23/1999

INHALT

Amtlicher Teil

 

Bistümer der deutschsprachigen Schweiz

 

Voranzeige: Weltjugendtreffen in Rom und Umgebung am 15.­20. August 2000

Junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren können für das Weltjugendtreffen in Rom 2000 in der Schweiz verschiedene Reisegruppen bilden in Pfarreien, Regionen und Jugendvereinen.
Es gibt auch die Möglichkeit und die Einladung für ein Vorprogramm in einer italienischen Diözese vom 10. bis 14. August 2000.
Weitere Informationen fürs Weltjugendtreffen 2000 folgen nach den Sommerferien 1999. Wir planen auch die Einrichtung eines Sekretariates in der deutschsprachigen Schweiz, welches den Gruppen beim Organisieren und Kontakt mit Rom hilft.
Freiwillige Mitarbeiterinnen, die mindestens 18 Jahre alt sind, die italienische Sprache kennen und für einen Einsatz in der Zeit vom 5. bis 20. August 2000 in Rom (mit freier Kost und Logis) bereit sind, mögen sich möglichst bald bei mir melden für nähere Informationen (Telefon 032-6255825).

Weihbischof Martin Gächter


Bistum Basel

 

Wahl und Ernennung

Felix Klingenbeck-Kost auf den 6. Juni 1999 zum Gemeindeleiter der Pfarrei St. Mauritius, Emmen (LU).


Priesterweihe und Institutio im Bistum Basel

Das Bistum Basel hat drei Neupriester: Felix Gmür, Basel, Walter Hocher, Luzern, sowie Leo Stocker, Villmergen, empfingen am Sonntag 29. Mai, aus der Hand ihres Diözesanbischofs Kurt Koch in der St.-Karls-Kirche Luzern in einem feierlichen Gottesdienst die Priesterweihe. Dazu kamen zwei Frauen und sieben Männer, die sich am 28. Mai in Rotkreuz (ZG) für den kirchlichen Dienst im Bistum Basel verpflichtet haben.
Zu Beginn der heiligen Handlung wurden die drei Priesteramtskandidaten in einem ritualisierten Dialog von Regens Walter Bühlmann dem Bischof vorgestellt. Beifall erklang, als der Bischof erklärte, er werde die Diakone zu Priestern weihen.
In seiner Homilie betonte der Bischof, dass die Eucharistie die eigentliche Mitte des priesterlichen Lebens und Dienens darstelle. Der Priester sei weder ein Delegierter noch ein Funktionär Jesu Christi. Der Bischof führte aus: «Er ist vielmehr die Ikone Jesu Christi, in der der Auferstandene selbst geistesgegenwärtig zu sein verspricht. Nur als solche Ikone Jesu Christi kann der Priester in der Eucharistie sprechen: ÐDies ist mein Leibð.»
Weil Kirchesein nicht einfach eine natürliche Möglichkeit menschlicher Gemeinschaft ist, gebe es in ihr ein sakramental ordiniertes Amt. Dieses sei nicht eine Sache der Delegation, sondern der sakramentalen Sendung, fürte der Bischof aus. Der Priester sei sakramental ordiniert und gesandt, um sichtbar darzustellen, dass nämlich Christus selbst seine Kirche führt, die Kirche von Christus abhängt und in ihm den wahren Bezugspunkt ihrer Einheit hat.
Während die Allerheiligen-Litanei gesungen wurde, lagen die Weihekandidaten als Zeichen der Demut und des Angewiesenseins auf das fürbittende Gebet der Kirche vor den Stufen des Altars. Die eigentliche Weihe geschah dann in der Stille durch die Handauflegung des Bischofs und der mehr als 40 anwesenden Priester aus dem gesamten Bistum. Dann folgte das Weihegebet.
Nach den ausdeutenden Riten ­ das Bringen und Anlegen der Messgewänder, die Salbung der Hände sowie das Überreichen von Kelch und Hostienschale ­ erfolgte zum Abschluss der Weihe der Friedensgruss zwischen dem Bischof und den Priestern als Zeichen der Aufnahme in das Priesterkollegium. Mit dem Bischof zusammen feierten die Neupriester dann die Eucharistie. Der festliche Gottesdienst, der vom Kirchenchor St. Karl und einer Bläsergruppe der Stadt Luzern musikalisch umrahmt wurde, schloss mit dem Primizsegen.
Die feierliche Institutio fand in der schlichten Kirche von Rotkreuz (ZG) statt. Während des festlichen Gottesdienstes führte der Bischof in seiner Predigt aus, dass der kirchliche Dienst elementar darin bestehe, «dass wir Gott und seinem Geheimnis Raum geben». Es gehe darum, die Gegenwart Gottes im Leben der Menschen ausfindig zu machen und sie dazu zu motivieren, das Geschenk der Gottesgegenwart in ihrem Leben dankbar anzunehmen.
In diesem Zusammenhang sagte der Bischof: «Menschen, die sich im kirchlichen Dienst engagieren, müssen sich aber in erster Linie dadurch auszeichnen, dass sie leidenschaftliche Gottsucher sind, die sich auf den Weg zu Gott machen und deren vornehmliche wie vornehmste Aufgabe darin besteht, die ihnen anvertrauten Menschen auf diesen Weg zu locken und sie auf diesem Weg zu begleiten, damit sie persönliche Gotteserfahrung in ihrem alltäglichen Leben machen.»
Die Institutio erhielten: Ralf Binder-Reuter, Rheinfelden (AG); Felix Bütler-Staubli, Luzern; Roland Bucher-Mühlebach, Pfaffnau (LU); Peter Daniels-Chucherko, Beromünster (LU); Claudia Dermon, Allschwil (BL); Gregor Gander-Thür, Sursee (LU); Markus Heil-Zürcher, Nussbaumen; Othmar Odermatt-Stocker, Luzern; Anita Weibel-Della Chiesa, Rotkreuz (ZG).


