49/1999 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) tagte vom 29. November bis 1. Dezember
1999 in der Benediktiner-Abtei in Engelberg.
Schwerpunkte dieser Wintersitzung waren der Bericht über die Zweite
Sonderversammlung für Europa der Bischofssynode (1.23. Oktober
1999), der Bericht über die Vollversammlung des Rates der Europäischen
Bischofskonferenzen (CCEE) (11.14. November 1999) sowie die Stellungnahme
zur Revision des Betäubungsmittelgesetzes.
Aus Anlass des Welt-Aids-Tages, am 1. Dezember, unterstützen die Schweizer
Bischöfe alle Massnahmen und Bemühungen, die dazu führen,
das Leid zu vermindern, welches durch diese Geissel hervorgerufen wird.
Ihre besondere Sorge gilt den zahlreichen Kindern in der Welt, die Opfer
dieser Krankheit sind. Die Schweizer Bischöfe begrüssen die Bemühungen,
die dazu beitragen, die Aids-Krankheit zu bekämpfen.
Der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Mgr. Pier Giacomo De Nicolò
stattete der SBK einen Besuch ab.
Die SBK hat folgende Experten empfangen:
Frau Dr. Rose-Marie Umbricht, «Kirchliche Frauenkommission»
KFK;
Herrn Prof. Dr. Dominique Amgwerd, Kommission «Ehe und Familie»;
Herrn Dr. Christian Kissling, Nationalkommission «Justitia et Pax»;
Für besondere Fragen der Migrantenseelsorge: den Nationaldirektor der
«Schweizerischen Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Ausländerfragen»
(SKAF), Herrn Dr. Urs Köppel, Luzern.
Pfr. Dr. Agnell Rickenmann wurde zum neuen Generalsekretär der SBK gewählt. Der neu gewählte Sekretär ist Doktor der Theologie und lic. phil., zurzeit Pfarrer von Risch (ZG). Er wird sein Amt am 1. Januar 2001 antreten.
An der Zweiten Sondersynode für Europa war die Schweizer Bischofskonferenz durch ihren Präsidenten, Mgr. Amédée Grab OSB, Bischof von Chur, Mgr. Dr. Kurt Koch, Bischof von Basel und Vizepräsident der SBK, sowie durch Mgr. Dr. Ivo Fürer, Bischof von St. Gallen, vertreten. Die Hoffnung stand im Zentrum dieser Versammlung. Thema dieser Synode war «Jesus Christus der lebt in seiner Kirche Quelle der Hoffnung für Europa». Besonders wertvoll waren die Begegnungen unter den Bischöfen aus den verschiedenen Ländern Europas. Die von der Synode verabschiedeten Vorschläge dienen der Ausarbeitung eines nachsynodalen apostolischen Schreibens.
An der 29. Vollversammlung des Rats der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE), die vom 11. bis 14. November 1999 in Athen stattgefunden hat, war die SBK durch ihren Präsidenten, Bischof Amédée Grab OSB, und durch Bischof Ivo Fürer, St. Gallen, vertreten. Die Vollversammlung befasste sich mit den Folgerungen, die aus der Zweiten Bischofssynode für Europa zu ziehen sind. Thema des nächsten Bischofssymposiums (2001) wird die Weitergabe des Glaubens an die Familien und die jungen Generationen sein. Sie leiden heute in Europa vielfach an einem Mangel an Orientierung sowie an einem Verlust an klaren ethischen und moralischen Bezugspunkten. Die in Athen versammelten Bischöfe haben auf die Bedeutung der geistigen Einheit Europas hingewiesen, die ihre Wurzeln in ihrem christlichen Erbe wiederfinden muss. Darüber hinaus haben sie sich positiv über den ersten Entwurf einer «Charta oecumenica für die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in Europa» ausgesprochen, der gemeinsam mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ausgearbeitet wurde. Sie soll im Jahr 2001 bei einem europäischen ökumenischen Treffen unterzeichnet werden.
