20-21/1999

INHALT

Kirche in der Schweiz

Medienpreis 1999 der Schweizer Bischofkonferenz

von Adrian Loretan-Saladin

 

Am 28. April 1999 erhielten Benno Bühlmann, Redaktor der Neuen Luzerner Zeitung, und die Vereinigung der Verleger katholischer Zeitungen in Luzern den diesjährigen Medienpreis der Schweizer Bischofskonferenz<1>. Mit diesem Preis wurde das Bemühen honoriert, christliche Themen in der Tagespresse regelmässig zu publizieren. Die Laudatio, die wir hier in ihrem vollen Wortlaut wiedergeben, wurde von Adrian Loretan, unserem Mitredaktor, gehalten.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten bin ich ein Leser der heute geehrten Seiten: «Religion und Gesellschaft» bzw. «Christ und Welt». Ich freue mich deshalb über die heutige Ehrung.
In meiner Laudatio schildere ich zuerst, wie die ausgezeichneten Seiten den Umbruch in der Presse überlebt haben, und frage dann nach dem zukunftsbezogenen Signal der heutigen Preisverleihung.

1. Der Umbruch der Presse

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte in der Tagespresse im deutschen Sprachraum ein bis heute wirksamer Konzentrationsprozess ein. Bis auf wenige Ausnahmen verschwanden die weltanschaulich bzw. parteipolitisch gebundenen Zeitungstitel.

1991 fusionierte das «Luzerner Tagblatt» mit dem «Vaterland» zur «Luzerner Zeitung».
1996 vereinten sich die «Luzerner Zeitung» und die «Luzerner Neuesten Nachrichten» zur «Neuen Luzerner Zeitung». Die Neue LZ mit ihren Regionalausgaben kann seit ihrer Gründung 1996 ununterbrochen zulegen, wie die neuesten Auflagezahlen der grossen Schweizer Tageszeitungen belegen. Die Neue LZ ist inzwischen die sechst grösste Tageszeitung der Schweiz. «Dieser Erfolg ist für die langfristige Zukunft der Zeitung in einem von Privatfernseh-Fieber geprägten Medienklima von grosser Bedeutung»<2> wie die Neue LZ festhält.
Die Neue LZ ist aber nicht mehr eine katholische Tageszeitung. Sie räumt zwar weiterhin religiös-kirchlichen Themen einen im Vergleich zu anderen Tageszeitungen grossen Raum ein. Als einzige grössere Tageszeitung der Schweiz publiziert sie wöchentlich eine eigens für diese Themen reservierte Seite: «Religion und Gesellschaft». Dieses redaktionelle Gefäss ermöglicht eine Kontinuität der Berichterstattung. Hintergrundartikel über das vielfältige Engagement der Kirchen finden so Platz in einer grossen Tageszeitung. Auf diese Weise kommt das Wirken der Kirchen als gestaltende Kraft in der Gesellschaft deutlicher zum Tragen.
Kirche ist ein Medienthema, wie auch der Pressespiegel des katholischen Mediendienstes auf dem Internet jeweils belegt.
In den 90er Jahren haben drei katholische Institutionen Autorinnen- und Autorenpreise gestiftet:

Hat man mit diesen Preisen ein Gegengewicht zu der reinen Marktausrichtung geschaffen? Gute Medienschaffende sind eine unbedingte Voraussetzung für eine gute katholische Medienarbeit. In der heutigen Medienlandschaft braucht es aber ebenso technischen und ökonomischen Sachverstand, kurz verlegerische Kompetenz, um in einem deregulierten Medienmarkt bestehen zu können.
Mit der heutigen Preisverleihung sollen daher sowohl die redaktionelle als auch die verlegerische Kompetenz ausgezeichnet werden. Die Zusammenarbeit beider Ebenen ermöglicht die Produktion der Seiten «Religion und Gesellschaft» bzw. «Christ und Welt». Namentlich genannt sind dies:

Exemplarisch möchte ich ein paar thematische Schwerpunkte der Seite «Religion und Gesellschaft» bzw. «Christ und Welt» herausgreifen:

Insgesamt staune ich über die Breite des journalistischen uvres der geehrten Redaktion, im Speziellen von Herrn Benno Bühlmann. Es freut mich als sein ehemaliger Hochschullehrer deshalb ganz besonders, dass heute sein professionelles Wirken öffentlich ausgezeichnet wird.

