28-29/1999 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Das Präsidium der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) veröffentlicht
anlässlich seiner ordentlichen Sitzung im Hinblick auf kursierende
unrichtige Gerüchte folgende Mitteilung:
Der Sekretär der SBK, P. Dr. Roland-B. Trauffer OP, wird am 31. Dezember
2000 sein Amt in der SBK beenden und eine neue Aufgabe übernehmen.
Damit geht die bisher längste Amtszeit eines Sekretärs der SBK
in gegenseitigem Einvernehmen zu Ende.
Die Schweizer Bischöfe danken dem Sekretär, dass er sich für
die Verlängerung seines vierten Mandates zur Verfügung gestellt
hat. Die Bischöfe haben den Wunsch auf diese Verlängerung im Hinblick
auf die grossen zusätzlichen Aufgaben im kommenden Jubiläumsjahr
ausgesprochen. Die Bischöfe werden somit auf den effizienten und loyalen
Einsatz von P. Dr. Roland-B. Trauffer OP über die übliche Amtsdauer
hinaus zählen können.
Diese Information wurde bisher nicht veröffentlicht, weil die Wahl
des neuen Sekretärs noch nicht erfolgt ist.
Wie gelangen kirchliche Nachrichten in die Redaktionsstuben der säkularen
Medien? Dieser Frage ging die Römisch-katholische Zentralkonferenz
der Schweiz (RKZ) an ihrer letzten Plenarversammlung in Arlesheim (BL) nach.
Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) informierte über den Original
Text Service (OTS), bei dem die Pressemitteilungen innert kürzester
Zeit über das SDA-Satellitennetz direkt in die Redaktionssysteme der
Medien gelangen. Die Katholische Internationale Presseagentur (KIPA) berichtete
über die Zusammenarbeit, die sie in den nächsten Tagen auf Anregung
der RKZ mit der SDA beginnt. Der Katholische Mediendienst Zürich erläuterte
den Stand des Internet-Programms «Katholische Kirche Schweiz Online»
(KKSO), bei dem zurzeit 70 katholische Organisationen vernetzt sind.
Die RKZ beriet die Vorbereitung des Finanzplans 20002004 für die
RKZ-Beiträge an das Mitfinanzierungs-System, mit dem die RKZ, im Verbund
mit dem Inlandteil des Hilfswerks Fastenopfer, über fünfzig sprachregionale
und gesamtschweizerische kirchliche Dienststellen und Projekte unterstützt.
Der Finanzplan 9599 sah eine jährliche Steigerung der RKZ-Beiträge
im Umfang von 250000 Franken vor. Damit sollte der Inlandteil des Fastenopfers
jährlich um 50000 Franken entlastet und trotzdem ein jährlicher
Mehraufwand von 200000 Franken ermöglicht werden. Für den neuen
Plan muss voraussichtlich mit einer Plafonierung auf dem heutigen Stand
gerechnet werden, da die Kirchensteuereinnahmen in mehreren Kantonen rückläufig
sind. Voraussetzung ist, dass das Fastenopfer seinen Beitrag ebenfalls auf
dem heutigen Stand stabilisiert.
Die RKZ traf sich auf Einladung der Römisch-katholischen Landeskirche
Basel-Land in Arlesheim, das zwischen 1678 und 1792 die Residenz des Domkapitels
des Fürstbischofs von Basel war. Sie besuchte den Dom sowie die Ausstellung,
die, in Erinnerung an die Anfänge des Fürstbistums Basel vor 1000
Jahren, diese ausserordentliche Arlesheimer Zeit dokumentiert hat.
Die RKZ ist der Verband der öffentlich-rechtlichen kantonalen Körperschaften
und verwandter kantonaler Organisationen der katholischen Kirche in der
Schweiz. Aus jedem Kanton nehmen jeweils zwei Delegierte an den vierteljährlichen
Plenarsitzungen teil.
Ende Juni trafen sich die Vertreter der Jugendverbände und der Bischöflichen
Ordinariate in der OKJV zum halbjährlichen Austausch über ihre
Neuigkeiten und Initiativen.
