17/1999 | |
INHALT | |
Kirche in der Schweiz |
Die katholischen Vereine und Verbände haben ihre Hochblüte zweifellos im 19. Jahrhundert gehabt. Von ihnen sagt Leo Karrer mit Recht, dass sie im Umfeld der Sozialform des «Katholizismus» des 19. Jahrhunderts «sozusagen selbstverantwortlich und erwachsen» geworden sind, auch wenn sie innerhalb der Kirche noch «unmündige Kinder, sozusagen Schafe und Objekte der betreuenden Kleriker» geblieben sind. Dennoch haben die katholischen Vereine lange vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht wenig von der in dessen pastoralem Grundsatzprogramm angesprochenen Mündigkeit der Laien, freilich vor allem in ihrer weltlichen Sendung, verwirklicht. Heute jedoch scheinen die Laienverbände paradoxerweise ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, in dem sich innerhalb der Kirche ein neues Selbstbewusstsein der Laien entwickelt hat , ihre ehemals grosse Vitalität eingebüsst zu haben, so dass sich die Frage stellt, ob sie überhaupt noch Zukunft haben. Die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der katholischen Laienverbände ist gewiss nicht leicht zu beantworten, zumal wenn man weder Prophet noch Kirchenfuturologe ist.<1>
Eine mögliche Antwort erschliesst sich dann, wenn man auf die Entstehungsbedingungen
der Laienvereine im 19. und im beginnenden 20. Jahrhundert blickt. Dort
kann man die Entdeckung machen, dass die meisten Vereine ihre Entstehung
der sensiblen Wahrnehmung von akuten sozialen und gesellschaftlichen Problemen
verdankten, unter denen damals vor allem die Arbeiterfrage herausragte.
Insofern stellen die katholischen Laienvereine hervorragende Beispiele dafür
dar, was Ludwig Bertsch «Pastoral der Anlässe» genannt
hat. Diese Pastoral besteht im Kern darin, dass Laienvereine entstanden
sind, um auf die historisch aufbrechenden sozialen und gesellschaftlichen,
politischen und wirtschaftlichen Erfordernisse und Herausforderungen der
Zeit von der katholischen Kirche her eine angemessene Antwort zu formulieren
und zu praktizieren.
Die Laienverbände haben dabei ihre Hauptverantwortung in der Sendung
in der Welt erblickt. Es war für sie selbstverständlich, dass
die weltliche Sendung der Kirche vor allem in der Verantwortung der Laien
liegt und dass die Laien darin auch ihre kirchliche Kompetenz erblickten
und ihre besondere Identität fanden. Diesbezüglich hat sich heute
die Problemsituation massgeblich verändert, was durchaus mit ein Grund
ist für die heutige Identitätskrise bei den Laienvereinen. Denn
heute geht der Streit vornehmlich um die innerkirchliche Stellung der Laien
und auch der Laientheologen, deren theologische Kompetenz vornehmlich innerkirchlich-pastoral
angesetzt und teilweise absorbiert wird. Dieser Streit hat aber nicht selten
zur Konsequenz, dass die Weltsendung der Laien zu kurz zu kommen droht.
Man muss gerade in der heutigen Situation der Kirche eine neue, freilich
subtile Form der Weltflucht feststellen, und zwar dahingehend, dass man
die Sendung der Laien vornehmlich oder gar ausschliesslich im innerkirchlichen
Bereich ansiedeln oder gar domestizieren will. In der Linie dieser etwas
modisch gewordenen Weltflucht gilt derjenige Laie als ein guter Katholik,
der möglichst viele Ämter und Aufgaben in der Pfarrei und Kirchgemeinde
übernimmt, auch auf die Gefahr hin, dass er schliesslich «pfarramtsgeschädigt»
ist und weder genügend Zeit noch Energie hat, den christlichen Mann
beziehungsweise die christliche Frau im Alltag des Lebens zu stellen. Eine
besondere Variante dieser Paradoxie muss man darin diagnostizieren, dass
nicht wenige Laien ihre Hauptverantwortung innerkirchlich definieren, während
einzelne Seelsorger und Seelsorgerinnen sich vornehmlich mit weltlichen
Fragen beschäftigen und sich sogar in politische Ämter wählen
lassen, statt dass es sich umgekehrt verhielte.
Mit dieser Diagnose einer heimlichen Weltflucht in der heutigen Kirche soll
kein Wort gegen die Mündigkeit der Laien in der Kirche gesagt sein.