Abschluss der Berufseinführung 1997/99

Am Mittwoch, 12. Mai 1999, haben folgende 7 Frauen und 14 Männer im Priesterseminar St. Beat das Abschlussdokument erhalten:
Ambühl-Rütimann Roman, Baar; Bieberstein Sabine, Dr. theol., Bern (Dreifaltigkeit); Binder Ralf, Rheinfelden; Braun Sylvia, Binningen; Bucher-Mühlebach Roland, Pfaffnau; Bütler-Staubli Felix, Luzern (St. Paul); Daniels-Chucherko Peter, Beromünster; Dermon Claudia, Allschwil (St. Peter und Paul); Gander-Thür Gregor, Sursee; Gmür Felix, Dr. phil., Basel (St. Anton); Gutzwiller Eveline, Bern (St. Mauritius); Heil Markus, Dr. theol., Untersiggenthal; Hocher Walter, Dr. med., Luzern (St. Karl); Lang Eugénie, Täuffelen; Moresino Flavio, Freiburg; Odermatt-Stocker Othmar, Luzern (St. Maria); Schmitt Christoph, Baar; Stillhard Therese, Littau; Stocker Leo, Villmergen; Weibel-Della Chiesa Anita, Meierskappel-Rotkreuz; Wiederkehr-Käppeli Christoph, Basel (Allerheiligen).

Dr. Walter Bühlmann, Regens


Basler Katechetische Kommission

An der Sitzung vom 11. Juni 1999 werden sich die Mitglieder der Basler Katechetischen Kommission neben den allgemeinen Informationen mit folgenden Traktanden beschäftigen: Statuten der BKK ­ Selbstverständnis und Standortbestimmung der Kommission; Neuer Firmfaszikel ­ Orientierung über Stand der Arbeit und weiteres Vorgehen; Begegnung mit dem Bischof.
Für Anfragen stehen das Pastoralamt und der Präsident gerne zur Verfügung.

Toni Schmid, Präsident BKK
Katechetische Arbeitsstelle Aarau


Seelsorgerat des Bistums Basel

An der ordentlichen Sommersitzung in Bethanien vom 18./19. Juni 1999 wird der Diözesane Seelsorgerat seine Stellungnahme zur Ökumenischen Konsultation verabschieden. Im Weiteren wird er sich Fragen der Behinderten in unserer Gesellschaft und des Schwangerschaftsabbruches beschäftigen.
Für allfällige Anfragen stehen das Pastoralamt und die Präsidentin gerne zur Verfügung.

