44/1999

INHALT

Neue Bücher

Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht

Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht 1998 und Beiheft 2, Schweizerische Kirchenrechtsquellen, I: Kantonales Recht, Bern 1999.

Über die ersten Bände des Jahrbuchs wurde in SKZ 45/1998, S. 653f., berichtet. Gleichzeitig wurde das neue Periodikum eingehend vorgestellt.
Der Aufsatzteil des Bandes 1998 wird durch einen Aufsatz von Samuel Lutz-Léchot über den Ökumenismus in den Bernischen Kirchen eröffnet. Er zeigt im Ergebnis auf, dass die drei Kantonalkirchen die Ökumene ins Zentrum ihres je eigenen Kirchenverständnisses stellen: Danach legt die evangelisch reformierte Kirche das Hauptgewicht aktuell auf den Predigtauftrag, die christkatholische Kirche auf die Einheit in der Eucharistie und die römisch-katholische Kirche auf das Laienapostolat. Fritz Gloor bezeichnet in seinem Beitrag das Konkordat betreffend die gegenseitige Zulassung evangelisch-reformierter Pfarrer in den Kirchendienst als einzigartiges Beispiel eines «kooperativen Föderalismus».
Zwei Beiträge stammen aus dem Kanton Aargau: Michael Merker berichtet über den kirchlichen und staatlichen Rechtsschutz, Alexander Rey über den Datenschutz in öffentlich-rechtlichen Spitälern und den Anspruch der Landeskirchen auf Datenweitergabe in diesem Kanton. René Pahud de Mortanges äussert sich über Fragen zur Integration nichtchristlicher Religionsgemeinschaften in das schweizerische Religionsverfassungsrecht und Pierre Vonaesch zum evangelischen Kirchenrecht im säkularen Umfeld.
Neben den Aufsätzen enthält der Band wiederum Mitteilungen, aktuelle Berichte aus Kirchen und Kantonen, und Rezensionen. Die sehr hilfreiche Jahresbibliographie schliesst an diejenige des Vorjahres an. In die Textdokumentation wurden die kirchlichen Statuten «Bau- und Vermögensverwaltung» der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, das neue evangelisch-reformierte Kirchengesetz des Kantons Tessin und das Konkordat betreffend die gegenseitige Zulassung evangelisch-reformierter Pfarrer in den Kirchendienst aufgenommen.
Das für alle am schweizerischen Staatskirchenrecht Interessierten sehr nützliche Beiheft 2 «Schweizerische Kirchenrechtsquellen», das eine Momentaufnahme aller in Betracht fallenden kantonalen Erlasse enthält, wurde in SKZ 16/1999, S. 234, bereits vorgestellt.

Urs Reber


Vaterunser und Credo

Josef Imbach, Das Gebet Jesu und das Bekenntnis der Kirche. Betrachtungen zu zwei unkirchlichen Zeugnissen, Kanisius Verlag, Freiburg/Schweiz 1999, 88 Seiten.

Josef Imbach erschliesst in diesem gefälligen Bändchen die zwei Gebete, die für jeden Christen fundamental sind, und über die man nie genug meditieren kann: das Herrengebet und das apostolische Glaubensbekenntnis. Dem exegetischen Autor steht eine reiche Lebenserfahrung und ein breites literarisches Wissen zur Seite. Doch diese Ausführungen sollten mehr sein als Lesevergnügen ­ das sind sie zwar auch ­ sie sind hilfreich als Gebetsschule und Gebetsanleitung. Mit diesen Anleitungen wird der religiös engagierte Mensch von einem Abrutschen in die Peripherie abgehalten.

Leo Ettlin


Zwei Ministrantenkalender

Das nächste Jahr mit der Zahl 2000 liess die Gestalter des Schweizer Ministrantenkalenders<1> das Thema «Schritt für Schritt» wählen. Auf verschiedenen Ebenen kommt es zur Darstellung ­ mal eher besinnlich, mal mit «action». In «Schritte der Achtsamkeit» wird nicht nur auf die Bedeutung des Kreuzganges im Leben der Mönche hingewiesen, sondern auch auf das Schreiten in der Liturgie und den Platz der Wallfahrten in den Religionen. Recht nah erlebt der Leser eine nächtliche Pilgerwanderung junger Menschen von Oberägeri nach Einsiedeln. Anschaulich ist die Reportage, die beschreibt, wie ein Schuh entsteht. Mädchen und Buben, die sich für Pferde begeistern, haben sicher Freude am Bericht über den Tölt, den «vierten Gang» der Islandpferde. Der Ganzjahreskalender mit den Angaben zum Sonntag und zu Heiligenfesten ist beigelegt. Kalender und Beilage sind vierfarbig und in gut lesbaren Buchstaben gedruckt. Ein sinnvolles Weihnachtsgeschenk für die vielen Ministrantinnen und Ministranten in den Pfarreien.
Die Zahl 2000 und die Tatsache, vor 50 Jahren erstmals erschienen zu sein, geben einem Taschenkalender und dem dazu gehörenden Termin-Poster aus Süddeutschland<2> die Idee, die Worte «Gestern ­ heute ­ morgen» als Motto zu wählen. Da vernimmt der Leser, wie vor 50 Jahren ministriert werden musste. Der deutsche Astronaut Reinhold Ewald, der selber Ministrant und Vorbeter war, beantwortet Fragen. Ministrantinnen und Ministranten legen ihre Vorstellungen über die Zukunft auf den Tisch. Ein guter Text führt zum Heiligen Jahr 2000 hin. Religiöse Aussagen präsentieren sich im Gewand der Fröhlichkeit. Farbbilder verblüffen, weil sie ohne jede Raffinesse aufgenommen worden sind. Leider ist das Schriftbild in diesem Kalender eher klein..

Jakob Bernet


Anmerkungen

1 Schritt für Schritt. Minikalender 2000. Herausgeber: Arbeitskreis Mini-Kalender: tut Verein, Postfach, 6000 Luzern 5, 47 Seiten.

2 mini 2000. Taschenkalender für Ministrantinnen und Ministranten und junge Christen. Herausgegeben von den Oblaten des heiligen Franz von Sales, Franz-Sales-Verlag, Eichstätt 1999, 143 Seiten.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999