2. Wie kann die heutige Ehrung als zukunftsbezogenes Signal verstanden werden?

Im Gegenzug zur der Entkirchlichung der ehemals katholischen Tagespresse ist eine Verkirchlichung der katholischen Druckmedien zu beobachten. Als erstes regionales katholisches Pfarrblatt erschien 1972 das Pfarrblatt der Region Basel. Die Arbeitsgemeinschaft der Pfarrblattredaktionen erarbeitet heute gemeinsame Seiten und Beilagen.
Die Anfrage der Vereinigung der Verleger katholische Zeitungen, eine den katholischen Tageszeitungen und den Pfarrblättern gemeinsame kulturelle Beilage zu schaffen, hat die Arbeitsgemeinschaft Pfarrblatt negativ beantwortet. Damit ist der Weg der zwei heute geehrten Seiten «Religion und Gesellschaft» sowie «Christ und Welt» in die innerkirchliche Presse verschlossen.
Wäre jetzt nicht eine neue Offensive der katholischen Verleger in die Tagespresse angesagt? Dazu bräuchte es wohl nicht nur aus ökonomischen sondern auch als ökumenischen Gründen den Zusammenschluss mit anderen christlich orientierten Verlegern.
Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass Papst Johannes Paul II. in seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 1998 immer von «Christlichen Medienschaffenden» spricht und nicht von katholischen Medienschaffenden<3>. Dies interpretiere ich als ein Zeichen von offizieller kirchlicher Seite, im Medienbereich nicht mehr ausschliesslich konfessionell vorzugehen.
Die Bedeutung einer Integration der Botschaft des Evangeliums in die von modernen Kommunikationsformen geschaffene «neue Kultur» ist auch für Papst Johannes Paul II. unbestritten. Er formuliert: «Die Medien sind... in der Tat der neue ÐAreopagð der Welt von heute.»<4>
Wenn man in den allgegenwärtigen Medien die christliche Botschaft nicht mehr vernehmen kann, dann erreicht sie viele Menschen nicht mehr, die das kirchliche Innerorts nicht mehr kennen. Dies wird uns durch neuere soziologische Untersuchungen ­ ich denke etwa an das Buch «Jenseits der Kirchen» ­ nur allzu deutlich vor Augen geführt.<5>
Den professionellen Nutzerinnen und den Surfern bietet das Internet neue Möglichkeiten. Dort haben die Redaktionen für ihre Recherchen direkten und kostenlosen Zugriff auf authentische Informationen.
Ein professionelles Angebot an Informationen aus der Kirche auf dem Internet ist nötig. Längerfristig liessen sich Kosten sparen durch eine Kooperation zwischen den heute ausgezeichneten Seiten, der Kipa und «Katholische Kirche Schweiz Online» einerseits und der Agentur des Evangelischen Mediendienstes andererseits. Denn die ökumenische Zusammenarbeit bringt hier auch eine ökonomische Verbesserung. Nur wer kostenlos anbietet auf dem Internet, kann mit einer grossen Streuwirkung rechnen.
Die Online-Kommunikation entwickelt sich zur Schlüsseltechnologie der Kommunikationsgesellschaft und stellt neuartige konzeptionelle und organisatorische Fragen.<6> Bisher getrennte Technologien wie Informatik (Computer), Telekommunikation (Fernmeldenetze) und Massenmedien (Presse, Radio Fernsehen) wachsen zusammen. Insgesamt bietet das Internet ein Lernfeld, auf dem die Kirchen sich und ihre Anliegen in die Kommunikationskultur der Informationsgesellschaft kritisch einbringen können. Welche Auswirkungen dies auf die bisherige Verlegerarbeit haben wird, werden wir sicher in einem der folgenden Verleihungen der Medienpreise erfahren.
