26/2000

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

Antwort des Generalsekretärs der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und des Präsidenten der Theologischen Kommission der Schweizer Bischofskonferenz (TKS) an die Unterzeichner/ Unterzeichnerinnen der Reaktion auf die Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz zu Prof. Herbert Haag

Auf den Brief vom 15. März 2000 in der im Titel genannten Sache dürfen wir im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) wie folgt antworten:

1. Die Antwort der Bischöfe stellt die Verdienste von Prof. Herbert Haag, die Sie hervorheben, nicht in Frage. Auch die Motivation, die hinter seiner Stellungnahme steht, steht nicht zur Diskussion. Sie verdient Respekt.
2. Man kann der Stellungnahme der Bischöfe nicht entnehmen, dass die theologische Diskussion der Ämterfragen abgeschlossen und verboten wäre. Es wäre eine völlige Fehlinterpretation, eine solche Forderung aus ihr ableiten zu wollen.
3. Worauf die Bischöfe jedoch mit Nachdruck hinweisen, das ist der Horizont, in dem eine solche theologische Diskussion stattfinden muss. Sie kann nicht von der katholischen Tradition absehen, zu der das geweihte Amt gehört. Das Prinzip der sakramentalen Ämter steht nicht zur Debatte, weil es zur Substanz des Glaubens der katholischen und der meisten christlichen Kirchen gehört; wir verweisen auf die Konvergenzerklärungen der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen (Lima 1982): «Taufe, Eucharistie und Amt».
Selbstverständlich kann und muss in diesem Horizont über die konkrete Form des geweihten Amtes und über sein Verhältnis zu den nichtordinierten Diensten unter den heutigen Bedingungen der Kirche in den verschiedenen Ländern diskutiert werden. Das geschieht ja auch, wie jedermann weiss, der die lebhafte ekklesiologische Diskussion in der Theologie und Ökumene verfolgt.
Am Schluss der Erklärung vom 15. März 2000 werden Bedingungen genannt, unter denen eine Stellungnahme der Bischöfe in den Augen der Unterzeichner/Unterzeichnerinnen als glaubwürdig angenommen werden könnte. Wir dürfen sicher davon ausgehen, dass der «good will», der für Professor Haag von Seiten der Bischöfe gefordert wird, auch von den Unterzeichnern/Unterzeichnerinnen den Bischöfen gegenüber entgegengebracht wird.

Freiburg, 14. Juni 2000

Prof. Dr. Adrian Schenker OP
Präsident der Theologischen
Kommission der SBK

P. Dr. Roland-B. Trauffer OP
Generalsekretär der Schweizer
Bischofskonferenz


Tag der Völker ­ Ausländersonntag 2000

Der «Tag der Völker ­ Ausländersonntag 2000» wird in der katholischen Kirche in unserem Land am 12. November gefeiert. Er steht unter dem Motto: «Fürchtet euch nicht» (Mt 28,10) ­ «N'ayez pas peur» (Mt 28,10) ­ «Non abbiate paura» (Mt 28,10).
Das Motto zum Tag der Völker ist ein Hoffnungswort: Nach den Tagen des Leidens und des Sterbens Jesu erhalten die Frauen, die das Grab des Gekreuzigten aufsuchen, die Botschaft von der Auferstehung (Mt 28,5). Auch Jesus spricht den Jüngern Mut zu und verheisst ihnen die Begegnung in Galiläa (Mt 28,10). Beide Male wird den Glaubenden ein Wort der Ermutigung im Vertrauen auf den auferstandenen Herrn zugesprochen
Die Globalisierung der Wirtschaft, neue technische Errungenschaften und der gesellschaftliche Umbruch verunsichern heute die Menschen. Damit werden Ängste deutlich, die zwar immer latent vorhanden sind, aber gerade in Zeiten des Wandels an Bedeutung gewinnen. Zur Sorge um die eigene Existenz und zur Furcht vor der Zukunft kommt auch die Fremdenangst
In diese Zeit hinein will die Kirche ein Wort der Zuversicht geben, die im Glauben an den Auferstandenen gründet. Die Pfarreien können tragfähige Netze schaffen, in der sich jede Person aufgenommen weiss
Mit dem Motto zum Tag der Völker werden die Pfarreien und die Fremdsprachigenmissionen aufgefordert, die Fremdenangst und die Unsicherheiten bewusst zu machen und im Glauben an die dauernde Gegenwart des Herrn neue Zuversicht zu geben.
Impulstag: am 2. September 2000, von 9.30 bis 16.30 Uhr, für Kirchgemeinden/Pfarreien zum «Tag der Völker» im Romero-Haus, Kreuzbuchstrasse 44, 6006 Luzern. Anmeldung an das Romero-Haus bis 21. August 2000.
migratio-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz für Migration, Neustadtstrasse 7, 6003 Luzern, Tel. 041-2100347, Fax 041-2105846, E-Mail migratio@kath.ch