Die SBK hat ihre Antwort im Rahmen der Vernehmlassung zur Revision des Betäubungsmittelgesetzes beraten. Ihr Hauptanliegen ist es, die Vier-Säulen-Strategie bei der Bekämpfung der Drogenabhängigkeit zu verankern.
Die SBK hat mit Bedauern von Bestrebungen erfahren, im Rahmen der Revision der beiden Verordnungen zum Arbeitsgesetz die Sonntagsarbeit auszuweiten. Sie erinnert daran, dass das Schweizer Stimmvolk 1996 ein Arbeitsgesetz, das unter anderem die Erleichterung der Sonntagsarbeit vorsah, mit grosser Mehrheit ablehnte. Die SBK besteht darauf, dass der Bundesrat diesem Volksentscheid die notwendige Beachtung schenkt, der dem Anliegen der wahren Sonntagsruhe entspricht.
Trotz bisheriger Erfahrungen und einer diffusen Grundstimmung gegen Minderheiten hoffen die Schweizer Bischöfe, dass das bevorstehende Erscheinen des «Bergier»-Berichtes keine neuen antijüdischen Reaktionen auslöst. Die Folgerungen dieses Berichtes mögen zu einem objektiveren Verständnis der Geschichte der Schweiz beitragen.
Die SBK hat eine neue französische Fassung der Trauungsliturgie approbiert. Die neue Fassung ist reicher an Einleitungen, Riten und an Gebeten als die Liturgievorlagen, die nach dem II. Vatikanischen Konzil veröffentlicht wurden.
Im Hinblick auf eine bessere Zusammenarbeit der Seelsorger für die italienischen Gläubigen mit den Schweizer Pfarreien hat ein bilaterales Treffen zwischen Vertretern der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) und der SBK stattgefunden. Die Bischöfe haben sich dabei über gemeinsame Grundsätze verständigt, welche die Missionen für die italienischen Emigranten unterstützen.
Bis zum Eingabeschluss am 31. Oktober 1999 sind 1020 Beiträge (grösstenteils von Gruppen) eingegangen. Die Ökumenische Konsultation der Römisch-Katholischen Kirche und der Evangelisch-reformierten Kirche in der Schweiz hat damit ein beachtliches Resultat erreicht. Die Teilnahme der Bevölkerung war signifikant und die Debatte über die Frage der Zukunft in der Schweiz wurde als sehr wichtig eingeschätzt. Die Auswertung der eingegangenen Antworten wird noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Bericht zu erstellen, der die wichtigsten Themenbereiche, die in den eingegangenen Beiträgen aufscheinen, herausarbeitet. Im kommenden Mai werden die Kirchenleitungen bei einer gemeinsamen Sitzung über die Schlussfolgerungen, welche sie aus dem Ergebnis dieser Konsultation ziehen, diskutieren. Auf dieser Grundlage wird eine Botschaft der Kirchen über die soziale und wirtschaftliche Zukunft der Schweiz erarbeitet, welche im Jahre 2001 veröffentlicht werden soll.
Die SBK hat das Jahresprogramm ihrer Nationalkommission Justitia et Pax
für das Jahr 2000 gutgeheissen.
Im Übrigen hat sie den Bericht der Vollversammlung der Pastoralplanungskommission
(PPK) und der Interdiözesanen Koordination entgegengenommen.
Die Schweizer Bischöfe empfehlen den Gläubigen das Epiphanieopfer
2000 zugunsten folgender Pfarrgemeinden und Heiligtümer: die Einsiedelei
von Longeborgne in der Nähe von Bramois im Kanton Wallis, ein Marienheiligtum;
die Tessiner Pfarrgemeinde Mezzovico am Fusse des Monte Tamaro und die Pfarrei
von Movelier-Mettembert im Kanton Jura.
