45/1999

INHALT

Amtlicher Teil

 

Alle Bistümer

 

«Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre»

Am 31. Oktober 1999 unterzeichnen in Augsburg der Lutherische Weltbund und die Römisch-Katholische Kirche die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und die Schweizer Bischofskonferenz nehmen dieses Ereignis mit grosser Freude zur Kenntnis und laden alle Christinnen und Christen in unserem Land ein, diesem bedeutenden Schritt im Bemühen um die Einheit der Kirche ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Frage der Rechtfertigung des Sünders war ein wesentlicher Streitpunkt, der den Graben zwischen der Katholischen Kirche und den Kirchen der Reformation aufriss und als unüberbrückbar erscheinen liess. Es brauchte das geduldige Gespräch und das bereitwillige Hinhören auf die Aussagen der Schrift und auf die Anliegen ihrer verschiedenen Auslegungen, um eine weitgehende Übereinstimmung im wesentlichen Inhalt der Lehre zu entdecken und gegenseitig anzuerkennen. Es wäre sicher falsch, die noch bestehenden Unterschiede zu vertuschen; aber es wäre verhängnisvoll, deswegen die Möglichkeit der Kircheneinheit in Frage zu stellen.
Über die Einigung in dieser wichtigen Frage hinaus weisen auch gewisse Formulierungen der Erklärung in eine gemeinsame Zukunft: Es verdient Beachtung, dass die volle Kirchengemeinschaft als deutliches Ziel weiterer Bemühungen benannt wird; denn darin spiegelt sich der beidseitige Wille, mutig auf dem Weg zur Einheit weiterzugehen.
Da diese volle Kirchengemeinschaft umschrieben wird als «Einheit in Verschiedenheit», unterscheidet sich die erstrebte Einheit von einer Einförmigkeit, die hindern würde, dass durch sich ergänzende Sichten der unfassbare Reichtum des Glaubens deutlicher aufleuchten kann. Sie unterscheidet sich aber auch von einem unverbindlichen Pluralismus, der die Einheit nicht mehr sucht.
In solcher Einheit in Verschiedenheit werden verbleibende Unterschiede als Unterschiede bezeichnet, die keine trennende Kraft mehr haben, wie dies leider in der Vergangenheit der Fall war und dem glaubwürdigen Zeugnis der Kirchen geschadet hat.
Wir hoffen und werden uns bemühen, dass diesem verheissungsvollen Zeichen wachsender Einheit unter den christlichen Kirchen weitere Schritte folgen, und laden alle Mitglaubenden ein, gemeinsam den Glauben zu vertiefen, so dass das Gebet des Herrn «Lass alle eins sein» (vgl. Joh 17) erfahrbare Wirklichkeit werden kann.

Bern/Freiburg, 29. Oktober 1999
Der Rat des Schweizerischen
Evangelischen Kirchenbundes
Die Schweizer Bischofskonferenz


Bistum Basel

 

Vorankündigung

Bischof Dr. Kurt Koch wird auf den 4. Adventssonntag 1999 ein Bischofswort schreiben. Im Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr steht es unter dem Thema: «Das schöne Geheimnis der Menschwerdung Gottes».
Die Pfarrämter werden das Bischofswort bis Ende November erhalten.

Bischöfliche Kanzlei


Neue Kommission für Kirchliche Berufe im Bistum Basel: In der Berufungspastoral einander stützen und ermutigen