Für ein starkes und dynamisches Fastenopfer

Die solidarische Mitfinanzierung der Seelsorge unter sprachlichen Minderheiten und die bevorstehende Reorganisation des Fastenopfers: diese Fragen fanden an der Plenarversammlung der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) vom 17. Juni 2000 auf der Schwägalp (AR) das besondere Interesse der Delegierten. Die Tagung stand unter der Leitung von Dr. Peter Plattner, Präsident des Katholischen Kirchenrates des Kantons Thurgau und Präsident der RKZ.
Einladende kantonalkirchliche Organisationen waren der Verband römisch-katholischer Kirchgemeinden des Kantons Appenzell-Ausserrhoden, der Verein katholischer Kirchgemeinden des Kantons Appenzell Innerrhoden und der Katholische Konfessionsteil des Kantons St. Gallen. Bischof Ivo Fürer, St. Gallen, war am Vorabend Gast der Versammlung beim Treffen auf dem Säntis.

Sprachliche Minderheiten

Die Seelsorge unter den grossen Bevölkerungsgruppen italienischer und spanischer Herkunft wird in der Regel auf kantonaler oder regionaler Ebene gestaltet und mitgetragen. Die Seelsorge unter portugiesischen, kroatischen und anderen Minoritäten, bis hin zu Vietnamesen und Tamilen, wird hingegen von den kantonalkirchlichen Organisationen zentral über die «migratio», die Kommission der Bischofskonferenz für Migration (die frühere SKAF), finanziert.
Zur Debatte stand nun der Schlüssel für diese Finanzierung. Die RKZ ging dabei vom Grundsatz aus, dass eingewanderte Mitchristen einen Anspruch auf pastorale Angebote in der eigenen Sprache und Kultur und zugleich auf Förderung ihrer Integration in das kirchliche Leben ihrer schweizerischen Umwelt haben. Denn sie sind vollberechtigte Mitbürger und entrichten auch Kirchensteuern. Die RKZ einigte sich auf einen neuen Schlüssel, der den kantonalkirchlichen Organisationen in Absprache mit der «migratio» empfohlen wird. Zugleich legte sie ein Verfahren fest, das die Solidarität unter den kantonalkirchlichen Organisationen und die Kontrolle in diesem spezifischen Bereich der Mitfinanzierung fördern soll.

«Fastenopfer»

