46/1999

INHALT

Kirche in der Schweiz

Ein interdiözesanes Forum?

von Rolf Weibel

 

Weil der jährliche Erfahrungsaustausch der diözesanen und kantonalen Seelsorgeräte aus der ganzen Schweiz, zu dem die Pastoralplanungskommission der Bischofskonferenz unter dem Titel «Interdiözesane Koordination» alljährlich einlädt, dieses Jahr zum 15. Mal stattfand, wurde im dritten Teil dieser Versammlung nach der Wünschbarkeit einer «Tagsatzung der Schweizer Katholikinnen und Katholiken» gefragt. Auf diese Frage vorbereitet wurde mit der Vorstellung der Bistumsprojekte bzw. Bistumsereignisse der Bistümer Lausanne, Genf und Freiburg (und Neuenburg) sowie St. Gallen und Basel. Eröffnet wurde die Versammlung wie gewohnt mit der Berichterstattung aus den Seelsorgeräten.

Ein Strauss von Themen

Für die Berichterstattung aus den Seelsorgeräten erfragt waren die jeweils pastoral prioritären Themen, Aktivitäten und Anliegen seit der letzten Versammlung vor einem Jahr. In den vorgetragenen Berichten mit ihrer Fülle von Themen wurden die Prioritäten indes wenig deutlich. Der Seelsorgerat des Bistums Basel setzte sich mit der Ökumenischen Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz auseinander, reichte eine Stellungnahme ein und will mit einer Nachhaltigkeitsgruppe am Thema bleiben. Weitere soziale Themen, mit denen sich der Rat weiter beschäftigen will, sind «Schwangerschaftsabbruch» und «Behinderte». Er beschäftigte sich auch mit Bistumsfragen ­ den Finanzen und dem Finanzfluss sowie dem Projekt «Das Bistum Basel auf dem Weg ins dritte Jahrtausend» ­ und seiner eigenen Arbeit und der Befindlichkeit seiner Mitglieder.
Auch im Bistum St. Gallen beschäftigte sich der Seelsorgerat mit der Ökumenischen Konsultation und führte dazu auch Veranstaltungen durch; an erster Stelle stand jedoch das Bistumsprojekt «He! was glaubst Du?», dessen 2. Phase eben begonnen hat. Unter zwei Gesichtspunkten befasste sich der Rat mit der Ausländerthematik: Islam in der Schweiz und Asylsuchende unter uns.
Die Mitglieder des Seelsorgerates des französischsprachigen Teils des Kantons Freiburg sind auf 5 Jahre ernannte Delegierte der Sektoren, die die pastoralen Anliegen aus den Pfarreien in den Rat einbringen; so beschäftigt er sich seit 1997 mit dem pastoralen Thema «Versöhnung». Im Zusammenhang mit dem Bistumsprojekt «AD 2000» setzte er sich mit dem Thema des sozialen Ausschlusses («les exclus») auseinander. Die lange Amtszeit bzw. das Delegationsprinzip ­ das bei Ortswechsel eine Rolle spielt ­ brachte mit sich, dass bereits die Hälfte aller Mitglieder neue Delegierte sind. Der Seelsorgerat der deutschsprachigen Katholiken des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg wird ab Herbst 2000 neue Strukturen haben.<1> Auch er beschäftigte sich mit dem Bistumsprojekt und überdies mit der Frage eines gemeinsamen Pfarrblattes sowie dem Firmalter.
Der Seelsorgerat des Kantons Waadt hat auf Ersuchen der Ehevorbereitungszentren (CPM) das Thema «Ehepastoral» aufgenommen. Eingehender beschäftigte er sich mit den Pastoralequipen (équipes d'animation pastorale [EAP]), denen zunehmend auch Diakone und Pastoralassistenten/Pastoralassistentinnen angehören. Da die Einsatzbereiche dieser Equipen nicht gleich umschrieben sind wie die Sprachmissionen, ist die Zusammenarbeit der beiden nicht einfach; deshalb werden Wege gesucht, damit die Sprachmissionare wirklich Mitglieder der Equipen werden und nicht mehr bloss Eingeladene sind. Eine wichtige Erfahrung ist dem Waadtländer Seelsorgerat das ökumenische Teilen und Leben. Er nutzte die Thematik des sozialen Ausschlusses des Bistumsprojektes als Brücke zur Ökumenischen Konsultation. Neu hat er das Thema «Gesundheitspastoral» aufgenommen, und zwar in Zusammenarbeit mit dem maronitischen Priester und Soziologen Maroun Tarabay, der in diesem Bereich tätig ist.
Auch der Seelsorgerat des Kantons Basel-Stadt befasste sich mit der Ökumenischen Konsultation, zudem mit Fragen im Zusammenhang der Taufpastoral wie Gesprächskreise und Hausbesuche, aber auch mit Ergebnissen der «Kirchen-Image»-Studie, der «Ökumenischen Basler Kirchenstudie». Glücklich zeigte sich die Referentin besonders darüber, dass mit Joseph Kalamba wieder ein Fidei-Donum-Retour-Priester in Basel wirken kann.
