25/1999

INHALT

Amtlicher Teil

 

Bistümer der deutschsprachigen Schweiz

 

Katholiken zwischen Absonderung und Offenheit

Wie steht die katholische Kirche in unserer Welt? War sie bei uns in den Jahren von 1850 bis 1950 eher ein Ghetto, eine Sondergesellschaft? Wo steht sie heute?
Denkanstösse und Gelegenheit zur Auseinandersetzung bieten zwei anregende Schweizer Historiker an der Dulliker Tagung vom 27. September 1999 (9.30­16.30 Uhr) unter dem Titel «Katholiken zwischen Absonderung und Offenheit».
Prof. Dr. Markus Ries (Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universitären Hochschule Luzern): «Die katholische Schweiz seit 1960. Ist die Kirche ein Sonderfall?
Prof. Dr. Urs Altermatt (Professor für Schweizer- und Zeitgeschichte in Freiburg/Schweiz): «Katholizismus am Ende des Jahrhunderts in Westeuropa und in Osteuropa. Gegensätze und Gemeinsamkeiten».
Wie immer gibt es Gelegenheit zur Diskussion und zu Gesprächen. Programme und Anmeldungen im Franziskushaus, 4657 Dulliken (Telefon 062-2952021).

Weihbischof Martin Gächter


Bistum Basel

 

Im Herrn verschieden

Paul Bossard, Pfarrer, Welschenrohr
Während eines Kuraufenthalts starb am 12. Juni 1999 Pfarrer Paul Bossard von Welschenrohr. Er wurde am 19. Juli 1922 in Zug geboren, trat in die Missionsgesellschaft Bethlehem in Immensee ein und wurde als deren Mitglied am 10. April 1949 in Immensee zum Priester geweiht. Er wirkte zunächst in der Mission von Süd-Rhodesien (heute Simbabwe). Ab 1961 übernahm er Seelsorgeaufgaben im Bistum Basel als Katechet in Luzern (1961­1962), als Vikar zu St. Karl in Luzern (1962­1963) und als Vikar in St. Maria zu Franziskanern in Luzern (1963­1967). Am 1. Januar 1967 wurde er im Bistum Basel inkardiniert. In den Jahren 1967­1984 war er Seelsorger der Deutschschweizer in London. Nach seiner Rückkehr ins Bistum amtete er 1983 als Pfarrverweser in Zuchwil und seit 1984 als Pfarrer in Welschenrohr. Sein Grab befindet sich in Welschenrohr.


Erwachsenenfirmung

Am Donnerstag, 21. Oktober 1999, wird um 18.00 Uhr in der St.-Johannes-Kapelle des Bischöflichen Ordinariates, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, das Sakrament der hl. Firmung gespendet.
Wer vom Angebot zum Einpfang des Firmsakramentes Gebrauch machen möchte, kann sich beim Wohnortspfarramt melden, welches der Bischöflichen Kanzlei die entsprechende Meldung weiterleiten wird.
Voraussetzungen zum Emfpang der hl. Firmung sind: Bestätigung über die empfangene Taufe (Taufzeugnis) und Bestätigung des Pfarramtes über den absolvierten Firmunterricht.