Die bisherige Leiterin der Jungen Franziskanischen Gemeinschaft Andrietta
Wahl und Monika Walter von den Schönstatt-Mädchen wurden verabschiedet.
Ihre Nachfolgerinnen Susanne Altoe (JFG) und Sr. Monia Schnider wurden vorgestellt.
Beim Verband Katholischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VKP) tritt der
langjährige, verdienstvolle Verbandsleiter Beat Niederberger zurück
und wird durch Andreas Mathis und Dominique Helbling ersetzt.
Das neue Kirchengesangbuch bietet mit seinen neuen Kinder- und Jugendliedern
den Pfarreien mehr Möglichkeiten, in Familien- und Jugendgottesdiensten
gemeinsam aus dem KG zu singen. Doch sind in letzter Zeit viele neue Kinder-
und Jugendlieder entstanden. Am 21. August 1999 überlegen sich Jugendseelsorger
und Kirchenmusiker in St. Gallen, ob neue Jugendgesangbücher herauskommen
sollen, zum Beispiel ein «Halleju 3».
Seit Herbst 1998 sind die Pfarreien eingeladen, eine freiwillige Jugendkollekte
aufzunehmen. Bis jetzt sind Fr. 120000. gesammelt worden, die zahlreiche
Initiativen der Jugendseelsorge ermöglichen. Wie bisher wurde das Ranfttreffen
vor Weihnacht 1998 subventioniert. Neu möglich wurde eine Werbung für
die Zeitschrift «Junge Kirche» und die Unterstützung der
«AG Spiritualität», welche die Ansätze zur Religion
bei Jugendlichen untersucht. Auch kann ein offenes Gen-Jugendtreffen «Für
eine geeinte Welt» subventioniert werden. Unterstützungen sind
vorgesehen für das grosse Ministrantentreffen am Sonntag, 5. September
1999, in Bern, das mit über 3000 Teilnehmern/Teilnehmerinnen alle Erwartungen
übersteigen wird. Ebenso wurde Geld zurückgestellt, um Jugendliche
auf das Weltjugendtreffen vom 15.20. August 2000 in Rom aufmerksam
zu machen und Jugendgruppen mit einem eigenen Sekretariat der AG Rom 2000
für die Romreise behilflich zu sein. Die Jugendvertreter danken allen
Pfarreien, welche die freiwillige Jugendkollekte bereits aufgenommen haben,
wie auch allen, die das noch tun werden.
Hauptthema dieser OKJV-Sitzung war die Frage: «Wer ist Gott, wer ist
Jesus für mich?» Den Impuls für anregende Gespräche
bot ein starker Text einer jungen Afrikanerin, die schreibt, wie Jesus für
sie Motor und das wahre Leben ist. Jesus wohne tief in ihrem Inneren, freue
sich mit ihr und ist traurig mit ihr: «Ohne Jesus kann ich nichts
tun.»
Was bedeutet Jesus für unsere Jugendlichen? Dem einen ist Jesus ein
Freund, über den er so begeistert reden kann wie die Afrikanerin. Andern
gefällt, wie Jesus Tabus und Traditionen bricht und Neues ermöglicht.
Jesus ist der, der jedem Menschen alle Chancen gibt, auch den Gescheiterten
und Abgeschriebenen. Aus dem Religionsunterricht wird berichtet, wie einige
Jugendliche nichts mehr über Jesus und die Bibel hören möchten,
aber auch: «Jesus ist die wichtigste Person in meinem Leben».
In Jesus ist Gott uns ganz nahe gekommen, so dass er von menschlicher Not
nicht unberührt bleibt. In Jesus erlebt auch Gott Ablehnung, Verkennung
und Ungerichtigkeit.
Die Mitglieder der OKJV empfanden dieses persönliche Gespräch
über den Glauben als höchst wertvoll und anregend. Es soll weiterhin
stattfinden, nicht nur in der OKJV, auch in den Jugendgruppen und überall
in der Kirche.
Kursbeginn: 1. Oktober 1999.