Dennoch zeigt sich an dieser Stelle eine eigenartige und eigenwillige Abweichung
von der Sicht des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dieses erblickt die primäre
Glaubensverantwortung und Sendung der Laien im Dienst an der Welt, genauerhin
in der Durchdringung und Durchsäuerung aller weltlichen und kulturellen,
gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereiche mit dem Salz
des christlichen Evangeliums. Die Kirchenkonstitution des vergangenen Konzils
betont deshalb sehr stark den Weltcharakter der Laien. Von ihnen sagt sie,
sie übten ihre wahrhaft christliche Sendung mitten in der Welt aus,
nämlich in den normalen Verhältnissen des Familien- und Gesellschaftslebens,
und sie seien in diesem elementaren Sinn wirklich Welt-Christen: «Dort
sind sie von Gott gerufen, ihre eigentümliche Aufgabe, vom Geist des
Evangeliums geleitet, auszuüben und so wie ein Sauerteig zur Heiligung
der Welt gewissermassen von innen her beizutragen und vor allem durch das
Zeugnis ihres Lebens, im Glanz von Glaube, Hoffnung und Liebe, den anderen
kundzutun.»<2>
In der gleichen Stossrichtung hebt auch das nachsynodale Apostolische Schreiben
«Christifideles laici» den «Weltcharakter der Laien»
hervor: «Die ganze Kirche ist für diesen Dienst an der Menschheitsfamilie
verantwortlich. Aufgrund ihres ÐWeltcharaktersð, der sie auf eigene
und unersetzbare Weise zur christlichen Inspirierung der zeitlichen Ordnung
verpflichtet, kommt den Laien in diesem Rahmen eine besondere Aufgabe zu.»<3> Hier liegt es begründet, weshalb
das Lehramt die Weltsendung der Kirche vor allem in die Verantwortung der
Laien legt: «Im Rahmen der Sendung der Kirche vertraut der Herr den
Laien in Gemeinschaft mit allen Gliedern des Volkes Gottes einen grossen
Anteil von Verantwortung an.»<4>
Die Hauptverantwortung der Laien und Laienvereine wird dementsprechend in
der Verkündigung des Evangeliums in der heutigen Welt gesehen, genauerhin
im Praktizieren einer «lebensmässigen Synthese zwischen dem Evangelium
und den täglichen Pflichten ihres Lebens»<5>.
Wenn das hervorstechende Kennzeichen der Laien in ihrem Weltbezug gesehen wird, stellt sich freilich die Frage, ob damit nicht die traditionelle Unterscheidung zwischen dem Weltdienst der Laien und dem Heilsdienst des Klerus weiterhin verfestigt wird. Denn es ist genau diese traditionelle Unterscheidung, die den Dienst an der Welt den Laien zugewiesen und den Heilsdienst in der Kirche dem Amt vorbehalten hat, die aber heute als fraglich erscheint. Um sie besser verstehen zu können, gilt es, sowohl ihre Schwachstelle als auch ihr Wahrheitsmoment zu erkennen. Dazu legt es sich nahe, im Sinne einer geschichtlichen Vergewisserung sich zunächst jene gravierenden Weichenstellungen in der Kirchengeschichte im Blick auf das Verhältnis zwischen Weltdienst der Laien und Heilsdienst des Klerus vor Augen zu führen, von denen her sich auch die schwerwiegenden Probleme verstehen lassen, die auch die gegenwärtige Kirche noch immer beschäftigen und vor allem eine tiefgreifende Identitätskrise von katholischen Laienvereinen berühren.<6>
Auszugehen ist dabei von der Feststellung, dass die traditionelle Unterscheidung
zwischen dem Heilsdienst des Klerus und dem Weltdienst der Laien dem Neuen
Testament fremd ist. Die ursprünglich biblische Unterscheidung bezog
sich nicht auf Laien und Klerus beziehungsweise auf Volk und Amt innerhalb
der Kirche, sondern auf Christen und Nicht-Christen und damit auf Kirche
und Welt. Diese Grundunterscheidung erfuhr aber eine massgebliche Veränderung
aufgrund der «Konstantinischen Wende» im vierten Jahrhundert,
mit der das Christentum zur reichsrechtlich anerkannten und später
sogar zur Staatsreligion avancierte und mit der eine weitgehende Verweltlichung
und Verbürgerlichung der Kirche in dem Sinne einherging, dass die Christianisierung
des römischen Imperiums auch zur Imperialisierung des Christentums
geführt hat.<7>
Im Zuge dieser Entwicklung verwandelte sich vor allem das urchristliche
Katechumenats-Christentum, in dem alle Kirchenbewerber eine strenge Glaubensvorbereitung
zu bestehen hatten, in ein Volks-Christentum, in das man auf dem Weg von
selbstverständlichen Sozialisationsprozessen hineinwuchs. Diese Wandlung
erfolgte aufgrund der grossen Massen, die jetzt in das Christentum einströmten,
und aufgrund der sehr bald eingeführten Praxis der Kindertaufe, dergemäss
die Täuflinge sich nicht mehr persönlich für den christlichen
Glauben zu entscheiden hatten, sondern in die christliche Kirche gleichsam
hineingeboren wurden. Es versteht sich leicht, dass diese historische Weichenstellung
wirksame Folgen haben musste: Während im Katechumenatschristentum die
Christen für ihren Glauben persönlich geradezustehen hatten und
deshalb auch zur vollen Mitverantwortung in der Kirche berufen und verpflichtet
waren, konnte nunmehr der Glaube und seine treue Bewährung in den Händen
der Volkschristen nicht mehr als gut aufbewahrt betrachtet werden, so dass
er immer mehr in die Verantwortung der Amtsträger gelegt wurde, die
als «religiöse Virtuosen» galten.
