39/1999 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Der vor uns liegende Sonntag der Weltmission gibt mir die Gelegenheit,
mich an alle zu wenden, die in der Schweiz eine pastorale Aufgabe ausüben.
Ich möchte Sie ermutigen, die Feierlichkeiten an diesem Sonntag, dem
24. Oktober 1999, im Sinn eines Fest- und Aussendungstages zu begehen.
Wenn man früher von «Mission» sprach, meinte man jene tapferen
Missionare, die in die Welt hinauszogen, um engagiert die Gute Nachricht
zu verkünden. Sie setzten dafür ihre Gesundheit aufs Spiel, oftmals
auch ihr Leben. Diese Missionare verdienen unsere Gebete und unsere Anerkennung.
Wenn man heute in der Folge des Zweiten Vatikanums von «Mission»
spricht, meint man damit die «Mission» jeder Christin und jedes
Christen, wo immer sie ausgeübt wird bei uns in der Schweiz oder
in einem fernen Land. Auch werden wir uns in den alten Kirchen Europas vermehrt
bewusst, dass wir die Botschaft der jüngeren Kirchen benötigen,
obwohl diese Kirchen eigentlich dringend der materiellen Hilfe bedürfen.
Durch die Inkulturation ist unsere Form des Glaubens einst demjenigen der
jungen Kirchen begegnet. Nun sind es diese jungen Kirchen, die uns neue
Perspektiven aufzeigen, vor allem in den Bereichen Gerechtigkeit, Solidarität
und Lebensfreude (auf Haiti spricht man davon, «ein besseres Leben
zu suchen»). «Mission» stellt heute weit mehr als bloss
materielle Hilfeleistungen dar, sie ist ein lebendiger Austausch zwischen
den Christen der verschiedenen Erdteile. Dafür ist der aus Anlass des
Sonntags der Weltmission verfasste Hirtenbrief der haitianischen Bischöfe
ein treffendes Beispiel. Diese Botschaft verdient es, am 24. Oktober verlesen
zu werden.
Nehmen wir uns an diesem Sonntag besonders zu Herzen, gemeinsam mit unseren
Schwestern und Brüdern auf dem ganzen Erdkreis durch geschwisterliches
Teilen unsere in Christus begründete Solidarität zu feiern. Von
den prächtigsten Kathedralen bis zu den bescheidensten Landkapellen
ergibt sich an diesem Sonntag die Gelegenheit, unsere Gemeinschaft durch
ein konkretes Zeichen des Teilens zu bekräftigen. Unsere Beiträge
helfen dem Missio-Ausgleichsfonds für die Weltkirche, den dringendsten
Bedürfnissen der jungen Kirchen zu entsprechen. Deshalb soll die Kollekte
dieses Sonntags ausschliesslich für Missio bestimmt sein.
Ich möchte Ihnen ein herzliches Dankeschön aussprechen für
all das, was Sie bereits getan haben und noch tun werden, damit der Sonntag
der Weltmission in seiner ganzen Faszination begangen werden kann und wirklich
zum Fest- und Aussendungstag wird. Vielen Dank schliesslich für alle
grosszügigen Gaben, die aus diesem Anlass im Geist des evangelischen
Teilens gespendet werden.
An der September-Sitzung der OKJV (Ordinarienkonferenz-Jugendverbände)
wurde die falsche Radio-Meldung dementiert, dass Blauring und Jungwacht
fusioniert hätten. Richtig ist, dass die beiden Bundesleitungen durch
einen neuen Zusammenarbeitsvertrag jetzt eine gemeinsame Verbandsleitung
bilden, dass aber Blauring und Jungwacht weiterhin zwei Vereine bleiben.
So ändert sich nichts für die Blauring- und Jungwachtscharen in
den Pfarreien.
Zum ersten Mal in die OKJV kam der neue Verbandsleiter der Katholischen
Pfadfinder/Pfadfinderinnen (VKP) Andreas Mathis.
Vertreter von Jugendbewegungen (Schönstatt, Junge Franziskanische Gemeinschaft,
Gen, Erneuerung) berichteten vom ersten Treffen aller kirchlichen Bewegungen
der Schweiz am 11. September in Baar. 20 Bewegungen aus der deutschen, französischen
und italienischen Schweiz lernten sich besser kennen und möchten, dass
sie auch in den Pfarreien und andern kirchlichen Gruppen besser bekannt
und vertraut werden, damit die Zusammenarbeit und Einheit in der katholischen
Kirche besser wird.