Martin Gadient hat im Sommer 1999 Pfarrer Ernst Heller als Animator für kirchliche Berufe im Bistum Basel abgelöst. Auch in der Begleitkommission gibt es nach einigen Abgängen neue Mitglieder: Marina Azzola, Ruedi Beck, Wolfgang Broedel, David Rüegsegger, Hans Weibel, Hans Zünd. Aus der früheren Arbeitsgruppe bleiben Schwester Emmanuela Born, Lucia Hauser, Romeo Zanini, Weihbischof Martin Gächter sowie die Vertreter der IKB, Amanda Ehrler und Oswald Krienbühl. Diakon Markus Burri ist von Bischof Kurt Koch als Präsident bestätigt worden.
An einer Klausurtagung beriet die Kommission ihre künftige Arbeit und Schwerpunkte. Da die frühere Arbeitsgruppe jetzt eine Kommission geworden ist, wird sie besser eingebunden ins Bistum, enger verbunden mit dem Bischof sowie mit allen diözesanen Institutionen und Gruppierungen. Allen ist klar, dass die wirksamste Förderung von kirchlichen Berufen durch die Seelsorgerinnen und Seelsorger vor Ort geschieht. Ihr Wirken und ihre Freude am Beruf ist immer noch die beste Werbung. Doch weil heute die Seelsorger von Stress und Frustration nicht verschont sind, wagen es viele nicht, Jüngere für einen kirchlichen Dienst zu ermuntern. Die Kommission ist sich dieser Schwierigkeiten bewusst und will nach gangbaren Wegen suchen. Begegnungen, Gebet und Austausch mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern sollen den Boden bereiten, damit die Jugendlichen und Kirchenmitglieder ihre eigenen Möglichkeiten und ihre persönliche Berufung besser entdecken und wahrnehmen können. Bei allem darf das Wort Jesu nicht vergessen werden: «Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden» (Mt 9,36).

Weihbischof Martin Gächter


Im Herrn verschieden

Etienne Vermeille, emeritierter Pfarrer, Horw
In Horw starb am 25. Oktober 1999 der emeritierte Pfarrer Etienne Vermeille. Er wurde am 1. April 1903 in Delémont geboren und am 8. Juli 1934 zum Priester geweiht. Er begann sein Wirken als Vikar in Thun (1934­1937) und war dann in den Jahren 1937­1968 Pfarrer in Gstaad. Seit 1968 verbrachte er den Ruhestand in Horw. Dort befindet sich auch sein Grab.

Hans Fischer, emeritierter Pfarrer, Reiden
In Reiden starb am 29. Oktober 1999 der emeritierte Pfarrer Hans Fischer. Er wurde am 4. Oktober 1908 in Triengen geboren und am 9. Juli 1933 zum Priester geweiht. Stationen seines Wirkens waren: Arlesheim (Vikar 1933­1936), Kriens (Vikar 1936­1938), Stüsslingen (Pfarrer 1938­1974) und Oeschgen (Pfarrer 1976­1999). In den Jahren 1968­1974 war er Dekan des Kapitels Niederamt (SO). Die letzte Lebenszeit verbrachte er im Alters- und Pflegeheim Reiden (1999). Sein Grab befindet sich in Triengen.

Martin Galliker, emeritierter Pfarrer, St. Urban
Am 3. November 1999 starb in St. Urban der emeritierte Pfarrer Martin Galliker. Er wurde am 29. März 1924 in Gunzwil geboren und am 29. Juni 1949 zum Priester geweiht. Er begann sein Wirken als Vikar in Oberwil (BL) (1949­1954) und Biberist (1954­1961) und war dann Pfarrer in Subingen (1961­1973) und in St. Urban (1973­1994). Den Ruhestand verbrachte er im Alters- und Pflegeheim Murhof in St. Urban. In St. Urban befindet sich auch sein Grab.


Bistum Chur

 

Ausschreibung

Infolge Demission des bisherigen Amtsinhabers wird die Pfarrei Gersau (SZ) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Interessenten mögen sich melden bis zum 3. Dezember 1999 beim Sekretariat des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.