Das Ziel, wieder in verschiedenen Tageszeitungen präsent zu sein, ist nur über ein kostenloses Angebot von Seiten der Kirchen zu erreichen. Öffentlichkeitsarbeit der Kirchen ist gefragt. «Bei dieser Arbeit ist der Gedanke wegleitend, dass die Menschen auch ausserhalb der kirchlichen Strukturen einen Anspruch darauf haben, die Botschaft der Kirche zu vernehmen.»<7>
Christliche Öffentlichkeitsarbeit ist nicht nur innerkirchliche Informationspolitik, sondern es gilt ­ wie das Gleichnis vom Sämann zeigt ­, die Botschaft vom Reich Gottes breit auszustreuen (Mk 13,3­9). Die Medienschaffenden sind solche Sämänner und Säfrauen. Mit ihren Worten können sie den Boden bereiten für das Wort Gottes.
Allen ist uns bewusst, dass der Streuverlust gross ist. Aber steht dies nicht schon im Gleichnis Jesu, wenn er erzählt, dass ein Teil auf felsigen Boden, oder unter die Dornen geriet? Ein anderer Teil fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreissigfach. Wer Ohren hat, der höre. Ich möchte ergänzen: Wer Augen hat, der lese.
Das Image der Kirche in der Öffentlichkeit ist angeschlagen, wie es im Pastoralen Orientierungsrahmen Luzern (POL) heisst<8>, das heisst der Boden ist steinig geworden, um das Evangelium verkünden zu können. «Ein schlechtes Image beeinträchtigt in hohem Masse die Kommunikation mit den Menschen und deren Erwartungshaltungen gegenüber der Kirche.»<9> Ist das Vertrauensverhältnis zu einer Institution gestört, entwickelt sich erst recht eine Haltung der Distanz und des Abstandes. Weil es an direkten Kontakten mit der Kirche mangelt, insbesondere von Austrittsgefährdeten, kommt der Öffentlichkeitsarbeit der Kirche eine immer grössere Bedeutung zu.
Gelingt es der Kirche bisher in ausreichendem Mass in der Öffentlichkeit deutlich zu machen, worum es ihr im Kern geht, welchen bedeutenden Beitrag sie zur religiösen Selbstfindung der Menschen aus dem christlichen Glauben leistet, was sie zur Ausgestaltung einer humanen und menschenfreundlichen Gesellschaft beiträgt?
Christliche Medienschaffende können hier Brücken zu den Menschen bauen und ihnen bewusst machen, was sie an ihren Kirchen haben. Die Kirchendistanzierten, die Auswahlchristinnen, die Christen bei Gelegenheit ­ und das sind statistisch gesehen die Mehrheit ­ werden leicht ausgeschlossen von der Kommunikation mit ihrer Kirchen. Gerade hier haben christliche Medienschaffende als Sämänner und Säfrauen mit ihrer Breitenwirkung eine zentrale Aufgabe für das Aussäen des Evangeliums.
Ich wünsche mir, dass die ökumenische Ausrichtung der redaktionellen Arbeit auch auf die verlegerische Ausrichtung übergreifen wird. Dies hoffentlich nicht nur aus ökonomischen Überlegungen, sondern um die Breitenwirkung der medienschaffenden Säfrauen und Sämänner zu vergrössern.
In diesem Geist gratuliere ich den verlegerisch und redaktionell Verantwortlichen der ausgezeichneten Seiten «Religion und Gesellschaft» sowie «Christ und Welt». Ich hoffe, dass dieser Preis sie ermutigen wird, in Zukunft die Streuwirkung ihrer Seiten durch Zusammenarbeit mit anderen christlichen Medienschaffenden sogar noch zu vergrössern<10>. Möge sie dabei der Sämann und die Säfrau begleiten als «Heilige» der Medienschaffenden.