Der Seelsorgerat des Jura (Conseil pastoral du Jura) wurde von 55 auf 16 Mitglieder verkleinert; der Präsident ist zugleich eines der neun Mitglieder des Bischofsvikariatsrates (Conseil du Vicariat); an die Stelle des früheren grossen Seelsorgerates ist die Zusammenkunft von 55 Delegierten von Bewegungen und Verbänden getreten (Symposium pastoral du Jura). Die beiden Räte arbeiten zurzeit vor allem im Hinblick auf den nächsten Pastoralplan zusammen, der auf drei Herausforderungen antworten soll: eine vor allem für die Schwächsten aufmerksame Kirche, ausgehend von lebendigen Gemeinden; die Vielfalt der Dienste koordinieren und die Strukturen den Erfordernissen der Zeit anpassen (und dementsprechend die Kräfte neu aufteilen).
Dem Seelsorgerat des Kantons Solothurn, der sich erst neu konstituiert hat, geht es vor allem darum, Vernetzungen zu gewährleisten. Dieses Anliegen hat auch der Seelsorgerat des Kantons Luzern, der sich zudem eingehend mit dem Pastoralen Orientierungsrahmen Luzern (POL) auseinandergesetzt hat. Der Luzerner kantonale Rat bemüht sich auch um eine bessere Zusammenarbeit mit den Pfarreien, während die Dekanatsabende und die grosse Herbsttagung feste Einrichtungen sind.
Im mehrsprachigen Kanton Graubünden muss der kantonale Seelsorgerat vermehrt in den Regionen tätig werden. So führte er in Ilanz ökumenische Veranstaltungen zur Ökumenischen Konsultation und zu den neuen Gesangbüchern durch; in den Regionen sucht er auch die Zusammenarbeit mit der Tagsatzung der Bündner Katholikinnen und Katholiken. Für die Pfarreien bietet er Kurse zur Führung der Pfarreibücher durch Laien an. Seine Plenarsitzung konnte erstmals seit zehn Jahren wieder in Anwesenheit des Diözesanbischofs durchgeführt werden.
Erfreut zeigte sich auch die Sprecherin des Zürcher Seelsorgerates über neue Möglichkeiten im Bistum Chur, insbesondere über das vom Diözesanbischof verabschiedete Statut der «Pastoralkonferenz der Diözese Chur»<2>. Im Kanton Zürich beteiligt sich der Seelsorgerat an der Erarbeitung des Pastoralplans für den Kanton sowie am Austausch im Bereich der Diakonie (Behindertenseelsorge und Caritas). Auf der einen Seite unterstützt er ferner die Pfarreiräte und auf der anderen Seite hat sich seine Familienkommission bereit erklärt, das vorgesehene diözesane Familientreffen in Einsiedeln zu animieren. Zusammen mit der evangelisch-reformierten Kirche erarbeitet er in der Ökumenischen Arbeitsgruppe für das Jahr 2000 Vorschläge zur Gestaltung der Jahrtausendwende.
Im Kanton Obwalden stellt sich der Seelsorgerat in den Dienst der Pfarreien, für die er zwei Tagungen durchgeführt hat, die eine zur Ökumenischen Konsultation und die andere zur Freiwilligenarbeit. Wie er auf kantonaler Ebene tätig werden könnte, wird zurzeit diskutiert.
Auch der Seelsorgerat des Kantons Schwyz richtet sich mit seinen Angeboten meistens an die Pfarreiräte und arbeitet thematisch in Arbeitsgruppen. So hat die Arbeitsgruppe «Pfarreiräte» einen Einführungskurs für Pfarreiräte angeboten, die Arbeitsgruppe «Elternbriefe» hat die laufende Reihe mit dem 8. Elternbrief abgeschlossen. Durchgeführt wurde ferner ein Fortbildungskurs «Voreucharistische Gottesdienste» zum Thema «Tod und Auferstehung», wegen zu wenig Anmeldungen konnte ein mit dem Seelsorgerat des Kantons Uri vorbereiteter Partnerschaftskurs nicht durchgeführt werden. Zurzeit im Gespräch ist der Ort des Seelsorgerates in der Landeskirche; die beiden Mitglieder im Kirchenvorstand bringen jedenfalls die alte Forderung des Seelsorgerates, eine Katechetische Arbeitsstelle zu errichten, vor.
Nach diesem tour d'horizon wird der Leserin, dem Leser auffallen, was dem Berichterstatter bereits an der Versammlung aufgefallen ist: Wie viele diözesane und kantonale Seelsorgeräte sich nicht zu Wort gemeldet hatten, nicht zu Wort melden konnten, weil sie sich entschuldigen liessen. Wenn schon das verbindliche Interesse an der jährlichen Versammlung der Räte so lückenhaft ist, wie gross oder wie verbindlich kann dann wohl das Interesse an einem schweizerischen Forum sein?

