8/1999

INHALT

Hinweise

Welches Asylrecht wollen wir?

 

Da die Referenden gegen den Bundesbeschluss über dringliche Massnahmen im Ausländer- und Asylbereich und gegen das Asylgesetz zustande gekommen sind, werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger demnächst dazu Stellung nehmen müssen. Der Bundesbeschluss mit zahlreichen Verweisen auf andere Gesetzestexte und ein 123 Artikel umfassendes Gesetz mit teilweise rein verfahrenstechnischen Bestimmungen sind nicht einfach zu beurteilen. Letztlich geht es dabei jedoch «um die Art und Weise, wie wir - vertreten durch die staatlichen Organe - mit Menschen umgehen, die in der Schweiz um Asyl nachsuchen». Deshalb hat sich die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax eingehend mit diesen von National- und Ständerat verabschiedeten Texten beschäftigt und dazu ein Dossier veröffentlicht.<1>
Darin wird die Asyldebatte in ihrem Umfeld dargestellt (Kapitel 1); dann werden fünf Grundsätze vorgestellt (Kapitel 2); diese wiederum dienen als Kriterien dafür, um auf einige der mit den neuen Gesetzestexten aufgeworfenen Probleme näher einzugehen (Kapitel 4 bis 6). Weil die Frage des Asylmissbrauchs und der Kriminalität im Zentrum der Asyldebatte steht, wird ihr besondere Aufmerksamkeit gewidmet (Kapitel 3). In den Schlussfolgerungen (Kapitel 7) erklärt die Kommission, dass sie dem Bundesbeschluss über dringliche Massnahmen im Asyl- und Ausländerbereich nicht zustimmen kann und dass gewisse durch die Revision des Asylgesetzes vorgenommenen Änderungen zu Befürchtungen Anlass geben. Justitia et Pax beschliesst ihre Überlegungen mit Vorschlägen, wie das Asylrecht ungeachtet des Ausgangs der Volksabstimmung weiterentwickelt werden müsste.
Abschliessend erwähnt die Kommission die im Dossier nicht behandelte internationale Dimension des Problems. «Die ÐProduktionð von Flüchtlingen wird ohne eine aktive Politik in den Bereichen Frieden, Menschenrechte und Entwicklung nicht zu bremsen sein.»

Rolf Weibel


Anmerkung

1 Das Recht auf Asyl in Diskussion. Überlegungen zum Bundesbeschluss über dringliche Massnahmen im Asyl- und Ausländerbereich und zum Asylgesetz, J+P Text 2/99, 24 Seiten, Fr. 6.­, zu beziehen bei Justitia et Pax, Postfach 6872, 3001 Bern, Telefon 031-381 59 55, Fax 031-381 83 49.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999