Renate Falk, Oberägeri
Präsidentin des Seelsorgerates


Priesterrat und Rat der Diakone, der Laientheologinnen und -theologen des Bistums Basel

Am 18./19. Mai 1999 tagten im Priesterseminar St. Beat Luzern der Priesterrat und der Rat der Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen des Bistums Basel.
Die beiden Räte verabschiedeten eine Stellungnahme zur Ökumenischen Konsultation und beschäftigten sich mit der X. Bischofssynode in Rom im Jahr 2000, die unter der Thematik «Der Bischof als Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung der Welt» steht.
Die Stellungnahme des Priesterrates und des Rates der Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen wurde mit einem überwältigenden Mehr angenommen. Die Räte nehmen dankbar zur Kenntnis, dass die vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und der Schweizer Bischofskonferenz veranlasste Ökumenische Konsultation viele Gruppen dazu bewegte, über die vielfältigen anstehenden Fragen der Gesellschaft und deren Zukunft nachzudenken. Bei der Vielzahl der aufgeworfenen Fragen beschränken sich die Räte darauf, zwei Bereiche herauszugreifen, indem sie die Bedeutung der Freiwilligenarbeit für Kirche, Staat und Gesellschaft hervorheben und die Notwendigkeit echter Solidarität betonen.
Für die X. Bischofssynode in Rom vom Jahr 2000 war der Priesterrat von der Kommission Bischöfe-Priester eingeladen, zu einigen Punkten des vorläufigen Arbeitspapiers (Lineamenta) Stellung zu nehmen. Dies entspricht dem Anliegen der Bischöfe, sich nicht allein mit den Lineamenta auseinanderzusetzen. Vielmehr soll unter anderem auch der Priesterrat jedes Bistums über das Amt des Bischofs nachdenken.
In Gruppengesprächen wurde das Verhältnis zwischen Orts- und Weltkirche beleuchtet, wurden Wünsche und Erwartungen an den Bischof geäussert und Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Seelsorgerinnen und Seelsorger von ihrer Seite her die guten Beziehungen zum Bischof fördern können.
Ausgehend vom Bild, dass in jedem Bischof zwei Lungenflügel sind ­ der eine, um die Luft im Bistum, der andere, um jene der Weltkirche aufzunehmen ­, zeigte sich die Notwendigkeit, dass der Bischof Freiraum für die diözesanen und überdiözesanen Beziehungen haben muss. Das bedingt ein Verständnis aller Bistumsmitglieder für die bischöflichen Verpflichtungen über die Bistumsgrenzen hinaus und für die Anliegen der Weltkirche.
Es wurde gewünscht, der Bischof solle in erster Linie «pastor» und weniger «episcopus» sein, also in erster Linie Seelsorger und weniger Funktionsträger; er soll als Kommunikator innerhalb des Bistums und zur Weltkirche auftreten sowie Beschützer von Minderheiten sein. Auch wurde der Wunsch nach mehr Kollegialität im Bischofskollegium und nach einer Stärkung der Bischofskonferenzen angemeldet.
Als Hilfestellungen dazu wurden erwähnt: Solidarität, Loyalität, Transparenz dem Bischof gegenüber und die Pflege der Kontakte zu ihm. Die Räte waren der Meinung, das Bistum Basel habe der Weltkirche etwas zu sagen. Es sei jedoch zu wenig Bistumsbewusstsein vorhanden. Es wurde gewünscht, den in der Seelsorge verspürten Druck «nach oben» weitergeben zu können. Als wichtige Form der Verbundenheit mit dem Bischof wurde das Gebet benannt.
Vom Bischof erwarten die Räte, ihn als Menschen erfahren zu dürfen. Falsche Erwartung wäre es, den Bischof als «Blitzableiter», «Projektionsfigur» zu verstehen.
Als Mangel wurde in einer Plenumsdiskussion festgehalten, dass die Lineamenta einseitig das Presbyterium benennen, für die Diakone nur eine kurze Erwähnung vorsehen, aber die vielen nicht ordinierten Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Orden und Bewegungen in ihrer Bedeutung übergehen. Frauen und Männer, die in den Gemeinden Verantwortung tragen und unverzichtbare Arbeit leisten, sind deshalb in der Gesprächsgrundlage der Bischofssynode eigens einzufügen.
Die Ergebnisse der Beratungen werden vom Ausschuss der Räte an die Schweizer Bischofskonferenz eingereicht.
Bischof Kurt Koch dankte für die Aussprache und die positiven Rückmeldungen. Er habe viel Wohlwollen und Einfühlungsvermögen bei den Mitgliedern gespürt. Seine Aufgabenprioritäten sieht Bischof Koch erstens im Bistum, zweitens in der Bischofskonferenz und drittens in der Weltkirche. Das Hauptproblem sei, dass die Bischöfe von ihren Ortskirchen derart kurz gehalten werden, dass sie ihre Verantwortung in der Weltkirche fast nicht wahrnehmen können. Es sei ihm weiter aufgefallen, dass nicht ein allzu grosses Sensorium für die Weltkirche vorhanden sei. Es sei notwendig, dass wir offen sind für die Schönheiten anderer Ortskirchen, wie auch wir die Schönheiten des Bistums Basel anderen mitteilen sollen.
Zum Schluss der Sitzung wurden noch verabschiedet: Pater Josef Camenzind, Finsterwald (er war während 8 Jahren Mitglied des Priesterrates) und Frau Claire Berry vom Ordinariat, die während 15 Jahren (oder 45 Sitzungen) als Protokollantin tätig war.

