SKZ 2/1999

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Berichte

Not-Wendige inländische Mission

von Arnold B. Stampfli

 

Die Generalversammlung der Inländischen Mission vom Dezember 1998 musste zur Kenntnis nehmen, dass der Ertrag der Kollekte vom Bettag 1997 gegenüber dem Vorjahr um einige Prozente zurückgefallen war. Das Kirchenopfer hat den Betrag von 1,183 Millionen Franken ergeben. Hinzu kamen Vergabungen und Legate in der Höhe von 612395 Franken. Bei der Verteilung der durch die Kollekte gespendeten Gelder werden ­ selbstverständlich in enger Zusammenarbeit mit den Bischöflichen Ordinariaten ­ vor allem Seelsorger in Berg- und Diasporagebieten bedacht, welche mit dem Gehalt, das ihnen die Pfarrei, wo sie tätig sind, zu geben vermag, nicht existieren könnten. Ein weiterer Teil geht an Priester, die während Jahren mit einem sehr bescheidenen Lohn zufrieden sein mussten und daher im Alter nur minimale Renten erhalten.
Was der Inländischen Mission an Vergabungen und Legaten zufliesst, kommt primär Pfarreien zugut, welche die erforderlichen Mittel für Kirchenrenovationen nicht aufzubringen in der Lage sind; auch hier sind es vorwiegend Pfarreien in Berg- und Diasporagegenden. Heute gelangen kaum mehr Gesuche um Baubeiträge nach Zug. Hingegen müsse überlegt werden, so der Sprecher des Bistums Chur, auch Zuschüsse an nötige Pfarrhausrestaurationen zu gewähren.
Die 134. Generalversammlung nahm zunächst Diakon Bruno Tresch-Philipp, seit 1977 Seelsorger in der Bruderklauspfarrei, Altdorf, als neues Mitglied auf. Ihm kommt, wie Walter Gut motivierend meinte, die Aufgabe zu, im Kreis von Diakonen und Laienseelsorgern die Aufgaben der Inländischen Mission in Erinnerung zu rufen. Immer wieder zeigt es sich, dass diese heute weit weniger bekannt ist als noch vor einigen Jahren. In der Versammlung ist darauf hingewiesen worden, der Ertrag des Bettagopfers hänge zum Teil davon ab, wie es den Mitfeiernden im Gottesdienst verkündet wird, gerade deshalb, weil viele mit dem Begriff Inländische Mission allein nur wenig anzufangen in der Lage sind. An etlichen Orten werde diese Kollekte an einem anderen Sonntag aufgenommen, wenn weniger Gottesdienstbesucher in der Kirche sind.
Im Anschluss an die Behandlung der statutarischen Geschäfte gab Alfred Dubach, Leiter des Pastoralsoziologischen Instituts in St. Gallen, das im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiern konnte, ein Statement über «Die Inländische Mission im Sog kirchlicher und gesellschaftlicher Veränderungsprozesse» ab. Er machte deutlich, dass die Kirche dem im Gang befindlichen Veränderungsprozess in der Gesellschaft nicht ausweichen könne.

 

Arnold B. Stampfli war Informationsbeauftragter des Bistums und des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999