Bischöfliche Kanzlei


Tag der Begegnung der Katholiken der Schweiz, des Elsass' und Badens

Kirchentreffen über die Grenzen

Am 13. Mai 1999 trafen sich in Freiburg im Breisgau einige tausend Gläubige aus der Regio Basiliensis auf Einladung von Erzbischof Dr. Oskar Saier zum ersten Tag der Begegnung, mit gemeinsamen Gottesdiensten, Foren zu aktuellen Themen und, nebst zahlreichen unterhaltenden Darbietungen, einer sogenannten Kirchenmeile, die über die verschiedensten Aktivitäten im Bistum Freiburg und darüber hinaus informierte. Das Bistum Basel war durch Bischof Kurt Koch und Weihbischof Martin Gächter, zusammen mit der bischöflichen Kanzlerin Sr. Annelis Kurmann sowie der Informationsbeauftragten des Bistums, Brigitte Muth-Oelschner, vertreten. Aus dem Elsass kam Weihbischof Léon Hégele mit Domherr Josef Sifferlen von Strassburg.
Noch etwas unsicher steht sie am Sonntagmorgen gegen elf Uhr beim Informationsstand vor dem beflaggten Münster in Freiburg im Breisgau, einen Stoss Programme für das Treffen der Bistümer Freiburg, Strassburg und Basel vor sich, Regina Speck, Referentin in der Abteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariates. Zusammen mit Domkapitular Ritter und anderen war sie für die Verwirklichung des Regionalen Bistümertreffens, im Auftrag von Erzbischof Dr. Oskar Saier zuständig. «Wir waren nicht sicher, ob wir 200 oder 2000 Programme drucken sollten, aber wir hoffen natürlich» (dabei zeigt sie auf den Titel des Programms: Die Hoffnung trägt), dass das Münster voll wird.

Kirchenmeile

Der Titel war zu Recht gewählt: Bis um elf Uhr waren die meisten Foren, eines davon von Bischof Kurt Koch zum Thema Liturgie gehalten, bis auf den letzten Platz besetzt. Entlang der bis zum Mittag aufgebauten Kirchenmeile zog ein dichter Strom interessierter Besucherinnen und Besucher, die sich über die vielfältigen kirchlichen Projekte der Diözese informierten. Da war das ganze bunte Angebot von der straff organisierten kirchlichen Caritas bis zu kaum fasslichen esoterischen Ansätzen; von sozialen Pionierwerken bis hin zur Einladung zum kontemplativen Leben vertreten. Sogenannt Konservative neben sogenannt Progressiven, so friedlich wie einst die GSOA und die Offiziersgesellschaft in der Zukunftswerkstätte der Ökumenischen Versammlung zu Basel. Chancen also, sozusagen im kleinen Grenzverkehr Mauern abzubauen und über so alltägliche Kleinigkeiten, wie dem gemeinsamen Kaffee oder dem Ausleihen von Klebstreifen gegen den etwas forschen Wind, miteinander ins Gespräch zu kommen.
In den Foren herrschte eine ähnliche Atmosphäre wie vor zehn Jahren an der grossen europäischen Versammlung in Basel. Doch nicht naive Begegnungseuphorie war in erster Linie zu spüren, sondern, nach sauberer Bestandesaufnahme, etwa im Forum über Ökumene, ein klar deklarierter Wille, das im Zweiten Vatikanischen Konzil in die Wege Geleitete auf solider Grundlage weiterzutreiben.

