25/1999 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Wie steht die katholische Kirche in unserer Welt? War sie bei uns in
den Jahren von 1850 bis 1950 eher ein Ghetto, eine Sondergesellschaft? Wo
steht sie heute?
Denkanstösse und Gelegenheit zur Auseinandersetzung bieten zwei anregende
Schweizer Historiker an der Dulliker Tagung vom 27. September 1999 (9.3016.30
Uhr) unter dem Titel «Katholiken zwischen Absonderung und Offenheit».
Prof. Dr. Markus Ries (Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen
Fakultät der Universitären Hochschule Luzern): «Die katholische
Schweiz seit 1960. Ist die Kirche ein Sonderfall?
Prof. Dr. Urs Altermatt (Professor für Schweizer- und Zeitgeschichte
in Freiburg/Schweiz): «Katholizismus am Ende des Jahrhunderts in Westeuropa
und in Osteuropa. Gegensätze und Gemeinsamkeiten».
Wie immer gibt es Gelegenheit zur Diskussion und zu Gesprächen. Programme
und Anmeldungen im Franziskushaus, 4657 Dulliken (Telefon 062-2952021).
Paul Bossard, Pfarrer, Welschenrohr
Während eines Kuraufenthalts starb am 12. Juni 1999 Pfarrer Paul Bossard
von Welschenrohr. Er wurde am 19. Juli 1922 in Zug geboren, trat in die
Missionsgesellschaft Bethlehem in Immensee ein und wurde als deren Mitglied
am 10. April 1949 in Immensee zum Priester geweiht. Er wirkte zunächst
in der Mission von Süd-Rhodesien (heute Simbabwe). Ab 1961 übernahm
er Seelsorgeaufgaben im Bistum Basel als Katechet in Luzern (19611962),
als Vikar zu St. Karl in Luzern (19621963) und als Vikar in St. Maria
zu Franziskanern in Luzern (19631967). Am 1. Januar 1967 wurde er im
Bistum Basel inkardiniert. In den Jahren 19671984 war er Seelsorger
der Deutschschweizer in London. Nach seiner Rückkehr ins Bistum amtete
er 1983 als Pfarrverweser in Zuchwil und seit 1984 als Pfarrer in Welschenrohr.
Sein Grab befindet sich in Welschenrohr.
Am Donnerstag, 21. Oktober 1999, wird um 18.00 Uhr in der St.-Johannes-Kapelle
des Bischöflichen Ordinariates, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, das
Sakrament der hl. Firmung gespendet.
Wer vom Angebot zum Einpfang des Firmsakramentes Gebrauch machen möchte,
kann sich beim Wohnortspfarramt melden, welches der Bischöflichen Kanzlei
die entsprechende Meldung weiterleiten wird.
Voraussetzungen zum Emfpang der hl. Firmung sind: Bestätigung über
die empfangene Taufe (Taufzeugnis) und Bestätigung des Pfarramtes über
den absolvierten Firmunterricht.
Am 13. Mai 1999 trafen sich in Freiburg im Breisgau einige tausend Gläubige
aus der Regio Basiliensis auf Einladung von Erzbischof Dr. Oskar Saier zum
ersten Tag der Begegnung, mit gemeinsamen Gottesdiensten, Foren zu aktuellen
Themen und, nebst zahlreichen unterhaltenden Darbietungen, einer sogenannten
Kirchenmeile, die über die verschiedensten Aktivitäten im Bistum
Freiburg und darüber hinaus informierte. Das Bistum Basel war durch
Bischof Kurt Koch und Weihbischof Martin Gächter, zusammen mit der
bischöflichen Kanzlerin Sr. Annelis Kurmann sowie der Informationsbeauftragten
des Bistums, Brigitte Muth-Oelschner, vertreten. Aus dem Elsass kam Weihbischof
Léon Hégele mit Domherr Josef Sifferlen von Strassburg.
Noch etwas unsicher steht sie am Sonntagmorgen gegen elf Uhr beim Informationsstand
vor dem beflaggten Münster in Freiburg im Breisgau, einen Stoss Programme
für das Treffen der Bistümer Freiburg, Strassburg und Basel vor
sich, Regina Speck, Referentin in der Abteilung Seelsorge des Bischöflichen
Ordinariates. Zusammen mit Domkapitular Ritter und anderen war sie für
die Verwirklichung des Regionalen Bistümertreffens, im Auftrag von
Erzbischof Dr. Oskar Saier zuständig. «Wir waren nicht sicher,
ob wir 200 oder 2000 Programme drucken sollten, aber wir hoffen natürlich»
(dabei zeigt sie auf den Titel des Programms: Die Hoffnung trägt),
dass das Münster voll wird.