Von daher rührt jene Grundunterscheidung zwischen «Amt»
und «Volk» beziehungsweise zwischen «Kirchenchristen»
und «Weltchristen», die noch in der Enzyklika «Vehementer»
von Papst Pius X. im Jahre 1911 mit Händen zu greifen ist, wenn er
dort schreibt: «Nur die Versammlung der Hirten hat das Recht und die
Autorität zu lenken und zu regieren. Die Masse hat kein anderes Recht,
als sich regieren zu lassen, als eine gehorsame Herde, die ihren Hirten
folgt.»
Diese pastorale Grundunterscheidung wurde seit der Gregorianischen Reform
im 11. Jahrhundert nochmals vertieft, und zwar dadurch, dass man bestrebt
war, zwischen dem geistlichen und dem weltlichen Bereich genau zu unterscheiden.
Die Folge dieser Einteilung lag dabei darin, dass die ursprünglich
biblische Unterscheidung zwischen Kirche und Welt, genauerhin zwischen Christen
und Nicht-Christen, nun in die Kirche selbst hinveinverlegt wurde und als
Unterscheidung zwischen den Kirchenchristen, nämlich den Amtsträgern,
und den Weltchristen, nämlich den Laien, geschichtswirksam wurde.
Die beiden Grundunterscheidungen einerseits zwischen Klerus und Laien und
andererseits zwischen Kirche und Welt überlappten sich und führten
zur prinzipiellen Aufteilung von Kirchendienst und Weltdienst, und zwar
genauer dahingehend, dass der geistlich-kirchliche Bereich den Klerikern
vorbehalten und der weltlich-gesellschaftliche Bereich den Laien zugewiesen
wurde: Während der Heilsdienst zur ausschliesslichen Aufgabe des kirchlichen
Amtes erklärt wurde, galt der Weltdienst als die besondere Domäne
des Weltchristen, eben des Laien. Was vom Neuen Testament her nicht vorstellbar
ist, wurde schliesslich mit der Aussage des Gratianischen Dekretes für
die Zukunft der Kirche festgeschrieben, dass es in der Kirche zwei grundverschiedene
Gattungen von Christen gibt: die Geistlichen, die sich selbstverständlich
gross schreiben, und die klein geschriebenen fleischlichen beziehungsweise
weltlichen.
Die pastorale Grundunterscheidung zwischen Volk Gottes und Amt beziehungsweise
zwischen Weltchristen und Kirchenchristen, wurde in der Tradition der Kirche
somit mit der anderen zwischen dem weltlichen und dem geistlichen Bereich
verknüpft. Diese zweite Grundunterscheidung erweist sich sogar als
Kehrseite der ersten; denn der starken Unterscheidung zwischen Klerus und
Laien im innerkirchlichen Bereich entspricht auch eine mehr oder minder
dualistische Betrachtung des Verhältnisses von Kirche und Welt. Demgegenüber
gehört es zu den unverlierbaren Durchbrüchen des Zweiten Vatikanischen
Konzils, dass es eine positive Öffnung und optimistische Zuwendung
der Kirche zur neuzeitlichen Lebenswelt inaugurieren konnte. In diesem neuen
Horizont sagt das Konzil ausgerechnet von den Laien, dass sie die «Christgläubigen»
sind, «die, durch die Taufe Christus einverleibt, zum Volk Gottes
gemacht und des priesterlichen, prophetischen und königlichen Amtes
Christi auf ihre Weise teilhaftig, zu ihrem Teil die Sendung des ganzen
christlichen Volkes in der Kirche und in der Welt ausüben»<8>.
Dies bedeutet konkret, dass die Sendung der Laien in der Kirche und in der
Welt nicht einfach auf einer ausserordentlichen Teilhabe am ordentlichen
Apostolat der Hierarchie beruht, wie dies noch dem Pastoralkonzept von Papst
Pius XI. entsprach, der bereits mit seiner Antrittsenzyklika «Ubi
arcano» aus dem Jahre 1922 das Laienapostolat ins Leben gerufen hatte.
In der Sicht des Zweiten Vatikanischen Konzils hat die Sendung der Laien
in der Kirche und in der Welt ihre ureigenen Wurzeln vielmehr im Priestertum
der Taufe und seiner Ratifizierung in der Firmung.
Von daher tritt auch das bleibende Wahrheitsmoment der traditionellen Unterscheidung
zwischen dem Weltdienst der Laien und dem Heilsdienst des Klerus ans Tageslicht.
Dieses Wahrheitsmoment besteht darin, dass sich die primäre Sendung
der Laien in der Tat auf die weltlichen Bereiche von Ehe und Familie, von
Beruf und Arbeit, von Politik und Wirtschaft, von Wissenschaft und Kultur
bezieht. Auf der anderen Seite gilt es dann freilich ebenso zu betonen,
dass dieser primäre Dienst der Laien in und an der Welt auf keinen
Fall zu einem bloss weltlichen oder gar profanen Dienst heruntergestuft
werden darf. Er ist vielmehr gerade als Welt-Dienst zugleich Heils-Dienst.
Der «Weltcharakter» der Laien trägt in sich selbst so sehr
«Heilscharakter», dass man mit dem Würzburger Dogmatiker
Alexandre Ganoczy geradezu von der «Heilsnotwendigkeit des Laienapostolates»
sprechen muss: «Nur durch den laikalen Beitrag kommt jenes menschliche
Ganzsein zustande, das das Heil bedeutet und eschatologisch im Werden ist.
