9/1999 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Die auf den 1. Juli 1999 vakant werdende Seelsorgestelle am Inselspital
Bern wird für einen Priester zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Interessenten melden sich bitte bis zum 23. März 1999 beim diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail: personalamt.bistum-basel@kath.ch
Generalvikar Msgr. Dr. Peter Henrici
Generalvikar Msgr. Dr. Paul Vollmar
Generalvikar Dr. Vitus Huonder
Regens Dr. Peter Rutz
Bischöflicher Delegierter für Mesolcina-Calanca D. Aurelio Lurati
Dekan Dr. Albert Gasser, Chur
Dekan Pfr. Marcus Flury, Surselva
Dekan Pfr. Gieri Cadruvi, Ob dem Schin-Davos
Dekan Pfr. Florian Hasler, Engadin
Dekan Pfr. Gebhard Jörger, Glarus
Dekan Dr. Guido Schnellmann, Innerschwyz
Dekan Pfr. Edgar Hasler, Ausserschwyz
Dekan Pfr. Bruno Werder, Uri
Dekan Pfr. Willy Gasser, Obwalden
Dekan Pfr. Stefan Zelger, Nidwalden
Dekan Pfr. Dr. Gebhard Matt, Zürich
Dekan Pfr. Jakob Romer, Winterthur
Dekan Pfr. Dr. Martin Kopp, Albis
Dekan Pfr. Vitus Schmid, Zürcher Oberland
Pfr. Hermann Bruhin, St. Franziskus Zürich
Pfr. David Blunschi, St. Konrad Zürich
Pfr. Reto Müller, Liebfrauen Zürich
Pfr. Ferdinand Schirmer, St. Gallus Zürich
Pfr. Dr. Hugo Gehring, Bülach
Pfr. Cyrill Flepp, Turbenthal
Pfr. Alois Huwiler, Richterswil
Pfr. Hans Schriber, Wetzikon
Prof. Dr. Franz Annen, Chur
Pfr. Alexi Manetsch, Sedrun
Pfr. Otto Merkelbach, Gersau
Pfr. Alois Arnold, Galgenen
Pfr. Josef Suter, Flüelen
Prof. Dr. Josef Bommer
Prof. Dr. Hans Halter
P. Josef Christen SMB, Immensee
P. Christian Meyer OSB, Engelberg
P. Werner Heierle SJ, Zürich
Br. Remigi Odermatt OFMCap, Altdorf
D. Luis Capilla, Kloten
Pfr. August Durrer, Zürich
Pfr. Martin Mätzler, Näfels
Pfr. Guido Costa, Le Prese
P. Ursmar Wunderlin OFMCap, Winterthur
P. Basil Höfliger OSB, Einsiedeln
P. Bruno Rieder OSB, Disentis
D. Bartolo Pereira, Zürich
Die zwei Vertreter der Italienerseelsorger sind noch nicht bestimmt worden.
Das Team Ausbildung und Fortbildung, das sich aus Regens Josef Wick, Fortbildungsleiter Paul Hutter und der Mitarbeiterin im Regensamt Hildegard Aepli zusammensetzt, hat für die Studienbegleitung im Bistum St. Gallen ein wegleitendes und verbindliches Papier erarbeitet. Es ist vom Priesterrat des Bistums St. Gallen und vom Rat der hauptamtlichen Laienseelsorger/innen, von der Kommission Kirchliche Dienste und vom Ordinariatsrat gutgeheissen worden. Nach der Schlussredaktion durch das Team Ausbildung und Fortbildung hat es Bischof Ivo Fürer in Kraft gesetzt. An der letzten Ordinariatssitzung wurde die Veröffentlichung in der Kirchenzeitung beschlossen.
Die Arbeit im kirchlichen Dienst ist sehr anspruchsvoll. Es braucht Persönlichkeiten,
die im Spannungsfeld zwischen Glaube Seelsorge Kirchenbildern
Kirchenpolitik bestehen können.
Die Verantwortlichen des Bistums St. Gallen legen deshalb Wert darauf, dass
zukünftige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gut vorbereitet und begleitet
werden. Neben der fachlich theoretischen Schulung, die an den Hochschulen
oder am KIL vermittelt wird, sind Einblicke in die Praxis der Seelsorge
unerlässlich. Ebenso wichtig sind während des Studiums Gespräche
mit verschiedenen Fachpersonen in Seelsorge und Psychologie, um so die eigenen
Möglichkeiten und Fähigkeiten immer besser kennen und die Eignung
für den kirchlichen Dienst selber einschätzen zu lernen. Die rechtzeitige
Entscheidung für einen Seelsorgedienst kann so vorbereitet werden
in der Verantwortung der Studierenden und der Bistumsleitung. Ein besonderes
Anliegen betrifft schliesslich die Auseinandersetzung und das Wachsen im
eigenen Glauben als eigentliche Grundlage für die spätere Seelsorge.