Bischöfliches Dekret

  1. Wenn eine Pfarrei vakant geworden ist, muss der Diözesanbischof einen Pfarradministrator ernennen. «Der Pfarradministrator ist an dieselben Pflichten gebunden und hat dieselben Rechte wie der Pfarrer» (CIC can. 540 § 1).
  2. Für die Beteiligung von Diakonen sowie Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen an der Wahrnehmung der Seelsorge einer Pfarrei sieht der Kodex vor: «Wenn der Diözesanbischof wegen Priestermangels glaubt, einen Diakon oder eine andere Person, die nicht die Priesterweihe empfangen hat, oder eine Gemeinschaft von Personen an der Wahrnehmung der Seelsorgsaufgaben einer Pfarrei beteiligten zu müssen, hat er einen Priester zu bestimmen, der, mit den Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers ausgestattet, die Seelsorge leitet» (CIC Can. 517 § 2).
  3. In den Statuten der Kirchenstiftungen ist meistens vorgesehen, dass der Ortspfarrer Vorsitzender oder mindestens Mitglied des Stiftungsrates sein muss.
  4. Die Kirchenstiftungen sind nicht primär oder unmittelbar für die Seelsorge zuständig. Ihre Aufgabe ist vielmehr finanzieller und organisatorischer Natur. So betrachtet, erfordert die Stiftungsratsmitgliedschaft die Priesterweihe nicht.

In Erwägung des bereits Angeführten und aufgrund meiner Zuständigkeit für die diözesanen kirchlichen Stiftungen verfüge ich hiermit:

Chur, 29. Oktober 1999
+ Amédée Grab, Bischof von Chur


Bistum Lausanne, Genf und Freiburg

 

Im Herrn verschieden

Michel Grab, Genf
Geboren in Genf am 19. Oktober 1931, Bürger von Schwyz, Priesterweihe 1956, Vikar in Genf (St-Nicolas, 1956­1965), Pfarrer in Genf (Veyrier, 1965­1970), Ste-Jeanne (1970­1983), Ste-Thérèse (1983­1995), Carouge (seit 1998). Gestorben am 1. November 1999. Er war der Bruder unseres früheren Diözesanbischofs Amédée Grab.


Bistum St. Gallen

 

Neuer Arbeiterseelsorger und Diözesanpräses der KAB

Als Nachfolger von P. Gustav Truffer, der viele Jahre als Arbeiterseelsorger und Diözesanpräses wirkte, hat der Kantonalvorstand der KAB der Diözese St. Gallen auf Vorschlag von Bischof Ivo Fürer Guido Dudli (33), Tübach, zum neuen Arbeiterseelsorger und Diözesanpräses der KAB gewählt. Guido Dudli ist Seelsorger und war seit 1985 als Therapeut und Leiter des Rehabilitationszentrums für Alkoholkranke Mühlhof in Tübach (SG) tätig. Er bringt im Bereich der Erwachsenenbildung und der persönlichen Begleitung reiche Erfahrung mit.


Quartener Tagung des diözesanen Seelsorgerates

Die Mitglieder des Seelsorgerates treffen sich am 19./20. November im Bildungshaus Neu-Schönstatt in Quarten zur zweitägigen Sitzung. Im Plenum und in Gruppen werden sie sich mit dem Thema «Wortgottes-Feiern» auseinandersetzen. Als Grundlage zur Vorbereitung auf die Tagung dient der Brief von Bischof Ivo, der unter dem Titel «Der Mensch lebt nicht nur von Brot; er lebt von jedem Wort, das Gott spricht», im Januar veröffentlicht worden ist.


St. Gallen: Josef Raschle als Dompfarrer eingesetzt

Domdekan Markus Büchel hat am Sonntag, 30. Oktober, Kanonikus Josef Raschle, der von Bischof Ivo zum Dompfarrer und damit zum Nachfolger des im Januar 1999 verstorbenen Alfons Klingl ernannt worden war, in der Kathedrale in sein Amt eingesetzt. Als Dompfarrer ist er auch Mitglied der Bistumsleitung. Josef Raschle seinerseits stellte den Pfarreiangehörigen Pastoralpraktikant Urs Länzlinger vor, den ersten Seelsorger im Stand der Laien in der Dompfarrei.
Der 1942 in Bazenheid aufgewachsene Josef Raschle war nach seiner Priesterweihe im Jahre 1969 während sechs Jahren Kaplan in Flawil bevor er zum Pfarrer von Oberuzwil gewählt worden war. Von 1987 bis zu seiner Ernennung als Dompfarrer wirkte er als Pfarrer in der «Diaspora-Pfarrei» Herisau, wozu auch Waldstatt und Schwellbrunn gehören, und war Dekan im Dekanat Appenzell.