Der Titel war zu Recht gewählt: Bis um elf Uhr waren die meisten
Foren, eines davon von Bischof Kurt Koch zum Thema Liturgie gehalten, bis
auf den letzten Platz besetzt. Entlang der bis zum Mittag aufgebauten Kirchenmeile
zog ein dichter Strom interessierter Besucherinnen und Besucher, die sich
über die vielfältigen kirchlichen Projekte der Diözese informierten.
Da war das ganze bunte Angebot von der straff organisierten kirchlichen
Caritas bis zu kaum fasslichen esoterischen Ansätzen; von sozialen
Pionierwerken bis hin zur Einladung zum kontemplativen Leben vertreten.
Sogenannt Konservative neben sogenannt Progressiven, so friedlich wie einst
die GSOA und die Offiziersgesellschaft in der Zukunftswerkstätte der
Ökumenischen Versammlung zu Basel. Chancen also, sozusagen im kleinen
Grenzverkehr Mauern abzubauen und über so alltägliche Kleinigkeiten,
wie dem gemeinsamen Kaffee oder dem Ausleihen von Klebstreifen gegen den
etwas forschen Wind, miteinander ins Gespräch zu kommen.
In den Foren herrschte eine ähnliche Atmosphäre wie vor zehn Jahren
an der grossen europäischen Versammlung in Basel. Doch nicht naive
Begegnungseuphorie war in erster Linie zu spüren, sondern, nach sauberer
Bestandesaufnahme, etwa im Forum über Ökumene, ein klar deklarierter
Wille, das im Zweiten Vatikanischen Konzil in die Wege Geleitete auf solider
Grundlage weiterzutreiben.
Zum grossen Schlussgottesdienst war das Münster tatsächlich
bis auf den letzten Platz gefüllt, und für einmal hatte man den
Eindruck, dass Kinder, Jugendliche, und junge Erwachsene mehr als die Hälfte
der Teilnehmenden stellte.
So galt auch der erste Gruss von Erzbischof Saier diesen Jugendlichen: «Wir
brauchen euch, eure schönen Kleider, eure frischen Stimmen zum Singen
und Beten», rief er ihnen zu. Hinausgehen sollten wir alle, und etwas
zum Leuchten zu bringen, was Jesus uns gebracht habe, meinte der Bischof
in seiner Predigt. Diese Hoffnung trage, und seine Zusage, dass er bis zum
Ende der Tage bei uns sein werde, bringe uns, über alle Grenzen hinweg,
wieder zusammen. Einige Auszüge aus seiner Predigt machen Entschlossenheit
und Ermutigung deutlich:
«Wenn wir einander als Christen am Oberrhein über die nationalen
Grenzen hinweg begegnen, dann ist unsere Mitte niemand anders als Jesus
Christus selbst. Von ihm tragen wir den Namen, auf seinen Tod und auf seine
Auferstehung hin wurden wir getauft, er versammelt und begegnet uns in der
Feier der Eucharistie. Natürlich ist uns das alles weder neu noch fremd.
Wir haben nämlich in unseren Städten und Dörfern Kirchen
und Kapellen, gotische Münster und festlich, barocke Gotteshäuser.
Dort versammeln wir uns für gewöhnlich, besonders an den Sonn-
und Feiertagen. Das ist das Fundament, der Heimatboden unseres Glaubens...
Das haben die ersten Jünger Jesu gewiss nicht viel anders empfunden.
Doch Jesus erwartet von ihnen mehr. Etwas Neues und vielleicht auch Beängstigendes
tritt in ihre Gemeinschaft ein, wenn Jesus von ihnen erwartet: Geht zu allen
Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern (Mt 2819).
In diesen Worten Jesu leuchten am Horizont alle Völker und alle Zeiten
auf. Diese Weite wird gewiss im Bewusstsein der Christen jeder Generation
bleiben müssen. Und die vielen Missionare und Missionsschwestern, die
Entwicklungshelfer und die Volontarios aus dem Elsass, der Schweiz und der
hiesigen Landschaft sind die grossherzige Antwort auf diesen Ruf Jesu.