2.1. Theologiestudierende
2.1.1. Beziehung zum Bistum
Theologiestudierende, die einmal in den kirchlichen Dienst treten wollen,
nehmen zu Beginn des Studiums mit dem Regens Kontakt auf. Da die Theologie
an die Existenzfragen eines Menschen rührt, ist es ratsam, das Studium
in eine Haltung des Glaubens einzubetten. Der frühzeitige Kontakt mit
dem Diözesanregens unterstützt diesen Prozess.
2.1.2. Klärungsgespräch
Im 3. oder 4. Semester des Studiums führen die Studierenden folgende
Einzelgespräche:
Das Gespräch soll helfen:
Das Gespräch soll Bereitschaft wecken:
Das Gespräch mit dem Psychologen ist zur Unterstützung der Studierenden gedacht und findet darum auf Vertrauensbasis statt.
2.1.3. Pfarreihospitation
Nach dem zweiten Studienjahr hospitieren Theologiestudierende, die später
im kirchlichen Dienst arbeiten wollen, vier bis sechs Wochen in einer geeigneten
Pfarrei des Bistums. Sie gewinnen so Einblicke in die Grundformen der Pfarreipastoral.
Die genaue Beschreibung der Hospitation ist auf dem Zusatzblatt «Richtlinien
für die Pfarreihospitation» zu finden.
2.1.4. Persönliche Begleitung
Nach dem Klärungsgespräch erfolgt die praxisorientierte Begleitung.
Die Studierenden haben regelmässigen Kontakt zum Regens oder der Mitarbeiterin
im Regensamt. Zusätzlich wählen sie eine Bezugsperson für
die geistliche Begleitung.
2.1.5. Aufnahmegespräch
Die Studieren führen ein Jahr vor Beginn des Pastoralkurses Einzelgespräche
mit:
Das Ergebnis dieser Einzelgespräche sowie die Rückmeldung aus dem Praktikum bilden die Grundlagen für die Aufnahme oder Nichtaufnahme in den Pastoralkurs als Vorstufe für den kirchlichen Dienst.
2.1.6. Exerzitien oder Besinnungstage
Die persönliche Auseinandersetzung und Vertiefung im Glauben gilt als
notwendige Voraussetzung für die spätere Seelsorge. Darum sollen
die Studierenden mindestens zweimal eine Woche während der Studienzeit
an Exerzitien oder Besinnungstagen teilnehmen, davon einmal im Angebot des
Bistums. Die Kosten werden vom Bistum mitgetragen nach Bestätigung
der Teilnahme beim Regens.
2.1.7 Geistliche Lebensgemeinschaft
Wer sich auf einen kirchlichen Dienst vorbereitet, soll einige Zeit in einer
geistlich geleiteten Lebensgemeinschaft (Seminar, Konvikt) verbringen. Ein
solcher Rahmen, unter kundiger Führung, ermöglicht ein Vertrautwerden
mit verschiedenen Gebetsformen, einen Austausch über den eigenen Glauben,
das Diskutieren über Fragen der Kirche und der Seelsorge. Das Zusammenleben
mit andern, auch nicht persönlich ausgewählten Mitstudierenden,
ist wichtig für die Formung des Charakters, als Einübung in die
spätere Berufstätigkeit unter Menschen verschiedenster Prägung.
Aus diesem Anliegen heraus gewährt das Bistum dieser Lebensform finanzielle
Unterstützung.
2.1.8. Herbst- und Weihnachtstagung
Im Herbst findet für alle Studierenden eine zweitägige Zusammenkunft
im Seminar St. Georgen statt. Im Beisein des Bischofs und unter der Leitung
des Teams für Ausbildung und Fortbildung wird ein Anliegen der Studienbegleitung
aufgenommen.
Nach Weihnachten trifft sich der Bischof und das Team jährlich abwechselnd
mit einer Gruppe von Studierenden: Priesteramtskandidaten, künftigen
Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten, Studierenden am KIL. Da
werden ihre spezifischen Erfahrungen, Erwartungen und Berufsbilder erwogen.
