34/1999

INHALT

Neue Bücher

Zukunft der Beichtpraxis

Karl Schlemmer (Hrsg.), Krise der Beichte ­ Krise des Menschen? Ökumenische Beiträge zur Feier der Versöhnung, Band 36 der Studien zur Theologie und Praxis der Seelsorge, Echter Verlag, Würzburg 1998, 164 Seiten.

Karl Schlemmer, Inhaber des Lehrstuhls für Liturgik und Homiletik an der Universität Passau und Redaktor der bekannten Monatszeitschrift «Anzeiger für die Seelsorge» hat seinerzeit zusammen mit seinem Kollegen Bischof Anton Hänggi das Symposion «Liturgie und Ökumene» gegründet. Diese Institution führt regelmässig im bekannten Benediktinerkloster Andechs, einem Priorat der Abtei St. Bonifaz in München, Studientagungen über liturgische und pastorelle Probleme durch. Ein solches «Andechser Symposion» war dem Themenkreis Beichte und Busse gewidmet. Die Gruppe der Referenten war ökumenisch durchmischt und bot schon so ein interessantes Spektrum der aktuellen Praxis. Man erfährt von der Einstellung zum Buss- und Beichtverständnis in der Lutherisch-Evangelischen Wirklichkeit, vom Bekenntnis der Sünden und dem Zuspruch der Vergebung im reformierten Gottesdienst. Die ökumenische Annäherung im Verständnis der «Sündenstrafen» und des «Busswerks» war ebenso ein Thema wie die Busse als Element christlicher Prägung. Es wurde auch viel über die Beichtpraxis und die Erstbeichte gesprochen. Die aktuelle Krise der Beicht- und Busspraxis ist eine Herausforderung zu Überlegungen und Taten, «wie es der Beichte wieder besser gehen könnte».

Leo Ettlin


Schriftauslegung

Heinz Schürmann, Wort Gottes und Schriftauslegung. Gesammelte Beiträge zur theologischen Mitte der Exegese. Herausgegeben von Knut Backhaus, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1998, 342 S.

Die Thematik dieser Sammlung von Aufsätzen des exegetischen Lehrers in Erfurt, Heinz Schürmann, geht um die grundsätzliche Frage, ob die rein wissenschaftliche, historisch-kritische Arbeit im Umgang mit der Schrift schon genüge. Heinz Schürmann weiss, dass zur kritischen Forschung noch die theologische Mitte gehört. Aus der Begegnung mit dem Wort muss es zur Begegnung mit Gott kommen. Der vorliegende Band zeigt, wie diese Thematik das gesamte Lebenswerk Schürmanns durchzieht und es wesentlich prägt, angefangen von seinem Erstlingswerk «Aufbau und Struktur der neutestamentlichen Verkündigung» (Paderborn 1949). Die retrospektive Sammlung ist in drei Abschnitte gegliedert: Schriftauslegung: theologisch, kerygmatisch und ökumenisch. Von speziellem Interesse erweist sich hier der dritte Teil «ökumenische Schriftauslegung». Er bringt auch eine grundsätzliche Darstellung der Problematik des so genannten «Frühkatholizismus» und die Unterscheidung zwischen «werdender» und «gewordener» Kirche. Speziell ist die gesamte Bibliographie Heinz Schürmanns im Anhang zu erwähnen, die von 1948­1999 immerhin 227 Nummern umfasst.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999