 

Adrian Loretan-Saladin ist ordentlicher Professor für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht an der Theologischen Fakultät der Universitären Hochschule Luzern und von der Theologischen Fakultät Luzern in die Redaktion der SKZ Delegierte.


Kirche in der Öffentlichkeit

Samstag, den 13. November 1999, von 9.15 bis 12.30 Uhr, an der Universitären Hochschule Luzern, Pfistergasse 20.
Aus dem Tagungsprogramm:

Melden Sie die Medienverantwortlichen Ihrer Pfarrei, ihrer religiösen Gemeinschaft, zur Kurztagung an oder bestellen sie ein Programm bei: Frau Belliger, UHL, Postfach 7424, 6000 Luzern 7.


Anmerkungen

1 Weihbischof Peter Henrici SJ, der Medienverantwortliche der Schweizer Bischofskonferenz, überreichte den kath. Medienpreis in Luzern.

2 Vgl. NLZ, Mittwoch, 21. April 1999, 1.

3 Johannes Paul II., In der Kraft des Heiligen Geistes die Hoffnung vermitteln, in: SKZ 166 (1998) 310­312, 312.

4 Sie können «zur Integration der Botschaft des Evangeliums in die von den modernen Kommunikationsformen geschaffene «neue Kultur» mit ihrer neuen Sprache, mit neuen Techniken und einer neuen psychologischen Haltung» dienen.

5 Vgl. Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut (Hrsg.), Jenseits der Kirchen, Analyse und Auseinandersetzung mit einem neuen Phänomen in unserer Gesellschaft, Zürich 1998, und Ökumenische Basler Kirchenstudie, in: Annex Die Beilage zur Reformierten Presse Nr. 1, 1999.

6 Vgl. Andrea Belliger, Kirchenrecht & Cyberspace. Theologische und kanonistische Gedanken zum Auftritt der Kirche in der Schweiz im Internet, in: Urban Fink, René Zihlmann (Hrsg.), Kirche ­ Kultur ­ Kommunikation. Peter Henrici zum 70. Geburtstag, Zürich 1998, 425­434. Vgl. auch Kirche und Medien in: aaO. 347­471.

7 Iwan Rickenbacher, Kirche und «Public Opinion»: die Funktion der Medien, in: Kirche ­ Kultur ­ Kommunikation, 379­387, 386.

8 POL, Für eine dialogfähige, zeitoffene, lebensdienliche und innovative Kirche, Luzern 1998, (zu bestellen bei Fax 041-4194849 oder Fax 071-2232387). 9AaO. 60.

10 Die mit dem katholischen Medienpreis ausgezeichneten Seiten «Religion und Gesellschaft» bzw. «Christ und Welt» können redaktionell gratis übernommen werden in jede Zeitung. Genauere Informationen erhalten Sie bei Erwin Bachmann, Vorsitzender der Unternehmensleitung, lz medien, Postfach, 6002 Luzern; Telefon 041-42953 31, Telefax 041-4295289, E-Mail: leitung@lzmedien.ch


Ich bin froh, wenn man mich stört!

von Kálmán Ferenc Cserháti

 