2.1.9. Pastoralkurs
Eigenes Grundlagenpapier
2.2. Studierende am Katechetischen Institut Luzern (KIL)
Für die Studierenden am KIL sind die folgenden Elemente der Studienbegleitung
vorgesehen:
Vor einer Anstellung findet ein Gespräch mit dem diözesanen Personalamt statt.
Zahlreiche Menschen und Familien leben in diesen Tagen in äusserst
schwierigen Umständen. Die Lawinenniedergänge von Evolène
und Geschinen forderten das Leben mehrerer Menschen. Zahlreiche Strassen
im Ober- und Unterwallis sind gesperrt, was ganze Dörfer und Regionen
von der Umwelt abschliesst.
Allen Betroffenen, besonders jenen, die Tote zu beklagen haben, spreche
ich meine Anteilnahme und mein tief empfundenes Beileid aus. Möge Gott
ihnen Hoffnung und Trost sein, damit sie auch in diesen schweren Tagen Stärke
und Zuversicht finden.
Gott segne auf besondere Art auch alle, die in selbstloser Hingabe den Betroffenen
Hilfe und Beistand leisten. Sei es nun der Helikopterpilot, der unter schwierigsten
Bedingungen seine Aufgabe erfüllt, oder die Telefonistin, die nach
unzähligen Anrufen immer noch geduldig antwortet, seien es die Soldaten,
Feuerwehrleute oder Zivilschützer, die im wahrsten Sinne des Wortes
ihren Dienst erfüllen. Ihnen allen, die sich unermüdlich, beruflich
oder freiwillig, für die Hilflosen einsetzen, bin ich in Gebet und
Dankbarkeit verbunden.
Vom 22.25. Februar 1999 fand im Bildungshaus St. Jodern, Visp, der
diesjährige Fortbildungskurs für Priester, Diakone und hauptamtliche
kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Professor Dr. Helmut
Hoping von der Theologischen Fakultät der Universitären Hochschule
Luzern referierte über «die Grundprobleme christlicher Gotteslehre
im Horizont der gegenwärtigen Gotteskrise und des interreligiösen
Dialogs». Trotz der prekären Wetterlage nahmen gegen 40 Personen
am Kurs teil. Auch Bischof Norbert Brunner und Generalvikar Josef Zimmermann
waren während dem ganzen Kurs anwesend. Rund 15 Seelsorgerinnen und
Seelsorger aus den Tälern Zermatt, Saas-Fee, Goms und Lötschental
mussten sich abmelden.
Im Rahmen eines Dreijahreszyklus in der Vorbereitung auf das 2000-jährige
Geburtsjahr Jesu Christi, war der diesjährige Fortbildungskurs für
das Oberwallis auf das Thema Gott-Vater ausgerichtet. Professor Dr. Helmut
Hoping<1> machte während den vier
Fortbildungstagen zuerst eine Analyse der gegenwärtigen Gotteskrise
anhand eines Beitrages von Johann Baptist Metz und zeigte dann die gegenwärtige
religiöse Landschaft auf, die geprägt ist durch den Einfluss neuer
religiöser Bewegungen.
Neben einer nicht bestrittenen Kirchenkrise gebe es eine tieferliegende
Gotteskrise so der Referent, und Johann Baptist Metz zitierend, sagte
er: «Die Krise, die das europäische Christentum befallen hat,
ist nicht primär oder gar ausschliesslich eine Kirchenkrise. Alle Kirchen
stehen heute wie entlaubte Bäume in unserer postmodernen Landschaft.
Woran liegt das? Gewiss auch an den Kirchen selbst. Doch die Krise sitzt
tiefer; sie ist keineswegs nur am Zustand der Kirchen selbst festzumachen;
die Krise ist zur Gotteskrise geworden.»
Trotzdem, betonte der Referent, sei der Bedarf an Orientierung für
das individuelle wie gesellschaftliche Leben des Menschen von heute nicht
geschwunden, sondern aufgrund massiver Orientierungskrisen noch gewachsen.
Dadurch ist auch in unserer postmodernen, pluralistischen Religiosität
die pastorale Herausforderung massiv gewachsen. Eine Voraussetzung für
diese Pluralität und Unübersichtlichkeit der religiösen Landschaft
sei die Privatisierung oder Intimisierung von Religion so der Referent,
und er stellte den Anwesenden die provokative Frage: «Ist die christliche
Gottesrede in Theologie, Verkündigung und Diakonie konkret genug? Widersteht
sie dem Bedürfnis nach einer Wellness-Religiosität, nach einer
Wohfühl-Religiosität? Ist Religion etwas Spielerisches, Leichtes
und Beliebiges geworden? eine ÐCafeteria-Religionð?»
