7/1999 | |
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Berichte |
Verantwortliche der Katechese und Jugendarbeit, 27 Frauen und Männer, kamen im letzten November auf Einladung des IFOK zu einem Tag des Nachdenkens rund um die aktuelle Thematik einer Neu- und Umorientierung des kirchlichen Engagements in den Schulen, besser bekannt unter dem Begriff «Schulpastoral», zusammen. Als Tagungsziele wurden vorgenommen: 1. Das Umfeld «Schule als Lebensraum» für Kinder und Jugendliche reflektieren: Was sind die Bedürfnisse und welchen Beitrag leistet die Schule bzw. die schulische Sozialarbeit? 2. Die Anliegen, die Ziele und das Konzept der Schulpastoral kennen lernen. 3. Ansätze, Chancen und Grenzen der Schulpastoral für die Schweiz erkennen. 4. Weiteres Vorgehen planen.
In einem ersten Teil konnten sich die Teilnehmenden über den Beitrag
der schulischen Sozialarbeit ein Bild machen; Claudine Stäger, Lehrerin
und Sozialpädagogin, machte mit den Zielen und Aufgaben der schulischen
Sozialarbeit bekannt: Die Schulsozialarbeit versteht sich als Vermittlerin
zwischen Schülern/Schülerinnen, Lehrern/Lehrerinnen und Eltern.
Dabei gilt es, Konflikte und Diskrepanzen zwischen ihnen, innerhalb der
Schule oder auf die Schule bezogen, abzubauen. Konflikte und Diskrepanzen
werden in diesem Kontext als Möglichkeiten und nicht als Defizite betrachtet.
Zu den primären Aufgaben der Schulsozialarbeit gehören Elternarbeit,
Pausengestaltung, Zusammenarbeit mit externen Fachstellen, Mithilfe bei
Exkursionen, Projekten und Klassenlagern, Beratungstätigkeit (niederschwellige
Ansprechmöglichkeiten).
In einem anschliessenden Rollenspiel schlüpften die Teilnehmenden in
die Rollen von Lehrern/Lehrerinnen und Schulsozialarbeitern/Schulsozialarbeiterinnen,
und dabei wurde deutlich, dass noch sehr viele Fragen, Phantasien, Bedenken
rund um die Schulsozialarbeit offen sind: Haben die Lehrpersonen den grossen
«Chrampf» mit den Kindern und Jugendlichen und die Schulsozialarbeit
pickt sich die zwischenmenschlichen Rosinen heraus? Entsteht das Bild, die
Lehrpersonen seien in schwierigen Fragen rund um das psychische Wohl der
Kinder und Jugendlichen überfordert?
Joachim Deitert, Studienleiter der kirchlichen Arbeitsstelle für Fernstudien bei der Domschule Würzburg und Mitglied des Projektbeirats «Schulpastoral», führte in einem zweiten Teil in Ziele und Konzepte der Schulpastoral ein, und zwar anhand des Projektes für «Fort- und Weiterbildung Schulpastoral», welches an der Domschule Würzburg entwickelt wurde. Zum Verständnis von Schulpastoral heisst es in der Kursplanungsmappe, dass Schulpastoral in einem umfassenden und ganzheitlichen Verständnis Aufgabe aller am Schulleben beteiligten Christinnen und Christen ist. Was dies beinhalten kann, erläuterte Joachim Deitert anhand von sechs Thesen:
Diese Thesen boten Grundlage einer intensiven Gruppenarbeit. Die Gruppen reflektierten sie im Blick auf das konkrete berufliche Umfeld und die Eigenerfahrungen, erarbeiteten Konsequenzen zu deren «Ansiedlung», der Verwirklichung, dem Praxisfeld, der Ausbildung sowie der Beauftragung.
Im Schlussplenum erging die Einladung, alle Wünsche und Anliegen der Tagung in eine sich vorzustellende Schale zu legen. Das rege Nutzen dieses Angebotes zeigte, wie sehr die Thematik bewegte und anregte. Einige Wünsche und Anregungen sind:
Das IFOK wird gebeten, zur Thematik «Schulpastoral» weiter am Ball zu bleiben, und die Teilnehmer/Teilnehmerinnen der Tagung über die Weiterentwicklung zu informieren.
In der Schule bietet sich für die Kirche die Möglichkeit, Kontakte zu den Menschen in dieser besonderen Lebenssituation aufzubauen. Neben dem Religionsunterricht sollte eine neue Form der Begegnung mit den Menschen im Bereich Schule und der Sorge um sie treten. In jüngster Zeit wird viel über unseren diakonischen Auftrag nachgedacht. Die Auseinandersetzung mit der Thematik der Schulpastoral eröffnet uns ein Feld gelebter Diakonie. Es ist dringend nötig, hier ein sichtbares Zeichen zu setzen, damit die Schulpastoral zu einem wichtigen Akzent im «Lebensraum Schule» wird.