Das mindert aber weder unser Ansehen noch unsere Sendung hier in unseren
Landschaften. Die Botschafter Jesu hier sind wir. Auf uns setzt Jesus, wenn
er sagt: Ihr werdet meine Zeugen sein (Apg 1,8). Es geht um das Zeugnis
unserer Worte. Oft haben wir Scheu, über unseren Glauben zu sprechen,
vor allem dann, wenn wir im Kollegenkreis oder in der Schule angefragt oder
gar angegriffen werden. Vielleicht macht dieser Tag uns Mut, dort, wo wir
leben und arbeiten, den Mund aufzutun und Zeugnis zu geben von dem, was
wir in unserem christlichen Glauben erlebt haben. All das ist nicht immer
einfach. Entschlossenheit und die Bereitschaft zu konkreten Entscheidungen
müssen wir aufbringen. Aber dabei brauchen wir uns nicht nur auf uns
selbst zu stützen... Der Herr selbst gibt uns die Kraft, jedem Rede
und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns trägt.»
In geradezu fröhlicher Stimmung ging der Festgottesdienst zu Ende.
Es hat sich an diesem Tag gezeigt, dass unterwegs nicht nur Sorgen und Probleme
das Bild der Kirche prägen, sondern dass Begegnungen untereinander
selbst zum Glaubenszeugnis werden können, die Mut geben, die schwierigen
Fragen anzupacken.
Die Bistumstreffen werden fortgesetzt, das nächste Mal im Bistum Strassburg
und im Jahre 2001 im Bistum Basel, wo dann wohl auch mehr Teilnehmende aus
der Schweiz dabei sein werden. Dass mit diesem Treffen ein Mosaiksteinchen
mehr ins grosse Wunschbild der Völkerverständigung eingefügt
wurde, sei nur am Rande vermerkt.
Verantwortliche der Ministranten-Seelsorge aus 7 europäischen Ländern
trafen sich am 14. bis 17. Juni 1999 im Centre St-François, Delémont
(Schweiz). Sinn des CIM (Coetus Internationalis Ministrantium) ist der europäische
Austausch von Erfahrungen in der Ministranten-Seelsorge. Besonders gut wird
die Ausbildung und Begleitung von Ministranten in Deutschland gefördert,
wo in vielen Diözesen eigene Ministranten-Seelsorger für die Ministranten
in den Pfarreien arbeiten. Die meisten Ministranten-Seelsorger kamen aus
Deutschland nach Delémont, aber auch Belgien, Luxemburg, Frankreich,
Schweiz, Österreich und Ungarn waren vertreten. Immer mehr Pfarreien
merken, welch wichtige und wesentliche Jugendseelsorge bei den Ministranten/Ministrantinnen
möglich, aber auch nötig ist.
Beim heutigen Rückgang der Teilnehmer am Gottesdienst müssen sich
immer mehr Ministranten vor den anderen Jugendlichen rechtfertigen, wenn
sie in die Kirche gehen und Freude am Gottesdienst und Ministrieren zeigen.
Diese aktuelle Problematik hat die Studientagung besonders aufgegriffen:
Der Gottesdienst, der heute vielen als «unnütz» und «Luxus»
erscheint, möchte ja die Freude an Gott, an seiner Liebe und Schöpfung
ausdrücken. Im Gottesdienst geht es immer um die unverzweckte Schönheit
Gottes. Eine kürzliche Umfrage in Basel hat ergeben, dass moderne Menschen,
auch wenn sie aus der Kirche ausgetreten sind, an der Kirche vor allem die
kirchliche Kunst und die Diakonie schätzen. Die kirchliche Kunst ist
notwendig für die Verbreitung des Evangeliums, gerade auch bei den
Fernstehenden. Das hat Papst Johannes Paul II. in seinem neuen «Brief
an die Künstler» betont, den er für Ostern 1999 verfasste.
«Gott ist schön und Christsein ist herrlich!» Das muss
heute viel mehr gezeigt und gelebt werden, führte der CIM-Präsident
Weihbischof Martin Gächter zu Beginn der Studientagung «Minstranten
und sakrale Kunst» aus.
Wie die Kirchenarchitektur und ihre Entwicklung bis heute den Ministranten
erschlossen werden könnte, erläuterte in begeisterten Vorträgen
der Basler Kunsthistoriker Dr. Robert Th. Stoll. Er erklärte auch die
Entwicklung der religiösen Malerei bis zur abstrakten Moderne. Der
Basler Goldschmied Alexander Schaffner erläuterte die Entwicklung der
liturgischen Gefässe in der Geschichte und in seinem eigenen Schaffen.