Gott will seine Gnade, die als seine ungeschuldete Selbstmitteilung auf
die Selbstwerdung jedes und aller Menschen abzielt, weitgehend durch seine
schwerpunktmässig Ðweltbezogenenð Laien-Apostel vermitteln.»<9>
Der Dienst der Laien in und an der Welt ist zudem nicht nur Heils-Dienst
im Allgemeinen, sondern zugleich auch ein kirchlicher Dienst im Speziellen.
Wenn nämlich die christliche Kirche als Ganzes ihrem ureigenen Wesen
nach entweder Kirche in der Welt und Kirche für die Welt, genauerhin
«Sakrament des Heils» ist oder ihre authentische Existenzberechtigung
verliert, dann kommt umgekehrt dem Weltdienst der Laien eine elementare
kirchliche Dimension zu. Die kirchliche Sendung der Laien liegt deshalb
nicht nur darin, das Evangelium als Salz in der Welt präsent und wirksam
zu machen und die heutige Welt mit ihm zu durchdringen, sondern auch darin,
alles dazu beizutragen, dass die Fragen und Probleme, die Erfahrungen und
Erkenntnisse der heutigen modernen Welt in der Kirche präsent und für
sie fruchtbar werden können, um auf diesem Weg für «Frischluftzufuhr
in der Kirche» zu sorgen<10>.
Aus dieser Einsicht liesse sich eine wichtige Konsequenz für die Besetzung
beispielsweise von Pfarreigemeinderäten ziehen, und zwar dahingehend,
dass aus allen ponderablen Bereichen des heutigen gesellschaftlichen Lebens
je ein engagierter Laie als Repräsentant ausgewählt würde,
dessen Aufgabe vor allem darin bestünde, die Fragen und Probleme seines
Berufsbereichs in die innerkirchliche Diskussion einzubringen. Hier würde
sich zweifellos auch ein breites Aufgabenfeld für Mitglieder katholischer
Laienvereine eröffnen. Der Erfahrung nach wird man jedenfalls nicht
sagen können, dass dieses grosse Kompetenzpotenzial der Laien in genügendem
Masse geschätzt, geschweige denn ausgenützt würde.
Gerade der Weltdienst der Laien und Laienvereine hat innigen Anteil am sakramentalen Grundwesen der Kirche und provoziert erst recht die Notwendigkeit der spezifischen Mitverantwortung und Mitentscheidung der Laien innerhalb der Kirche selbst. Sind diese nämlich in der Welt kompetent, ja sogar viel kompetenter als die Amtsträger und ist ihr Weltdienst als Heilsdienst ein wirklich kirchlicher Dienst, dann kann und darf ihnen nicht ihre Glaubenskompetenz in der Kirche abgesprochen werden. Worin aber liegt genauerhin die spezifische Glaubenskompetenz der Laien im Allgemeinen und der Laienvereine im Speziellen in der Kirche? In der heutigen Situation ist sie vor allem in vierfacher Hinsicht zu profilieren:
An erster Stelle muss nochmals auf die grundlegende Einsicht zurückgekommen
werden, dass die Laienvereine hervorragende Beispiele für eine «Pastoral
der Anlässe» darstellen. Wenn sich die Laienvereine ihren eigenen
geschichtlichen Ursprung vergegenwärtigen und ihm treu bleiben, sind
sie heute zur selbstkritischen Frage herausgefordert und verpflichtet, was
denn in der heutigen gesellschaftlichen Situation jene entscheidenden «Anlässe»
sind, auf die in produktiver Weise zu reagieren und vom christlichen Evangelium
her befreiende Visionen zu entwickeln, Laien und Laienvereine berufen und
verpflichtet sind. Dabei legt es sich nahe, der Frage nachzuspüren,
welche Prioritäten wohl ihre Gründer heute setzen würden.
Denn gerade die Treue zu den Gründervätern und Gründermüttern
könnte in neuer Weise aktuell werden vorausgesetzt, dass man
bereit ist, nach dem Grundsatz zu handeln, dass echte Treue sich im Mut
zum Wandel erweist, wie dies Kardinal John Henri Newman treffend ausgedrückt
hat: «Hier auf Erden heisst leben sich ändern, und vollkommen
sein heisst sich oft geändert haben.»
Von daher kommt den Laienvereinen eine doppelte Aufgabe zu: Wenn sich katholische
Laien in ihren Vereinen um die modernen gesellschaftlichen Herausforderungen
sammeln, sind sie erstens auch in die Pflicht genommen, die neuen gesellschaftlichen
Probleme im Lebensraum der Kirche präsent zu machen und ihren Beitrag
dazu zu leisten, dass die ganze Kirche ihre gesellschaftliche Verantwortung
nicht verliert, sondern produktiv wahrnimmt. Auf der anderen Seite gehört
es ebenso zum Pflichtenheft katholischer Vereine, sowohl das christliche
Menschenbild als auch die christliche Weltdeutung in der gesellschaftlichen
Öffentlichkeit präsent zu machen und eine Ausgestaltung des menschlichen
und gesellschaftlichen Zusammenlebens nach den christlichen Grundsätzen
der Gerechtigkeit und der Solidarität zu fördern.