Diese und andere Fragen wurden in den täglichen Arbeitsgruppen weiter
diskutiert und nach möglichen Lösungsansätzen gesucht.
Viel zu diskutieren gab der Begriff vom «allmächtigen und gütigen Gott». Zur Fremdheit Gottes in der modernen Kultur gehöre es bemerkte der Referent dass Gottes von der biblischen Tradition betonte Allmacht vielen fraglich geworden sei. Verschärft werde der Zweifel an Gottes Allmacht auch durch das Geschehen von Auschwitz. Wie konnte ein allmächtiger und zugleich gütiger Gott Auschwitz zulassen? Für die aktuelle Diskussionslage ist es kennzeichnend, dass die Kritik an Gottes Allmacht vor allem im Namen des Leidens erfolge. Damit habe die Allmachtskritik einen expliziten Bezug zum modernen Theodizeeproblem. Eine systematisch-theologische Erörterung der Allmacht Gottes bedürfe aus drei Gründen einer kreuzestheologischen Zentrierung: 1. mache das Kreuz im Lichte der Auferweckung Gottes Wesen als Liebe offenbar; 2. führe es zur Ausarbeitung des trinitarischen Gottesgedankens; und 3. sei vom Kreuz her zu entfalten, was der Glaube angesichts der bedrängenden Fragen der Theodizee, ohne sie zum Verstummen bringen zu können, zu sagen vermag.
Einen bemerkenswerten Ansatz in der Frage nach Gott und seinem Geheimnis zeigte Bischof Norbert Brunner anhand der Walliser Sage der «Jodern-Kufe»<2> in einem Predigtwort auf. Die Kernaussage der Erzählung auf die Frage nach Gott angewandt, betonte der Bischof, dass es besonders in der Frage nach dem Geheimnis Gottes Grenzen gäbe, die nicht überschritten werden dürfen. Ein Grund, warum Gott uns so fremd geworden sei und wir immer mehr an seiner Allmacht zweifeln, liege vielleicht gerade darin, dass die Neugier des heutigen Menschen immer mehr versuche, in die Geheimnisse der Schöpfung, des Schöpfer-Gottes, einzudringen. Wie die heutige Entwicklung zeige, führen uns solche Forschungsschritte nicht näher zu Gott, sondern im Gegenteil, das Antlitz des personalen Gottes scheint sich immer mehr zu verschleiern und aufzulösen.
Der letzte Teil des Kurses bildete eine Reflexion über die Frage: Ist das Bekenntnis zu Gott in drei Personen vereinbar? Sind die göttlichen Personen selbstbewusste Subjekte? Was meint die Rede von göttlichen und menschlichen Personen? Verstösst das Bekenntnis zur Menschwerdung Gottes gegen das biblische Verbot, sich von Gott ein Bild zu machen?
Der Dienstagabend war auch in diesem Jahr wieder einem Gespräch mit Bischof Norbert Brunner reserviert. Dabei kamen vor allem Fragen bezüglich der Wortgottesfeiern zur Sprache. Dieser Austausch dient jeweils auch dazu, Informationen über das Bistumsleben und geplante Ereignisse auszutauschen.
1 Professor Dr. Helmut Hoping stammt aus Meppen, Norddeutschland, und doziert seit Herbst 1996 in Luzern Dogmatik. «Das radikal Böse bei Kant» war sein Doktorthema und seine Habilitation schrieb er über Thomas von Aquin. Er ist Vater von zwei Kindern und seit 1995 Ständiger Diakon.
2 Nach dieser Sage zerstörte der Frost die Weinlese im ganzen Land. Jammernd kamen die Leute zum Bischof, der sich ihrer erbarmte, eine Kufe segnete und alle tröstend einlud, zu kommen und nach Bedürfnis Wein daraus zu ziehen. Nur hatte er streng verboten, die Kufe zu öffnen. Und die Kufe gab des köstlichen Weines soviel man nur verlangte. Sie versiegte nie und ward nie leer. Man nannte sie darum «St-Jodern-Kufe». Doch vorwitzige Leute kamen nach Jahrhunderten und wollten wissen, was denn diese Wunderkufe in sich berge. Mit frevelnder Hand wurde sie aufgerissen, und siehe! Die Kufe war trockenleer nur am obern Spundloch hing eine schöne, volle Traube, die jedoch gleich verdorrte und sich in Staub auflöste (nach J. Guntern, Walliser Sagen).