Dabei konnte er zeigen, wie gerade in unserer Zeit des zunehmenden Individualismus
immer mehr allgemein gültige Formen und auch ein gemeinsamer neuer
Stil für Kelche und Kommunionschalen gesucht wird. Bei einem Besuch
der Kirche von Courtételle erläuterte der Künstler Camillo
(Soulce) seine faszinierende Neugestaltung des Altarraumes. Dabei schuf
er ein mystisch wirkendes Auferstehungskreuz aus Glas und ebenso einen einfachen
abstrakten Kreuzweg, der alle tief beeindruckte.
Die Generalversammlung fragte sich, wie der internationale Austausch über
Ministranten-Seelsorge durch den CIM besser bekannt werden kann. Dazu werden
auch neue Prospekte und das Internet beitragen. Die vermehrte Zusammenarbeit
mit weiteren Ländern wie Italien, Frankreich, Holland und anderen mehr
wird vom CIM gesucht.
Im Jahre 2000 wird der CIM 40 Jahre alt. Die Studientagung im September
2000 soll Anregungen zur Glaubensvertiefung und zur eucharistischen Spiritualität
geben. Ein internationales Ministranten-Camp wird anfangs August 1999 in
Ungarn stattfinden. Schon werden die ersten Vorbereitungen für die
europäische Minstranten-Wallfahrt anfangs August 2001 getroffen, zu
der wieder Zehntausende von Ministranten aus allen Ländern Europas
in Rom zusammenströmen werden.
Die nächste Sitzung des Diözesanen Priesterrates findet am 15. September 1999 statt.
Infolge Demission der bisherigen Amtsinhaber werden die Pfarreien Illgau
und Bauen zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Weiter wird infolge Demission des bisherigen Spitalseesorgers die Seelsorgestelle
im Kantonsspital und im Fontanaspital in Chur zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 16. Juli 1999 beim Sekretariat
des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Am Sonntag, 13. Juni, ist in der St.-Josefs-Kirche in Muolen Josef Raimann von Pater Peter Meier, Vizedekan des Dekanates Rorschach, als Pfarradministrator eingesetzt worden. Der 71-jährige Josef Raimann war vorher während fünf Jahren in Benken tätig. Aus gesundheitlichen Gründen hatte er eine kleinere Gemeinde gewünscht.
Mit Frauen, die Spuren im Bistum hinterlassen haben, beschäftigten
sich die Seelsorgerinnen an ihrem Begegnungstag, den sie erstmals im Jahr
des Bistumsjubiläums (1997) auf die Beine gestellt hatten. Mit einer
besonders mutigen und starken Frau, der hl. Wiborada, setzten sie sich an
ihrem zweiten Begegnungstag am zweiten Juni-Sonntag auseinander. Die Wiborada-Frauen
aus dem Dekanat St. Gallen hatten ihn vorbereitet und dazu wieder alle hauptamtlichen
Seelsorgerinnen eingeladen.
Dort, wo sich Wiborada nach einer Zeit des Noviziats für ihr weiteres
Leben (916926) in einer Zelle an der St.-Mangen-Kirche in St. Gallen
einmauern liess, dort trafen sich am frühen Nachmittag die Seelsorgerinnen.
Ein Hörspiel der Pastoralassistentin Barbara Walser, Abtwil, machte
mit dem von sanktgallischen Mönchen überlieferten Leben von Wiborada
vertraut. Ihr guter Rat veranlasste die Mönche des Gallusklosters und
das ganze Volk zur Flucht vor den eindringenden Horden aus Ungarn. Sie selber
blieb ihrem Inklusengelübde treu und wurde von einem Eindringling erschlagen.
Als Europa 1047 nochmals von den Ungarn bedroht wurde, sprach Papst Clemens
II. Wiborada als erste Frau heilig. In der Schweiz ist die Patronin der
Bibliotheken und Bibliophilen (dank ihr sind die Bücherschätze
der Klosterbibliothek in Sicherheit gebracht worden) immer noch die einzige
Heilige.
In der St.-Mangen-Kirche ist immer noch das Zellenfenster zu sehen, das
Wiborada den Blick nach innen freigab auf den Altar. Durch das Fenster nach
aussen konnte sie Bedürftigen helfen und raten. Wiborada, zu Deutsch
Wiberat, was «Ratgeberin der Frauen» bedeutet, ist in den letzten
Jahren von den Frauen so richtig wiederentdeckt worden.