Kursdauer: bis 31. März 2001 (3 Semester).
Kursaufbau: 12 Lehrbriefe zur persönlichen Erarbeitung; Besuch
von 3 bis 4 Studientagen (Wochenende); schriftliche Hausarbeit; praktische
Übungen unter Anleitung einer Begleitperson.
Zielgruppe: Laien, die sich persönlich um Fragen des Gottesdienstes
interessieren, besonders aber solche, die sich zu einem liturgischen Dienst
in den Gemeinden bereitstellen möchten.
Auskunft und Anmeldung: Liturgisches Institut, Wiedingstrasse 46,
8001 Zürich, Telefon und Fax 01-4510487.
Am Mittwoch, 23. Juni 1999, hat Dompropst Dr. Anton Cadotsch Domherrn Dr. Peter Schmid, Offizial, in der Kathedrale St. Urs und Viktor, Solothurn, als Dekan des Kathedralkapitels des Bistums Basel installiert.
Am Sonntag, 27. Juni 1999, hat Bischof Dr. Kurt Koch in der Pfarrkirche Christ König, Biel, Diakon Jean-Noël Theurillat, von Epauvillers, in Biel, zum Priester geweiht.
Ab 1. August 1999 übernimmt Martin Gadient die halbzeitliche Stelle
des Animators für kirchliche Berufe im Bistum Basel. Er wird Nachfolger
von Ernst Heller, der seit 1985 diese Aufgabe neben seiner Arbeit als Vikar
in Wettingen und als Pfarrer in Kriens mit grossem Einsatz wahrgenommen
hat.
Der Animator für kirchliche Berufe berät und begleitet meist junge
Menschen bei der Klärung ihrer persönlichen Berufung. Er orientiert
sie über alle kirchlichen Berufe für Frauen und Männer, über
die Berufe für Laien, Ordensleute, Diakone und Priester. Der Animator
arbeitet mit einzelnen Personen, Jugendgruppen, Pfarreien, Seelsorgern,
Seelsorgerinnen, mit dem Priesterseminar, mit Klöstern und der Arbeitsstelle
Kirchliche Berufe IKB zusammen. Er wird dabei von der Kommission für
kirchliche Berufe im Bistum Basel unterstützt. Er hat den Auftrag,
sich für die Förderung aller kirchlichen Berufe einzusetzen.
Der neue Animator Martin Gadient wurde 1951 geboren, arbeitete zuerst als
Primar- und Reallehrer, war 19831991 in der Bundesleitung der Jungen
Gemeinde, mit der er die Ranfttreffen organisierte. Seit 1989 ist er mit
Bernadette Häfliger verheiratet. Auf dem 3. Bildungsweg wurde er 1995
Pastoralassistent in Kriens, wo er auch weiterhin halbzeitlich arbeiten
wird.
Erreichbar ist Martin Gadient im Pfrundhaus, Kirchrainweg 3, 6010 Kriens,
Telefon 041-3221151, Fax 041-3221150.
Die vakant werdende 150%-Stelle Erwachsenenbildung im Kanton Aargau wird für Theologinnen und Theologen zur Wiederbesetzung ausgeschrieben (siehe auch Inserateteil dieser Ausgabe). Interessenten melden sich bitte bis zum 18. August 1999 beim diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn oder E-Mail: personalamt.bistum-basel@kath.ch
Georges Greppin, Resignat, Tavannes
In Tavannes starb am 5. Juni 1999 der emeritierte Pfarrer Georges Greppin.
Er wurde am 7. September 1913 in Courrendlin geboren und am 29. Juni 1939
zum Priester geweiht. Er begann sein Wirken als Vikar in Tavannes (19391945)
und war dann in den Jahren 19451966 Arbeiterseelsorger für den
Kanton Bern mit Standort Moutier. 19661978 wirkte er als Pfarrrektor
in Corgémont. Die Jahre des Ruhestandes (seit 1978) verbrachte er
in Tavannes. Seine Ruhestätte befindet sich in Courrendlin.