Mit seinen Kampagnen nimmt das katholische Hilfswerk Fastenopfer, aus der Sicht weltweiter Solidarität und in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Hilfswerk «Brot für alle», regen Anteil am kirchlichen und gesellschaftlichen Leben in der Schweiz. Diese Verbindung wird gefördert durch den «Inlandteil», der zu Beginn die Hälfte des Umsatzes betrug und im Lauf der Jahrzehnte auf einen Viertel der allgemeinen Spenden gesenkt wurde. Im Rahmen eines Spendenertrags von rund 22 Mio. Franken sind das heute rund 3,2 Mio. Franken, die der Mitgestaltung und Mitfinanzierung sprachregionaler und gesamtschweizerischer Stellen und Projekte dienen. Zu diesem Zweck besteht ein Vertrag zwischen der Bischofskonferenz, dem Fastenopfer und der RKZ, die ihrerseits jährlich rund 6 Mio. Franken aus Beiträgen kantonalkirchlicher Organisationen vermittelt und die Projektadministration betreut.
Die Verbindung des Fastenopfers zum kirchlichen Leben in der Schweiz wird zusätzlich durch den «Diözesan-Anteil» gefördert. Gegenwärtig sind dies jährlich 1,2 Mio. Franken, die den sechs Bistümern und den zwei Gebietsabteien St-Maurice und Einsiedeln für die Finanzierung pastoraler Aufgaben zufliessen.
Präsident des Fastenopfer-Stiftungsrates ist der St. Galler Bischof Ivo Fürer. So hatte er an der Plenarversammlung der RKZ in seinem Bistum die Gelegenheit, über die jüngsten Entwicklungen in diesem kirchlichen Hilfswerk zu berichten. Weitere Informationen steuerte alt Oberrichter Werner Huber bei, Präsident des katholischen Kirchenrates des Kantons Aargau, Präsident der Gemischten Expertenkommission von Fastenopfer und RKZ.
Die RKZ verfolgt die Entwicklungen rund um das Fastenopfer mit grosser Besorgnis. Sie unterstützt die Bestrebungen, die Strukturen des Hilfswerks gründlich zu überprüfen und umgehend neu zu gestalten. Sie spricht sich für ein dynamisches Fastenopfer aus, das die weltweite Solidarität durch einen starken Inlandteil fördert.
(Die RKZ ist der Verband der öffentlich-rechtlichen kantonalen Körperschaften und verwandter kantonaler Organisationen der katholischen Kirche in der Schweiz. Jeder Kanton stellt grundsätzlich eine Delegation von zwei Personen.)

Pressemitteilung der RKZ


Bistümer der deutschsprachigen Schweiz

 

Die OKJV als wertvolles Beratungsgremium für die katholische Jugendarbeit

In der Juni-Sitzung der OKJV berichteten die verschiedenen katholischen Jugendvereinigungen über ihre gegenwärtigen Aktivitäten. So haben Blauring und Jungwacht ein Heft «Wegweiser: Präses für Blauring und Jungwacht» herausgegeben, während das neue Präses-Handbuch der Katholischen Pfadfinder und Pfadfinderinnen nächstens erscheinen wird.
Über 100 Vertreter und Vertreterinnen katholischer Pfarrei-Jugendvereine Europas und Afrikas haben sich in der FIMCAP anfangs Juni in Burgbühl (FR) getroffen. Besonders bereichernd war der Austausch über die kirchliche Jugendarbeit in den verschiedenen Nationen. Dieser internationale Austausch unter Jugendlichen ist auch der besondere Reiz des Weltjugendtreffens, das vom 14. bis 20. August 2000 in Rom stattfindet. Junge Leute können sich dafür im Juni noch anmelden (Telefon 01-2666923).
Gemeldet wurde in der OKJV auch der Namenswechsel der «Jungen Erneuerung aus dem Geiste Gottes». Nannten sie sich vor 25 Jahren noch «Charismatische Erneuerung», so heissen sie jetzt «Junge Erneuerung».
Roberto Suter berichtete über die ersten Ergebnisse der AG Spiritualität, die mehr als 1000 Schweizer Jugendliche über ihre persönliche Religiosität befragte. Die Umfrageresultate müssen nun diskutiert werden, bevor bis Mitte 2001 Empfehlungen für die kirchliche Jugendarbeit erarbeitet werden.
Die GEN berichtete, wie ihre Treffen zum Thema Freundschaft, Verlobung und Ehevorbereitung immer beliebter werden, und zwar bei Menschen verschiedenster Gläubigkeit.
Im März trafen fünf Jugenddelegierte der OKJV mit der DOK zusammen, um über den guten Austausch zwischen den so verschiedenen katholischen Jugendorganisationen in der OKJV zu berichten. Sie dankten den Bischöfen für die alljährliche Jugendkollekte wie auch für die Bistumsjugendtreffen. Die DOK benutzte die Gelegenheit, die Meinung der Jugendvertreter zum in Arbeit befindlichen Berufsbild Jugendseelsorger der PPK zu erfragen wie auch zum Plan einer neuen Jugendzeitschrift. Diese wird nur von wenigen Jugendlichen gewünscht. Dazu kommen Probleme der Finanzbeschaffung. Die DOK könnte sich einzelne Themenhefte gut vorstellen, doch die jugendlichen Initianten ziehen ihr Projekt vorläufig zurück.
Im Gespräch mit der DOK wurde klar, dass die OKJV nicht das Entscheidungsgremium für die katholische Jugendarbeit der deutschen Schweiz sein will, wohl aber ein sehr gutes Beratungsgremium. Diese Erkenntnis wurde auch in einer kleinen Statutenrevision aufgenommen, in der die Abkürzung OKJV neu mit «Ordinarienkonferenz-Jugendvereinigungen» (statt: «Jugendverbände und -bewegungen») bezeichnet wird.