Marco von Arx


Voranzeige: Nächstes Bistums-Jugendtreffen: Sonntag, 2. April 2000 in Solothurn

Das Datum dieses beliebten Treffens für Jugendliche ab 16 Jahren bitte jetzt schon vormerken.
Wer bei der Gestaltung des Bistumsjugendtreffens am 2. April 2000 mitreden möchte, komme in die Vorbereitungsgruppe, die sich erstmals am Mittwoch, 8. September 1999 um 18.30 bis 21.30 Uhr im Bischöflichen Ordinariat Solothurn trifft.
Nähere Auskunft bei Martin Gadient, Kriens (Telefon 041-3221151) sowie bei Weihbischof Martin Gächter.


Fahrt nach Taizé für Jugendliche am 11. bis 17. Oktober 1999

für junge Leute zwischen 17 und 29 Jahren. Begleitet werden sie von Martin Gadient (Telefon 041-3221151) und Weihbischof Martin Gächter (Telefon 032-6255825), die Programmblätter und weitere Informationen geben können. Anmeldung bis 7. September 1999.

Weihbischof Martin Gächter


Bistum Chur

 

Weihe von Priestern

Am Samstag, 29. Mai 1999, hat unser Diözesanbischof, Msgr. Amédée Grab, in der Kathedrale Chur zu Priestern geweiht: Melchior Betschart, geboren am 17. Januar 1969 in Ingenbohl (SZ), von Ingenbohl (SZ), in Kerns (OW); Gion-Luzi Bühler, geboren am 9. Februar 1969 in Chur (GR), von Domat/Ems (GR) in Andeer (GR); Simon Eicher, geboren am 9. April 1971 in Basel, von Hasle/Schüpfheim (LU), in Steinen (SZ); Daniel Guillet, geboren am 6. Juni 1970 in Schaffhausen, von Treyvaux (FR), in Chur (GR), und Paul Schlienger, geboren am 23. September 1962 in Laufenberg (AG), von Hellikon (AG), in Stierva (GR).

Bischöfliche Kanzlei


Diözesaner Priesterrat

Die zwei noch ausstehenden Vertreter der Italienermission im Priesterrat der Diözese Chur wurden nun bestimmt: Don Paolo Gallo, Glarus; Don Pino Panciera, Kloten.


Bistum St. Gallen

 

Indienstnahme in Niederuzwil

Im Pastoralkurs 1998/99 sind zwei Frauen und neun Männer nach ihrem Theologiestudium auf den praktischen Einsatz in den Pfarreien vorbereitet worden. Am Sonntag, 27. Juni, werden je zwei Absolventinnen und Absolventen durch Bischof Ivo Fürer in den ständigen kirchlichen Dienst des Bistums St. Gallen aufgenommen. Die sogenannte «Institutio» erfolgt im Rahmen des Pfarrgottesdienstes um 10 Uhr in der Christ-König-Kirche in Niederuzwil. Die neuen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind: Gabriele Fiedler, Widnau; Ottmar Hetzel, Niederuzwil; Alex Hutter, Wil; Claudia Zimmermann, Gossau.
Josef-Michael Karber, Buchs-Grabs, bereitet sich auf die Diakonweihe vor. Ein Absolvent verlängert seinen Lerneinsatz um ein Jahr, ein anderer ist vorzeitig aus dem Pastoralkurs ausgestiegen. Zwei weitere Absolventen des Pastoralkurses, Br. Benno-Maria Kehl OFM, Rorschacherberg, und Christoph Albrecht SJ sind Ordensangehörige. Diakon Thomas Thalmann wird am 15. August in St. Otmar-St. Gallen zum Priester geweiht. Ein deutscher Pastoralpraktikant ist vom Bistum Sitten in den Pastoralkurs nach St. Gallen geschickt worden.