Paul Netzer, emeritierter Pfarrer, Hüttwilen
In Hüttwilen starb am 28. Juni 1999 der emeritierte Pfarrer Paul Netzer.
Er wurde am 15. Juni 1914 in Niederwil (SG) geboren und am 2. Juli 1941
zum Priester geweiht.
Die ersten Stationen seines Wirkens waren Mümliswil (Vikar, 19411943),
Büron (Vikar, 19431947) und Wängi (Kaplan, 19471948).
In den Jahren 19481984 war er Pfarrer in Hüttwilen. Dort verbrachte
er auch (seit 1984) seinen Ruhestand. Sein Grab befindet sich in Hüttwilen.
Nachdem Domherr Prof. Ernst Nigg aus Gesundheitsgründen zurückgetreten war, stand die Neubesetzung des dadurch vakant gewordenen Kanonikates im Churer Domkapitel an. Mit Dekret vom 3. Juli 1999 hat Diözesanbischof Msgr. Amédée Grab gemäss den Statuten des Churer Domkapitels H. H. Tarcisi Venzin, Pfarrer von Rüti (ZH), zum nicht-residierenden Domherrn des Kathedralkapitels von Chur ernannt.
Bischof Amédée Grab ernannte folgende Priester zu Vikaren:
Gion Luzi Bühler zum Vikar der Pfarrei Andeer,
Daniel Guillet zum Vikar der Erlöser-Pfarrei in Chur,
Gregor Niggli zum Vikar der Pfarrei St. Andreas in Uster,
Benignus Ogbunanwata zum Vikar der Pfarrei Erlöser in Zürich,
und
Paul Schlienger zum Vikar der Pfarreien Stierva und Mon.
Zu Pfarradministratoren wurden ernannt:
Peter Amgwerd, Pfarrer in Herz Jesu, Zürich-Oerlikon, zusätzlich
zum Pfarradministrator der Pfarrei St. Gallus in Zürich-Schwamendingen;
René Berchtold, Pfarrer in Bruder Klaus, Zürich, zusätzlich
zum Pfarradministrator der Pfarrei St. Martin, Zürich;
Andreas Burch, Pfarrer in Kloten, zusätzlich zum Pfarradministrator
der Pfarrei Bassersdorf;
Karl Burch, Pfarrer in St. Josef, Dietikon, zusätzlich zum Pfarradministrator
der Pfarrei Schlieren;
P. Dr. Werner Heierle SJ, Zürich, zum Pfarradministrator Dreikönigen,
Zürich;
Otto Imbach, Adliswil, zum Pfarradministrator der Pfarrei St. Franziskus,
Zürich-Wollishofen.
Josef Erdin-Amstad, bisher Pastoralassistent in St. Franziskus, Zürich, wurde vom Diözesanbischof neu zum Leiter der Caritas Graubünden ernannt.
Die Bischöfliche Missio canonica für ihren seelsorglichen Einsatz
erhielten:
Thomas Münch-Cobos, Zürich, als Gemeindeleiter der Pfarrei Dreikönigen,
Zürich;
Dr. Gisela Tschudin, Zürich, als Gemeindeleiterin der Pfarrei St. Martin,
Zürich;
Arno Arquint, Zernez, als Pastoralassistent für die Pfarreien Susch,
Zernez und Valchava;
Rita Bahn, Zürich, als Pastoralassistentin mit besonderen Aufgaben
in der Pfarrei Hl. Geist, Zürich, und
Esther Lendenmann als Pastoralassistentin in der Pfarrei Davos-Platz.
Infolge Demission der bisherigen Amtsinhaber werden die Pfarreien Dietlikon
und Hergiswil zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 10. August 1999 beim Sekretariat
des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Am Patroziniumsfest, Sonntag, 27. Juni, wurde in der renovierten Pfarrkirche Alt St. Johann Peter Imholz von Dekan Guido Scherrer als Pfarrer eingesetzt. Der neue Seelsorger hatte vorher während neun Jahren die Pfarrei Wolfertswil betreut.
