SKZ 1/1999

INHALT

Neue Bücher

Marienverehrung

Handbuch der Marienkunde. Herausgegeben von Wolfgang Beinert und Heinrich Petri. Zweite, völlig neu bearbeitete Auflage. Band 2: Gestaltetes Zeugnis ­ Gläubiger Lobpreis, Friedrich Pustet Verlag, Regensburg 1997, 650 Seiten.

Das «Handbuch der Marienkunde» (1984) erscheint seit 1996 neu bearbeitet in zwei Bänden. Während der erste Band die Marienkunde und die Marienverehrung theologisch und historisch darbietet, wendet sich der vorliegende zweite Band praktischen Aspekten der Muttergottes-Verehrung zu: Wallfahrten, Gnadenbilder, Brauchtum, Mariendarstellungen in der bildenden Kunst, in Literatur, Musik und Film. Zwei Beiträge befassen sich ausführlich und kritisch mit aktuellen Kontroversen auf dem Gebiet der marianischen Frömmigkeit. Heinrich Petri behandelt das seit zweihundert Jahren unerschöpfliche Thema «Marienerscheinungen» mit zurückhaltendem Wohlwollen. Nicht weniger aktuell ist der kritische Beitrag von Hubert Kohle «Fundamentalistische Marienbewegungen», in dem auch die Gründe für den marianischen Fundamentalismus hinterfragt werden. Gregor Martin Lechner, Benediktiner von Göttweig, schreibt mit beachtlicher Kompetenz eine umfassende Arbeit über die Mariendarstellungen in der bildenden Kunst. Der Aufsatz ist mit 64 Abbildungen ergänzt. Schade, dass man diese Darstellungen nicht mit Verweisen zum Text oder vom Text zum Bild verbunden hat. So stehen diese von einem Kenner sorgfältig ausgewählten Illustrationen völlig isoliert da.
Weitere Arbeiten sind zum Teil aus der ersten Auflage übernommen und nur in wenigen Details ergänzt worden. (Franz Flekkenstein, Marienverehrung in der Musik; K.J. Kuschel, Maria in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts.) Neu und beachtenswert ist die Arbeit von Reinhold Zwick «Maria im Film».
Der Band bietet auch dem Volkskundler interessante Hinweise und Materialien. Es geht besonders um marianisches Brauchtum und marianische Wallfahrtsorte. «Die Typologie der Gnadenbilder» von Karl J. Wolf ist für Kunsthistoriker und Theologen aufschlussreich.
Im Beitrag von Ferdinand Stadlbauer «Realien zur Marienverehrung» kommen die Volksmedizin, die Botanik und die Tiersymbolik zur Sprache.
So ist das nun zweibändige Werk der Marienkunde ein umfassendes Kompendium über eine weitschichtige Thematik.

Leo Ettlin


Das Mönchtum

James Hogg, Die geheimnisvolle Welt der Klöster, Pattloch Verlag, Augsburg 1998, 144 Seiten.

James Hogg ist ein international anerkannter Kartäuser-Forscher. Hier präsentiert er aber eine Gesamtschau des Mönchtums. Er erweist sich dabei als ein guter Kenner der gesamten monastischen Geschichte, der auch mit der Problematik aktueller Forschung und ihrer Kontroversen bestens vertraut ist. Doch belastet der versierte Autor nicht mit wissenschaftlichen Details und Kontroversen. Seine Darstellung der Welt der Mönche ist flüssig geschrieben, mit viel Liebe zum Detail. Natürlich wird von ihm die Geschichte der Kartäuser und anderer Eremitenorden mit besonderer Hingabe erzählt. Das Buch ist reich mit hervorragenden Farbaufnahmen illustriert. Diese Farbaufnahmen sind nun stark kartusianisch orientiert, was den Vor-teil hat, dass die traditionellen Aufnahmen benediktinischer Klöster fast gänzlich wegfallen.

Leo Ettlin


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999