Im Herrn verschieden

Xaver Lenherr, alt Pfarrer
Im Spital in Uznach ist am 27. Oktober Xaver Lenherr nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Mit den Angehörigen trauern fünf geistliche Söhne ­ alles Benkner ­ um den Verstorbenen, der am 2. November in Benken beerdigt worden ist. Xaver Lenherr, 1917 in Gams geboren und 1944 zum Priester geweiht, war Kaplan in Gommiswald und Rorschach und ist im Oktober 1954 als Pfarrer von Benken installiert worden. Im gleichen Jahr wurde er in das Katholische Kollegium gewählt, und Kollegienrat blieb er solange er auch als Pfarrer wirkte, nämlich 40 Jahre lang. In seine Pfarramtszeit fiel der Bau des Pfarreiheims St. Michael und die Renovation der Pfarrkirche Peter und Paul. Während seiner Pfarrzeit hat er rund 1200 Kinder getauft, 600 Paare getraut und 900 Frauen und Männer zur letzten Ruhe begleitet.
Von 1960 bis 1980 war Xaver Lenherr Dekan und von 1972 bis 1992 wirkte er als Landkanoniker im Domkapitel mit. Bereits 1974 ehrte ihn die Ortsbürgergemeinde Benken mit dem Ehrenbürgerrecht. Die Inländische Mission und auch der Wallfahrtsort Maria Bildstein hatten im Verstorbenen einen grossen Förderer. Vor vier Jahren musste Xaver Lenherr schweren Herzens als Pfarrer resignieren. Dem wort- und schreibgewandten Priester blieb die Freude, in der lokalen Presse mit Artikeln zu den Festtagen bis vor zwei Monaten präsent sein zu dürfen.


Orden und Kongregationen

 

Provinzoberin der Ingenbohlerschwestern in ihr Amt eingesetzt

Im sonntäglichen Gottesdienst vom 31. Oktober übergab die bisherige Provinzoberin der Mutterprovinz Schweiz der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz in Ingenbohl, Sr. Christiane Jungo ­ in Gegenwart der Generaloberin Sr. Louise-Henri Kolly ­ ihr Amt an ihre Nachfolgerin Sr. Edelina Uhr.
Zur Mutterprovinz Schweiz (deutsch- und italienischsprachiger Teil der Schweiz) gehören 977 Schwestern in 62 Niederlassungen. Die Westschweiz bildet eine eigene Provinz mit 123 Schwestern in 17 Niederlassungen.
Das internationale Institut der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz zählt weltweit rund 4900 Schwestern in 17 Provinzen und 4 Vikariaten in Europa, Amerika, Asien und Afrika.
Der Provinzleitung gehören für die nächsten drei Jahre ferner an: Sr. Clarens Helfer, Freiburg (bisher), Sr. Paula Maria Rohner, Wislikofen (AG, bisher) Sr. Kasimira Regli, Andermatt (UR, bisher), Sr. Hildegard Zäch, Oberriet (SG, neu), Sr. Alda Maria Biaggi, Pregassona (TI, neu). Alle Schwestern der Provinz hatten die Möglichkeit, sich am Wahlverfahren zu beteiligen. Aus den Namen der 18 meistgenannten Schwestern wurde eine Vorschlagsliste zuhanden der Generalleitung erstellt. Diese ernannte das Sechserteam.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999