In der Pfarrkirche St. Ulrich hat sich am Sonntag, 27. Juni, der 68-jährige Pfarradministrator Bruder Paul Ehrler SMB nach drei Jahren von den Pfarreiangehörigen verabschiedet. Er ist von seiner Ordensgemeinschaft für eine neue Aufgabe bestimmt worden. Nachfolger ist Bruder Josef Keller, ein Weggefährte von Bruder Paul Ehrler in Afrika.
Die 18801882 erbaute Antoniuskirche ist in den frühen Fünfziger Jahren umgebaut und 1994 aussen renoviert worden. Bei der jetzigen Restaurierung standen die Bedürfnisse der heutigen Liturgie im Vordergrund. Der künstlerische Gestalter Josef Ammann aus Gähwil setzte die Grundanliegen überzeugend in die Tat um. Neben dem Chorbezirk wurde auch das Kirchenschiff neu gestaltet und dabei die Beichtstühle durch einen Beichtraum ersetzt. Neu ist auch die Orgel. Generalvikar Anton Thaler weihte am Sonntag, 27. Juni, den Altar.
Christina Manz heisst die neue Arbeitsstellenleiterin Jungwacht/Blauring in Uznach. Der Ordinariatsrat und der Katholische Administrationsrat haben der Wahl durch die Kantonsleitung zugestimmt. Die neue Leiterin ist 21-jährig, ausgebildete Kindergärtnerin, zurzeit Animatorin im REKA-Feriendorf Hasliberg und kommt aus St. Gallen. Als Nachfolgerin von Stefan Rüsch, der sich für ein Hochschulstudium entschlossen und darum gekündigt hat, übernimmt sie die Arbeitsstelle am 1. September.
Im festlichen Sonntagsgottesdienst in der Christkönigskirche in
Niederuzwil erklärten Gabriele Fiedler, Widnau; Ottmar Hetzel, Henau-Niederuzwil;
Alex Hutter, Wil, und Claudia Zimmermann, Gossau, ihre Bereitschaft zum
definitiven Dienst im Bistum St. Gallen. Bischof Ivo Fürer freute sich,
sie als Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten in den kirchlichen
Dienst aufnehmen zu dürfen. Angehörige, Freunde und Pfarreiangehörige
waren Zeugen.
Bischof Ivo erinnerte in der Predigt an die Wüstenwanderung des Volkes
Israel. Mit dem Hinweis auf die glühende Wolke, durch die Gott den
Israeliten den Weg zeigte, knüpfte er an das Motto an, das die vier
neuen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Indienstnahme
und ihren weiteren Lebensweg gewählt haben: «Dein Wort ist meinem
Fuss eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade.» Der kirchliche
Beruf sei nicht einfach ein Job, den man während der vorgeschriebenen
Arbeitszeit verrichte. «Kirchlicher Beruf», so der Bischof,
«ist Ausdruck einer umfassenden Liebe zu Jesus.» An die Festgemeinde
gewandt, sagte der Bischof, Anerkennung sei wichtig und hilfreich für
alle, besonders auch für jene, die in einem kirchlichen Dienst ständen.
Mit den neuen Pastoralassistentinnen und -assistenten haben sieben weitere
Männer den Pastoralkurs besucht. Ein Absolvent ist vorzeitig ausgestiegen,
ein anderer verlängert seinen Lerneinsatz. Von den beiden Ordensangehörigen
ist der Jesuit im Juni in Riehen zum Priester, der Franziskaner in Zürich
zum Diakon geweiht worden. Zwei weitere Absolventen wollen Priester werden.
Ein deutscher Pastoralpraktikant ist vom Bistum Sitten in den Pastoralkurs
nach St. Gallen geschickt worden.
Nach knapp zweieinhalbjähriger Vakanz haben die beiden Pfarreien Balgach und Widnau wieder einen Pfarrer. Der 61-jährige Martin Schlegel, vorher während 17 Jahren für die Andreas- und Paulus-Pfarrei in Gossau verantwortlich, ist am Samstag, 3. Juli, in Balgach und am Sonntag, 4. Juli, in Widnau von Dekan Jakob Fuchs als Pfarrer eingesetzt worden. Die Gossauer hatten ihn ungern ziehen lassen, die Balgacher und Widnauer waren in Scharen gekommen, um ihn festlich zu begrüssen.