Die Hoffnung trägt

Zum grossen Schlussgottesdienst war das Münster tatsächlich bis auf den letzten Platz gefüllt, und für einmal hatte man den Eindruck, dass Kinder, Jugendliche, und junge Erwachsene mehr als die Hälfte der Teilnehmenden stellte.
So galt auch der erste Gruss von Erzbischof Saier diesen Jugendlichen: «Wir brauchen euch, eure schönen Kleider, eure frischen Stimmen zum Singen und Beten», rief er ihnen zu. Hinausgehen sollten wir alle, und etwas zum Leuchten zu bringen, was Jesus uns gebracht habe, meinte der Bischof in seiner Predigt. Diese Hoffnung trage, und seine Zusage, dass er bis zum Ende der Tage bei uns sein werde, bringe uns, über alle Grenzen hinweg, wieder zusammen. Einige Auszüge aus seiner Predigt machen Entschlossenheit und Ermutigung deutlich:
«Wenn wir einander als Christen am Oberrhein über die nationalen Grenzen hinweg begegnen, dann ist unsere Mitte niemand anders als Jesus Christus selbst. Von ihm tragen wir den Namen, auf seinen Tod und auf seine Auferstehung hin wurden wir getauft, er versammelt und begegnet uns in der Feier der Eucharistie. Natürlich ist uns das alles weder neu noch fremd. Wir haben nämlich in unseren Städten und Dörfern Kirchen und Kapellen, gotische Münster und festlich, barocke Gotteshäuser. Dort versammeln wir uns für gewöhnlich, besonders an den Sonn- und Feiertagen. Das ist das Fundament, der Heimatboden unseres Glaubens... Das haben die ersten Jünger Jesu gewiss nicht viel anders empfunden. Doch Jesus erwartet von ihnen mehr. Etwas Neues und vielleicht auch Beängstigendes tritt in ihre Gemeinschaft ein, wenn Jesus von ihnen erwartet: Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern (Mt 28­19). In diesen Worten Jesu leuchten am Horizont alle Völker und alle Zeiten auf. Diese Weite wird gewiss im Bewusstsein der Christen jeder Generation bleiben müssen. Und die vielen Missionare und Missionsschwestern, die Entwicklungshelfer und die Volontarios aus dem Elsass, der Schweiz und der hiesigen Landschaft sind die grossherzige Antwort auf diesen Ruf Jesu.
Das mindert aber weder unser Ansehen noch unsere Sendung hier in unseren Landschaften. Die Botschafter Jesu hier sind wir. Auf uns setzt Jesus, wenn er sagt: Ihr werdet meine Zeugen sein (Apg 1,8). Es geht um das Zeugnis unserer Worte. Oft haben wir Scheu, über unseren Glauben zu sprechen, vor allem dann, wenn wir im Kollegenkreis oder in der Schule angefragt oder gar angegriffen werden. Vielleicht macht dieser Tag uns Mut, dort, wo wir leben und arbeiten, den Mund aufzutun und Zeugnis zu geben von dem, was wir in unserem christlichen Glauben erlebt haben. All das ist nicht immer einfach. Entschlossenheit und die Bereitschaft zu konkreten Entscheidungen müssen wir aufbringen. Aber dabei brauchen wir uns nicht nur auf uns selbst zu stützen... Der Herr selbst gibt uns die Kraft, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns trägt.»
In geradezu fröhlicher Stimmung ging der Festgottesdienst zu Ende. Es hat sich an diesem Tag gezeigt, dass unterwegs nicht nur Sorgen und Probleme das Bild der Kirche prägen, sondern dass Begegnungen untereinander selbst zum Glaubenszeugnis werden können, die Mut geben, die schwierigen Fragen anzupacken.
Die Bistumstreffen werden fortgesetzt, das nächste Mal im Bistum Strassburg und im Jahre 2001 im Bistum Basel, wo dann wohl auch mehr Teilnehmende aus der Schweiz dabei sein werden. Dass mit diesem Treffen ein Mosaiksteinchen mehr ins grosse Wunschbild der Völkerverständigung eingefügt wurde, sei nur am Rande vermerkt.