Dies gilt auch und gerade von einem Erziehungsverein, der in allen seinen
Bemühungen vom christlichen Menschenbild auszugehen und die Grundüberzeugungen
des christlichen Glaubens zu bewähren versucht. Der christliche Glaube
ist davon überzeugt, dass es sich bei der Religion nicht um ein bloss
sekundäres Bedürfnis des Menschen handelt, das nicht zu den konstitutiven
Zügen des Menschseins gehören würde. Der Glaube geht vielmehr
davon aus und steht und fällt damit, dass der Mensch in dem Sinne ein
unheilbar religiöses Lebewesen ist, dass der Mensch ohne religiöse
Bezüge gar nicht wirklich Mensch zu werden und zu bleiben vermag.
Wenn der Mensch das unheilbar religiöse Lebewesen ist, muss es sich
von selbst verstehen, dass Erziehung, die die religiöse Dimension des
menschlichen Lebens ausklammert, diese Ehrenbezeichnung gar nicht verdient.
Genau darin aber liegt die prekäre Situation in der gegenwärtigen
Bildungslandschaft, in der man problemlos und unbekümmert zwischen
menschlicher und religiöser Erziehung zu unterscheiden pflegt. Tiefer
gesehen liegt darin aber eine grosse Selbsttäuschung. Denn wenn die
Religion so sehr zum Menschsein des Menschen gehört, dass man es ohne
sie gar nicht verstehen kann, ist alle Erziehung entweder religiöse
Erziehung oder nicht Erziehung zu einem wirklich menschlichen Leben, sondern
unmenschliche Verziehung.
Die Wachhaltung und Förderung dieses christlichen Menschenbildes muss
auch Konsequenzen haben für die institutionelle Ermöglichung religiöser
Erziehung in der heutigen Gesellschaft und damit für die Garantierung
auch und gerade des Religionsunterrichtes an den öffentlichen Schulen.
Dies gilt freilich nur unter der Voraussetzung, dass die zentrale Thematik
des Religionsunterrichtes in der mystagogischen Eröffnung einer persönlichen
Gottesbeziehung als eines konkreten religiösen Weges besteht: «Das
Profil des Religionsunterrichts ist die Erschliessung der Gottesbeziehung
in transparent strukturellen Lehr-Lernprozessen und greift damit über
die ethische Dimension weit hinaus.»<11>
Wenn Gott somit «mehr als Ethik» ist, kann der Religionsunterricht
nicht durch einen Ethikunterricht ersetzt werden. Der Ethikunterricht leistet
zwar einen grossen Dienst für die Verständigung zwischen verschiedenen
religiösen Identitäten. Er vermag aber den Aufbau von religiösen
Identitäten nicht zu leisten. Darin liegt vielmehr die undelegierbare
Aufgabe des Religionsunterrichtes, worauf der evangelisch-lutherische Bischof
von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, mit Recht hinweist: «Während
der Religionsunterricht die Einführung in die Geschichte, die Inhalte
und die Lebensformen einer besonderen Gestalt religiöser Identität
mit einer Einführung in die Aufgaben ethischer Urteilsfindung verknüpft,
ist das für einen Ethikunterricht allein nicht möglich. Er führt
ebenfalls in die Probleme ethischer Urteilsfindung ein, kann aber auf die
Fragen der religiösen Identität nur eine Aussenperspektive entwickeln.»<12> Für ein ganzheitliches Bildungskonzept,
das diesen Namen verdient, kann dies nur bedeuten, dass das Fach Religion
letztlich durch nichts zu ersetzen ist. Diese Überzeugung im öffentlichen
Bewusstsein von heute wach zu halten und die daraus sich ergebenden institutionellen
Konsequenzen zu garantieren: darin dürfte denn auch die besondere und
höchst aktuelle Sendung eines Erziehungsvereins liegen.
In der Wahrnehmung dieses weltlichen Dienstes sind die katholischen Laienvereine
nicht wegzudenken. Dabei ist ihr Weltdienst als stellvertretende Erfüllung
des Weltauftrags der ganzen Kirche zu verstehen. Laienvereine sind deshalb
berufen, ihren Beitrag zu leisten, dass die persönlich-individuelle
wie die gesellschaftskritisch-politische Diakonie am Gelingen des menschlichen
Lebens als fundamentale Sendung der ganzen Kirche wach gehalten und, wo
nötig, wieder entdeckt wird. Dieser Erkenntnisprozess erweist sich
deshalb als unaufschiebbar, weil gerade dieser kirchliche Grundvollzug der
Diakonie in der neueren Entwicklung der katholischen Kirche am meisten profanisiert
worden ist, was sich vornehmlich in der arbeitsteiligen Pastoralorganisation
von Pfarramt und vollamtlichen Sozialarbeitern Ausdruck verschafft.