Die Mitglieder des Dekanates Appenzell haben Stephan Guggenbühl, Standespfarrer von Appenzell, zum Dekan gewählt. Bischof Ivo Fürer hat die Wahl bestätigt. Diese war nötig geworden, weil Josef Raschle, Herisau, der dieses Amt während zehn Jahren innehatte, als neuer Pfarrer der Dompfarrei nach St. Gallen wechselt.
In der Pfarrei St. Otmar in St. Gallen hat Thomas Thalmann aus Ernetschwil sein Pastoralpraktikum absolviert. In der St. Otmarskirche wird der 34-jährige Diakon am Sonntagnachmittag, 15. August, 14.30 Uhr, von Bischof Ivo zum Priester geweiht. Die Primiz feiert er am 22. August, um 10.30 in der Pfarrkirche St. Martin in Arbon.
Nächstes Jahr findet in Rom die 10. Vollversammlung der Bischofssynode zum Thema «Der Bischof als Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung der Welt» statt. Die Bischofskonferenzen können zuhanden der vorberatenden Kommission Eingaben machen. Die Schweizer Bischöfe wünschen sich dazu Stellungnahmen der Priesterräte. Eine Arbeitsgruppe der Kommission BischöfePriester der Schweizerischen Bischofskonferenz hat zu einzelnen Punkten der Lineamenta, welche die Thematik der Synode umschreiben, ein Papier erarbeitet.
Dieses Arbeitspapier diente an der Juni-Tagung von Priesterrat (Vorsitz
Pfarrer Josef Manser, Speicher) und Rat der hauptamtlichen Laienseelsorger/-seelsorgerinnen
(Pastoralassistent Franz Kreissl, Ebnat-Kappel) im Pfarreiheim Lenggenwil
als Grundlage für eine Diskussion über das Bischofsamt. Vorgängig
erläuterte Bischof Ivo Fürer, der zusammen mit den Bischöfen
Amédée Grab und Kurt Koch die Schweizer Bischofskonferenz
in Rom vertreten wird, den Ablauf einer Bischofssynode. Er wies darauf hin,
dass es bei einer solchen Synode nicht so sehr darum geht, konkrete Änderungen
zu bewirken, sondern um das Einbringen wichtiger Themata in die öffentliche
Meinung der Kirche.
In gemischten Gruppen beschäftigten sich die Ratsmitglieder mit den
Fragen:
In den Antworten wurde ganz allgemein auf das Bischofsamt eingegangen,
gab es jedoch auch Wünsche und Anregungen, die sich konkret auf den
Bischof von St. Gallen bezogen. Bedauert wurde, dass die Laien im kirchlichen
Dienst und insbesondere die Frauen im Papier ausgeklammert sind. Angesprochen
wurde die Idealisierung und damit die Überforderung des Bischofs.
In Bezug auf die Kompetenz des Bischofs wurde gefragt, ob er überhaupt
den Spielraum ausnütze und ob er sich nicht stärker auf die Konzils-
oder Synodentexte berufen könnte, was vielleicht etwas Mut brauche.
Bischof Ivo wies darauf hin, dass es auch noch einen Kodex gebe und die
vom Papst approbierten Instruktionen und dass es daher zwischen dem, was
ein Bischöf könne und was nicht, immer um ein Abwägen, um
ein Suchen nach dem richtigen Mass, gehe.
An Wünschen formuliert wurde, den Bischofssynoden möge ein höheres
Gewicht eingeräumt und die Stellung des Bischofs als Ortsbischof möge
gestärkt werden. In seiner eigenen Diözese sollte er grössere
Führungsvollmacht haben, insbesondere in der Personalpolitik, zum Beispiel
für die Weihe von Viri probati, für Beauftragungen auf Zeit, bei
der Besetzung von Lehrstühlen an Universitäten und theologischen
Fakultäten. Ein Bischof sollte in eigener Verantwortung Neues wagen
dürfen, wenn es die Verhältnisse an Ort erfordern. Auch im liturgischen
Bereich wird eine grössere Eigenständigkeit der Diözese als
sinnvoll erachtet.