In der Wiborada-Kapelle in St. Georgen, wo die Heilige während vier
Jahren (912916) meditierend ihren weiteren Weg erforscht hatte, knüpften
die Seelsorgerinnen einen Stein als Sinnbild für Sorgen, Nöte
und «Knöpfe» in ein Tuch ein, tauchten es in Farbe und
warteten... Dann tauschten sie ihre Visionen für ihren weiteren Weg
in der Kirche aus, beteten und sangen miteinander und teilten anschliessend
im Pfarreiheim das Brot und weitere Gaben.
Zwischen den beiden Wiborada-Stationen trafen sich die Seelsorgerinnen mit
den beiden Frauenfenster-Frauen, Margreth Küng-Epper und Rosmarie Früh,
in der bischöflichen Wohnung bei Kaffee und Kuchen zu einem lebhaften
Gespräch über die Erfahrungen mit dem seit mehr als zwei Jahren
offenen Frauenfenster. Mit dabei war die Pastoralassistentin Hildegard Aepli,
welche seit knapp einem Jahr zu 20 Prozent am Regensamt beteiligt ist
eine Entwicklung, die durch das Frauenfenster forciert worden ist.
Yvar Schmutz, Köln
Geboren am 27. September 1935 in Düdingen. Priesterweihe 1961. Nach
einigen Vikariatsjahren im Bistum zog er 1967 nach Köln zum Studium
der Musikwissenschaft. Nach einigen Jahren intensiver Forschung auf diesem
Gebiet erkrankte er schwer und starb in Köln am 16. Juni 1999. Beigesetzt
auf seinem Heimatfriedhof Düdingen.
Am Sonntag, 13. Juni 1999 weihte Bischof Norbert Brunner beim Abschluss der diözesanen Gebetstriduum 1999 in der Kathedrale von Sitten Etienne Catzeflis von Sitten und Alexander Fux von St. Niklaus zu Priestern für das Bistum Sitten. Etienne Catzeflis wird im französischsprachigen Teil des Bistums arbeiten und Alexander Fux im deutschsprachigen Teil.
In Anwesenheit von Abt Benoît Vouilloz weihte Bischof Norbert Brunner ebenfalls José Mittaz von Sitten zum Priester für die Gemeinschaft der Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard.
Rund 1300 Ministrantinnen und Ministranten fanden sich am Samstag vor
dem Guthirtsonntag 1999 in Sitten ein zu einem gemeinsamen Treffen und um
die Bischofsstadt zu erkunden: Die Valeria, das Bischofshaus, die Kathedrale,
das Diözesanmuseum sowie die Ausgrabungen unter der St. Theodulskirche
standen am Vormittag auf dem Programm, auch das gegenseitige Sich-Kennen-Lernen
und das Spiel. In der Mittagszeit fand in den Pfarrkirchen St-Guérin
und St-Theodul eine Eucharistiefeier mit dem Bischof statt. Er sprach zu
der anwesenden Schar über das Bibelwort «Dienet in Freude»,
das für ihre Dienste in den Pfarreien zum Motto werden könnte.
Bei Musik und Sketches sorgten am Nachmittag die Seminaristen für Unterhaltung.
Der fröhliche Tag schloss mit einem Ballonwettbewerb. Auf ein Kommando
liessen die Kinder ihre Ballone in einer wellenartigen Salve hochsteigen.
Dem weitesten Ballon und der Ziehung aus den übrigen Rücksendungen
winkt diesen Sommer noch ein spannender Preis.
Vom 11. bis 13. Juni 1999 war das Bistum Sitten in Feststimmung. Eine
ununterbrochene Gebetskette feierte aus allen Teilen der Diözese auf
Valeria und in der Bischofsstadt eine spürbare «Bistumsgemeinschaft».
Zum Abschluss des Jahres für Geistliche Berufe und im Rahmen der Vorbereitung
auf das Jahr 2000 machten sich Pfarreien, Gruppen, Ordensleute und engagierte
Christen auf den Weg zu unserer Lieben Frau von Valeria.
Während die ersten internationalen Friedenstruppen im Kosovo einmarschierten,
eröffnete Bischof Norbert Brunner, zusammen mit dem designierten neuen
Abt von St-Maurice, Joseph Roduit, Mgr. Benoît Vouilloz, Propst vom
Grossen St. Bernhard und rund 50 Priestern, in der mehr als 550 Jahre alten
Kirche das Gebetstreffen. Vom Atem der Geschichte war viel zu spüren
in den Gesichtern jener, die im alten Chorgestühl von Valeria Platz
nahmen, sangen und beteten. Geschichte wurde auch gefeiert. Nicht nur vergangene,
sondern auch gegenwärtige und zukünftige: die Geschichte vom Herzen
eines Menschen aus Nazaret, von Jesus, der vor bald 2000 Jahren in einem
kleinen Provinzort in Palästina zur Welt kam und für die Christen
auch heute noch Heil und Zukunft bedeutet.