Der Würzburger Pastoraltheologe Rolf Zerfass hat mit Recht die «Kluft,
die sich zwischen Caritas und Gemeinde in den letzten 30 Jahren zunehmend
aufgetan hat», als «eine der grossen verborgenen Wunden der
Kirche in Deutschland» (aber auch in der Schweiz) diagnostiziert.<13> Soll diese «offene Wunde»
der gegenwärtigen Kirche geheilt werden können, bedarf es jenes
umfassenden wechselseitigen Prozesses, den der reformierte Theologe Jürgen
Moltmann als «Diakonisierung der Gemeinde» und als «Gemeindewerdung
der Diakonie» bezeichnet hat, um auf diesem Weg die wahre Wurzel aller
christlichen Diakonie neu aufzudecken: «Diakonie ist die Lebensform
der Gemeinde Christi; und die Gemeinde Christi tritt durch diakonisches
Leben öffentlich in Erscheinung.»<14>
Die unbedingte Voraussetzung für das Gelingen dieses Prozesses kann
nur in der Anerkennung der sozialen und diakonalen Arbeit der Laien und
Laienvereine als eines wahrhaft kirchlichen Dienstes liegen. In diesem Sinne
ist die Diakone der Laien und Laienvereine mehr als bloss profane Vorfeldarbeit
der Kirche für Mission und Evangelisation. Sie ist vielmehr die wohl
glaubwürdigste Gestalt jener Mission, die das Apostolische Schreiben
«Christifideles laici» als «neue Evangelisierung»
bezeichnet und postuliert<15>. Denn als
Nachvollzug der Diakonie Gottes selbst am Leben der Menschen ist sie Gottesdienst
und damit sakramentale Epiphanie der Lebensliebe Gottes selbst in der Welt.
Deshalb werden die Laien und Laienvereine erst dann in ihrer vollen kirchlichen
Würde geschätzt, wenn auch ihre karitative und diakonale Arbeit
als wirklicher Heilsdienst und als elementarer kirchlicher Dienst anerkannt
wird.
Katholischen Laienvereinen kommt von daher eine weitere Funktion zu,
die freilich eher im innerkirchlichen Bereich angesiedelt ist. Diese Aufgabe
erblicke ich in der Verhinderung jener für die katholische Kirche gefährlichen,
aber seit längerer Zeit im Aufwind begriffenen Entwicklung, die der
Wiener Pastoraltheologe Paul M. Zulehner mit dem provokativen Begriff der
«zentralistischen Sowjetisierung der Kirche» namhaft gemacht
hat.<16> Gemeint ist damit die indirekte
Folgewirkung der Entscheidung des Zweiten Vatikanischen Konzils, die Laienverantwortung
in den kirchlichen Räten zu institutionalisieren und teilweise auch
zu absorbieren. Denn mit dieser an sich erfreulichen und positiven Entscheidung
ist auch die Gefahr der Etablierung eines kirchenstrukturellen Monismus
verbunden.
Dieser ist genauerhin als Parochialismus zu diagnostizieren, der die Wirklichkeit
der katholischen Kirche mit der konkreten Pfarrei und Kirchgemeinde zu identifizieren
droht. Diese Tendenz ist massgeblich dadurch gefördert worden, dass
die gremiale Sicherstellung der Laienmitverantwortung in der katholischen
Kirche die pastoralorganisatorische Konzentration auf die Pfarrei und Kirchgemeinde
noch zugespitzt hat. Ablesbar ist diese Tendenz bereits in dem in unseren
Breitengraden üblich gewordenen Sprachgebrauch, demgemäss die
Pfarrei als Ortskirche bezeichnet wird, währenddem das Konzil unter
der Ortskirche das Bistum versteht.
Diese Entwicklung hat es mit sich gebracht, dass die katholische Kirche
wahrgenommen wird, vor allem auf der lokalen Ebene als Pfarrei und Kirchgemeinde.
Während im durchschnittlichen Bewusstsein der Katholiken die Kirche
auf der globalen Ebene als Weltkirche immerhin noch präsent zu sein
scheint, ist demgegenüber die diözesane oder gar nationale, jedenfalls
intermediäre Ebene des kirchlichen Lebens weithin unterentwickelt.
Diese Tendenz hat in der katholischen Kirche in der deutschsprachigen Schweiz
ihren deutlichsten Ausdruck zweifellos in den Finanzierungsstrukturen gefunden,
genauerhin darin, dass die Kirche «unten» bei den Pfarreien
und Kirchgemeinden relativ reich und «oben» bei der Kirchenleitung
insbesondere auf der Ebene der Bistümer und der Schweizer Bischofskonferenz
relativ arm ist. Die unerfreuliche Konsequenz liegt dabei darin, dass
es in der Schweizerischen Kirche schwer fällt, diözesane Notwendigkeiten
und nationale Projekte überhaupt in Angriff zu nehmen. Darin muss man
aber ein grosses Defizit an Katholizität in der «katholischen»
Kirche in der Schweiz erblicken.