Damit der Bischof auf eine minimale Akzeptanz seiner Person bauen kann,
ist die Bischofswahl ein entscheidender Faktor. Ohne eine verbindliche Mitsprache
der Ortskirche ist dies nicht möglich.
Bei der Zusammenarbeit von Bischof und Seelsorgern/Seelsorgerinnen wurde
eine Offenheit für die Situation des je anderen angesprochen und damit
auch eine verbesserungswürdige Kommunikations- und Konfliktlösungskultur.
Seelsorger/Seelsorgerinnen stellen hohe Erwartungen an den Bischof, tragen
seine Entscheide aber nicht immer mit. Geschätzt werden die persönlichen
Kontakte mit dem Bischof, für die die vergleichsweise kleine Diözese
bessere Voraussetzungen bietet als etwa die Diözesen Basel oder Chur.
Sie sind die Voraussetzung für den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses,
in dessen Rahmen auch heikle Themen angesprochen werden können. «Als
verlängerte Arme» des Bischofs wünschen sich die Seelsorger/Seelsorgerinnen
hie und da etwas mehr Anerkennung. Der Wunsch nach einem gemeinsamen Tag
der Spiritualität mit allen Seelsorgern/Seelsorgerinnen hat bei Bischof
Ivo ein positives Echo ausgelöst.
Auf die umgekehrt gestellte Frage nach den Erwartungen des Bischofs an die
Seelsorger/Seelsorgerinnen in der Zusammenarbeit soll die Antwort zu einem
späteren Zeitpunkt erfolgen.
Als bedeutsam für das Miteinander von Bischof und Gemeinden wurde
das Zeithaben genannt und damit das Setzen von Prioritäten, muss doch
ein Bischof auch Aufgaben in der Bischofskonferenz und in der Weltkirche
wahrnehmen. Dass zur Bistumsleitung die Ordinariatsmitglieder gehören,
sollte transparenter werden, genau so wie auch bekannt sein müsste,
nach welchen Kriterien diese engsten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ernannt
werden.
Anliegen aus bischöflichen Pastoralgesprächen sollten in Hirtenbriefe
einfliessen, wobei für diese (wie auch für die Predigt) die Monologstruktur
aufgebrochen und nach neuen Kommunikationsformen gesucht werden sollte.
Ein Teil der Tagung war einer Diskussion über die Bedingungen für eine Aufnahme in den Pastoralkurs gewidmet.
Michel Bender, alt Professor
Am 3. Juli 1999 ist im Altersheim Sur-Louis-Bron in Fully alt Professor
Michel Bender im Alter von 84 Jahren gestorben. Michel Bender wurde 1915
in Fully geboren. Am 29. Juni 1941 wurde er zum Priester geweiht und war
danach von 1942 an Professor am Kollegium in Sitten und Mitarbeiter im Kleinen
Seminar, dem heutigen Studentenheim «Foyer les Creusets». Anfang
der Achtzigerjahre wurde er Spitalseelsorger im Regionalspital Champsec
von Sitten. Danach zog er sich ins Foyer Sur-Louis-Bron nach Fully zurück,
wo er noch vier Jahre Heimseelsorger war. Seit 1993 lebte er dort im Ruhestand.
Michel Bender wurde am 6. Juli in Fully zu Grabe getragen.
Die Dozentenkonferenz der Theologischen Schule der Benediktinerabtei Einsiedeln hat am 30. Juni 1999 den Dozenten für Religions- und Entwicklungspsychologie, P. lic. psych. Martin Werlen OSB auf vier Jahre zum Studienpräfekten gewählt. P. Martin Werlen tritt damit die Nachfolge des am 29. Mai 1999 überraschend verstorbenen bisherigen Studienpräfekten P. Dr. Magnus Löhrer OSB an.