4/1999 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
Seit dem Beginn des Studienjahres 19981999 wirken als neue Verantwortliche
der deutschsprachigen katholischen Studentenseelsorge an der Universität
Freiburg:
P. Dr. Paul Zahner OFM und
Herr Urs Corradini, Pastoralassistent.
Anschrift: Rue de l'Hôpital 4, 1700 Freiburg, Telefon 021-3007170.
Die vakante Pfarrstelle Tobel (TG) wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung
ausgeschrieben (siehe auch Inserateteil dieser Ausgabe).
Die vakante Pfarrstelle Möhlin (AG) wird für einen Pfarrer zur
Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Die 20%-Stelle für katholische Gefangenenseelsorge im Kanton Luzern
wird für einen Seelsorger/eine Seelsorgerin zur Besetzung ausgeschrieben.
Interessenten melden sich bitte bis zum 16. Februar 1999 beim diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn, oder E-Mail: personalamt.bistum-basel@kath.ch
Das Staatssekretariat hat dem Bischof von Basel im Auftrag von Papst
Johannes Paul II. folgendes Schreiben zugestellt:
Indem ich tief bewegt die Nachricht vom Tod des Herrn Professors Oscar Cullmann
entgegennehme, vereinige ich mich mit dem Schmerz seiner Angehörigen
und aller, die von seiner Lehre und seinem erleuchteten Rat zehren durften.
Sein unerschütterlicher Glaube sowie sein theologischer und ökumenischer
Einsatz in diesem Jahrhundert werden für alle Christen ein Weg bleiben,
den es weiterzuführen gilt. In lebendiger Erinnerung bewahre ich seine
aktive Teilnahme am Zweiten Vatikanischen Konzil, das eine Erneuerung des
ökumenischen Dialogs und der geschwisterlichen Beziehungen unter den
christlichen Gemeinschaften gebracht hat. Ich vertraue den Verstorbenen
Jesus Christus an, den kennen zu lernen er sich verschrieben und dem zu
dienen er sein ganzes Leben gewidmet hat. Zugleich bitte ich den Herrn,
ihn in sein Reich aufzunehmen und allen, die um ihn trauern, seinen Trost
und Segen zu schenken.
Datum28. Februar |
OrtBremgarten (AG), |
KonsekratorDiözesanbischof Dr. Kurt |
Alfons Klingl, Domdekan, St. Gallen
Im Kantonsspital St. Gallen ist Domdekan Alfons Klingl am 15. Januar von
seinem schweren Krebsleiden durch den Tod erlöst worden. Der Trauergottesdienst
in der Kathedrale und die Beerdigung auf dem Priesterfriedhof in St. Fiden
fanden am 20. Januar statt.
Der am 2. März 1937 in Rorschach geborene und dort mit zwei Geschwistern
aufgewachsene Alfons Klingl besuchte die Stiftsschule Einsiedeln; in dieses
Benediktinerkloster hat es ihn immer wieder gezogen, wenn er zur Ruhe kommen
wollte. An der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom schloss
er 1961 sein Philosophie-Studium mit dem Lizentiat ab. 1968 doktorierte
er in Theologie mit der Dissertation «Nachfolge Christi. Untersuchung
über ein Thema der neueren katholischen Moraltheologie». Während
des II. Vatikanischen Konzils wurde er 1964 in Rom zum Priester geweiht.
Schon als Erstklässler war für ihn festgestanden, «Pfarrer
zu werden». Das Bewusstsein dieser Berufung hat er trotz mancher ernsthafter
Schwierigkeiten, Zweifel und Krisen nie verloren. Ein besonderes Anliegen
war ihm das Verständnis der Priesterweihe. Dazu hielt er in seinem
Lebenslauf fest: «Sie bedeutet nicht ein ÐErhabenseinð über
andere, sondern die Verfügbarkeit in Zeichen, Wort und Tat für
das, was nur Christus selbst in den Herzen der Menschen bewirken kann: Glaube,
Hoffnung und Liebe.»