Die SBK hat die Abrechnung 1999 des Schweizerischen Heiligland-Vereins entgegengenommen;
im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2000 empfiehlt sie die Kollekte während
der Karwoche zugunsten der Christen im Heiligen Land ganz besonders. Mit
dieser Kollekte werden pastorale, karitative und soziale Projekte in Libanon,
Israel, Palästina und im südlichen Teil Syriens unterstützt.
Auf Vorschlag der entsprechenden Kommissionen wurden folgende Mitglieder ernannt:
Für die Kommission Ehe und Familie:
Frau Brigitte Muth-Oelschner, Informationsbeauftragte der Diözese Basel,
Solothurn.
Für die Nationalkommission Justitia et Pax:
Frau Diana del Grosso Horvath, Politologin, Genf.
Für die Medienkommission:
Herrn Hans Thomas, Präsident der Vereinigung des Katholischen Buchhandels
der Schweiz, Plaffeien (FR).
Zum Thema des Jubiläumsjahres 2000 spricht Bischof Kurt Koch über «Ein neues Jahrtausend im Licht des trinitarischen Gottes-Geheimnisses». Dabei beleuchtet er die Communio als Lebenszentrum des dreieinen Gottes und die kirchliche Berufung, das Communio-Geheimnis Gottes auf Erden darzustellen. Prospekte und Anmeldungen im Franziskushaus Dulliken.
Diözesanbischof Dr. Kurt Koch hat Abbé Philippe Rebetez, Pfarrer in St-Ursanne, zum Dekan des Dekanats Porrentruy-St-Ursanne (Ajoie und Clos-du-Doubs) ernannt. Er tritt die Nachfolge von Abbé Bernard Miserez an. Die Amtszeit dauert bis zum 31. Dezember 2003.
Die auf Ende 1999 vakant werdende Pfarrstelle Herznach im Seelsorgeverband
Homberg (AG) wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Die auf Ende Mai 2000 vakant werdende Pfarrstelle St. Mauritius Bern/Bethlehem
wird für einen Pfarrer oder für eine Gemeindeleiterin/einen Gemeindeleiter
zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (siehe Inserat SKZ Nr. 49).
Interessenten melden sich bitte bis 6. Januar 2000 beim diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt.bistum-basel@kath.ch
Die neu errichtete Spitalseelsorgestelle von 30% im Kantonsspital Laufen (BL) wird zur Besetzung ausgeschrieben. Erwünscht ist die Kombination mit einer Aufgabe in der allgemeinen Seelsorge in der Region (vgl. auch Inserateteil dieser Ausgabe).
Die vakante Pfarrei Pfeffingen (BL) wird für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Die auf den 1. Juli 1999 vakant werdende Pfarrstelle Münchenstein
(BL) wird für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin
zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten melden sich bitte bis zum 20. Mai 1999 beim diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail personalamt.bistum-basel@kath.ch
Im Anschluss an die Sitzung der Diözesanen Kommission für die
Fortbildung der kirchlichen Amtsträger/Amtsträgerinnen (BFK) vom
5. November 1999 wurden drei langjährige Mitglieder verabschiedet.
Aus gesundheitlichen Gründen musste Gaby Zimmermann im Verlauf dieses
Jahres als Präsidentin und als Mitglied der BFK unerwartet demissionieren.
In den nicht ganz drei Jahren als Präsidentin ist es ihr gut gelungen,
Kommission und Stellenleitung in eine neue Zukunft zu führen. Dazu
gehörte vor allem eine neue Definition der Rolle der Kommission und
der Stellenleitung, die eine sehr effiziente Zusammenarbeit ermöglichte.
Als Nachfolgerin wurde Luisa Heislbetz durch den Bischof ernannt. Ebenfalls
demissioniert haben nach zehn Jahren Niklaus Baumgartner und nach mehr als
zwanzig Jahren Dr. Paul Zemp, der die Diözesane Fortbildung zehn Jahre
lang leitete. Für die grosse geleistete Arbeit sei ihnen allen herzlich
gedankt.
