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Wolfgang Beinert, Glaubensangst, Glaubenshoffnung. Anregungen für die Verkündigung mit Beiträgen von Konrad Baumgartner, Wolfgang Beinert, Norbert Brox, Karl Hillenbrand, Hans Rückerl, Werner Schrüfer, Armin Schmitt, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1997, 175 Seiten.
Das pastoral engagierte Buch ist das Ergebnis der Priesterbildung der
Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Regensburg aus
dem Jahre 1996. Ziel der Kurse war es nicht, theologisch über Kirchenbilder
zu reflektieren. Es geht um die schlichte und doch so schicksalsschwere
Frage: Wie kann man Glauben in unseren Gemeinden, in ganz normalen Pfarreien
also, weitergeben?
Karl Hillenbrand behandelt das Priesterbild, wie es sich nach dem Zweiten
Vatikanischen Konzil zeigt und in der Folgezeit weiterentwickelt wurde.
Das Priesterbild des Zweiten Vatikanischen Konzils kann ein hilfreiches
Korrektiv sein, das vor Einseitigkeiten bewahrt und die unersetzliche Dynamik
in eine vertiefte Kirchlichkeit führt. Armin Schmitt gibt aus dem Alten
Testament Hinweise auf Lebenshilfen. Norbert Brox zeigt, wie die Christen
der Frühzeit mit der Angst umgegangen sind. Der Herausgeber, der Regensburger
Dogmatiker Wolfgang Beinert, macht sich Gedanken, wie der Glaube in der
Gemeinde überliefert wird. Er stellt die Frage, ob die Mitglieder einer
Ortsgemeinde eine theologische Grundausbildung brauchen, und stellt dabei
mit Entschiedenheit fest, dass die Gläubigen ein Recht haben, von ihren
geistlichen Hirten Hilfe zu erfahren. Für Beinert ist eine Kernausbildung
des Glaubens für jeden Christen unerlässlich. Die Überlegungen
des Dompredigers von Regensburg, Werner Schrüfer, sind bemerkenswert
praxisbezogen und wirklich lesenswert. Es geht hier um die Sprache der Predigt.
Schrüfer versteht seine Ausführungen als eine praktische Gewissenserforschung.
Der Pastoraltheologe Konrad Baumgartner behandelt die Riten und Kasualien
im Leben der Menschen und im Leben der Kirche. Der Beitrag von Hans Rückerl,
Beauftragter der Diözese Regensburg für Sekten und Weltanschauungsfragen,
über apokalyptische Strömungen am Ende des zweiten Jahrtausends
strotzt von Aktualität, und der Informationsgehalt der Ausführungen
ist beträchtlich.
Elmar Gruber, Mit Gott gut drauf. Ein Glaubensbuch für junge Christen, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 1996, 87 Seiten.
Mich stört der Untertitel «Glaubensbuch für junge Christen». Da sind auch ältere Semester nicht ausgeklammert. Im Gegenteil! Es handelt sich um eine leicht lesbare, knappe Darstellung der Glaubensinhalte, wie sie sich auf dem Hintergrund heutiger Erkenntnisse der theologischen und anthropologischen Wissenschaften darbieten. Junge Christen können davon sicher profitieren, wenn sie dazu aufgeschlossen sind. Wer jugendlichen Jargon in der Lektüre braucht, kommt sicher nicht auf die Rechnung.
Ian Bradley, Der keltische Weg. Keltisches Christentum auf den britischen Inseln, damals und heute. Aus dem Englischen übersetzt von Johanna Tetzlaff, Verlag Josef Knecht, Frankfurt am Main 1996, 206 Seiten.
Dieses Keltenbuch führt schrittweise in das Kulturphänomen der Inselkelten von Irland und Wales ein und berücksichtigt auch keltische Spuren in Schottland und England. Es legt dar, was in keinem Baedecker und DuMont steht: historische und religiöse Zusammenhänge und macht die keltische Ausprägung des Christentums sichtbar. Natürlich liegt der historische Schwerpunkt im 5. bis 11. Jahrhundert. Es sind die Jahrhunderte, in denen die keltischen Hochkreuze entstanden, die illuminierten Handschriften mit ihren geheimnisvollen Ornamenten gemalt wurden und irische Wandermönche missionierend Europa von West bis Ost durchquerten. Heute ist keltisches Christentum wieder in Mode gekommen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Keltenbegeisterung mit romantischen Vorstellungen und Unterschiebungen in die Irre geleitet wird. Die sorgfältige und sachliche Darstellung ist hier ein zuverlässiger Führer.
Bernhard Häring, Ich bete, um zu leben. Einführung und Redaktion von V. Salvoldi. Aus dem Italienischen übertragen von Josef Helmut Machowetz, Verlag Styria, Graz 1996, 125 Seiten.
Dieses Buch von Bernhard Häring ist aus Interviews entstanden, die V. Salvoldi mit dem Doyen der katholischen Moraltheologie veranstaltet hat. Die Gespräche behandeln in acht thematischen Kapiteln Gebetserfahrungen des Redemptoristen. Pater Häring ist hier erfreulich mitteilsam. Er spricht nicht nur über Gebetslehre und Gebetserziehung, es kommt auch viel Persönliches zum Vorschein. Der Charakter des Buches ist frei und offen und erfrischend demütig. Dieses Frage- und Antwortspiel wird umrahmt von Passagen aus der Heiligen Schrift mit darauf folgender bekenntnishaft persönlicher Exegese. Immer sind auch einschlägige Abschnitte aus dem neuen Katechismus der katholischen Kirche angefügt. Es sind Passagen, die bei keinem Rezensenten des offiziellen Buches auf Widerspruch stiessen. Es handelt sich bei dieser Buchgabe des Nestors der Moraltheologen um ein ehrliches, sympathisches Zeugnis, das viel Ansporn und Aufmunterung enthält.
Leo Ettlin
Klaus Müller und Bertram Stubenrauch, Geglaubt, Bedacht, Verkündet. Theologisches zum Predigen, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1997, 254 Seiten.
Die Voraussetzungen und Vorstellungen der Zuhörer unserer Gottesdienste
haben sich radikal geändert. Die Frage, ob und wie man noch vernünftigerweise
an Gott glauben kann, überlagert bei vielen das einst angelernte Katechismuswissen.
Auch die Antworten auf Fragen nach der Auferstehung und einem Leben nach
dem Tode sind wenn man den Meinungsumfragen Glauben schenkt
auch bei Leuten, die sich Katholiken nennen, nicht mehr «Sententia
Communis». Solchen Erfahrungen muss die Glaubensunterweisung Rechnung
tragen, um die Kluft zwischen Verkündigung und Theologie aufzuarbeiten.
Diese notwendige Erwachsenenkatechese stellt an den Prediger und Katecheten
eine grosse Herausforderung. Wie kann man Leuten, die theologisch nur mehr
wenig Voraussetzungen mitbringen, den Glauben verkünden, ohne billige
Gemeinplätze zu servieren?
Es geht den beiden Autoren, Theologieprofessoren von Münster und Trier,
darum, den Menschen auf ihre Lebensfragen Antworten auf dem Niveau zeitgenössischer
Reflexion zu geben, indem sie in die Sprache der Predigt übertragen
werden.