Begegnungstag für Pfarreisekretärinnen und -sekretäre

Zum fünften Mal findet im Bistum St. Gallen am Dienstag, 7. September, von 9 bis 16.45 Uhr, in der Abtei St. Otmarsberg in Uznach ein Begegnungstag für Pfarreisekretärinnen und -sekretäre statt. Er dient einerseits der beruflichen Weiterbildung und andererseits dem persönlichen gegenseitigen Erfahrungsaustausch ­ eine von den jeweils über 50 Teilnehmenden geschätzte Kombination.
Marianne Jocham, Widnau, wird am Vormittag mit den Teilnehmenden am Thema «wertvoll ­ Selbstwert ­ voll Wert» arbeiten. Nachmittags spricht P. Adelrich Staub über «Mönchtum und Mission» und ermöglicht einen Blick hinter die Klostermauern von St. Otmarsberg und Agbang in Togo.
Pfarrer Paul B. Hutter, der Initiator dieser Begegnungstage und zuständig für Beratung und Fortbildung im Bistum, beschliesst die Tagung mit einer Besinnung zum Thema des Tages.
Anmeldung bis spätestens 10. August an: Bischöfliche Kanzlei, Pfarrer Paul B. Hutter, Postfach 263, 9001 St. Gallen.


Orden und Kongregationen

 

Im Herrn verschieden

Dr. P. Magnus Löhrer OSB, Einsiedeln
In den späten Abendstunden des 29. Mai 1999 verunglückte auf dem Bahnhof Zug Dr. P. Magnus (Paul) Löhrer, Einsiedeln, tödlich. P. Magnus stieg in Zürich irrtümlich in einen falschen Zug und wollte im Bahnhof Zug umsteigen. Dabei trat er versehentlich auf ein Geleis und wurde von einem einfahrenden Zug erfasst. P. Magnus stand im 72. Lebensjahr, im 51. Jahr seiner Ordensprofess und im 47. Jahr seines Priestertums.
Geboren am 6. April 1928 in Gossau (SG), trat Paul Löhrer im Herbst 1939 in die erste Klasse der Stiftsschule Einsiedeln ein. Nach der Matura im Sommer 1947 begann Paul Löhrer das Noviziat im Kloster Einsiedeln und legte am 8. September 1948 als P. Magnus die Profess auf die Benediktinerabtei Einsiedeln ab. Es folgten das Studium der Theologie an der Theologischen Hauslehranstalt und an der Benediktinerhochschule Sant'Anselmo in Rom. Nach der Priesterweihe am 17. Juli 1952 setzte P. Magnus seine Studien fort und schloss sie 1954 mit dem Doktorat der Theologie ab. Seine Dissertation «Der Glaubensbegriff des heiligen Augustinus in seinen ersten Schriften bis zu den Confessiones» fand grosse Beachtung. Von 1954 bis 1963 war P. Magnus Lehrer für Dogmatik an der Theologischen Lehranstalt des Klosters Einsiedeln. 1963 wurde er als Dogmatikprofessor an die Ordenshochschule Sant'Anselmo in Rom berufen, wurde 1968 und dann wieder 1977 Dekan der Theologischen Fakultät von Sant'Anselmo. Von 1978­1992 war er Rektor der Ordenshochschule von Sant'Anselmo. Der lange Romaufenthalt wurde 1971­1976 unterbrochen, als P. Magnus als Direktor die Paulusakademie in Zürich leitete. 1992 kehrte P. Magnus, gesundheitlich geschwächt, ins Kloster Einsiedeln zurück und übernahm wiederum Vorlesungen in Dogmatik an der Theologischen Schule des Klosters Einsiedeln und wurde 1994 zum Studienpräfekten der Theologischen Schule ernannt. P. Magnus passte die theologische Lehranstalt der neuen geltenden Studienordnung an und erreichte 1996 die Affiliation der Theologischen Schule der Benediktinerabtei Einsiedeln an die Theologische Fakultät des Pontificio Ateneo S. Anselmo in Rom.
In den Jahren 1959­1965 veröffentlichte P. Magnus Löhrer, zusammen mit Prof. Dr. Johannes Feiner, das fünfbändige Werk «Mysterium salutis», das in der Folge in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Bereits in dieser ersten Zeit der Lehrtätigkeit entstanden entscheidende Kontakte mit der ökumenischen Bewegung, entstand über die Herausgabe der Zeitschrift «Begegnung» eine enge Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Heinrich Ott. In Rom hielt P. Magnus Löhrer auch Vorlesungen über Ökumene an der Lateran-Universität und wurde er zum Consultor am päpstlichen Einheitssekretariat gewählt.
Der Beerdigungsgottesdienst und die nachfolgende Beisetzung in der Klostergruft fanden am Samstag, 5. Juni 1999, um 10.15 Uhr im Kloster Einsiedeln statt. P. Magnus Löhrer ruhe im Frieden des Herrn.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1999