Bistumsprojekte

Auf die Frage nach einem solchen Forum zielte nämlich der nächste Teil der Versammlung ab. Im Auftrag der Pastoralplanungskommission führte Alfred Dubach, Leiter des Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) St. Gallen in das Thema ein, indem er an Etappen der Diskussion um Formen der Partizipation in der Kirche in der Schweiz seit den 1970er Jahren erinnerte: Von der Synode 72 über die Pastoralforen, die ein Versuch waren, den nicht zugestandenen Schweizerischen Pastoralrat zu ersetzen, zur Interdiözesanen Koordination. In der Zeit dieser Ersatzlösung (1987) schlug Prof. Leo Karrer eine «Tagsatzung der Schweizer Katholikinnen und Katholiken» vor, ein Vorschlag, mit dem sich die Pastoralplanungskommission anfreundete, den die Schweizer Bischofskonferenz 1993 aber erst zu einem späteren Zeitpunkt als realisierbar bezeichnete. Einer gesamtschweizerischen Veranstaltung sollten diözesane Unternehmungen vorausgehen, denn in den verschiedenen Regionen würden unterschiedliche Probleme anstehen und erst seien Glaubensfreude und Lebedigkeit wiederzugewinnen. Nachdem verschiedene diözesane Unternehmungen in Gang gekommen sind, sei für die Pastoralplanungskommission die Zeit gekommen, auf die seinerzeitige Stellungnahme der Bischofskonferenz zurückzukommen. Sie erwarte deshalb von der Diskussion dieses Themas in der Versammlung der Interdiözesanen Kommission Anregungen. Als Vorbereitung auf diese Diskussion wurden die zwei zurzeit laufenden und ein geplantes Bistumsprojekt vorgestellt.
«He! was glaubst Du?/zusammen glauben ­ auch morgen/Glauben in Gemeinschaft ­ Bistum St. Gallen auf dem Weg in die Zukunft»: Je nach Sensibilität wird dieses Bistumsprojekt bei seinem Haupttitel ­ dem Signet ­ oder bei einem der Untertitel genannt, führte Bischofsvikar Markus Büchel ein. Verschiedene Gegebenheiten hätten im Blick auf das Projekt eine Synergiewirkung gehabt bzw. hätten im Projekt gebündelt werden können. Vorbereitet wurde es und durchgeführt wird es nicht neben, sondern in den bestehenden Strukturen; so ist es allerdings auch ein Projekt jener, die ohnehin dabei sind. Ziel des am 30. August 1998 offiziell eröffneten Projektes sei, die Glaubensgemeinschaft zu stärken mit der Erfahrung, «dass und wie wir über unseren Glauben austauschen können». Die Rückmeldungen der ersten Phase («sehen») seien recht vielfältig: Für viele ist der Glaube immer noch prägend, das Gespräch über den Glauben war anfänglich schwierig, der Glaube wurde neu als befreiende Kraft wahrgenommen, die Verantwortung für die kirchliche Gemeinschaft wie für die Gesellschaft und die weitere Welt wurde neu bewusst, die Sakramentenpastoral ist ein Problem der Seelsorger.
Die zweite Phase («urteilen») hat im Oktober 1999 mit der Zustellung des entsprechenden Ordner-Inhalts begonnen; der Ordner selber wurde zur Eröffnung von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe den Pfarreien persönlich überbracht.<3> Für die zweite Phase hat die Arbeitsgruppe «Kriterien für das Leben einer christlichen Gemeinschaft» zusammengestellt im Sinne von «Kennzeichen und Prüfsteinen, an denen das Profil und die Qualitäten, die Wurzeln und Grundhaltungen einer Gemeinschaft erkennbar und überprüfbar werden». Abgeschlossen wird dieses Bistumsprojekt mit der dritten Phase («handeln»), als deren Ergebnis Handlungspunkte festgehalten werden sollen, und einem Bistumsanlass Ende 2000.
