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Berichte |
Der Gesprächskreis «Forum Ökumene», der sich als
Plattform für eine intensivere Verständigung zwischen den Ortskirchen
der Innerschweiz versteht, traf sich am 8. September 1999 erstmals in der
Universitären Hochschule Luzern, um über das Thema «Konfessionelle
Identität und Kirchengemeinschaft» zu diskutieren. Gut 20 Teilnehmer
waren der Einladung des Ökumenischen Instituts Luzern (Prof. Helmut
Hoping, Dr. Jan-Heiner Tück) gefolgt und liessen sich zunächst
durch drei Statements in die Thematik einführen. Pfr. Dr. Hermann Kocher
(Escholzmatt) referierte aus evangelisch-reformierter, Pfr. Josef Mahnig
(Rothenburg) aus römisch-katholischer und Pfr. Ioan Jebelean (Luzern)
aus christkatholischer Sicht. Während Kocher eher theoretisch Grundpfeiler
des reformierten Selbstverständnisses darlegte und auf den Vorrang
der Schrift und die demokratische Verfassung der evangelisch-reformierten
Kirche abhob, legte Mahnig einen eher erfahrungsbezogenen Bericht vor, der
allerdings von der These ausging, dass konfessionelle Unterschiede in einer
weithin säkularisierten Lebenswelt kaum noch eine Rolle spielen. Angesichts
dieser Entkonfessionalisierung hält Mahnig ökumenische Gottesdienste
mit gemeinsamem Abendmahl auch aus römisch-katholischer Perspektive
für vertretbar. Jebelean schliesslich informierte kurz über die
Geschichte der christkatholischen Kirchen, für die die Ablehnung der
Dogmen des I. Vatikanums Unfehlbarkeit und Universalepiskopat des
Papstes wesentlich ist. Entsprechend betonte er die Eigenständigkeit
der Ortskirchen im Unterschied zum römischen Zentralismus, strich allerdings
zugleich die bischöfliche Verfassung als unverzichtbares Kennzeichen
des christkatholischen Kirchenverständnisses heraus.
Wohl nicht ganz zufällig kreiste das lebhafte Gespräch im Anschluss
an die Kurzreferate um die Frage der Abendmahlsgemeinschaft, die hierzulande
mancherorts bereits praktiziert wird und als sichtbarer Audruck der vollen
Gemeinschaft im Glauben gelten kann. Gewisse Spannungen zwischen der Praxis
vor Ort und der theologischen Lehrebene wurden konstatiert und auch Vorbehalte
gegenüber einem allzu pragmatischen Vorgehen geäussert, das voreilig
über bestehende konfessionelle Differenzen hinweggeht. Ist die Abendmahlsgemeinschaft
bereits ein Mittel zum Ziel der Einheit oder ist sie nicht doch eher das
Ziel selbst? Da Abendmahlsgemeinschaft Kirchengemeinschaft voraussetzt,
diese aber in einigen Fragen (z.B. Abendmahlverständnis, Amt) nach
katholischem Verständnis noch nicht gegeben ist, herrscht hier weiter
Informations- und Klärungsbedarf. Das «Forum Ökumene»,
das sich in vierteljährigem Turnus treffen wird, möchte eine Plattform
für weitere Verständigung bieten. Das Treffen fand am Montag,
29. November 1999, von 19.00 bis 21.00 Uhr wieder im Gebäude der Universitären
Hochschule Luzern, Pfistergasse 20, statt und hat sich mit dem Thema «Rechtfertigung»
befasst. Zu diesen Treffen sind alle Interessierten herzlich eingeladen.
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