Josef Bieger Hänggi


Der Dienst der Ministranten und Ministrantinnen ist schön

Verantwortliche der Ministranten-Seelsorge aus 7 europäischen Ländern trafen sich am 14. bis 17. Juni 1999 im Centre St-François, Delémont (Schweiz). Sinn des CIM (Coetus Internationalis Ministrantium) ist der europäische Austausch von Erfahrungen in der Ministranten-Seelsorge. Besonders gut wird die Ausbildung und Begleitung von Ministranten in Deutschland gefördert, wo in vielen Diözesen eigene Ministranten-Seelsorger für die Ministranten in den Pfarreien arbeiten. Die meisten Ministranten-Seelsorger kamen aus Deutschland nach Delémont, aber auch Belgien, Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Österreich und Ungarn waren vertreten. Immer mehr Pfarreien merken, welch wichtige und wesentliche Jugendseelsorge bei den Ministranten/Ministrantinnen möglich, aber auch nötig ist.
Beim heutigen Rückgang der Teilnehmer am Gottesdienst müssen sich immer mehr Ministranten vor den anderen Jugendlichen rechtfertigen, wenn sie in die Kirche gehen und Freude am Gottesdienst und Ministrieren zeigen.
Diese aktuelle Problematik hat die Studientagung besonders aufgegriffen: Der Gottesdienst, der heute vielen als «unnütz» und «Luxus» erscheint, möchte ja die Freude an Gott, an seiner Liebe und Schöpfung ausdrücken. Im Gottesdienst geht es immer um die unverzweckte Schönheit Gottes. Eine kürzliche Umfrage in Basel hat ergeben, dass moderne Menschen, auch wenn sie aus der Kirche ausgetreten sind, an der Kirche vor allem die kirchliche Kunst und die Diakonie schätzen. Die kirchliche Kunst ist notwendig für die Verbreitung des Evangeliums, gerade auch bei den Fernstehenden. Das hat Papst Johannes Paul II. in seinem neuen «Brief an die Künstler» betont, den er für Ostern 1999 verfasste. «Gott ist schön und Christsein ist herrlich!» Das muss heute viel mehr gezeigt und gelebt werden, führte der CIM-Präsident Weihbischof Martin Gächter zu Beginn der Studientagung «Minstranten und sakrale Kunst» aus.
Wie die Kirchenarchitektur und ihre Entwicklung bis heute den Ministranten erschlossen werden könnte, erläuterte in begeisterten Vorträgen der Basler Kunsthistoriker Dr. Robert Th. Stoll. Er erklärte auch die Entwicklung der religiösen Malerei bis zur abstrakten Moderne. Der Basler Goldschmied Alexander Schaffner erläuterte die Entwicklung der liturgischen Gefässe in der Geschichte und in seinem eigenen Schaffen. Dabei konnte er zeigen, wie gerade in unserer Zeit des zunehmenden Individualismus immer mehr allgemein gültige Formen und auch ein gemeinsamer neuer Stil für Kelche und Kommunionschalen gesucht wird. Bei einem Besuch der Kirche von Courtételle erläuterte der Künstler Camillo (Soulce) seine faszinierende Neugestaltung des Altarraumes. Dabei schuf er ein mystisch wirkendes Auferstehungskreuz aus Glas und ebenso einen einfachen abstrakten Kreuzweg, der alle tief beeindruckte.
Die Generalversammlung fragte sich, wie der internationale Austausch über Ministranten-Seelsorge durch den CIM besser bekannt werden kann. Dazu werden auch neue Prospekte und das Internet beitragen. Die vermehrte Zusammenarbeit mit weiteren Ländern wie Italien, Frankreich, Holland und anderen mehr wird vom CIM gesucht.
Im Jahre 2000 wird der CIM 40 Jahre alt. Die Studientagung im September 2000 soll Anregungen zur Glaubensvertiefung und zur eucharistischen Spiritualität geben. Ein internationales Ministranten-Camp wird anfangs August 1999 in Ungarn stattfinden. Schon werden die ersten Vorbereitungen für die europäische Minstranten-Wallfahrt anfangs August 2001 getroffen, zu der wieder Zehntausende von Ministranten aus allen Ländern Europas in Rom zusammenströmen werden.

Weihbischof Martin Gächter


Bistum Chur

 

Diözesaner Priesterrat

Die nächste Sitzung des Diözesanen Priesterrates findet am 15. September 1999 statt.


Ausschreibungen

Infolge Demission der bisherigen Amtsinhaber werden die Pfarreien Illgau und Bauen zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Weiter wird infolge Demission des bisherigen Spitalseesorgers die Seelsorgestelle im Kantonsspital und im Fontanaspital in Chur zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten mögen sich melden bis zum 16. Juli 1999 beim Sekretariat des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.


Bistum St.Gallen

 

Pfarreinsetzung in Muolen

Am Sonntag, 13. Juni, ist in der St.-Josefs-Kirche in Muolen Josef Raimann von Pater Peter Meier, Vizedekan des Dekanates Rorschach, als Pfarradministrator eingesetzt worden. Der 71-jährige Josef Raimann war vorher während fünf Jahren in Benken tätig. Aus gesundheitlichen Gründen hatte er eine kleinere Gemeinde gewünscht.