Weil sich die katholischen Jugendlichen der verschiedenen Sprachregionen
bisher mehr im Ausland bei den Weltjugendtreffen als in der Schweiz trafen,
wird für den 25. März 2000 ein erstes Treffen für Jugendverantwortliche
aus allen Teilen der Schweiz in der Villa Jugend in Aarburg geplant. 30
Jugendvertreter aus der Deutschschweiz, 20 aus der Romandie und 10 aus dem
Tessin werden ihre Erfahrungen und Anliegen in der kirchlichen Jugendarbeit
austauschen. Die Idee für dieses gesamtschweizerische Treffen entstand
bei den Weltjugendtreffen mit dem Papst (Denver 1993, Manila 1995, Paris
1997) und beim Schweizer Treffen von 1998 auf dem Monte Tamaro (Tessin).
Das Weltjugendtreffen 2000 in Rom regt zur vermehrten Zusammenarbeit der
verschiedenen Jugendverbände und Bewegungen an, was sich auch im gemeinsamen
Sekretariat der AG ROM 2000 in Zürich ausdrückt. Es möchte
allen Interessierten durch Information und Koordination helfen, am Weltjugendtreffen
vom 10.14./15.20. August 2000 in Rom teilzunehmen (Telefon 01-266
69 23).
Eine eigene Ausbildung für kirchliche Jugendarbeiter gibt es im Moment
nicht. Bildungsmöglichkeiten für diese anspruchsvolle Aufgabe
bieten teilweise das Katechetische Institut in Luzern (KIL) oder die Hochschule
für Sozialarbeit Zentralschweiz (HFSZ) an. Regionale Fortbildungsangebote
gibt es bei der Kantonalen Jugendseelsorge im Aargau, Thurgau und in St.
Gallen. In Zürich beginnt im Herbst 2000 eine neue zweijährige
Berufseinführung für kirchliche Jugendarbeit. Die Fachstelle für
kirchliche Kinder- und Jugendarbeit bildet jetzt eine Arbeitsgruppe, die
beitragen möchte, die Ausbildung für die kirchliche Jugendarbeit
zu optimieren, zu koordinieren und zu fördern, damit möglichst
viele kirchliche Jugendarbeiter/Jugendarbeiterinnen eine gute, praxisbezogene
Ausbildung erhalten, die von Kirche und Staat anerkannt wird und den Jugendarbeitern/Jugendarbeiterinnen
auch für ihre weitere Berufskarriere hilft.
Die Fachstelle orientierte ebenfalls über die gegenwärtige Arbeit
ihrer AG Spiritualität, welche die Religiosität bei den Jugendlichen
untersuchen möchte: ihre religiöse Praxis, ihre religiösen
Erfahrungen und ihre Beziehung zur Kirche. Dazu verteilte Roberto Suter
den OKJV-Mitgliedern Fragebogen zur Religiosität bei den heutigen Jugendlichen.
Verschiedene OKJV-Delegierte äusserten Kritik am Fragebogen: Die Fragen
seien zu negativ, suggestiv, schwer auszuwerten. Es werden mehr offene Fragen
gewünscht wie zum Beispiel «Wie erfahre ich Gott?» oder
«Was ist dir heilig?».
Neues OKJV-Mitglied wurde die DAMP (Deutschschweizerische Arbeitsgruppe
für Ministranten/Ministrantinnen-Pastoral), die mit ihren Weiterbildungskursen
eine wichtige Jugendseelsorge animiert und beim grossen Ministrantenfest
am 5. September 1999 in Bern mit 4200 Teilnehmern/Teilnehmerinnen (und weiteren
1000 zu spät gemeldeten Interessenten) ein grosses Echo gefunden hat.
Die auf 1. Juni 2000 vakant werdende Pfarrstelle St. Mauritius, Bern-Bethlehem,
wird für einen Pfarrer (im Vollamt oder teilzeitlich) zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben (siehe Inserat in der letzten Ausgabe).
Die auf Herbst 2000/Frühling 2001 vakant werdende Pfarrstelle Breitenbach
(SO) wird für einen Pfarrer zur Wiederbestzung ausgeschrieben.
Die vakante Pfarrstelle Welschenrohr (SO) wird für einen Pfarrer zur
Wiederbesetzung ausgeschrieben (50%).
Interessenten melden sich bitte bis 29. Oktober 1999 beim diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail: personalamt.bistum-basel@kath.ch
Martin Kohlbrenner-Buschmann auf den 26. September 1999 zum Gemeindeleiter der Pfarrei Sulgen.
