15/2000 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Die Kirche feiert dieses Jahr das 2000. Geburtsfest unseres Erlösers
Jesus Christus. Dieses göttliche Geschenk bedenkt Papst Johannes Paul
II. in der Verkündigungsbulle des Grossen Jubiläums «Incarnationis
mysterium» und im Apostolischen Schreiben «Tertio Millennio
Adveniente». Er verbindet mit diesem festlichen Ereignis die Pilgerreisen
nach Rom und in das Heilige Land, wo Jesus zur Welt kam, lebte und starb
und auferstand. In der Ausrichtung auf Rom, Bethlehem und Jerusalem kann
das Jubeljahr zu einem vierfachen Geschenk Gottes für uns Christen
werden.
Zum ersten feiern wir in einem besonders festlichen Rahmen voll Dank die
göttlichen Heilsereignisse: die Menschwerdung, das Kreuz, die Auferstehung,
Himmelfahrt und Geistsendung Christi. Zum zweiten gedenken wir der Christen
der ersten Stunde im Heiligen Land. Am ersten Pfingstfest in Jerusalem wurden
sie vom Heiligen Geist ergriffen und haben Europa und der Welt die Frohbotschaft
Jesu Christi verkündet und bezeugt.
Wir erneuern zudem in Liebe unsere Solidarität mit den Schwestern und
Brüdern in den Ursprungsländern des Christentums. Dies können
wir tun durch das Gebet, durch Pilgerreisen und durch finanzielle Unterstützung
des Karwochenopfers, das ein grosszügiges Ostergeschenk an die Christen
im Heiligen Land sein soll.
Im Geist der Freude, der das Gnadenjahr des Herrn erfüllt, bereitet
sich die Kirche auf das vierte Geschenk vor: auf die Wiederkunft des Herrn.
Seit Jahrzehnten laden uns die Päpste ein, das «neue Pfingsten»
schon hier und jetzt zu begehen. Wir sind aufgefordert, durch unser Gebet
die Ankunft des Reiches Gottes in Macht und Herrlichkeit gewissermassen
zu beschleunigen.
Im Wissen um die Barmherzigkeit des Vaters, in der Hoffnung auf die Gaben
des Geistes und in der Freude unseres Herrn Jesus Christus beten wir gemeinsam
mit allen Christen um den Schutz und Segen des dreifaltigen Gottes. Johannes
Paul II. tut es mit den Worten: «An Gott Vater im Heiligen Geist gehe
das Lob der Kirche für das Geschenk der Erlösung im Herrn Jesus
Christus jetzt und in Ewigkeit».
Mit den besten Segenswünschen für ein frohes Osterfest!
Die auf den 1. Februar 2001 vakant werdende 50%-Stelle eines Spitalseelsorgers
am Kantonsspital Münsterlingen (TG) wird für einen Priester mit
CPT- oder vergleichbarer Zusatzausbildung zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessierte melden sich bitte bis zum 9. Mai 2000 beim Diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt.bistum-basel@kath.ch
Mit Minderheiten beschäftigten sich die Räte des Bistums Basel während ihren traditionellen Frühjahrssitzungen. Der Priesterrat und der Rat der Diakone und Laientheologen/-theologinnen befasste sich während seiner 10. Sitzung in der 8. Amtsperiode in Delsberg am 28./29. März 2000 mit der «Seelsorge für die Fremdsprachigen heute und morgen». Das Thema «Behinderte und wir» stand im Mittelpunkt der 7. Sitzung der 8. Amtsperiode des Seelsorgerates, die bereits Anfang März in Dulliken stattfand.
Die Mitglieder des Seelsorgerates und des Rates der Diakone und Laientheologen/-theologinnen
befassten sich in Delsberg vor allem mit der Frage der Seelsorge in den
fremdsprachigen Missionen. Dabei nahm der Erfahrungsaustausch über
die Zusammenarbeit der Pfarreien und Missionen einen breiten Raum ein. So
werden gemeinsame Gottesdienste für Schweizer und Fremdsprachige zwar
gewünscht, jedoch die Realisierung bleibt schwierig, da je nach Ort
sowohl die Schweizer wie auch die Ausländer daran wenig Interesse zeigen.
