40/1999 | |
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Amtlicher Teil |
Auf Einladung der Vereinigung der katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) führte die Römisch-katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) ihre Herbstversammlung am 24. und 25. September 1999 in Unterägeri bei Zug durch. Hauptthemen waren: die Entwicklung der kirchlichen Medienarbeit, das Budget für das Jahr 2000, der Kredit 2000 für die Mitfinanzierung sprachregionaler und gesamtschweizerischer Einrichtungen, die Finanzierung der Fremdsprachigen-Seelsorge. Die Versammlung stand unter der Leitung von Dr. Peter Plattner, Frauenfeld, Präsident der RKZ.
«Ein dialogischer Stil und eine offene Meinungsbildung im Innern der Kirche ist Voraussetzung für die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Kommunikationskultur.» Dies betonten die beiden Gastreferenten, die den neuen Pastoralplan der Bischofskonferenz für Kommunikation und Medienarbeit der katholischen Kirche in der Schweiz vorstellten: André Kolly, Direktor des westschweizerischen katholischen Zentrums für Radio und Fernsehen in Lausanne, und der Kapuziner Willi Anderau, bischöflicher Radio- und Fernsehbeauftragter beim katholischen Mediendienst in Zürich. Die RKZ verfolgt die Entwicklung im Medienbereich seit Jahren mit Aufmerksamkeit. Denn gemeinsam mit dem Fastenopfer (Inlandteil) setzt sie jährlich rund 2,5 Mio. Franken für sprachregionale und gesamtschweizerische Medienstellen ein; und oft werden neue Bedürfnisse gemeldet. Sie beschloss, die Mitfinanzierung in diesem Bereich besser mit den Verantwortlichen des kirchlichen «Medienopfers» abzustimmen, das jährlich rund 300000 Franken einbringt.
Die RKZ besorgt, gemeinsam mit dem Fastenopfer (Inlandteil) und in Absprache
mit der Bischofskonferenz, die Mitfinanzierung von rund fünfzig sprachregionalen
und gesamtschweizerischen Stellen und Projekten. Das jährliche Budget
für diese Mitfinanzierung beläuft sich auf gut 9 Mio. Franken.
Rund 6 Mio. stammen aus Kirchensteuern und kommen über die RKZ zusammen.
Rund 3,2 Mio. steuert das Fastenopfer aus Spendengeldern bei.
Die RKZ beschloss im Rahmen ihres Budgets 2000 den Kredit, den sie nächstes
Jahr für diese Mitfinanzierung zur Verfügung stellen kann. In
den letzten Jahren hatte sie ihn jährlich steigern können. Für
das Jahr 1999 stehen so, einschliesslich der Westschweizer Mitfinanzierung,
rund 6 Mio. Franken zur Verfügung. Für das Jahr 2000 sieht sie
sich gezwungen, den Kredit um Fr. 100000 zu kürzen, weil einige kantonalkirchliche
Organisationen Mühe haben, die Beiträge aus Kirchensteuermitteln
aufzubringen.
Neben den Seelsorgestellen für die grossen Bevölkerungsgruppen italienischer und spanischer Sprache gibt es Stellen für kleinere sprachliche Minoritäten: von den Portugiesen und Kroaten bis zu den Philippinen und Vietnamesen. Die kantonalkirchlichen Organisationen haben 1998 für diese «Minoritäten-Seelsorge» direkt 2,7 Mio. Franken eingesetzt: und zwar nach einem bestimmten Schlüssel über die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Ausländerfragen (SKAF) mit Sitz in Luzern. Die RKZ beschloss, einen Schlüssel zu prüfen, der nicht nur die Anzahl der Fremdsprachigen in einem bestimmten Gebiet, sondern auch die «kirchliche Finanzkraft» im entsprechenden Kanton berücksichtigt. Im Lauf der nächsten Monate soll eine Vernehmlassung bei den kantonalkirchlichen Organisationen durchgeführt werden.
Die RKZ ist der Verband der öffentlich-rechtlichen kantonalen Körperschaften und verwandter kantonaler Organisationen der katholischen Kirche in der Schweiz. Aus jedem Kanton nehmen jeweils zwei Delegierte an den vierteljährlichen Plenarsitzungen teil.
Am 23. September 1999 hat Bischof Amédée Grab Herrn Werner Derungs-Derungs, geboren am 12. August 1960, von Camuns (GR), in Haldenstein (GR), zum Bischöflichen Verwalter und gleichzeitig zum Verwalter des Priesterseminars St. Luzi ernannt. Sein Amtsantritt erfolgt am 1. April 2000.