Seelsorgerinnen-Begegnungstag: Wiborada und Frauenfenster

Mit Frauen, die Spuren im Bistum hinterlassen haben, beschäftigten sich die Seelsorgerinnen an ihrem Begegnungstag, den sie erstmals im Jahr des Bistumsjubiläums (1997) auf die Beine gestellt hatten. Mit einer besonders mutigen und starken Frau, der hl. Wiborada, setzten sie sich an ihrem zweiten Begegnungstag am zweiten Juni-Sonntag auseinander. Die Wiborada-Frauen aus dem Dekanat St. Gallen hatten ihn vorbereitet und dazu wieder alle hauptamtlichen Seelsorgerinnen eingeladen.
Dort, wo sich Wiborada nach einer Zeit des Noviziats für ihr weiteres Leben (916­926) in einer Zelle an der St.-Mangen-Kirche in St. Gallen einmauern liess, dort trafen sich am frühen Nachmittag die Seelsorgerinnen. Ein Hörspiel der Pastoralassistentin Barbara Walser, Abtwil, machte mit dem von sanktgallischen Mönchen überlieferten Leben von Wiborada vertraut. Ihr guter Rat veranlasste die Mönche des Gallusklosters und das ganze Volk zur Flucht vor den eindringenden Horden aus Ungarn. Sie selber blieb ihrem Inklusengelübde treu und wurde von einem Eindringling erschlagen. Als Europa 1047 nochmals von den Ungarn bedroht wurde, sprach Papst Clemens II. Wiborada als erste Frau heilig. In der Schweiz ist die Patronin der Bibliotheken und Bibliophilen (dank ihr sind die Bücherschätze der Klosterbibliothek in Sicherheit gebracht worden) immer noch die einzige Heilige.
In der St.-Mangen-Kirche ist immer noch das Zellenfenster zu sehen, das Wiborada den Blick nach innen freigab auf den Altar. Durch das Fenster nach aussen konnte sie Bedürftigen helfen und raten. Wiborada, zu Deutsch Wiberat, was «Ratgeberin der Frauen» bedeutet, ist in den letzten Jahren von den Frauen so richtig wiederentdeckt worden.
In der Wiborada-Kapelle in St. Georgen, wo die Heilige während vier Jahren (912­916) meditierend ihren weiteren Weg erforscht hatte, knüpften die Seelsorgerinnen einen Stein als Sinnbild für Sorgen, Nöte und «Knöpfe» in ein Tuch ein, tauchten es in Farbe und warteten... Dann tauschten sie ihre Visionen für ihren weiteren Weg in der Kirche aus, beteten und sangen miteinander und teilten anschliessend im Pfarreiheim das Brot und weitere Gaben.
Zwischen den beiden Wiborada-Stationen trafen sich die Seelsorgerinnen mit den beiden Frauenfenster-Frauen, Margreth Küng-Epper und Rosmarie Früh, in der bischöflichen Wohnung bei Kaffee und Kuchen zu einem lebhaften Gespräch über die Erfahrungen mit dem seit mehr als zwei Jahren offenen Frauenfenster. Mit dabei war die Pastoralassistentin Hildegard Aepli, welche seit knapp einem Jahr zu 20 Prozent am Regensamt beteiligt ist ­ eine Entwicklung, die durch das Frauenfenster forciert worden ist.


Bistum Lausanne, Genf und Freiburg

 

Im Herrn verschieden

Yvar Schmutz, Köln
Geboren am 27. September 1935 in Düdingen. Priesterweihe 1961. Nach einigen Vikariatsjahren im Bistum zog er 1967 nach Köln zum Studium der Musikwissenschaft. Nach einigen Jahren intensiver Forschung auf diesem Gebiet erkrankte er schwer und starb in Köln am 16. Juni 1999. Beigesetzt auf seinem Heimatfriedhof Düdingen.