An der Sitzung konnte auch die neue Sekretärin der Diözesanen
Fortbildung, Sabine Stalder, begrüsst werden. Sie hat ihre Stelle anfangs
September angetreten und damit die Nachfolge von Heidy Gassmann übernommen,
die im Februar nach zwanzig Jahren Tätigkeit in den Ruhestand getreten
ist.
Vom 22.24. November 1999 fand traditionellerweise im Haus der Stille
und Begegnung Bethanien in St. Niklausen (OW) die Studientagung der Basler
Liturgischen Kommission (BLK) statt, welche diesmal der Auseinandersetzung
mit Ritualen gewidmet war. Der neue Präsident Josef Stübi konnte
neben den Vertretern und Vertreterinnen der Dekanate sowie des Diözesanen
Cäcilienverbandes (DCV) die beiden Fachreferenten Stefan Blarer, Bern,
Theologe und Psychotherapeut, und Hansruedi Felix, Basel, Offene Kirche
Elisabethen, begrüssen. Die Moderation wurde erstmals von Gabriele
Berz, Leiterin der Diözesanen Fortbildung, übernommen.
In den Referaten, beim Austausch in Gruppen und im Plenum ging es darum,
auf dem Hintergrund der Ritualbedürftigkeit der Menschen Rituale in
ihrer Vielfalt wahrzunehmen, Kriterien für deren Beurteilung bzw. für
christlich verantwortete Rituale zu erarbeiten sowie im Blick auf
die eigene Praxis aus dem persönlichen Reichtum zu schöpfen.
Stefan Blarer machte in seinem Referat deutlich, dass christliches Ritual
Verkündigung und Feier des göttlichen Heilswirkens sei und alle
bedeutungsvollen individuellen und sozialen Lebensvollzüge und Lebenswenden
des Menschen Anlass für christliche Rituale seien.
Hansruedi Felix, der Beispiele verschiedener Rituale der Offenen Kirche
Elisabethen (Kreuzweg durch Basel, Interreligiöses Gebet am Bettag,
Schöpfungsfest, Feiern zum Monatsende, Impuls und Meditation u.v.m.)
einbrachte, betonte die eigentliche Wertneutralität von Ritualen. Erst
die Erfahrung von Stärkung, Ermutigung, Befreiung oder Heilung im Rechnen
mit Gott und im Wissen um die Würde des Menschen und den Wert der Schöpfung
bestimme ein Ritual als christlich.
Gemeinsame gottesdienstliche Morgen- und Abendfeiern in Krypta und Kirche
liessen das Besprochene unmittelbar zum Erlebnis werden.
An der Sitzung der BLK stand vor allem ein Anforderungsprofil für künftige
Dekanatsvertreter und -vertreterinnen in der BLK zur Diskussion, das zum
einen eine qualifizierte Vertretung durch die Dekanate sicherstellen, als
auch einen fruchtbaren Austausch zwischen BLK und den Dekanaten ermöglichen
soll. Matthias Drögsler, Sekretär der BLK
Infolge Demissionen der bisherigen Amtsinhaber werden folgende Pfarreien zur Wiederbesetzung ausgeschrieben:
Interessenten mögen sich melden bis zum 10. Januar 2000 beim Sekretariat des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Dr. Alfons Reichlin, Pfarr-Resignat
Der Verstorbene wurde am 26. März 1910 in Schwyz geboren. Nach seinen
Studien in Feldkirch und Rom wurde er am 25. Oktober 1936 in Rom zum Priester
geweiht. Von 19381949 wirkte er als Vikar der Pfarrei St. Peter und
Paul in Zürich, von 19491952 als Pfarrer in Adliswil, von 19521978
als Pfarrer in Sachseln und seither als Aushilfspriester und Resignat in
seiner Heimatgemeinde Schwyz. Am ersten Adventssonntag, 28. November 1999,
durfte er in die ewige Heimat eingehen. Bestattet wurde er am 3. Dezember
1999 in Sachseln.