Im Auftrag von Bischof Ivo Fürer wird der Bischof von Osnabrück,
Franz-Josef Bode, am Sonntag, 10. Oktober, in der Kirche Sant'Ignazio, Rom,
den im Bistum St. Gallen aufgewachsenen Roman Giger durch Handauflegung
und Gebet zum Priester weihen. Die Heimatprimiz feiert der Neugeweihte am
Sonntag, 24. Oktober, 10 Uhr, in seiner Heimatpfarrkirche St. Joseph in
Heiligkreuz. Die Diakonweihe hat Roman Giger im April 1998 ebenfalls in
Rom erhalten.
Im Sommersemester 2000 wird Roman Giger sein Studium in Fundamentaltheologie
am Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum mit dem Lizenziat abschliessen
und dort im Anschluss daran im Einverständnis mit Bischof Ivo das Doktoratsstudium
beginnen.
Der Festgottesdienst am Gallustag, Samstag, 16. Oktober, findet um 10
Uhr in der Kathedrale statt. Hauptzelebrant wird der neue Nuntius Pier Giacomo
de Nicolò sein. Die Predigt hält der aus Andwil stammende Benediktinerpater
Columban Züger. Er war jahrelang Ökonom im Kloster Disentis und
ist heute Spiritual im Kloster Müstair.
Der Domchor singt die Messe in D-Dur von Antonin Dvorák (Orchesterfassung)
sowie die Gallus-Sequenz von Notker Balbulus.
Unter dem Vorsitz von Domdekan Markus Büchel tagten die acht Dekane
am 17. September im Bildungszentrum Neu-Schönstatt in Quarten. Wieder
neu dabei ist Stephan Guggenbühl, der als Dekan von Appenzell die Nachfolge
des als Dompfarrer nach St. Gallen gewählten Josef Raschle angetreten
hat. Generalvikar Anton Thaler orientierte über offene Stellen im Bistum
und über welche, die vor kurzem wieder besetzt werden konnten oder
deren Besetzung bevorsteht.
Im Hinblick auf die Wahlen 2000 in den Dekanaten drängt sich eine Änderung
der Dekanats-Statuten auf. Es ist nicht mehr in jedem Dekanat möglich,
einen Priester als Dekan und einen weiteren als Vizedekan zu finden. Der
von Offizial Josef Kaufmann erarbeitete Gesamtentwurf gab zu grundsätzlichen
Diskussionen Anlass, so dass beschlossen wurde, im jetzigen Zeitpunkt nur
eine Teilrevision der Statuten in Bezug auf die Stellvertretung des Dekans
vorzunehmen und die weiteren Begehren im Rahmen einer Totalrevision zu behandeln.
Der in der Dekanenkonferenz erarbeiteten Lösung mit einem Laien als
Dekan-Stellvertreter und einem vom Dekan oder von der Dekanatskommission
bezeichneten Priester, der im Verhinderungsfall des Dekans Amtseinsetzungen
und die Beerdigungsliturgie übernehmen kann, konnten Bischof Ivo und
der Ordinariatsrat zustimmen. Der Offizial wird sie in die Statuten einarbeiten.
Das Stimmrecht in der Dekanatsversammlung soll weiterhin gemäss den
jetzt gültigen Statuten gehandhabt werden. Die Laien haben eine anerkannte
Ausbildung auszuweisen und mit bischöflicher Beauftragung eine hauptamtliche
(wenigstens zwei Drittel) seelsorgerliche Tätigkeit im Dekanat oder
im Bistum ausüben. Priester im Ruhestand, die keine seelsorgerlichen
Aufgaben mehr erfüllen, haben kein Stimmrecht mehr.
Die Umfrage über die Finanzen der Dekanate diente der gegenseitigen
Information.
Die Vorarbeiten des zweiten Schrittes im Bistumsprojekt «He! Was glaubst
Du?» sind abgeschlossen. Mitglieder der Arbeitsgruppe stehen wiederum
für eine Einführung in den Dekanaten zur Verfügung. Aldo
Giordano, Generalsekretär des in St. Gallen ansässigen CCEE, Rat
der Bischofskonferenzen in Europa, ist gerne bereit, an Dekanatsversammlungen
über seine Arbeit zu berichten.
Mit Albert Wassmer, Stellenleiter der Caritas St. Gallen, und Thomas
Wieland, Abteilungsleiter des Kantonalen Amtes für Flüchtlinge
und Soziales, haben sich die Mitglieder des Seelsorgerates des Bistums St.
Gallen an ihrer Herbsttagung in Wangs auf das Thema «Asylsuchende
unter uns» eingelassen.
Nur direkte Begegnungen mit Flüchtlingen und Asylsuchenden können
zu anderen Einsichten führen und einen Gegenpol bilden zu Vorurteilen
und Schlagworten. Davon sind Albert Wassmer und Thomas Wieland überzeugt.
