6/1999

INHALT

Hinweise

Tagung

Solidarische Gesellschaft

Termin: 12. März 1999 (17.30­22.00 Uhr).
Ort: Paulus-Akademie, Zürich.
Kursziele und -inhalte: Tagung zu Fragen der Ökumenischen Konsultation über die soziale und wirtschaftliche Zukunft der Schweiz mit den Beiträgen: Für eine solidarische Gesellschaft oder auf der Suche nach Menschlichkeit in den gesellschaftlichen Beziehungen. Sozialethisches Einführungsreferat (Max Keller); Solidarität in der Gemeinde. Beobachtungen, Fragen und Denkanstösse aus der Praxis einer Sozialvorsteherin (Vreni Köppel); Auf dem Weg zu einer solidarischen Schweiz. Überlegungen und Anregungen (Anni Lanz).
Auskunft und Anmeldung: Paulus-Akademie, Carl Spitteler-Strasse 38, 8053 Zürich, Telefon 01-3813969 (Direktwahl Tagungssekretariat).


Geistliche Gesänge

Auf dem Gebiet der «Geistlichen Gesangskunst» ist ein Unternehmen im Gang, das von hoher Bedeutung ist. Prof. Dr. Max Lütolf, Ordinarius am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich, gibt in acht Bänden das breit gefächerte geistliche Repertoire volkssprachlicher Gesangskunst seit dem 10. Jahrhundert bis etwa 1530 heraus. Zur Fertigstellung der Edition fehlen noch rund Fr. 200000.­, weshalb dringend Sponsoren gesucht werden.
Das monumentale Unternehmen «Geistliche Gesänge des deutschen Mittelalters» hat zum Ziel, das deutsche Kirchenlied von den Anfängen bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts kritisch zu edieren. Die Abteilung I, Verzeichnis der Drucke, ist abgeschlossen und 1975 bzw. 1980 in zwei Bänden erschienen. Die Abteilung II widmet sich den Melodien handschriftlicher Überlieferung. Die Abteilung III gibt die Melodien aus gedruckten Quellen wieder.
Das zu edierende Korpus der Abteilung II wird in acht Bänden vorgelegt: Band 1 bis 5 Noten und Texte, Band 6 und 7 Kritische Berichte und Band 8 Quellenbeschreibung und kumulative Verzeichnisse. Die Bände 1, 2 und 6 sind im Satz, Band 5 steht vor dem Abschluss, die Bände 3, 4, 7 und 8 sollen in den nächsten zwei Jahren zur Druckreife befördert werden. Die Voraussetzung ist, dass die finanziellen Mittel für die Honorierung des germanistischen Mitarbeiters und einer zusätzlichen Schreibhilfe gefunden werden.
Die Beiträge aus dem Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung sind bereits ausgeschöpft. Die beschränkten Mittel aus Kirchensteuern, welche die kantonal-kirchlichen Körperschaften über ihre schweizerische Arbeitsgemeinschaft, die Römisch-Katholische Zentralkonferenz (RKZ), zur Verfügung stellen, werden in Absprache mit Fastenopfer und Bischofskonferenz für die Finanzierung sprachregionaler und gesamtschweizerischer kirchlicher Dienststellen eingesetzt; sie stehen für dieses Werk nicht zur Verfügung. Beiträge staatlicher und kirchlicher Finanzgeber Deutschlands und Österreichs sind nur noch im Rahmen von etwa Fr. 25000.­ zu erwarten.
Die Edition, für die im Verlauf von bald 20 Jahren eine enorme Forschungsarbeit investiert wurde, soll kurz vor dem Abschluss kein Torso bleiben. Nach den Worten von Johannes Janota erschliesst sie «für die Erforschung unter anderem der Lied-, Literatur-, Frömmigkeits-, Kultur- und Rezeptionsgeschichte eine ganz und gar aussergewöhnliche Materialbasis». Sie wird dazu zwingen, «nicht nur ganze Kapitel in den entsprechenden Darstellungen neu, sondern überhaupt erst zu schreiben» (Anzeiger für Deutsches Altertum und Literatur 93, 1982, S. 174).
Aus diesem Grund empfiehlt die Schweizer Bischofskonferenz die Unterstützung dieses Unternehmens. Mit gemeinsamen Kräften müsse es heute gelingen, die Mittel aufzutreiben, die für die Aufarbeitung und Pflege des kulturellen und geistlichen Erbes nötig sind ­ und damit auch für die Gestaltung der Zukunft. Ein internes Suchen nach Mitteln hat bisher leider nichts erbracht. Prof. Lütolf teilt mit, dass die finanzielle Situation dramatisch und der Abschluss der Arbeit in höchstem Mass gefährdet seien.
Für die fehlenden Fr. 175000.­ wird also, mit Empfehlung der Bischofskonferenz, ein Sponsor oder eine Gruppe von Sponsoren gesucht. Die Namen werden, falls nicht anders erwünscht, auf der Donatorenliste mitveröffentlicht. Wer sieht die Möglichkeit, diese wichtige Edition der Melodien handschriftlicher Überlieferung mit einem namhaften Beitrag zu unterstützen? Oder wer kann eine Stiftung oder Person mitteilen oder vermitteln, die mitwirken könnte?
Mitteilungen nehmen gerne entgegen: Dr. P. Roland-B. Trauffer, Sekretär der Schweizer Bischofskonferenz, Postfach 122, 1706 Freiburg, Telefon 026-3224794, Fax 026-3224993; Dr. Alois Odermatt, Geschäftsführer der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), Hirschengraben 66, 8001 Zürich, Telefon 01-2517785, Fax 01-2515964.

Mitgeteilt


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999