Das Bistumsprojekt des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg (und Neuenburg) wurde am 30. November 1997 noch von Bischof Amédée Grab als Diözesane Versammlung einberufen, die im Jahre 2000 zum Abschluss kommen soll ­ deshalb die Bezeichnung «AD 2000» (assemblée diocésaine 2000). Dieses Bistumsprojekt hat Ähnlichkeiten mit einem synodalen Vorgang, die der Sekretär von AD 2000, Martin Bernet, erläuterte.<4> Die 120 Mitglieder von AD 2000 kommen zu fünf grossen Versammlungen zusammen, die an Themen arbeiten; die erste Versammlung 1998 in Freiburg skizzierte die Abfolge der Themen, die zweite Versammlung behandelte 1998 in Neuenburg das Thema «Eine Kirche inmitten der Welt, ausgerichtet auf Jesus Christus und das Evangelium», die dritte Versammlung behandelte 1999 in Genf das Thema «Eine Kirche, die hört und sich mit den Ausgeschlossenen für die Gerechtigkeit engagiert», die vierte Versammlung besprach 1999 in Morges «Eine geschwisterliche und mitverantwortliche Kirche auf dem Weg zur Einheit (Die pastoralen Kräfte)», die fünfte Versammlung wird 2000 in Freiburg Entscheidungen treffen; beschlossen wird die Schlussversammlung mit einer grossen diözesanen Zusammenkunft. Anschliessend werden den Pfarreien und Gruppen «die Früchte der AD 2000» überreicht. Denn die Pfarreien und Gruppen waren in den ganzen Vorgang einbezogen, indem als Vorbereitung auf die thematischen Versammlungen in Gesprächsgruppen (groupes de dialogue et de recherche) ­ innnerhalb der bestehenden kirchlichen Strukturen, aber auch in eigens für AD 2000 gebildeten Gruppen ­ die Themen vorbesprochen wurden. In diesen Gruppen sei die Widersprüchlichkeit, aber auch der Reichtum an Überlegungen innerhalb des Bistums zum Ausdruck gekommen. Die Entscheidungen sollen konkret sein und nicht theoretische Texte, wie sie bereits die Synode 72 formuliert habe und wie sie besser nicht formuliert werden könnten.
Das Projekt des Bistums Basel betrachte das Jahr 2000 als Etappenziel und formuliere deshalb dynamisch: «Das Bistum Basel auf dem Weg ins dritte Jahrtausend», hielt Generalvikar Rudolf Schmid fest. Der Glaube sei Leben und Leben kenne keinen Stillstand. Auftrag der Kirche sei, den Glauben zu fördern. Ein Bistumsprojekt könne aber nicht das ganze Spektrum der möglichen Themen aufgreifen, es müsse also eingegrenzt werden; dabei seien auch die durch die Weltkirche vorgegebenen Grenzen zu respektieren. Von der Bedeutung der Taufe bzw. des Getauftseins ausgehend, kommt das Basler Bistumsprojekt zu seinem Thema: «Als Getaufte leben». Einerseits ist die Taufe nach wie vor eine Gelegenheit, der Kirche zu begegnen; anderseits gelte es, sich an den Lebens- und Lernorten des Getauftseins zu bewähren. Deshalb seien alle Ebenen zu berücksichtigen, von der persönlichen Ebene (als Getaufte/Getaufter leben, als Einzelner und in der Familie) über die christliche Gemeinschaft (als Pfarrei oder als fremdsprachige Mission) bis zur mitgestaltenden Solidarität in der Welt. Das Erarbeitete soll auf Bistumsebene zusammengetragen werden, «damit nicht jede/jeder das Rad neu erfinden muss». Nach der Beratung des Projektes in der Dekanenkonferenz und in den Räten wurde es von einer Konzeptgruppe vorangebracht; diese hat ihren Bericht im September 1999 abgeliefert, so dass demnächst die eigentliche Projektgruppe gebildet werden kann. Starten soll das Projekt «Als Getaufte leben ­ Das Bistum Basel auf dem Weg ins dritte Jahrtausend» im Jahr 2000 und nach drei Jahren im Jahr 2002 zu einer Bistumsversammlung hinführen. Die Tagsatzung im Bistum Basel bezeichnete Generalvikar Rudolf Schmid in diesem Zusammenhang als Element des Aufbruchs, den das Bistumsprojekt anstossen wolle.