Weihbischof Martin Gächter


Bistum Basel

 

Die päpstliche Bulle zur Bischofsweihe von Mgr. Denis Theurillat

Johannes Paulus, Bischof, Diener der Diener Gottes, entbietet seinem geliebten Sohn Denis Theurillat, Priester des Bistums Basel, Bischofsvikar für das französischsprachige Gebiet dieser Diözese und erwähltem Weihbischof und Titularbischof von Tubulbaka Gruss und Apostolischen Segen. Wir sind bemüht, unsere wachsame Hirtensorge der bedeutenden Ortskirche des Bistums Basel zuzuwenden, die sich durch eine lange Tradition und durch leuchtende Zeugnisse der Christen auszeichnet. Wir wollen daher gerne auf das Ansuchen des Bischofs dieser Ortskirche, unseres verehrten Bruders Kurt Koch, eingehen, der uns gebeten hat, dass ihm ein zweiter Mitarbeiter im bischöflichen Dienst gegeben werde. An Dich aber, geliebter Sohn, wenden wir uns mit grossem Vertrauen; denn Du hast dort mit eindrücklichem Einsatz einige Ämter versehen, die namentlich den französischsprechenden Diözesanen galten. Daher erscheinst Du als besonders geeignet, für das Volk dieses Bistums Deinen Einsatz und wirksame Hilfe zu leisten.
Deshalb nehmen wir die Beurteilung der Kongregation für die Bischöfe auf, bestimmen Dich kraft unserer Apostolischen Vollmacht zum Weihbischof des Bistums Basel und statten Dich mit dem Titel der Kirche von Tubulbaka aus. Wir verbinden damit alle Rechte und Pflichten, die gemäss dem Kirchenrecht mit Deiner Aufgabe und Deinem Stand verbunden sind.
Vor der Bischofsweihe, die Du von jedem katholischen Bischof ausserhalb der Stadt Rom empfangen kannst, hast Du das Glaubensbekenntnis abzulegen sowie den Treueeid uns und unseren Nachfolgern gegenüber gemäss dem festgelegten Wortlaut. Du wirst besorgt sein, dass das entsprechende Dokument mit Siegel und Unterschrift versehen der Kongregation für die Bischöfe zugesandt wird.
Schliesslich, lieber Sohn, wirst Du aus der früheren Geschichte dieser Kirche zuverlässige und rechte Wegleitung schöpfen und in Dein Amt als Weihbischof eintreten mit dem einzigen Anliegen, für die kirchliche Gemeinschaft des Bistums Basel wirksame Hilfe beizutragen. Dadurch möge mit Gottes Hilfe diese kirchliche Gemeinschaft mehr und mehr blühen.

Gegeben in Rom zu St. Peter am 17. April im Jahre des Herrn 2000, im 22. Jahr unseres Pontifikats.

Papst Johannes Paul II.
Marcello Bossetti,
Apostolischer Protonotar

(Übersetzung aus dem Lateinischen: Bischöfliche Kanzlei)


Stellenausschreibung

Die auf den 1. Oktober 2000 vakant werdende Pfarrei Bettwil (AG) wird für einen Pfarrer (älteren Priester) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Interessenten melden sich bis 12. August 2000 beim Diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt@bistum-basel.ch


Im Herrn verschieden

Paul Hügli, emeritierter Pfarrer, Brislach
Am 31. Mai 2000 starb in Brislach der emeritierte Pfarrer Paul Hügli. Am 22. Juli 1913 geboren, empfing der Verstorbene am 2. Juli 1941 die Priesterweihe. Er wirkte als Vikar in Trimbach (1941­1943) und in Niedergösgen (1943­1947). Von 1947­1964 wirkte er als Pfarrer in Witterswil und in Blauen (1964­1989). Von 1989 bis zu seinem Tod wirkte er als emeritierter Pfarrer in Brislach. Er wurde am 7. Juni 2000 in Brislach beerdigt.