Am Sonntag, 28. November, hat Dekan Reto Oberholzer in Benken den 48-jährigen Fridolin Weder im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes als Pfarrer eingesetzt. Eine Woche später fand die Einsetzung in Kaltbrunn statt, wo der für die seelsorgerlichen Dienste in beiden Pfarreien zuständige Priester wohnt. Fridolin Weder war zuvor während zehn Jahren Pfarrer in der Galluspfarrei Oberuzwil.
Im Januar dieses Jahres hatte Bischof Ivo einen Brief an die Gläubigen
geschrieben über die Bedeutung des Wortes Gottes und die Wortgottesfeiern.
Mit Wortgottesfeiern (WGF) befasste sich der diözesane Seelsorgerat
in Anwesenheit von Bischof Ivo und weiteren Mitgliedern der Bistumsleitung
eingehend während seiner vom Freitagmittag bis Samstagmittag dauernden
Tagung vom 19./20. November im Bildungshaus Schönstatt in Quarten.
Dabei erlebten die Mitglieder selber zwei eindrückliche Wortgottesfeiern:
die Vesper an Heiligenfesten und ein Wortgottesdienst am Morgen (gestaltet
mit dem KGB). Das Grundanliegen der Tagung war, die Vielfalt von Gottesfeiern
positiv wahrzunehmen, Verständnis zu wecken für WGF und diese
zu fördern.
Ausgehend von Erfahrungen, die Pastoralassistent Bruno Rüttimann in
den priesterlosen Pfarreien Wildhaus und Stein und Jugendarbeiter Hans Renold,
Wil, in einer bolivianischen Gemeinde mit WGF machen und gemacht haben,
diskutierten die Mitglieder Schritte, die für eine bessere Akzeptanz
der WGF nötig wären. Zum grossen Fragezeichen auf einem Blatt
lautete der Kommentar: «Wir müssen uns zuerst einmal klar werden,
was wir am Sonntag wirklich wollen, bevor wir weitere Schritte planen können».
Eucharistiefeier und Wortgottesfeier dürften nicht gegeneinander ausgespielt
werden und, wurde weiter festgestellt: «Es braucht viel Aufklärungs-
und Bewusstseinsarbeit, neue Formen müssen eingeübt werden, am
besten im kleinen Kreis» eine Aufgabe, die man sich durchaus
für die dritte Phase des Bistumsprojektes «He! Was glaubst Du?»
vorstellen kann.
Wichtig sei eine gewisse Regelmässigkeit (damit auch weniger der Gedanke
an eine Notlösung aufkommt). Die Leute, die WGF gestalteten, müssten
begleitet werden, müssten Impulse erhalten, aber auch Feedbacks. Nüchtern
wurde auch festgestellt, dass mit den WGF eine Generationenfrage angeschnitten
wird und die Jungen damit keine Probleme haben im Gegenteil, sie haben
eher Mühe mit der Eucharistiefeier. Die vertiefte Auseinandersetzung
mit dem Wort könnte sie auch wieder eucharistiefähig machen.
Die wichtigen Erkenntnisse aus den intensiv geführten Gesprächen
werden als Information an den Priesterrat weitergegeben.
Über ihre Delegierten in der «Interdiözesanen Koordination» der diözesanen und kantonalen Seelsorgeräte der Schweiz (Franz Hediger und Martin Bieder), im Aktionsrat Fastenopfer (Willi Pfister), im Vorstand des Vereins Katholischer Mediendienst (Evelyne Graf und Guido Hofstetter), in der Redaktionskommission des «auftrag» (Evelyne Graf und Arnold B. Stampfli, der Zeitschrift für lebendige Pfarreien und Kirchgemeinden, sowie in der diözesanen Pastoralplanungskommission (Gabrielle Keiser) erhielten die Mitglieder des Seelsorgerates Informationen aus erster Hand. Zu reden gab die «Interdiözesane Koordination», die inskünftig mehr sein möchte als eine Möglichkeit für den Informationsaustausch und eine bessere Zusammenarbeit mit der PPK-CH anstrebt.