Der Boden für Begegnungen und noch vorher für eine objektivere
Darstellung der Situation muss vorbereitet werden. Dazu braucht es wahre
Information und auch die Auseinandersetzung mit den Ängsten der Bevölkerung
(Kriminalität, Verlust von günstiger Wohnung, von Arbeitsplatz,
hohe Kosten). Wie nötig Information ist, realisierten die Mitglieder
des Seelsorgerates, die die erfragten Zahlen über Flüchtlinge
und Asylbewerber drastisch nach unten korrigieren und erkennen mussten,
dass die Schweiz nicht der Fluchtproblematik wegen ein Überfremdungsproblem
hat, sondern wegen der ausländischen Menschen, die aufgrund ordentlicher
Aufenthaltsbewilligungen hier leben und von denen seinerzeit viele als Arbeitskräfte
geholt worden sind, gerade aus Ex-Jugoslawien. Diese Grundproblematik muss
über eine Integrationspolitik und nicht über die Asylpolitik diskutiert
werden.
Angaben über die finanzielle Unterstützung von Menschen aus dem
Fluchtbereich dienten dazu, dem Vorurteil entgegenzutreten, Asylsuchende
würden finanziell «überversorgt» und besser gestellt
als fürsorgeabhängige Schweizer/Schweizerinnen. Dargestellt wurde
an der Tagung der Ablauf des Asylverfahrens, aufgezeigt auch, unter welchen
Bedingungen Menschen bei uns Asyl erhalten oder vorübergehenden Schutz.
Nicht verschwiegen wurden die Spannungsfelder, in denen die Hilfswerke im
Bereich Migration stehen. Sie wollen die Augen keineswegs vor dem Problem
der «missbräuchlichen» Benutzung des Asylgesetzes schliessen,
sich aber für Menschen wehren, wenn sie der Auffassung sind, dass eine
Rückkehr nicht zumutbar oder ein Verfahren nicht in der gebotenen Sorgfalt
abgewickelt worden ist.
Der Seelsorgerat ist einerseits Beratungsgremium für den Bischof,
der jeweils zusammen mit weiteren Mitgliedern der Bistumsleitung an den
Tagungen aktiv teilnimmt, und andererseits Bindeglied zu den Dekanats- und
Pfarreiräten, Gremien, in denen die erarbeiteten Handlungsansätze
auf Dekanats- oder Pfarreiebene umgesetzt werden könnten: einladen
zu Informationsveranstaltungen, eine Predigtreihe anregen, zu Begegnungen
ermuntern bei Pfarrei-, Sport- und Vereinsanlässen oder bei gemeinsam
mit Flüchtlingen oder Asylbewerbern organisierten Suppentagen. Am glaubwürdigsten
wirken Seelsorgerätinnen und Seelsorgeräte, die selber schon Kontakte
geknüpft und dabei erfahren haben, wie aus dem Für-einander ein
bereicherndes Mit-einander geworden ist. Die Caritas St. Gallen bietet unter
dem Titel «Fremde unter uns eine Herausforderung» eine
dreiteilige Veranstaltung an, die auf die momentane Situation, die gemischten
Gefühle und Möglichkeiten zum Handeln eingeht.
An der Sitzung in Wangs wurde die Kollegienrätin Elisabeth Bartholet,
Berschis, als neues Mitglied willkommen geheissen. Sie ist die Nachfolgerin
von Therese Riederer-Gantner, Mels, die in der zweiten Amtsdauer vorzeitig
ausgeschieden ist. Pastoralassistent Bruno Schmid stellte die Pfarrei vor,
und nach dem Mittagessen in der «Sonne» fand Kirchenratspräsident
Johann Schumacher in der renovierten Pfarrkirche bei Bischof Ivo und den
Mitgliedern des Seelsorgerates interessierte Zuhörer und Zuhörerinnen.
Als Nachfolger von P. Alois Baiker wurde P. Hansruedi Kleiber von P. General Peter-Hans Kolvenbach zum neuen Provinzial ernannt. Er wird sein Amt am 14. Oktober 1999 antreten. P. Hansruedi Kleiber wurde am 28. Januar 1948 in Basel geboren. Nach dem Gymnasium und der Matura in Basel trat er 1968 ins Noviziat der Gesellschaft Jesu in Frankreich ein. Die Philosophie studierte er in München, die Theologie in Frankfurt a.M. Zum Priester geweiht wurde er 1978 durch Weihbischof Otto Wüst in Basel. 1989 bis 1998 stand er der Basler Jesuitenkommunität als Superior vor. Die Schweizer Jesuitenprovinz ist eine der kleinsten von insgesamt 85 des Ordens. Sie zählt 90 Mitglieder und 9 Niederlassungen, davon eine in Feldkirch. Der Sitz des Provinzialats ist in Zürich.