30-31/1999 | |
INHALT | |
Neue Bücher |
Andreas Büsch (Hrsg.), Handbuch der Ministrantenpastoral. Bezugspunkte Praxisfelder Chancen, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer, und Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1999, 383 Seiten.
Im deutschen Sprachraum dürfte die durchschnittliche Pfarrei über
etliche Dutzend Ministrantinnen und Ministranten verfügen. Manchmal
ist die Ministrantenpastoral auch die einzige ausserschulische Arbeit mit
Kindern und Jugendlichen. Zur Unterstützung dieser Tätigkeit kommen
laufend Hilfsmittel auf den Büchermarkt. Das vorliegende Handbuch möchte
mit wissenschaftlicher Gründlichkeit, aber doch in einfacher Sprache,
grundlegende Fragen des Ministrantendienstes behandeln. Es gibt uns Gelegenheit,
geschichtliche Entwicklungen klar zu erkennen und für die Gegenwart
Schlüsse zu ziehen. Aufschlussreich ist in der «Geschichte des
Ministrantendienstes» der Hinweis, «dass der Ministrant und
sein liturgischer Dienst nicht mehr vom Weiheamt abhängen. Daher konnte
es auch ausser dem Verweis auf die Tradition keine theologisch stichhaltigen
Argumente gegen eine Zulassung von Mädchen und Frauen zum Altardienst
mehr geben, die mit der 1994 veröffentlichten Entscheidung von Papst
Johannes Paul II. aus dem Jahre 1992 erfolgte.» (31). Breite Darstellung
finden die Lebenswelten und Werte von Kindern und Jugendlichen. Stets wird
die Ministrantenpastoral kritisch hinterfragt und auf ihre Auswirkungen
hin überprüft. Als Beleg diene da die angeführte Bemerkung
eines Düsseldorfer Kabaretts: «Wir sind das einzige Kabarett
Deutschlands, das nur aus ehemaligen Messdienern besteht und vier Päpste
im Programm hat» (175).
Zur Sprache kommen alle wichtigen Aspekte der Ministrantenpastoral: die
Bedeutung von Gruppen in der Ministrantenarbeit, das Miteinander von Ministrantinnen
und Ministranten, das Nebeneinander von Haupt- und Nebenamtlichen, die Bedeutung
des Sakristans in der Ministrantenarbeit.
In der kommenden Zeit nimmt dieses Handbuch in der Arbeit mit Ministrantinnen
und Ministranten seiner Gründlichkeit und seiner guten Lesbarkeit wegen
eine hervorragende Stellung ein.
Dialogische Kirche Kirche im Dialog. Herausgegeben von Josef Pfammatter und Eduard Christen, (Theologische Berichte, Bd. XXII), Paulusverlag, Freiburg 1996, 159 S.
Die Reihe «Theologische Berichte» ist ein Gemeinschaftswerk
der Theologischen Fakultäten Chur und Luzern und wird von den emeritierten
Professoren Eduard Christen und Josef Pfammatter betreut. Es ist wie ein
Echo aus vergangenen Zeiten, wo der Dialog zwischen den Fakultäten
noch problemlos verlief. Die Dialogische Kirche hat nicht nur in diesem
Extremfall ihre Probleme. Der vorliegende Band sucht das Thema des Dialogs
von verschiedenen Seiten her zu beleuchten.
Marie-Louise Gubler (Luzern) untersucht das «Dialogprinzip in den
neutestamentlichen Gemeinden». Wie wurde in der christlichen Frühzeit
Autorität ausgeübt, wie wurden Konflikte bewältigt?
Der Freiburger Pastoraltheologe Leo Karrer behandelt das Thema grundsätzlich
für die Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Konfliktherde und
Konfliktstoffe belasten die kirchliche Situation und rufen nach Lösungen.
Der inzwischen verstorbene Missionswissenschaftler von Luzern
Anton Peter untersucht das Thema auf dem Feld der Missionierung. Es geht
da um den Wandel des Missionsverständnisses in den letzten Jahrzehnten
hin zum interreligiösen Dialog. Der Autor gibt Hinweise zu einer gläubigen
Bewährung in dieser für viele noch ungewohnten Situation eines
völlig neuen Missionsverständnisses.
Im letzten Beitrag von Norbert Mette, Paderborn, und Michael Schäfers,
Köln, wird die Frage gestellt, wie sich die Kirche in einer Gesellschaft
radikaler Modernität zu verhalten hat. Eine solche Fragestellung ist
grundsätzlich nicht neu. Schon immer war die Kirche ins gesellschaftliche
Kräftespiel verwickelt. Und immer waren ihre Möglichkeiten der
Beeinflussung beschränkt. Trotzdem kann sich die Kirche nicht davon
dispensieren, auf unsere Zeit einzugehen, um ihrer Berufung zur Nachfolge
Christi gerecht zu werden.