In der SKZ 35/1999 ist Othmar Odermatt-Gasser als Pastoralassistent der Pfarrei Steinhausen (ZG) aufgeführt. Richtig ist: Ruedi Odermatt-Gassner als Pastoralassistent der Pfarrei Steinhausen.
Mit Datum vom 15. September 1999 hat Bischof Amédée Grab Herrn Prof. Dr. Franz Annen zum Rektor der Theologischen Hochschule Chur für die Amtsdauer 19992003 ernannt.
Folgenden Personen erteilte Bischof Amédée Grab die Missio
canonica für ihren Seelsorgedienst:
Stefan Arnold als Pastoralassistent des Pfarrers der Pfarrei Bülach;
Hans Georg Broich-Mohr, bisher Pastoralassistent und Gemeindeleiter in Affoltern
a.A., neu als Pastoralassistent des Pfarradministrators der Pfarrei Embrach
mit der Funktion des Gemeindeleiters;
Ernst Fuchs als Pastoralassistent des Pfarradministrators der Pfarrei Maria
Krönung in Zürich-Witikon;
Hagen Gebauer als Pastoralassistent des Pfarrers der Pfarrei Geroldswil;
Astrid Knipping als Pastoralassistentin des Pfarradministrators der Pfarrei
Herz Jesu in Winterthur;
Matthias Kühle-Lemanski als Pastoralassistent des Pfarradministrators
der Pfarrei Glarus;
Jürgen Kulicke als Pastoralassistent des Pfarrers der Pfarrei Zollikerberg-Zumikon;
Thomas Lichtleitner-Meier als Pastoralassistent des Pfarrers der Pfarrei
Glattbrugg;
Martin Pedrazzoli, bisher Pastoralassistent in Glattfelden-Eglisau, neu
als Pastoralassistent des Pfarradministrators der Pfarrei Elgg;
Markus Steinberg als Pastoralassistent des Pfarradministrators der Pfarrei
Hinwil;
Martin Stewen als Pastoralassistent des Pfarrers der Pfarrei Meilen.
Diakonatsweihen am 20. November 1999 in der Kathedrale Chur durch Msgr.
Bischof Amédée Grab: Gregor Barmet und Jürg Stucker.
Weihe der Ständigen Diakone:
2. Oktober 1999 Claudio Cimaschi-Oberti in der Liebfrauenkirche Zürich
durch Weihbischof Dr. Paul Vollmar;
3. Oktober 1999 Uwe Burrichter-Tarter in St. Franziskus, Zürich-Wollishofen,
durch Weihbischof Dr. Peter Henrici;
30. Oktober 1999 Hanspeter Schuler-Geser in Sattel, durch Bischof Amédée
Grab.
Auf Wunsch einiger Dekanate wurde der Firmplan des Diözesanbischofs,
der mit Schreiben vom 17. November 1998 allen Pfarrämtern mitgeteilt
wurde (vgl. SKZ 46 vom 12. November 1998 und SKZ 48 vom 26. November 1998),
überarbeitet und auf den Fünfjahreturnus abgestimmt, welcher bis
1990 in Kraft war (jedenfalls in Graubünden und in der Urschweiz).
Er soll ab 2002 wiederum berücksichtigt werden. Auf Grund der fortgeschrittenen
Planung werden die Firmungen des Diözesanbischofs für das Jahr
2000 und 2001, wie mit der bischöflichen Kanzlei abgesprochen, durchgeführt.
Für die Pfarreien der Dekanate Obwalden, Nidwalden sowie Zürcher
Oberland, welche der Bischof bisher noch nicht besucht hat, wären in
der bischöflichen Agenda 2001 noch genügend Termine frei, so dass
für diese Pfarreien mit dem Rückgriff auf den alten Firmplan keine
Benachteiligung entstehen sollte.
Für die Planung des Turnus des Diözesanbischofs ab 2002 wird die
Bischöfliche Kanzlei jeweils mit den betroffenen Dekanaten rechtzeitig
Kontakt aufnehmen, damit die Firmungen aufeinander abgestimmt werden können.
Der Firmplan soll jeweils bis Ende des zweiten Vorjahres abgeschlossen sein
(zum Beispiel für das Jahr 2001 Ende des Jahres 1999).
Die Firmungen ausserhalb des Fünfjahreturnus (sogenannte «Zwischenfirmungen»,
Ausdruck sollte vermieden werden) werden von den Generalvikariaten aus organisiert.
Die Pfarreien werden aufgefordert, die Firmung jeweils ein Jahr voraus (zum
Beispiel Herbst 1999 für 2001) mit dem zugestellten Formular anzumelden.
