39/1999

INHALT

Neue Bücher

Fürbitten

Hubert Hohmann, Fürbitten für alle Werktage des Kirchenjahres mit Einführungsworten, Echter Verlag, Würzburg 1999, 162 Seiten.

Mit diesem Band für die Zeit nach Pfingsten findet das dreibändige Werk seinen Abschluss. Die Texte für den einzelnen Werktag sind aus dem Geist des Tagesevangeliums gestaltet. Ihr Vorzug ist die sprachliche Prägnanz. Die Einführungen sind von knapper Zielstrebigkeit. Die drei Fürbitt-Anrufe sind lebensnah. Für jeden Tag stehen auch zwei Gebetstexte zur Verfügung. Sie sind so knapp und direkt, dass jeder Gottesdienstbesucher ihnen zuhörend mühelos folgen kann.

Leo Ettlin


Ein Fürbittenbuch

Das allgemeine Gebet. Fürbitten für die Lesejahre A ­ B ­ C. Herausgegeben von der Abtei St. Gertrud Alexanderdorf unter Mitwirkung des Benediktinerklosters Wechselburg und des Benediktinerpriorats Huysburg, Benno Verlag, Leipzig 1998, 251 Seiten.

Das Fürbittenbuch aus der Benediktinerinnenabtei St. Gertrud Alexanderdorf ist seit 1989 schon in zwei Auflagen erschienen. Jetzt wird es völlig neu bearbeitet wiederum aufgelegt. Die Fürbitten sind sprachlich gestrafft, so dass die hörenden Teilnehmer am Gottesdienst sie mühelos vollumfänglich aufnehmen und nachvollziehen können. Neue aktuelle Anliegen sind hinzugekommen: Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Verarmung, Wohnungsnot, Gewalt im Alltag, Fundamentalismus (auch innerkirchlicher), Kinderschutz. Solche Probleme gibt es überall, vielleicht werden sie in den neuen Bundesländern stärker empfunden. Neu wird auch dem Jubeljahr 2000 Rechnung getragen. An diesem neuen Fürbittenbuch sind die Benediktinerklöster in der ehemaligen DDR beteiligt: die Frauenabtei Alexanderdorf, die Benediktinerabtei Huysburg und das von Ettal neu gegründete Priorat Wechselburg (Dresden).

Leo Ettlin


Melanchthon

Heinz Scheible, Melanchthon. Eine Biographie, Verlag C.H. Beck, München 1997, 294 Seiten.

Zum 500. Geburtstag Melanchthons hat der Herausgeber des Melanchthon-Briefwechsels Heinz Scheible eine Biographie geschrieben, die in jeder Hinsicht hoch gesteckten Wünschen entspricht. Sie gründet auf einer in Jahrzehnten der Forschung gewonnenen subtilen Kenntnis des Humanisten und Reformators Philipp Melanchthon (Schwarzerdt). Die Lebensbeschreibung steht in der akademisch humanistischen Umwelt und vermittelt ein nuancenreiches Bild des Universitätsbetriebs im 16. Jahrhundert. Ebenso ausgeprägt erscheint die Darstellung der Wittenberger Reformation an der Seite Martin Luthers. Themen der lutherischen Reformation wie etwa die Confessio Augustana, das Bündnis von Schmalkalden, die einzelnen Religionsgespräche mit der vermittelnden, im Wesentlichen aber standfesten Mitarbeit Melanchthons und das verspätete Trienter Konzil werden eingehend behandelt und mit epischem Geschick vorgetragen. Der Autor bemüht sich sehr, die Argumente und Gedankengänge Melanchthons einzubringen, um so dem von vielen Verkannten und Unterschätzten gerecht zu werden.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999