Wichtig sei, dass bei solchen Gottesdiensten religiös-kulturelle Elemente,
vor allem auch Musik und Gesang, aus der je eigenen Heimat eingebracht werden
können. Gleichzeitig sollte aber auch zum Ausdruck kommen, dass es
sich um die eine gemeinsame katholische Kirche handelt.
Klar wurde aber auch, wie verschieden die Situationen in den einzelnen Missionen
sind. Das zeigt sich am Religionsunterricht, von denen die Eltern und Missionare
oft andere Vorstellungen als die Seelsorgerinnen und Seelsorger der Ortspfarreien
haben. Es gibt auch noch Missionen, in denen die Laien noch kaum Aufgaben
übernommen haben und von ihren Priestern abhängig sind.
Während die zweite Generation der Ausländer zweisprachig aufwächst
und sich in die neue Heimat integriert hat, spricht die dritte Generation
fast nur noch die Lokalsprache und hat die eigene Kultur weitgehend verloren.
Ganz andere Probleme stellen sich bei all denjenigen, die als Saisoniers
in der Schweiz arbeiten. Sie bleiben weitgehend von der Gesellschaft abgesondert
und können sich kaum mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten ihres
Gastlandes vertraut machen.
Problematisch ist vor allem die Situation bei den Missionen, die erst in
den letzten Jahren entstanden sind und sich stark vergrössert haben,
wie beispielsweise die Albaner. So berichtete der Albaner-Seelsorger Marjan
Marku, der zusammen mit einem zweiten Priester für die ganze Schweiz
zuständig ist, dass sich die Zusammenarbeit in verschiedenen Pfarreien
schwierig gestaltet. Es gebe Pfarrgemeinden, die sich gestört fühlen,
wenn die Albaner eigene Gottesdienste feiern.
Einen besonderen Akzent erhielt die 8. Sitzung des Seelsorgerates dadurch,
dass diesmal nicht über Behinderte, sondern mit Behinderten bzw. einem
Seelsorger für Behinderte gesprochen wurde. Die Versicherungsmathematikerin
Irène Häberle zeigte sehr engagiert, weil persönlich betroffen,
auf, wie schnell Abgrenzungen entstehen, auch wenn sie nicht gewollt sind.
So musste sich der Seelsorgerat von ihr sagen lassen, dass die Wahl des
Titels «Behinderte und wir» schon Abgrenzungen bedeute. Eine
Integration von Behinderten hielt sie für «absolut unzumutbar»
aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen als Frau, die auf den Rollstuhl
angewiesen ist. Sie berichtete aus ihrer Lebensgeschichte über die
Schwierigkeiten, das eigene Anderssein zu akzeptieren. Die Frage sei nicht
die, wie sich Behinderte möglichst unauffällig in die Gesellschaft
integrieren. Es gehe vielmehr um eine «Expansion», also darum,
dass sich sowohl der Behinderte als auch seine Umgebung der jeweils eigenen
Verantwortung bewusst werde.
Die Referentin kam dann auf das biblische Gebot zu sprechen «Du sollst
Dir kein Bild machen». Das Verbot beziehe sich nicht nur auf Gott,
sondern auch auf den Menschen, führte Irène Häberle aus,
denn: «Wer sich von einem Menschen ein Bildnis macht, der schubladisiert
ihn, grenzt ihn ein und behindert letztlich seine Lebendigkeit.»
Der Behindertenseelsorger P. Eugen Wirth hatte in ebenfalls sehr persönlich
gehaltenen Worten darauf hingewiesen, dass jeder, der versuche, die Taufe
konkret werden zu lassen, auch bereit sein müsse, «das Ja Gottes
zu mir auch den anderen Menschen zuzugestehen». Behindertenseelsorger
würden auch den «Normalen» Unterstützung anbieten.
Aufgabe der Spezialseelsorger sei es darüber hinaus, das «schlechte
Gewissen für die anderen zu sein».
Um Leben und Lebensethik ging es auch beim Thema Schwangerschaftsabbruch
und Fristenlösung. Nach der Diskussion in verschiedenen Gruppen über
ein zu dieser Thematik vorliegendes Papier wurde beschlossen, Vorschläge
und Ergänzungen einzuarbeiten und diese bei der nächsten Sitzung
zu verabschieden.