Bistum Sitten

 

Priesterweihen

Zwei neue Diözesan-Priester

Am Sonntag, 13. Juni 1999 weihte Bischof Norbert Brunner beim Abschluss der diözesanen Gebetstriduum 1999 in der Kathedrale von Sitten Etienne Catzeflis von Sitten und Alexander Fux von St. Niklaus zu Priestern für das Bistum Sitten. Etienne Catzeflis wird im französischsprachigen Teil des Bistums arbeiten und Alexander Fux im deutschsprachigen Teil.

Ein neuer Chorherr für die Gemeinschaft der Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard

In Anwesenheit von Abt Benoît Vouilloz weihte Bischof Norbert Brunner ebenfalls José Mittaz von Sitten zum Priester für die Gemeinschaft der Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard.


Aus dem Leben des Bistums Sitten

Diözesanes Ministrantentreffen 1999

Rund 1300 Ministrantinnen und Ministranten fanden sich am Samstag vor dem Guthirtsonntag 1999 in Sitten ein zu einem gemeinsamen Treffen und um die Bischofsstadt zu erkunden: Die Valeria, das Bischofshaus, die Kathedrale, das Diözesanmuseum sowie die Ausgrabungen unter der St. Theodulskirche standen am Vormittag auf dem Programm, auch das gegenseitige Sich-Kennen-Lernen und das Spiel. In der Mittagszeit fand in den Pfarrkirchen St-Guérin und St-Theodul eine Eucharistiefeier mit dem Bischof statt. Er sprach zu der anwesenden Schar über das Bibelwort «Dienet in Freude», das für ihre Dienste in den Pfarreien zum Motto werden könnte.
Bei Musik und Sketches sorgten am Nachmittag die Seminaristen für Unterhaltung. Der fröhliche Tag schloss mit einem Ballonwettbewerb. Auf ein Kommando liessen die Kinder ihre Ballone in einer wellenartigen Salve hochsteigen. Dem weitesten Ballon und der Ziehung aus den übrigen Rücksendungen winkt diesen Sommer noch ein spannender Preis.

Gebetstriduum 1999

Vom 11. bis 13. Juni 1999 war das Bistum Sitten in Feststimmung. Eine ununterbrochene Gebetskette feierte aus allen Teilen der Diözese auf Valeria und in der Bischofsstadt eine spürbare «Bistumsgemeinschaft». Zum Abschluss des Jahres für Geistliche Berufe und im Rahmen der Vorbereitung auf das Jahr 2000 machten sich Pfarreien, Gruppen, Ordensleute und engagierte Christen auf den Weg zu unserer Lieben Frau von Valeria.
Während die ersten internationalen Friedenstruppen im Kosovo einmarschierten, eröffnete Bischof Norbert Brunner, zusammen mit dem designierten neuen Abt von St-Maurice, Joseph Roduit, Mgr. Benoît Vouilloz, Propst vom Grossen St. Bernhard und rund 50 Priestern, in der mehr als 550 Jahre alten Kirche das Gebetstreffen. Vom Atem der Geschichte war viel zu spüren in den Gesichtern jener, die im alten Chorgestühl von Valeria Platz nahmen, sangen und beteten. Geschichte wurde auch gefeiert. Nicht nur vergangene, sondern auch gegenwärtige und zukünftige: die Geschichte vom Herzen eines Menschen aus Nazaret, von Jesus, der vor bald 2000 Jahren in einem kleinen Provinzort in Palästina zur Welt kam und für die Christen auch heute noch Heil und Zukunft bedeutet.
Mgr. und Propst Benoît Vouilloz vom Grossen Sankt Bernhard erinnerte in seinem Predigtwort daran, dass die Menschen heute nach Valeria gekommen sind, «um ihre Last, ihre Nöte und diejenigen der Gesellschaft von heute in jenes Herz zu legen, das allein die wahre Ruhe schenken kann...».
Beeindruckend war, mit welcher Freude Stunde um Stunde viel Volk aus dem Ober- und Unterwallis «zum Berge hinaufzogen», und in origineller Weise das Jahr der Geistlichen Berufe beschloss und den Beistand des Heiligen Geistes für sich und die Anliegen des Bistums erflehten.

