43/1999 | |
INHALT | |
Neue Bücher |
Der zehnbändige «Grundkurs Theologie» bietet aus evangelischer Sicht eine lehrbuchmässige Einführung in die Probleme, die sich der akademischen Theologie heute stellen. Der Band «Konfessionskunde»<1> führt in ökumenischer Gesinnung nicht nur in die Vielfalt der Konfessionen, sondern auch in die Geschichte der neuzeitlichen ökumenischen Bewegung ein. Vermittelt wird dabei ein grundsolides Wissen, kommen die drei Verfasser doch alle aus dem Umkreis des Konfessionskundlichen Instituts des Evangelischen Bundes in Bensheim, dem konfessionskundlichen und ökumenischen Arbeitswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Erich Geldbach, heute Professor in Bochum, schrieb die Einleitung und das Ökumene-Kapitel sowie die Kapitel über die Anglikanische Kirchengemeinschaft, die reformatorischen Kirchen und Freikirchen. Von Reinhard Frieling, dem Direktor des Instituts und Honorarprofessor in Marburg, stammen die Kapitel über die Römisch-Katholische und die Altkatholische Kirche. Reinhard Thöle, Referent für Ostkirchenkunde im Institut und Lehrbeauftragter in Heidelberg, steuerte das Kapitel über Orthodoxe Kirchen bei. Vom Umfang her mit der vom Johann-Adam-Möhler-Institut herausgegebenen «Kleinen Konfessionskunde» (aus römisch-katholischer Sicht) vergleichbar, ist die «Bensheimer Konfessionskunde» stärker ein Arbeitsbuch. Bedauerlich ist, dass bei der (knappen) Beschreibung der freikirchlichen und ökumenischen nationalen Strukturen nur jene von Deutschland zur Sprache kommen.
1 Reinhard Frieling, Erich Geldbach, Reinhard Thöle, Konfessionskunde. Orientierung im Zeichen der Ökumene, (Grundkurs Theologie, Band 5,2), Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1999, 239 Seiten.
Olivier Clément, Taizé. Einen Sinn fürs Leben finden. Mit einem Vorwort von Frère Roger. Aus dem Französischen von Peter Wild, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 1999, 94 S.
Olivier Clément verlebte in jungen Jahren eine lange Zeit in der Orientierungssuche. Sein Drang nach Wahrheit und Glück führte ihn auch in den fernen buddhistischen Osten. Schliesslich fand er in erlebnistiefen Tagen in Taizé die Erfüllung seiner Wünsche und Ideale. Die ersten Eindrücke wurden in weiteren Aufenthalten in Gesprächen mit Roger Schutz vertieft. Der auf persönlichen Erlebnissen beruhende Cluny-Bericht gibt Rechenschaft über Erlebtes und Erfahrenes. Jede sensationelle Oberflächlichkeit liegt ihm fern. Für alle, die in Cluny mehr sehen als ein Reiseziel, aufschlussreich.
Dschalaluddin Rumi, Der Herrscher und sein Narr und andere Geschichten aus Mathnawi. Auswahl und Übertragung aus dem Persischen. Einleitung und Anmerkungen von Gisela Wendt, Herder/Spektrum 4725, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 1999, 125 Seiten.
Die Sufi-Meister sind Mystiker des Islam. Einer der bekanntesten ist der aus Anatolien stammende Maulana Dschalaluddin Rumi (12071273). Seine belehrenden Schriften bestehen aus Exempelgeschichten voll hintergründiger Weisheit. Sie sind nach dem Koran das bekannteste Buch im Islam. Mit der Lebenserfahrung eines Weisen verwendet er die Parabel und Sinnbilder anstelle von abstrakten Theorien. Seine Vorliebe für die paradoxe Redeweise lässt aufhorchen. Die Geschichten dieses weisen Menschenkenners sind auch für uns ein wertvoller Schatz islamischer Erzählkunst. Aber so angenehm diese Geschichtlein zu lesen sind, sie wollen mehr sein als Unterhaltungsliteratur. Sie laden zum Nachdenken und Meditieren ein. Ihre Blüten öffnen sich erst mit der Zeit, nach geduldigem Verweilen.