49/1999

INHALT

Neue Bücher

Das Domkapitel

Eva Jüsten, Das Domkapitel nach dem Codex Iuris Canonici von 1983, unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland und Österreich, Europäische Hochschulschriften, Reihe II, Rechtswissenschaft, Bd. 1386, Frankfurt am Main 1993, XII + 195 S.

Die Domkapitel sind durch verschiedene Bischofswahlen im deutschsprachigen Raum Ende der achtziger Jahre Gegenstand des öffentlichen Interesses geworden. Die Autorin nahm dies zum Anlass, über diese Institution an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Regensburg ihre Dissertation zu schreiben. Gegenüber dem Codex Iuris Canonici von 1917, der dem Domkapitel 32, teils sehr umfangreiche canones widmete, begnügt sich der Codex Iuris Canonici von 1983 mit deren acht. Die Normierung im Einzelnen hat neu partikularrechtlich in Statuten zu erfolgen. Daraus ergibt sich zwar eine grössere Autonomie der einzelnen Diözesen, anderseits ist aber unübersehbar, dass die Domkapitel an Bedeutung verloren haben (insbesondere bei Erledigung des Bischofsstuhles; die entsprechenden Befugnisse sind neu dem Konsultorenkollegium übertragen).
Die Arbeit berücksichtigt zwar besonders die Praxis in den deutschen und österreichischen Domkapiteln, sie ist aber durchaus auch für Leser aus der Schweiz von Interesse, da sie einen guten Einblick in die sich stellenden Probleme und die in den Statuten zu regelnden Materien gewährt.

Urs Reber


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999