Mgr. und Propst Benoît Vouilloz vom Grossen Sankt Bernhard erinnerte
in seinem Predigtwort daran, dass die Menschen heute nach Valeria gekommen
sind, «um ihre Last, ihre Nöte und diejenigen der Gesellschaft
von heute in jenes Herz zu legen, das allein die wahre Ruhe schenken kann...».
Beeindruckend war, mit welcher Freude Stunde um Stunde viel Volk aus dem
Ober- und Unterwallis «zum Berge hinaufzogen», und in origineller
Weise das Jahr der Geistlichen Berufe beschloss und den Beistand des Heiligen
Geistes für sich und die Anliegen des Bistums erflehten.
Am Samstagabend spendete Bischof Norbert Brunner während der Eucharistiefeier acht jungen Erwachsenen das Sakrament der Firmung. Er rief die Kandidatinnen und Kandidaten auf, das bei der Taufe geschenkte göttliche «Parfüm», mit Hilfe des Heiligen Geistes wieder zu entdecken, lebendig zu erhalten und in die Welt hinauszutragen.
Am Sonntagvormittag nahm Propst Benoît Vouilloz stellvertretend
für den erkrankten Abtbischof Henri Salina beim Festgottesdienst die
feierlichen Gelübde von drei Schwestern und zwei Brüdern entgegen.
Mit dem Propst konzelebrierte Bischof Norbert Brunner, alt-Erzbischof André
Perraudin, alt-Bischof Gabriel Bullet und rund 50 Priester.
Die Spitalschwestern Sr. Arlette Barmaz (1960) von St-Martin, und Sr. Bernadette
Huser (1961) von Vétroz legten vor der anwesenden Gemeinschaft ihre
feierlichen Gelübde ab. Ihre Devise lautet: Jesus besser kennen und
lieben lernen und ihm dienen in den Armen.
Der Chorherr von St-Maurice, Yannick-Marie Escher (1974) aus Siders, legte
ebenfalls die feierlichen Gelübde ab. Er möchte sich vor allem
in den Dienst der Jugend stellen.
Pater Bernard Müller (1920) und Sr. Anne-Marie Sonderegger (1940) von
der Gemeinschaft Cana Myriam, einer jungen Neugründung in Muraz-Collombey
möchten sich ganz in den Dienst der Barmherzigkeit stellen.
Eine sehr grosse Freude bereiteten die drei Priesterweihen am Sonntag
Nachmittag:
Alexander Fux (1959) von St. Niklaus und Etienne Catzeflis (1959) von Sitten
stellen sich als Neupriester in den Dienst der Diözese. Neupriester
José Mittaz gehört den Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard
an. Sie versprachen vor der versammelten Gemeinde Ehelosigkeit, Gehorsam
ihren Oberen gegenüber und das regelmässige Gebet. Diesem mutigen
Entscheid ging bei den drei Weihekandidaten ein langer Weg voraus. Regens
Stefan Roth und Chorherr Jean-Marie Lovey zeichneten in kurzen Zügen
bei der Vorstellung der Kandidaten ihre Wege nach mit allen Hoch und Tiefs.
In seiner Predigt nahm Bischof Norbert Brunner den Leitsatz von Alexander
Fux auf «Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch» und sagte:
«Ihr gebt uns durch Eure ausgewählten Bibeltexte zu verstehen,
wie ihr eure Sendung erfüllen möchtet.» Er rief sie auf,
eine tiefe Verbundenheit zu Christus zu pflegen. Nur in der Betrachtung,
im Gebet und in der Feier der Eucharistie kann der Priester seine Sendung
wirklich erfüllen.
Eine besonders dichte Atmosphäre war in der Kathedrale während
der Handauflegung des Bischof und der rund 80 anwesenden Priester zu spüren.
Mit den Priesterweihen ging das diesjährige Triduum zu Ende. Manche
waren fast enttäuscht, dass es schon vorbei war, konnte man doch während
diesen Tagen etwas von einer Bistumsgemeinschaft, einer neuen Herzlichkeit,
spüren, die im Stress und Gehetze unserer Zeit viel öfter zu kurz
kommt.