Das göttliche «Parfüm» wiederentdecken

Am Samstagabend spendete Bischof Norbert Brunner während der Eucharistiefeier acht jungen Erwachsenen das Sakrament der Firmung. Er rief die Kandidatinnen und Kandidaten auf, das bei der Taufe geschenkte göttliche «Parfüm», mit Hilfe des Heiligen Geistes wieder zu entdecken, lebendig zu erhalten und in die Welt hinauszutragen.

Fünf feierliche Gelübde

Am Sonntagvormittag nahm Propst Benoît Vouilloz stellvertretend für den erkrankten Abtbischof Henri Salina beim Festgottesdienst die feierlichen Gelübde von drei Schwestern und zwei Brüdern entgegen. Mit dem Propst konzelebrierte Bischof Norbert Brunner, alt-Erzbischof André Perraudin, alt-Bischof Gabriel Bullet und rund 50 Priester.
Die Spitalschwestern Sr. Arlette Barmaz (1960) von St-Martin, und Sr. Bernadette Huser (1961) von Vétroz legten vor der anwesenden Gemeinschaft ihre feierlichen Gelübde ab. Ihre Devise lautet: Jesus besser kennen und lieben lernen und ihm dienen in den Armen.
Der Chorherr von St-Maurice, Yannick-Marie Escher (1974) aus Siders, legte ebenfalls die feierlichen Gelübde ab. Er möchte sich vor allem in den Dienst der Jugend stellen.
Pater Bernard Müller (1920) und Sr. Anne-Marie Sonderegger (1940) von der Gemeinschaft Cana Myriam, einer jungen Neugründung in Muraz-Collombey möchten sich ganz in den Dienst der Barmherzigkeit stellen.

Drei Neupriester ­ «Bleibt in mir!»
Zwei neue Diözesanpriester und ein neuer Chorherr vom Grossen Sankt Bernhard

Eine sehr grosse Freude bereiteten die drei Priesterweihen am Sonntag Nachmittag:
Alexander Fux (1959) von St. Niklaus und Etienne Catzeflis (1959) von Sitten stellen sich als Neupriester in den Dienst der Diözese. Neupriester José Mittaz gehört den Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard an. Sie versprachen vor der versammelten Gemeinde Ehelosigkeit, Gehorsam ihren Oberen gegenüber und das regelmässige Gebet. Diesem mutigen Entscheid ging bei den drei Weihekandidaten ein langer Weg voraus. Regens Stefan Roth und Chorherr Jean-Marie Lovey zeichneten in kurzen Zügen bei der Vorstellung der Kandidaten ihre Wege nach mit allen Hoch und Tiefs. In seiner Predigt nahm Bischof Norbert Brunner den Leitsatz von Alexander Fux auf «Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch» und sagte: «Ihr gebt uns durch Eure ausgewählten Bibeltexte zu verstehen, wie ihr eure Sendung erfüllen möchtet.» Er rief sie auf, eine tiefe Verbundenheit zu Christus zu pflegen. Nur in der Betrachtung, im Gebet und in der Feier der Eucharistie kann der Priester seine Sendung wirklich erfüllen.
Eine besonders dichte Atmosphäre war in der Kathedrale während der Handauflegung des Bischof und der rund 80 anwesenden Priester zu spüren.
Mit den Priesterweihen ging das diesjährige Triduum zu Ende. Manche waren fast enttäuscht, dass es schon vorbei war, konnte man doch während diesen Tagen etwas von einer Bistumsgemeinschaft, einer neuen Herzlichkeit, spüren, die im Stress und Gehetze unserer Zeit viel öfter zu kurz kommt.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999