Ein Forum?

In einer Gruppenarbeit hätten Konsequenzen aus den Bistumsprojekten im Blick auf eine «Tagsatzung der Schweizer Katholikinnen und Kaholiken» gezogen werden sollen, doch reichte die Zeit dazu nicht. Deshalb wurde im Plenum zur Diskussion gestellt, ob eine gesamtschweizerische Versammlung im Auge behalten werden soll, welche Gestalt und Form sie gegebenenfalls haben und welche Themen sie aufgreifen sollte; Alfred Dubach erinnerte an den Vorschlag von Prof. Leo Karrer, wonach eine Tagsatzung gleichsam ein Megaphon nach innen wie nach aussen sein müsste.
In der Diskussion wurde ein regelmässiger Austausch zwischen der Bischofskonferenz und dem Kirchenvolk als wünschbar und notwenig bezeichnet; den Schweizer Katholiken und Katholikinnen fehle ein gemeinsames Forum. Denkbar wäre, die Interdiözesane Koordination weiterzuentwickeln, wobei auch kritisch auf den lückenhaften Besuch hingewiesen wurde. Jedenfalls müsste für das Zusammengehörigkeitsgefühl etwas getan werden; dem könnte ein Ereignis dienen, und überhaupt sollte eher von einem Forum als von einer Tagsatzung die Rede sein. Dieses müsste allerdings sorgfältig vorbereitet werden, und zuvor seien jedenfalls die Bistumsprojekte auszuwerten. Im gegenwärtigen Augenblick sei die Zeit für eine schweizerische Versammlung nicht reif, abgesehen davon, dass zurzeit die Kräfte für die Bistumsprojekte gebraucht würden.
Ein Votant sprach sich für eine Regionalisierung aus und führte als Beispiel den Bodensee-Kirchentag an, und andere plädierten für ein grosse Versammlung bzw. ein angemessenes Ereignis zum Abschluss der Ökumenischen Konsultation.
In seinem Dankeswort erinnerte P. Roland-Bernhard Trauffer OP als Sekretär der Bischofskonferenz an die Zusage der Kirchenleitungen, die Ökumenische Konsultation sorgfältig auszuwerten. Die Struktur der Interdiözesanen Koordination könne diskutiert werden, nur müssten die Erwartungen und Vorstellungen ausgesprochen werden. Zudem müsste dem Bistum Chur Zeit eingeräumt werden, sich selbst wieder zu finden.
Nach der 15. Versammlung der Interdiözesanen Koordination in jährlicher Folge bei eher abnehmendem Interesse scheint auch dem Berichterstatter die Zeit gekommen, die interdiözesane Zusammenarbeit zu überdenken.


Anmerkungen

1 Im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg ist dieser Rat der einzige interkantonale, alle anderen Seelsorgeräte sind kantonale.

2 SKZ 167 (1999) Nr. 44, S. 618.

3 Die Projektunterlagen sind erhältlich bei der Bischöflichen Kanzlei, Klosterhof 6b, 9001 St. Gallen, Telefon 071-2273340,Telefax 071-2273341.

4 Secrétariat AD 2000, chemin Cardinal-Journet 3, 1752 Villars-sur-Glâne, Telefon 026-4263475, Telefax 026-4263476, E-Mail pxch@com.mcnet.ch


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999