Auch bei dieser Sitzung wurde wiederum die Frage nach dem Selbstverständnis
des Seelsorgerates gestellt. Dabei wurde auch über einen Fragebogen
diskutiert, der in überarbeiteter Form dem Bischof und der übrigen
Bistumsleitung vorgelegt werden soll, damit der Rat leichter Schwerpunkte
für seine Arbeit festlegen kann. Ein weiterer Fragebogen soll den Vertretern
der verschiedenen diözesanen Gremien zugestellt werden.
www.bistum-basel.ch
generalvikariat@bistum-basel.ch
information@bistum-basel.ch
pastoralamt@bistum-basel.ch
personalamt@bistum-basel.ch
fortbildung@bistum-basel.ch
jugend-orden@bistum-basel.ch
kanzlei@bistum-basel.ch
versand@bistum-basel.ch
verwaltung@bistum-basel.ch
Bischof Amédée Grab ernannte:
Domherrn Christoph Casetti zum Pfarradministrator der Pfarrei Mariä
Himmelfahrt in Arosa;
Andreas Falow, bisher Vikar in Zürich, neu zum Vikar der Pfarrei Mariä
Himmelfahrt in Arosa.
Die infolge Todesfall vakant gewordene Spiritualstelle im Alters- und
Pflegeheim Sunnehof in Immensee (SZ) wird zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 5. Mai 2000 beim Sekretariat
des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Der Priesterrat des Bistums Chur befasste sich an seiner ganztägigen
Sitzung am 5. April 2000 in Einsiedeln erneut und ausschliesslich mit der
Frage der Seelsorgerausbildung im Bistum. Nachdem im Januar seitens der
Bistumsleitung erhebliche Bedenken in finanzieller Hinsicht für den
Fortbestand der Ausbildung in Chur erhoben worden waren, bekräftigte
der diözesane Priesterrat diesmal erneut die bereits am vergangenen
3. November ausgesprochene einstimmige Option für die Aufrechterhaltung
der gesamten diözesanen Ausbildungsstätte in Chur, namentlich
der Theologischen Hochschule. Dabei war er sich der notwendigen finanziellen
Anstrengungen voll bewusst.
Diese Option wurde im Sinn einer Beratung des Bischofs ausgesprochen, der
bis zum Sommer eine grundsätzliche Entscheidung zu fällen hat.
Ausserdem fasst der Priesterrat ein erneuertes propädeutisches Berufsklärungsjahr
in Chur ins Auge, an dem auch andere Bistümer beteiligt sein könnten.
Die Betreuung der an unterschiedlichen Orten studierenden zukünftigen
Seelsorgerinnen und Seelsorger ist dem Rat ein weiteres dringliches Anliegen.
Um die Ausbildung in Chur attraktiver zu gestalten, sieht der Rat auf Empfehlung
der Ausbildungskommission ein Schwergewicht in verschiedenen Disziplinen
der praktischen Seelsorge vor.
Als Bischof Ivo Fürer vor fünf Jahren zum Bischof von St. Gallen geweiht wurde, wählte er als sein Leitmotiv: «Dem Volk Gottes dienen». Schon nach dieser kurzen Spanne bischöflichen Wirkens darf Bischof Ivo attestiert werden, dass sein Wahlspruch nicht schöne Theorie geblieben, sondern in die Tat umgesetzt wurde. Drei besondere Eigenschaften zeichnen Bischof Ivo aus: Kontaktfreudigkeit, weltweites Engagement und geistliche Führung.
Bischof Ivo sucht die Begegnung mit seinen Seelsorgern und Seelsorgerinnen,
ist es doch eine der wichtigsten Aufgaben eines Bischofs, sich um seine
Priester und Laienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu sorgen. So lädt
Bischof Ivo im Turnus etwa eines Jahres sämtliche Seelsorgerinnen und
Seelsorger in seine bischöfliche Wohnung zum Gedankenaustausch und
zum anschliessenden Essen ein, wobei der gute Tropfen aus der Provence oder
aus Spanien nie fehlen darf. Als Pendant zu diesen lockeren Seelsorgertreffen
darf die Einladung an sämtliche Präsidenten und Präsidentinnen
der Kirchenverwaltungen gewertet werden sowie ein Treffen mit allen neuen
und bisherigen Kirchenverwaltungsräten zur Information und zum Gedankenaustausch.
Damit nicht genug: Bischof Ivo legt auch grossen Wert auf die Beziehungen
zu Menschen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Nicht zu vergessen
sind die Begegnungen mit den Äbtissinnen und Nonnen aus den St. Galler
Klöstern in der ehemaligen Benediktinerabtei St. Gallen.