Es läutet am Telefon oder an der Türe. Man fragt: «Störe ich Sie?» Meine Antwort: «Ich lebe davon, dass man mich stört.» Und es ist wahr: Der Mensch, der gerade vor mir steht, sei er Bettler oder Drögler, Schweizer oder Ungar, katholisch oder reformiert, ist wichtig, interessant, schön und einzigartig. Für ihn lege ich alles, auch dringende Predigtvorbereitung, oder sogar Gebet beiseite. Wenn man mich zum Kranken ruft, gehe ich sofort, ohne zu zögern, hin.
Es stören mich auch Gruppen: Nach der Karfreitagsliturgie kamen 20 Leute in meine Wohnung zur Bibelstunde. Bibelstunde haben wir aber auch jeden Freitagabend. Gestern Abend kamen acht Personen aus der Pilgergruppe, um einen Videofilm über Lourdes zu sehen. Ebenso gestern habe ich, was ich jeden Dienstag mache, die wöchentliche Mitteilungen der Ungarnmission für das Berner Pfarrblatt geschrieben. Ich verfasse dazu auch eine kurze Meditation, gestern z.B. mit dem Titel: «Der zweite Tod». In der nächsten Nummer folgt: «Ohne Hölle keine göttliche Liebe». Ich verfasse auch ein Monatsblatt «Tájékoztató» für 300 ungarische Haushalte, viermal im Jahr für 580 Adressen. Diesen Pfarrbrief mit der Monatszeitung «Életünk» macht eine Gruppe von Gläubigen für die Postsendung bereit (etikettieren, einpacken). Diese Postverbindung schätzen auch Leute, die sonst nie in die Kirche kommen.
Wir haben noch Betagte aus 1956. Sie sind sehr dankbar, dass sie noch die Möglichkeit haben, ungarisch zu beichten und Messe zu hören. Meine Haupttätigkeit ist aber doch nicht das Betreuen der Alten und Kranken, sondern die Jugendarbeit: Wöchentlich am Mittwoch kommen für zwei Stunden sieben Unterrichtskinder zu mir. Für diesen Unterricht muss ich mich gründlich, zirka sechs Stunden, vorbereiten. Eine andere grosse Gruppe bilden die Pfadfinder mit 25 Jugendlichen. Spätestens am Freitag soll ich mit der Vorbereitung der Sonntagspredigt anfangen. Samstag ist für Pfadi und Pfadieltern reserviert.
An den Sonntagen störe ich dann die Leute mit meiner Predigt. Die Sonntagsmessen sind in Thun zweimal im Monat mit 14 Personen, jeden Sonntag in Bern mit durchschnittlich 40 Teilnehmern, einmal im Monat mit Apéro. An der Mitternachtsmesse zu Weihnachten nahmen 90 Leute teil. In Biel findet die hl. Messe auch einmal im Monat statt.
Ich nehme an den Dekanatsversammlungen teil. Die ungarischen Missionare kommen auch mehrere Male im Jahr zusammen. Die Werktagsmesse halte ich für die Schwestern in der Villa Maria oder im Viktoriaheim und für die Dreifaltigkeitspfarrei. Mit dem Pfarrhaus der Dreifaltigkeit und mit den Franziskanern in Freiburg habe ich guten Kontakt.
Die ungarischen Katholiken unterstützen meine Arbeit grosszügig. Es ist schön, mit ihnen Eucharistie zu feiern und zusammen zu arbeiten. Schön ist es, sich stören zu lassen und andere mit der Frohbotschaft Jesu zu stören.

 

P. Kálmán Ference Cserháti OFM ist Missionspfarrer ungarischer Sprache in Bern


Die Interdiözesane Katechetische Kommission (IKK) mit neuer "Leitungs-Crew"

von Nick Sieber

 

Im Verlauf des vergangenen Jahres ist es der «Spurgruppe» gelungen, eine neue Arbeitsstruktur zu entwickeln und ein kompetentes Leitungsteam zusammenzustellen. Die IKK-Kommission hat an ihrer Sitzung vom 13./14. November 1998 diese Vorschläge gutgeheissen und das neue Leitungsteam gewählt.
Die Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz (DOK) hat anlässlich ihrer Dezember-Sitzung ihrerseits sowohl das Leitungsteam wie auch die Arbeitsschwerpunkte bestätigt.