«Mit Christus Grenzen überschreiten»

Erstmals grenzüberscheitender Kirchentag in Strassburg

Erstmals haben sich mehrere tausend Christen, darunter auch aus dem Bistum Basel, in Strassburg zu einem grenzüberschreitenden ökumenischen Treffen zusammengefunden. Rund 20 Kirchen und Freikirchen aus dem Elsass, Lothringen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie aus Basel und Luxemburg nahmen am Pfingstmontag, 12. Juni, an diesem Kirchentag teil. Aus Solothurn waren von der Bistumsleitung Bischof Dr. Kurt Koch, Weihbischof Martin Gächter sowie Generalvikar Dr. Rudolf Schmid gekommen. Gast aus Rom war der Sekretär des Päpstlichen Einheitsrates und früherer Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Walter Kasper.
Die ökumenische Bewegung stellt nach Ansicht von Bischof Walter Kasper einen wesentlichen Beitrag zur Einheit Europas dar. Nur gemeinsam könnten die Kirchen das christliche Menschenbild und die Werte des Evangeliums an das «wieder eins werdende Europa» weitergeben. Die Kirchenspaltungen der Vergangenheit hätten entscheidend zur Spaltung Europas beigetragen, beklagte Kasper. Sie seien eine Ursache der modernen Säkularisierung, die zu einem weitgehenden Bedeutungsverlust des Christentums geführt habe. Auf dem ökumenischen Weg seien die Kirchen ein wesentliches Stück vorangekommen. Christen unterschiedlicher Konfessionen seien heute nicht nur durch gegenseitige Toleranz und Respekt miteinander verbunden, sondern oft auch durch Zusammenarbeit und Freundschaft. Zur Aufgabe der Kirche für die Einheit Europas gehöre heute zudem der interreligiöse Dialog, besonders das Gespräch mit Juden und Muslimen. Ohne Frieden zwischen den Religionen sei Frieden in Europa und der Welt nicht möglich. Nach Ansicht Kaspers kann das Christentum unter den pluralistischen Bedingungen der Gegenwart nicht mehr davon ausgehen, wieder Volksreligion zu werden. Kasper hob hervor, das moderne Europa werde auf Dauer nur Bestand haben, wenn es seine religiöse und insbesondere seine christliche Seele wiederentdecke.
Der Strassburger Erzbischof Joseph Doré und der lutherische Kirchenpräsident von Elsass und Lothringen, Marc Lienhard, hatten den unter dem Motto «Mit Christus Grenzen überschreiten» stehenden Kirchentag am Morgen im Münster der Stadt eröffnet. Am Nachmittag fand auf dem Kleberplatz in Strassburg ein ökumenischer Schlussgottesdienst statt. Dabei sagte der Strassburger Erzbischof, dass Protestanten und Katholiken aus Frankreich, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz einen «grossen Tag der Ökumene» erlebt hätten. Auch wenn in Zukunft nach aller Begegnung «noch Unterschiede und Differenzen zwischen uns bestehen bleiben, so sollen diese festgehalten und erkannt werden als kostbare Güter zur gegenseitigen Bereicherung», so Erzbischof Doré.
Aus den deutschsprachigen Ländern nahmen am Schlussgottesdienst auf katholischer Seite unter anderen der Freiburger Erzbischof Oskar Saier, der Speyerer Bischof Anton Schlembach, der Rottenburg-Stuttgarter Diözesanadministrator Weihbischof Johannes Kreidler und der Basler Bischof Kurt Koch teil, auf evangelischer Seite der badische und der württembergische Landesbischof, Ulrich Fischer und Eberhardt Renz, sowie der pfälzische Kirchenpräsident Eberhard Cherdron.
In der «Ökumenischen Botschaft von Strassburg» soll dieser Tag weiterleben. In ihrer Botschaft rufen die Kirchen aus der Region des Oberrheins die Regierungen ihrer Länder auf, für Gerechtigkeit in Europa und in der so genannten Dritten Welt einzutreten. Die Kirchen beklagen auch, dass es in der Vergangenheit im Namen des Christentums Unterdrückung, Verfolgung und Ausbeutung gegeben habe. Zudem bedauern sie das Unrecht von Christen gegenüber den Juden. Mit Blick auf die Kirchenspaltung zwischen Ost und West heisst es in der Erklärung: «Wir bekennen, dass wir im Abendland nach der Spaltung vor 1000 Jahren unsere Geschwister im Osten vergessen habe. Wir wollen begreifen, dass die östlichen Kirchen Teil der Christenheit dieses Kontinents sind.»

