Arbeit auch im finanziellen Bereich zu einer stabilen Situation
geführt hat.
Das Schweizerische Katholische Bibelwerk bietet Reisen in die Länder der Bibel an, die an den breiten Touristen- und Pilgerströmen vorbeiführen und einzigartige Begegnungen mit dem Land, den Menschen und der Biblischen Botschaft eröffnen. Auskünfte erteilt die Bibelpastorale Arbeitsstelle, Bederstrasse 76, 8002 Zürich, Tel. 01-202 66 74, E-Mail bibelpastoral@bluewin.ch