Besondere Freude bereitet Bischof Ivo die Begegnung mit den Gläubigen
bei den Pastoralgesprächen in den Dekanaten. Wer immer ihm begegnen
darf, spürt seine Offenheit und sein gewinnendes Wesen und geht «aufgestellt»
und neu motiviert des Weges.
Vor seiner Wahl zum Bischof von St. Gallen war Fürer viele Jahre
Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen.
Hier war eine immense Arbeit zu leisten. Europäische Synoden und Veranstaltungen
es sei an die Basler Veranstaltung für «Gerechtigkeit,
Frieden und Bewahrung der Schöpfung» erinnert wurden durch
ihn geprägt.
Zahlreich sind seine Beziehungen zu Bischöfen aus Ost und West, von
denen nicht wenige zu Gast in der Wohnung der ehemaligen Fürstäbte
von St. Gallen sind. So geht der Blick von Bischof Ivo über seine Diözese
hinaus auf die Kirche in Europa. Auch die universale katholische Dimension
ist in seinem Bischofsamt stets erfahrbar und macht auch vor dem Toren des
Vatikans nicht Halt, wobei sich der Kirchenrechtler auf dem römischen
Parkett sicher zu bewegen weiss.
In einer Zeit des Übergangs, wie ihn das Millennium deutlich markiert,
zeigt Bischof Ivo einen neuen, hoffnungsvollen Weg. Tief eingeprägt
hat sich sein Bild von der Kirche, die während Jahrhunderten wie in
einem Treibhaus lebte und jetzt, nicht mehr im Schutz des Glashauses
sprich Tradition, Volkskirche, staatliche und gesellschaftliche Stütze
ungeschützt und auf «eigenen Beinen» ihre Sendung
in der Welt zu vollziehen hat. Doch der Bischof lässt es nicht dabei
bewenden. Er führt das Volk Gottes in der festen Überzeugung,
dass Jesus Christus, der Auferstandene, bei seiner Kirche ist und sie auch
heute führt. Dieser gläubige Optimismus bricht in seiner Verkündigung
immer wieder durch, gepaart mit der Freude an Gott und am Glauben. Darum
auch sein innigster Wunsch an die Pfarreien und alle Gläubigen: Sie
mögen im Gottesdienst und im christlichen Leben Freude erfahren, Freude
darüber, dass wir von Gott erwählt und von Jesus erlöst sind.
Bischof Ivo Fürer sagt öfters, dass er gerne Bischof ist. Das
ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Wir wünschen
unserem junggebliebenen Jubilar, dass er auch in den kommenden Jahren mit
Freude Bischof sein kann.
Zu seinem runden Geburtstag herzliche Glück- und Segenswünsche!
Bischof Ivo schätzt die unmittelbare Begegnung mit den Menschen und ist selber ein begeisterter Gastgeber. Darum soll er zum Geburtstag mit einem ungezwungenen Begegnungsfest beschenkt und überrascht werden. Mit dem Anlass «Offenes Bistumshaus» bieten die Dekanate sowie Institutionen von Bistum und Katholischem Konfessionsteil des Kantons St. Gallen Gelegenheit, Bischof Ivo zu begegnen, ihm persönlich zu gratulieren und mit ihm seinen Geburtstag zu feiern. Weil dies am Hohen Donnerstag, am eigentlich Geburtstag nicht möglich ist, findet das «Offene Bistumshaus» am Ostermontag statt. Dann sind im Fürstenlandsaal an der Bahnhofstrasse in Gossau die Türen von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Mit den Seelsorgenden im Bistum sind alle Bistumsangehörigen jeglichen Alters herzlich zum Mitfeiern eingeladen; sie können zwischen 14.30 und 17.30 Uhr kommen und gehen wie sie wollen. Kinder und Jugendliche kommen dabei auch auf ihre Rechnung.
Vom Herbst 2000 bis Sommer 2001 führt das Bistum St. Gallen regelmässige
Kurstage für Bewerber für den Ständigen Diakonat durch.
Bewerbungen sind zu richten bis Ende Mai 2000 an den Präsidenten der
Diakonatskommission, Genveralvikar Anton Thaler, Klosterhof 6b, Postfach
263, 9001 St. Gallen.