13-14/1999

INHALT

Neue Bücher

Galiläa

Willibald Bösen, Galiläa. Lebensraum und Wirkungsfeld Jesu, Reihe: Akzente, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1998, 286 Seiten.

Nicht nur die Geschichte, auch die Bibelkunde ist auf die Unterstützung sogenannter Hilfswissenschaften angewiesen. Erst im Rahmen der entsprechenden Umwelt bekommen geschichtliche und biblische Aussagen Farbe und Relief. Aber auch die Zeitgenossen des Jesus von Nazareth, ihr Handel und Wandel, ihre Überzeugungen und Vorurteile, ihr Glauben und ihr Aberglauben sind wichtig zum Verständnis der Vorgänge rund um Jesus.
Der vorliegende Band über das Thema Galiläa ist als Habilitationsschrift an der Wilhelms-Universität Münster entstanden. Der Band bietet, systematisch geordnet, eine Fülle von Informationen. Da werden mannigfaltige Daten über das Galiläa in der Zeitenwende zusammengetragen und zu einem ganzheitlichen Bild zusammengefügt. So wird es auch möglich, die biblischen Texte auf dem bereitgestellten realkundlichen Hintergrund neu zum Sprechen zu bringen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die Kenntnisse der in Israel erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufbrechenden Archäologie.
Das präzis und exakt bearbeitete wissenschaftliche Buch verfolgt aber ein speziell didaktisches Anliegen und es könnte ein unentbehrliches Hilfswerk der Katecheten im Bibelunterricht sein. Dazu dienen auch die vielen Tabellen, Zeichnungen und Skizzen, die im Zeitalter der Reproduktion und Vergrösserung ohne allzu grosse Umtriebe übernommen werden können.

Leo Ettlin


Stefanus-Gemeinschaft

Paul Kopf, Nur gemeinsam Freunde. 50 Jahre Stefanus-Gemeinschaft 1948­1998, Schwabenverlag, Ostfildern 1998, 234 Seiten.

Im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Heiligkreuztal auf der Schwäbischen Alb wirkt seit 1972 die Stefanus-Gemeinschaft. (Heiligkreuztal ist berühmt durch die hochgotische, mystische Darstellung der Johannesminne.)
Die Stefanus-Gemeinschaft wurde 1948 von einem Konvertiten aus dem Oderbruch gegründet (Alfred Lange). Ihr erster Sitz war Aulendorf (Württemberg). Die Gemeinschaft sollte eine Sammlung christlich engagierter Männer aller Berufsschichten werden. Ihr Ziel war eine vertiefte christliche Weiterbildung mit rhetorischer Schulung. So sollten die religiös engagierten Mitglieder für den Dienst im öffentlichen Leben vorbereitet werden. In Heiligkreuztal ist die bisher lose zusammenhängende Bewegung eine Institution geworden, die heute Bildungsstätte und zugleich Sitz der Gemeinschaft ist. Der Jubiläumsband präsentiert sich als reichhaltige textliche und fotografische Dokumentation.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999