Frauen und Männer, junge und alte Leute können über ihren
Glauben und ihren Glaubensweg sprechen. Das ist die positive Erfahrung,
die mit dem vor einem Jahr gestarteten Dialog-Projekt «He! Was glaubst
Du?» in vielen Pfarreien und Gruppierungen im Bistum St. Gallen gemacht
worden ist.
In etwa zwei Dritteln der 141 Pfarreien ist das im Rahmen des Bistumsjubiläums
lancierte Projekt «He! Was glaubst Du? Glauben in Gemeinschaft
Bistum St. Gallen auf dem Weg in Zukunft» in irgend einer Weise an-
und aufgenommen worden. Aus den von der fünfköpfigen Arbeitsgruppe
gesichteten und gebündelten Rückmeldungen geht hervor, dass der
Glaube auch heute noch bei vielen Menschen Alltag und Leben prägt und
dass aus dem Glauben heraus Verantwortung für eine lebendige Pfarrei,
für Gesellschaft und Welt wahrgenommen wird.
Sehr klar kommt bei den Rückmeldungen die Sorge heraus, wie Kinder
und Jugendlichen Glaubenserfahrungen weitergegeben werden können. Deutlich
wurde der Wunsch nach Neuem, nach Experimentieren im pfarreilichen und kirchlichen
Leben spürbar. Viele Rückmeldungen fordern Glaubwürdigkeit,
von den Vertretern der Institution Kirche genau so wie von jedem Einzelnen.
Dazu gehört, dass die Sprache der Kirche zu einer Sprache wird, die
die Sprache der Menschen von heute ist.
Zum Projektstart hatte die Arbeitsgruppe als Arbeitshilfe für den
ersten Schritt des Mit-teilens und Sehens einen Ordner herausgegeben. Dieser
ist nun ergänzt worden mit Material für die Phase des Urteilens.
Die Erkenntnisse auf Pfarreiebene sowie die Sammlung und Zusammenfassung
der Rückmeldungen sollen in weiteren Gesprächen einem Katalog
von «Kriterien für das Leben einer christlichen Gemeinschaft»
gegenüber-gestellt werden. Unterschiedliche Beurteilungen werden herausfordern,
können ermutigen oder schmerzen. Lösungen und gemeinsame Wege
zu finden, wird schwierig sein.
Die Seelsorgerinnen und Seelsorger werden in den Dekanatsversammlungen mit
dem zweiten Teil des Projektes eingeführt. Mitglieder von Animationsgruppen
und Pfarreiräten werden ihrerseits von den Dekanatsräten zu Einführungs-
und Austauschabenden eingeladen. Die Arbeitsgruppe steht jederzeit mit Rat
und Tat zur Verfügung, auch jenen Pfarreien und Gruppen, die erst jetzt
einsteigen wollen.
Die zweite Phase des Urteilens ist eng verknüpft mit dem dritten
Schritt, dem Handeln. Viele Urteile werden die Grundlage für die Festlegung
von Zielen und für das Handeln in der eigenen Pfarrei oder Gruppe bilden.
Das eine und andere dürfte sich aber auch auf überpfarreiliche
Ebenen beziehen.
Dass sich bis Ende 2000 alle 280000 Katholikinnen und Katholiken im Bistum
St. Gallen gemeinsam auf den Glaubensweg machen und zu einer grossen Glaubensgemeinschaft
in der Ortskirche werden, dürfte wohl Utopie bleiben. Oder doch nicht?
Jeder Weg beginnt mit einem Schritt. Und viele Schritte sind bereits gemacht
worden.