Informationsstelle


Bistum Chur

 

Ernennung

Bischof Amédée Grab ernannte
P. Columban Züger OSB zum Pfarrer der Pfarrei Hl. Johannes der Täufer in Müstair (GR) und gleichzeitig zum Pfarradministrator der Pfarrei Mariä Empfängnis in Valchava (GR).


Ausschreibungen

Infolge Demission der bisherigen Amtsinhaber werden folgende Pfarreien zur Wiederbesetzung ausgeschrieben:
Turbenthal (ZH),
Zollikerberg (ZH).
Interessenten mögen sich melden bis zum 21. Juli 2000 beim Sekretariat des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.


Im Herrn verschieden

Albert Birchler, Pfarrer im Ruhestand
Der Verstorbene wurde am 24. Juli 1931 in Schindellegi geboren und am 31. März 1963 in Chur zum Priester geweiht. Seine priesterliche Tätigkeit begann er als Vikar an der Erlöserkirche in Chur von 1963­1969. Von 1969­1971 wirkte er als Kaplan in Lachen (SZ), von 1971­1984 als Pfarrer in Unteriberg (SZ), von 1984­1989 als Pfarrer in Stansstad (NW) und von 1989­1998 als Pfarrer in Buttikon (SZ). Die letzten Jahre im Ruhestand verbrachte er in Einsiedeln, wo er völlig unerwartet am frühen Morgen des 21. Juni 2000 in seinem Heim verstarb. Bestattet wurde er am 26. Juni 2000 in Einsiedeln.


Bistum Sitten

 

Priesterweihe

Am Sonntag, 18. Juni 2000, weihte Bischof Norbert Brunner anlässlich des grossen diözesanen Bistumsfestes während dem Festgottesdienst auf dem Kasernenplatz von Sitten den Priesteramtskandidaten Konrad Rieder von Wiler zum Priester für das Bistum Sitten. Konrad Rieder wird auf das neue Seelsorgejahr in Zermatt als Vikar tätig werden.


Ernennungen und Mandat

Der Bischof von Sitten, Mgr. Norbert Brunner, hat folgende Ernennungen für den französisch sprechenden Teil des Bistums vorgenommen:
Boleslav Antoni Bienieck wurde zum Vikar für die Pfarreien Chamoson und St-Pierre-de-Clages ernannt. Vikar Antoni Bienieck hat im vergangenen Jahr bereits seit einigen Monaten den verstorbenen Kapuzinerpater Jean-Pierre Babey in diesen Pfarreien ersetzt.
Dominique Theux, bisher Pfarrverweser in
Arbaz und Vikar in Ayent, neu Pfarrer von St. Martin.
Jean-Michel Moix, bisher Auxiliar in Bagnes, neu Pfarradministrator von Granges. Er ersetzt Denis Clivaz, der aus gesundheitlichen Gründen demissionieren musste. Jean-Michel Moix wird in Granges ein Teilzeitamt (50%) ausüben. Er behält sein zweites Teilzeitamt (50%) als Spitalseelsorger im Regionalspital Sitten auch im kommenden Seelsorgejahr.
P. Marie-Joseph Huguenin, Karmelit, zurzeit Seelsorger an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne, wird Jean-
Michel Moix in Granges als Auxiliar im Halbamt unterstützen.
Fabien Moulin, Katechet und Jugendarbeiter in Conthey, erhält von Bischof Norbert Brunner zusätzlich das Mandat als Vize-Koordinator im Teilzeitamt (25%) für die diözesane Jugendpastoral im französischsprachigen Teil des Bistums.
Die Ernennungen treten zu Beginn des neuen Seelsorgejahres 2000/2001 in Kraft.

Diözesaner Informationsdienst


© Schweizerische Kirchenzeitung - 2000