Das neue Leitungsteam der Interdiözesanen Katechetischen Kommission

Walter Achermann, Zürich, Lic. theol., Leiter der katechetischen Arbeitsstelle, Zürich: Präsident; Brigitte Glur-Schüpfer, Gunzwil (LU), Dipl. theol., Lehrbeauftragte für Religionspädagogik am Katechetischen Institut Luzern, Assistentin für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät Luzern: Bereich «Religionspädagogik»; Urs Heini, Rickenbach (SZ), Dipl. Katechet, Rektor für RU, Schwyz-Rickenbach: Bereich «Katechetik»; Sandra Dietschi, Luzern, dipl. Katechetin, Arbeitsstelle für kirchliche Jugendarbeit (ASKJA), Luzern: Bereich «Jugendarbeit» und «Berufsverbände»; Nick Sieber, Rheinfelden, dipl. Katechet/Religionspädagoge: Leiter der Arbeitsstelle; Antoinette Müller-Erni, Luzern: Sekretariat.

Arbeitsschwerpunkte

Das Leitungsteam hat seine Arbeit mit Beginn des neuen Jahres aufgenommen. Es trifft sich für die inhaltliche Arbeit monatlich einen Tag und zwischenzeitlich zur Bearbeitung der geschäftlichen Aufgaben.
Das von der Kommission verabschiedete «Aufgaben-Paket» hat folgende Schwerpunkte:
Erarbeitung von Grundlagen und Entscheidungshilfen für die Entwicklung in «Schule und RU», «RU morgen?», «katechetisches Berufsbild», «Klärung schulischer RU und Katechese»;
Überarbeitung der Lehrpläne für RU und BU aller Stufen und der Sonderschulkatechese;

Berufseinführung für Katecheten/Katechetinnen im Neben- bzw. Vollamt;
Fortbildung der vollamtlichen Katecheten/Katechetinnen (Obligatorium);
Koordinierung der Konzepte für den «Versöhnungsweg»;
Evaluierung, Koordinierung eventuell Überarbeitung der Aus- und Fortbildungskonzepte für Katechetinnen/Katecheten im Nebenamt.

Arbeitsform

Der Gefahr, «Papier am grünen Tisch zu produzieren», hält das Leitungsteam eine Arbeitsform auf zwei Ebenen entgegen:

1. Inhaltlich: Hier sollen die Konzeptgrundlagen (Ziele, Inhalte..., Situierung...) für Religionsunterricht und Katechese im Sinne einer Zielorientierung und Neu-Positionierung entwickelt werden. Diese Grundlagen dienen der weiteren Arbeit, der Impulsgebung und/oder als Entscheidungshilfen, um künftige Entwicklungen fundiert und koordiniert abzustützen.

2. Projektorientiert: Auf dieser Ebene sollen Anliegen von der Basis (Praxis) aufgenommen und effizient bearbeitet werden. Verschiedene Aufgaben stehen hier an (siehe auch obige Auflistung). Das Leitungsteam hat sich entschieden, in einer ersten Phase (Prioritäten) folgende Anliegen anzugehen:

a) Umsetzung der Konsequenzen aus dem OST/RU-Projekt;
b) Berufseinführung für Katecheten/Katechetinnen;
c) Obligatorische Fortbildung der Katecheten/Katechetinnen;
d) Schulpastoral (in Verantwortung des IFOK);
e) Koordinierung des «Versöhnungsweges». Dazu soll eine Arbeitshilfe erscheinen.

Die Aufträge für die Arbeiten «b+c» gehen nun ans Institut für Kirchliche Weiterbildung (IFOK). Im Verlauf des kommenden Frühlings werden die Projektgruppen zur Bearbeitung dieser Anliegen gebildet.
Die Kommission wird an ihrer Sitzung vom Mai 1999 die Ergebnisse der ersten Arbeitsschritte beraten.
Die Kommission ist auch dankbar für Meinungen, Impulse, Anregungen, Kritik... von der Basis oder von Verantwortlichen für Katechese und nimmt solche gerne entgegen. Sie können zu Handen der Kommission an die Arbeitsstelle geschickt werden: IKK-Arbeitsstelle, Abendweg 1, 6006 Luzern, Telefon 041-419 48 25, Fax 041-419 48 27.

 

Nick Sieber ist Leiter der IKK-Arbeitsstelle.


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