50/1999

INHALT

Neue Bücher

Weihnachten

Josef Imbach, War Licht? Ward Rettung? Besinnliche Gedanken zur Weihnachtszeit, mit Vignetten von Alfred Pohl, Echter Verlag, Würzburg 1998, 95 Seiten.

Josef Imbach bietet in diesem Band eine Reihe von Weihnachtsbetrachtungen, die wohl zu verschiedenen Anlässen entstanden sind, also ein Weihnachtsstrauss mit erlesenen Blüten und Blumen ­ zusammen ein festliches Gebinde! Da gibt es eine aktualisierte Betrachtung über das Lied «O, Heiland, reiss die Himmel auf» des Friedrich Spee von Langenfeld. Für ihn war die «grösste Not» das Hexenelend. Ähnliche Sorgen gibt es auch heute. Über die Engel, Helfer in der Not und strahlende Heilsboten, gibt es eine theologische Abhandlung. Auch der Esel, Wächter an der Krippe und hilfreicher Reisebegleiter, bekommt ein verdientes Lob. Es folgen theologische Gedanken über das Licht. Die Stellung Josefs im Weihnachtsgeschehen wird erläutert und es gibt eine originelle Betrachtung von einem zölibatären Junggesellen. Im Ganzen ein aufheiterndes und optimistisches und, wie immer von Josef Imbach, geistsprühendes Geschenk.

Leo Ettlin


Zwei kleine Geschenkideen

Geschenkbücher zu Weihnachten gibt es viele. Die meisten sind vor lauter Glanz und handgemachter Poesie langweilig ­ «alle Jahre wieder» wie der Christbaum mit Grossmutters Kugeln und Glöcklein!
Herder Freiburg legt dieses Jahr zwei Bändchen vor, die den Beschenkten bereichern und erfreuen. Der bekannte flämische Schriftsteller Phil Bosmans ist ein Menschenfreund. Sein handliches Weihnachtsbuch<1> wird kranke und alte Leute erheitern: kurze, leichtfassliche, besinnliche Lesetexte für jeden Tag des Advents und der Weihnachtswoche bis Neujahr, dazu ein hintergründiger Spruch und dazu ein Farbfoto, aber keine langweilig banale Schneelandschaft und stereotype Weihnachtssujets. Diese Bilder locken den Patienten in den Wald und an ferne Ufer. Schöne Wolken laden zum Träumen ein.
Das zweite Bändchen gehört dem kirchlich aufgeschlossenen Pfarreipersonal.<2> Andrea Schwarz erzählt ein jenseitiges Märchen ­ oder ist es eine Parabel, vielleicht sogar eine Legende. Petrus, der alte Herr, hat die Himmelsschlüssel verloren. Ein solches Malheur kann jeder Leser leicht nachvollziehen. Die Autorin spielt nun alle Möglichkeiten, die aus einem solchen Pech ­ von dem sogar Petrus betroffen wird ­ erwachsen, durch. Was diese Geschichte zur Schmunzelstory macht, ist der hintergründige Bezug auf aktuelle pastoraltheologische Diskussionen und Kirchenträume. Das sind aber nicht zornige und verbitterte Träume, sondern himmlische ­ eben Petrusträume. Für nicht Eingeweihte kaum geeignet!

Leo Ettlin


Anmerkungen

1 Ulrich Schütz (Übersetzer und Herausgeber), Weihnachten mit Phil Bosmans. Texte für alle Tage der Advents- und Weihnachtszeit mit Farbfotos von Roland Höpker, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1999, 90 S.

2 Andrea Schwarz, Am Tag der offenen Himmelstür. Eine jenseitige Geschichte mit Zeichnungen von Jules Stauber, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1999, 58 S.


Staat und Kirche

Herbert Wille/Georges Baur (Hrsg.), Staat und Kirche. Grundsätzliche und aktuelle Probleme, Liechtenstein Politische Schriften, Band 26, Verlag der Liechtensteinischen Akademischen Gesellschaft, Vaduz 1999, 398 S. (Mit Beiträgen von Josef Bruhin, Carl Hans Brunschwiler, Urs Josef Cavelti, Mario Frick, Albert Gasser, Wolfgang Haas, Wolfram Höfling, Herbert Kalb, Giusep Nay, Donath Oehri, Alois Ospelt, René Pahud de Mortanges, André Ritter, Wolfgang Strasser, Markus Walser und Herbert Wille.)

Der Band dokumentiert das Symposium «Staat und Kirche», das im März dieses Jahres vom Liechtenstein-Institut durchgeführt wurde (vgl. die Berichterstattung in SKZ 16/1999, S. 232ff.). Er enthält die Referate der Tagung und Zusammenfassungen der Diskussionen. Die Fragestellungen ergaben sich zu einem grossen Teil aus aktuellem Anlass: Die Errichtung der Erzdiözese Vaduz und deren Besetzung mit dem ehemaligen Churer Bischof Wolfgang Haas belastet in Liechtenstein die Beziehungen des Staates zur römisch-katholischen Kirche. Die Beiträge stammen von Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche, Politikern, Historikern sowie von Juristen aus Lehre und Praxis. Sie behandeln neben der konkreten Situation in Liechtenstein in politischer, rechtlicher und historischer Hinsicht auch grundsätzliche Fragen von allgemeinem Interesse, wie das Verhältnis von Kirche und Staat, die Religionsfreiheit sowie völkerrechtliche Aspekte. In den Diskussionsvoten erläuterten die Referenten ihre Standpunkte. Vertreter der liechtensteinischen Bevölkerung brachten die tiefe Besorgnis über die aktuelle Lage zum Ausdruck. Der Band dokumentiert eindrücklich die Bemühungen um eine Lösung der staatskirchenrechtlichen Probleme in Liechtenstein. Für die weiteren Entwicklungen wird er eine beachtliche Hilfe darstellen.

Urs Reber


Ignatius

Ignatius von Lojola, Geistliche Übungen. Nach dem spanischen Autograph übersetzt von Peter Knauer SJ, Echter Verlag, Würzburg 1998, 151 Seiten.

Die vorliegende von Peter Knauer aus dem spanischen Urtext neu bearbeitete Ausgabe der geistlichen Übungen des heiligen Ignatius von Lojola bemüht sich um möglichst authentische Treue zum spanischen Original. Bewusst wird der Versuch, den Text sprachlich zu glätten und mit eleganteren Phrasen zu umschreiben, vermieden. Die Anmerkungen unterstützen die Tendenz, dem spanischen Original des Autors möglichst gerecht zu werden.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999