Firmspender sind die Generalvikare. Zu ihrer Entlastung wird der Diözesanbischof
jeweils zusätzlich Firmspender bezeichnen, da nur er die Erlaubnis
zur Firmspendung in seiner Diözese geben kann. Das ist auch dann der
Fall, wenn ein Bischof aus einer anderen Diözese eingeladen wird.
Mit dem Firmturnus des Diözesanbischofs war die ordentliche Visitation
(Pastoralbesuch) verbunden. Firmung durch den Diözesanbischof und Visitation
sind jedoch nicht identisch. Die Handhabung der Visitation ist noch Gegenstand
der Diskussion im Personal- und Bischofsrat und wird zu einem späteren
Zeitpunkt bekannt gegeben. Gegenwärtig werden die Visitationen von
den Generalvikaren wie bis anhin durchgeführt.
Immer wieder wird im Zusammenhang mit der Firmung die Frage des Honorars
aufgeworfen. In gewissen Regionen haben die Dekanate eine Regelung getroffen,
in anderen nicht. Der Bischof und seine Mitarbeiter (Generalvikare, Bischofsvikare)
erhalten grundsätzlich kein Honorar. Es ist jedoch angebracht, dem
Bischof und seinen Mitarbeitern einen Betrag als Spende für die vielfältigen
seelsorglichen Aufgaben in der Diözese zur Verfügung zu stellen.
Die Dekanate der einzelnen Generalvikariate sollen dazu eine Regelung festlegen,
die auch für kleinere Pfarreien tragbar ist. Die Regelung soll auch
für andere Feiern angewendet werden (zum Beispiel Kirchweihen, Jubiläumsfeiern).
Alle übrigen Firmspender sollen von der Kirchgemeinde ein angemessenes
Honorar erhalten und auch eine Vergütung der Reisespesen. Die Pfarreiverantwortlichen
sollen die Kirchgemeinderäte beziehungsweise Kirchenpflegen darauf
aufmerksam machen.
2002
Chur
Surselva
Zürich Stadt
2003
Ob dem Schyn/Davos
Uri
Albis
2004
Engadin
Glarus
Ausserschwyz
2005
Mesolcina/Calanca
Innerschwyz
Winterthur
2006
Poschiavo/Bregaglia
Obwalden/Nidwalden
Zürcher Oberland
2007
Chur
Surselva
Zürich Stadt
Luigi Salvi, Italienermissionar
Der Verstorbene wurde am 24. September 1938 in Almenno S. Barolomeo, Provinz
Bergamo, Italien, geboren. Nach seiner Priesterweihe am 28. Juni 1965 in
Bergamo wirkte er an verschiedenen Seelsorgestellen in Italien und in Belgien
und während kurzer Zeit in Bolivien. 1975 kam er in die Schweiz. Von
1975 bis 1982 betreute er die Missione cattolica Italiana Albis in Kilchberg,
und nach mehrjähriger Tätigkeit in der Westschweiz, in Montreux
(19821993), wirkte er zuletzt als Italienerseelsorge in Samedan, im
Engadin (19931999). Eine schwere Krankheit zwang ihn anfangs August
1999 zur Aufgabe seiner Tätigkeit und zur Rückkehr in seine Heimatgemeinde
Almenno, wo er am 13. September 1999 verstarb.
An der Universität St. Gallen wird mit der Pensionierung des bisherigen
Stelleninhabers auf Sommer 2001 die Stelle eines katholischen Universitätsseelsorgers
neu besetzt. Es geht um die Präsenz der Kirche an der Universität.
Der Universitätsseelsorger hat darum folgende Arbeitsbereiche wahrzunehmen:
Begleitung der Studierenden; Gottesdienste für Studierende; Führung
des Akademikerhauses; Wissenschaftliche Arbeit; Öffentliche Vorlesungen.
Voraussetzungen sind: abgeschlossenes theologisches Studium, seelsorgerliche
Erfahrung, kirchliche Haltung, Kontaktfähigkeit und Gesprächsbereitschaft.
Stellenantritt: nach Vereinbarung.
Bewerbungen mit den erforderlichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnis, Referenzen)
sind bis Ende Oktober 1999 zu richten an das Personalamt der Diözese
St. Gallen, Klosterhof 6b, Postfach 263, 9001 St. Gallen.
