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7/1999
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P. Pio Filippetto, Senior des Klosters Einsiedeln
In den frühen Morgenstunden des 8. Februar 1999 starb im Kloster
Einsiedeln P. Pio (Pietro) Filippetto. P. Pio stand im 92. Lebensjahr, im
75. Jahr seiner Ordensprofess, im 42. Jahr seiner Profess als Benediktiner
von Einsiedeln und im 65. Jahr seines Priestertums. Der Beerdigungsgottesdienst
und die anschliessende Beerdigung im Kloster Einsiedeln fanden am 12. Februar
1999 statt.
Geboren am 12. Juni 1907 in Padua (Italien), trat Pietro Filippetto mit
16 Jahren dem Jesuitenorden bei und legte am 29. September 1924 in Gorizia
(Italien) die Profess ab. Er oblag an der Päpstlichen Universität
Gregoriana in Rom und dann in Neapel dem Studium der Philosophie und der
Theologie, die er mit dem Doktorat in Philosophie abschloss. Nach der Priesterweihe
am 29. Juli 1934 unterrichtete P. Pio an verschiedenen Ordensschulen und
wurde vor allem in der Jugendseelsorge eingesetzt. Während des Zweiten
Weltkrieges war er Militärseelsorger. Als solcher setzte er sich in
den letzten beiden Kriegsjahren vor allem ein für die Widerstandskämpfer
wie auch für die Kriegsopfer. Nach dem Weltkrieg arbeitete er engagiert
mit in der sozialen und politischen Neuordnung des Landes. Ein weiteres
Tätigkeitsfeld wurde ihm in der Betreuung der Studenten und dann der
Künstler in Mailand und Venedig.
Mitte der 50er Jahre bat P. Pio Filippetto um Aufnahme ins Kloster Einsiedeln
und legte nach dem Noviziatsjahr am 21. März 1957 die Gelübde
auf die Benediktinerabtei Einsiedeln ab. Anschliessend wirkte P. Pio bis
1966 im Einsiedler Tochterkloster Los Toldos als Novizienmeister und Lehrer
der Philosophie, ab 1959 auch als Subprior. 1966 berief der Abtprimas und
spätere Kardinal Benno Gut P. Pio als seinen Sekretär nach Rom.
Gleichzeitig wirkte P. Pio in Sant'Anselmo als Professor für Soziologie
und Philosophiegeschichte. Während acht Jahren versah er das Amt eines
Pro-Dekans der Philosophischen Fakultät. Für die Schweizerische
Benediktinerkongregation versah er das Amt des Generalprokurators und er
setzte sich als Postulator ein für die Seligsprechung von Br. Meinrad
Eugster.
1985 kehrte P. Pio endgültig ins Kloster Einsiedeln zurück. Gerne
erzählte er, gekonnt und humorvoll, von seinen vielen Begegnungen und
Kontakten mit bedeutenden Persönlichkeiten der Kirche und der Politik.
Soweit es seine Kräfte zuliessen, stellte er sie weiterhin selbstlos
in den Dienst anderer. Langsam aber gingen alle seine Kräfte zurück.
In der Nacht zum 8. Februar 1999 ist P. Pio friedlich entschlafen.
Othmar Lustenberger
© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999