Diese Finanzierungsstrukturen sind freilich nur das «Fieber»
einer viel tiefer liegenden «Grippe», zumal man Finanzverantwortung
und Pastoralgestaltung nicht säuberlich voneinander trennen kann. Diese
typisch helvetische Eigenart der katholischen Kirche hat zweifellos ihre
historischen Gründe. Denn die an sich erfreuliche und überfällige
(Wieder-)Entdeckung der Ortsgemeinde als des ersten Verwirklichungsortes
von Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist in der katholischen
Kirche in der Schweiz sehr schnell in dem pastoraltheologischen Grundsatz
operationalisiert worden, dass Kirche und ihre Praxis sich in den Kirchgemeinden
ereignet. Darob jedoch ist leicht in Vergessenheit geraten, dass sich die
Kirche zwar sehr wohl in den Kirchgemeinden ereignet, dass sie sich in ihnen
aber nie erschöpfen darf.
Diesen umfassenderen pastoraltheologischen Grundsatz neu ins Bewusstsein
der Schweizer Katholiken zurückzubringen: nicht zuletzt darin liegt
der unersetzbare Beitrag der katholischen Laienvereine. Indem sie nämlich
oft national organisiert sind und zudem international zusammenwirken, sind
sie in der Lage, eine parochialistische Bauchnabelschau zu überwinden
und über die Kirchgemeinde hinaus auch das Bistum und die Weltkirche
als umfassendere Kirchenwirklichkeit in Augenschein zu nehmen und so zu
einer grösseren Katholizität der katholischen Kirche in der Schweiz
beizutragen. Denn Laienvereine sind verpflichtet, ins Bewusstsein der ganzen
Kirche zurückzubringen, dass der erste Verwirklichungsort von Kirche
in der Tat die Ortsgemeinde ist, dass diese aber nur dann katholisch ist,
wenn sie sich als ein prinzipiell offener Ort erweist: offen sowohl für
das Bistum als auch für die Weltkirche und offen sowohl im Geben als
auch im Empfangen.
In diesem Sinne haben sich die Laienvereine als Bindeglieder und Brückenbauer
zwischen den verschiedenen Gemeinden und dem Bistum und der Weltkirche zu
erweisen. Je mehr sie dies tun, desto mehr sind sie auch in der Lage, im
kirchlichen Leben zusammenzuhalten, was sich nicht trennen lässt, nämlich
das Geheimnis der Kirche als Communio und die Sendung der Kirche in der
heutigen Welt. Mit Recht verwurzelt das nachsynodale Apostolische Schreiben
«Christifideles laici» die Weltsendung der Kirche in ihrem Geheimnis,
das es als «Communio», als Gemeinschaft fasst. Denn Communio
und Missio, Sammlung und Sendung der Kirche gehören untrennbar zusammen
und bilden eine spannungsvolle wie spannende Einheit, die man nur um den
Preis von fatalen Konsequenzen auflösen kann: Communio ohne Missio
muss ein unverbindlicher kirchlicher «Naturschutzpark» bleiben.
Und Missio ohne Communio muss umgekehrt zu einer boulevardähnlichen
Veräusserlichung des Geheimnisses der Kirche verkommen. Tiefer gesehen
aber erweist sich die Communio selbst als missionarisch, und die Missio
geht aus der Communio hervor. Denn die Communio erweist sich zugleich als
«Quelle und Frucht der Sendung»<17>.
Dieses spannungsvolle Zusammenspiel leuchtet in glaubwürdiger Weise
auf im Lebenszeugnis eines grossen Laien in der Geschichte unseres Landes,
nämlich von Bruder Klaus. Ein auch nur kurzer Blick in sein Leben zeigt,
dass seine öffentliche Tätigkeit und Wirksamkeit gerade nicht
aufhörte, als er in den Ranft zog, dass er sie vielmehr umso intensiver
fortsetzte. Das «politische Wunder von Stans», nämlich
seine Friedensstiftung zwischen den damals arg zerstrittenen Eidgenossen
an der Tagsatzung von Stans im Jahre 1481, wäre jedenfalls ohne das
«religiöse Wunder im Ranft» kaum denkbar gewesen, genauso
wie umgekehrt das religiöse Wunder im Ranft nicht ganz glaubwürdig
gewesen wäre ohne das politische Wunder von Stans.<18>
Dieses doppelt-eine Lebensgeheimnis von Bruder Klaus kann sich auch heute
noch jeder vergegenwärtigen, der in den Ranft hinabsteigt und in der
Wohnzelle des Einsiedlers in der Melchaaschlucht die schöne Entdeckung
machen kann, dass sie zwei Fenster hat: das eine nach draussen in die Welt
und das andere nach innen zum Allerheiligsten.
Müsste nicht genau dies auch heute jeden Christen und jede Christin
auszeichnen, dass sie durch das eine Fenster immer wieder den Blick zu Gott
freihalten und durch das andere Fenster Freude und Hoffnung, aber auch Trauer
und Angst der Menschen in der heutigen Welt wahrnehmen. Beide Fenster gleichermassen
offen zu halten und immer wieder zu öffnen: Darin liegen der schöne
Sinn und die tiefste Kraft des Gebetes. Denn das Gebet bringt auf der einen
Seite die Welt in ihrer ganzen Schönheit, aber auch in ihrem erbärmlichen
Elend vor Gott, und es bringt auf der anderen Seite Gott mit seinem gnädigen
Zuspruch und mit seinem herausfordernden Anspruch in die Welt. So will und
kann das Gebet verhindern, dass die Welt Gott-los und Gott Welt-los wird.