Am Beginn der gesicherten Mörschwiler Kirchengeschichte steht die Bulle Papst Alexanders VI. vom 17. April 1498, in welcher er den Mörschwilern erlaubt, eine Pfarrkirche zu bauen und sich von der Pfarrei Arbon zu trennen. Ammann Jakob Hädener hatte sie von einer Romreise mitgebracht, die er unternommen hatte, um die Errichtung der Pfarrei Mörschwil direkt beim Heiligen Stuhl zu betreiben. Am Sonntag, 19. September, hat Bischof Ivo in der einmal mehr renovierten und restaurierten Pfarrkirche Johannes Baptist in Mörschwil den neuen Altartisch geweiht. Während eineinhalb Jahren hatten die Mörschwiler Gläubigen in der Kapelle des Missionshauses Untere Waid ihre Gottesdienste gefeiert. Der Rektor des Gymnasiums Untere Waid ist Pfarreiadministrator in der Pfarrei Mörschwil. Die neue Orgel wird mit einem Konzert Ende November eingeweiht.
Jugendliche wünschen sich gute Beziehungen in Freundschaft und Liebe,
vor allem aber ein Zuhause, Geborgenheit und Verständnis. Ein Ergebnis
aus der Mega-Geburtstagskarten-Aktion zum 7. Ökumenischen Jugendbegegnungstag
in St. Gallen unter dem Motto «Happy Birthday». Eine Lehrstelle
wünschen sie sich auch, aber noch wichtiger ist ihnen, einen Sinn in
ihrem Leben zu finden, sich selber sein zu dürfen und mutig genug,
die eigenen Träume nicht aufzugeben, nicht zu resignieren. Sie wollen
mit ihren Anliegen in der Gesellschaft gehört werden, begrüssten
weniger Vorschriften und werben um Verständnis für ihre Wünsche
und Forderungen. Weil sie die bestehende Welt für heillos verdorben
halten, wünschen sie sich einen Neuanfang in vielen Bereichen: einen
effektiveren Umwelt- und Tierschutz, den Einsatz öffentlicher Verkehrsmittel
auch in den Randzeiten, verantwortungsvolle Entsorgung des Abfalls. Breiten
Raum nimmt das Thema Solidarität ein: mit Behinderten, zwischen den
Generationen, mit Menschen verschiedener Nationalität und Hautfarbe
(«weniger Ausländerfeindlichkeit»). Nur zwei Wünsche
bezogen sich auf weniger Gewalt an Schulen und weniger Kriminalität
offenbar kein so dringendes Thema für die Jugendlichen selbst.
Das Thema «Fortschritt» wird nur am Rande angesprochen. Neue
Techniken sollten allerdings Aids, Krebs und Überbevölkerung (in
dieser Zusammenstellung!) bekämpfen. Häufige Wünsche sind
der Frieden für alle und die weltweite Bekämpfung des Hungers.
Und schliesslich soll das Geburtstagskind, Jesus, einen Platz im Herzen
der Menschen behalten und nicht vergessen werden.
Die Geburtstagskarten bildeten die Kulisse für den Auftakt und das
Fest im Klosterhof. Dort wurde auch die riesige Geburtstagstorte angeschnitten
und davon 790 Stücke verteilt. Am Gottesdienst in der St. Laurenzenkirche
zum Thema «Ich tanzte am Morgen, als geboren das All, ich tanzte vom
Himmel auf die Erde...» waren es gar 900 Teilnehmende. Hier wurde
die christliche Botschaft nicht mit Worten, sondern tanzend überbracht
und ihr Kern tanzend auf den Punkt gebracht. Eine Tänzerin und ein
Tänzer tanzten die «Werke der Barmherzigkeit» nach dem
Matthäusevangelium. Für ihr Werk der Barmherzigkeit, für
ihre Spende an das Baby-Hospital Bethlehem bekamen die Teilnehmenden einen
Stein vom Steinbruch hinter der Geburtsgrotte in Bethlehem. Er soll daran
erinnern, dass dort vor 2000 Jahren ein Stein ins Rollen kam, ein Stein
des Anstosses...
Bischof Ivo Fürer und Kirchenratspräsident Pfarrer Karl Graf bestritten
dieses Mal keines der meist sehr gut besuchten 22 Ateliers (von «Alltag
in der Strafanstalt» bis zu «Wie stellst du dir Gott vor?»
und «Sprayen»), mischten sich jedoch beim Fest unter die Jugendlichen
und die Jugendseelsorger/-seelsorgerinnen. Organisiert worden war der aufwendige,
aber einmal mehr gelungene Anlass von der katholischen und evangelischen
Jugendarbeit und verschiedenen Jugendverbänden.