Davon waren die grossen Laien und Gründer von Laienvereinen in der
Geschichte der Kirche zutiefst überzeugt. Und alles andere, was sie
taten und wirkten, waren nur die Kettenreaktionen dieser gläubigen
Überzeugung von der Wirkkraft des Gebetes. Deshalb war ihnen auch klar,
dass jede öffentliche Tätigkeit der Christen aus dem Gebet fliessen
und wieder in das Gebet münden muss. Papst Johannes Paul II. wagt sogar
einen direkten Zusammenhang zwischen der öffentlich-politischen Verantwortung
der Christen und dem Kerngeheimnis der Eucharistie herzustellen, wenn er
in seiner Enzyklika «Über die soziale Sorge der Kirche»
schreibt: «Wir alle, die an der heiligen Eucharistie teilnehmen, sind
dazu aufgerufen, durch dieses Sakrament den tieferen Sinn unseres Handelns
in der Welt für Entwicklung und Frieden zu entdecken und hier die Kräfte
zu empfangen, um uns immer grossherziger nach dem Beispiel Christi, der
in diesem Sakrament Ðstets das Leben für seine Freunde gibtð
(vgl. Joh 15,13) einzusetzen.»<19>
Tiefste Gottesverwurzelung und öffentliches Engagement der Christen
sind zwei Seiten derselben Medaille. Sie präsentieren sich gleichsam
als die beiden Brennpunkte der Ellipse des christlichen Glaubens und kirchlichen
Lebens. Sie halten zusammen, was sich nicht trennen lässt: gläubiges
Leben in der Gemeinschaft der Kirche und Glaubensverantwortung in der Öffentlichkeit
von Gesellschaft und Politik, oder Heildienst und Weltdienst. Dieses spannungsvolle
Zusammenspiel wieder neu ins Bewusstsein der ganzen Kirche zurückzurufen,
erweist sich in der Tat als eine besondere Verpflichtung katholischer Laienvereine.
Wenn sie sich auch heute dieser Aufgabe annehmen und sie im Sinne einer
sich auf die heutigen gesellschaftlichen Herausforderung einlassenden «Pastoral
der Anlässe» konkret und aktuell profilieren, wird ihnen eine
gute Zukunft gewiss sein können.
1 Vortrag beim Solothurnischen Erziehungsverein (SOEV) in Solothurn am 26. November 1997 anlässlich seines 80-Jahr-Jubiläums.
2 Lumen gentium, Nr. 31.
3 Christfideles laici, Nr. 36.
4 Ebd. Nr. 32.
5 Ebd. Nr. 34.
6 Vgl. dazu K. Koch, Kirche der Laien? Plädoyer für die göttliche Würde des Laien in der Kirche (Freiburg/Schweiz 1991); Ders., Glauben und Leben nicht auseinanderdividieren. Weltdienst der Laien und Heilsdienst des Klerus?, in: Stimmen der Zeit 214 (1996) 519533.
7 Vgl. dazu H. Mühlen, Kirche wächst von innen. Wege zu einer glaubensgeschichtlich neuen Gestalt der Kirche. Neubestimmung des Verhältnisses von Kirche und Gesellschaft (Paderborn 1996), bes. 39160: Kritische soziologisch-theologische Grundlegung.
8 Lumen gentium, Nr. 31.
9 A. Ganoczy, Das Apostolat der Laien nach dem II. Vatikanum, in: E. Klinger/R. Zerfass (Hrsg.), Die Kirche der Laien. Eine Weichenstellung des Konzils (Würzburg 1987) 86106, zit. 94.
10 W. Kaspar, Berufung und Sendung des Laien in Kirche und Welt. Geschichtliche und systematische Perspektiven, in: Stimmen der Zeit 112 (1987) 587593, zit. 587.
11 A. Biesinger und J. Hänle (Hrsg.), Gott mehr als Ethik. Der Streit um LER und Religionsunterricht (Freiburg i.Br. 1997) 8.
12 W. Huber, Christliche Freiheit heute. Herausforderungen für Gesellschaft und Kirche, in: Herder Korrespondenz 49 (1995) 190196, zit. 194.
13 R. Zerfass, Lebensnerv Caritas. Helfer brauchen Rückhalt (Freiburg i.Br. 1992).
14 J. Moltmann, Diakonie im Horizont des Reiches Gottes. Schritte zum Diakonentum aller Gläubigen (Neukirchen 1984) 38.
15 Christifideles laici, Nr. 37.
16 P. M. Zulehner, Art. Verein/Verbände, in: Ch. Bäumler und N. Mette (Hrsg.), Gemeindepraxis in Grundbegriffen. Ökumenische Orientierungen und Perspektiven (München-Düsseldorf 1987) 408415, zit. 411.
17 Christifideles laici, Nr. 32.
18 Vgl. A. Gasser, Bruder Klaus Politiker und Prophet, in: E. Christen und W. Kirchschläger (Hrsg.), Ranftseminar 1994. Zum Thema «Staat und Christ» (Luzern 1994) 2737.
19 Johannes Paul II., Sollicitudo rei socialis, Nr. 48.