Von 1968 bis 1981 war Alfons Klingl Professor für Moraltheologie und
Theologie des geistlichen Lebens an der Theologischen Hochschule in Chur
und während sieben Jahren Subregens am Priesterseminar St. Luzi in
Chur. Bischof Otmar Mäder holte ihn in die Diözese zurück:
Er wurde 1977 zum Regens und zum Mitglied der Bistumsleitung ernannt. Als
er 1981 zusätzlich zum Pfarrer von St. Georgen gewählt wurde,
musste er ganz auf die Professur in Chur verzichten. Im Jahre 1986 wurde
er vom Katholischen Administrationsrat als Residentialkanonikus ins Domkapitel
gewählt. In einer Zeit des bereits grossen Priestermangels berief ihn
Bischof Mäder 1991 zum Generalvikar und Leiter des Personalamtes. Eine
besondere Herausforderung bedeutete für ihn die Planung und Einführung
von Seelsorgeverbänden. Nach dem Wechsel in der Bistumsleitung stellte
er sich als Dompfarrer zur Verfügung. Auf Vorschlag von Bischof Ivo
Fürer wählte ihn der Administrationsrat als ersten Dompfarrer
gleichzeitig zum Domdekan und damit zum Leiter des Domkapitels (Bischofswahlgremium).
Mit grosser Freude begann er im November 1995 als Seelsorger in der Dompfarrei
und insbesondere als Hauptverantwortlicher für die Liturgie in der
Kathedrale. Es war ihm ein grosses Anliegen, der Dompfarrei eine eigene
Identität zu geben. Leider zwang ihn die heimtückische Krankheit
schon bald zu wachsenden Einschränkungen seiner Aktivitäten. Ab
November 1997 beschäftigte er sich intensiv mit dem eigenen Tod und
trotzdem rang er ihm noch jede Stunde ab und arbeitete soweit es seine
immer stärker abnehmenden Kräfte erlaubten für die
Dompfarrei. Dabei wurde er getragen von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Als er jedoch erkennen musste, dass ihm die Krankheit keine Chance mehr
liess, reichte er dem Bischof seine Demission als Dompfarrer per 1. Dezember
1998 ein. Beim Abschiedsgottesdienst im Dom, an dem er nicht selber dabei
sein konnte, dankte ihm ein Jugendlicher, dass er «ständig ein
offenes Ohr für die jungen Menschen hatte». Eine Ordensfrau erinnerte
«an seine theologische und spirituelle Tiefe, die er mit der Pfarrei
teilte». Der im Herbst 1997, im Jahr des Bistumsjubiläums, über
die Otmars-Krypta in der Kathedrale aufgestellte, von Alfons Klingl initiierte
und geschenkte «Lebensbaum» ist zeichenhaftes Vermächtnis.
Die Bistumsleitung wird sein grosses Wissen, seinen enormen Erfahrungsschatz
auf verschiedenen Gebieten wie Ausbildungs- und Personalfragen sowie sein
klares Urteil, seine sachlichen Argumentationen, seine rasche Erfassung
des Wesentlichen stark vermissen. Er hinterlässt einen Schatz an Reglementen,
Weisungen und Wegleitungen.
Alfons Klingl hat seine vielseitigen Fähigkeiten als Kollegienrat auch
der Legislative des Katholischen Konfessionsteils zur Verfügung gestellt.
Als Mitglied der Synode 72 wirkte er auf allen Ebenen eifrig mit und in
manchen Texten hat er Spuren hinterlassen. Er engagierte sich im Priesterrat
und im Seelsorgerat sowie in vielen diözesanen und schweizerischen
kirchlichen Kommissionen. Über viele Jahre war er auch Feldprediger.
In einer der letzten Ordinariatssitzungen, an denen Alfons Klingl noch teilnehmen
konnte, hat er gesagt, er bete jeden Tag die Pfingstsequenz: «Komm
herab, o Heiliger Geist, lass uns in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung
sehn und der Freuden Ewigkeit. Amen. Halleluja.» Nun durfte er, betreut
bis zuletzt von der Pastoralassistentin und Behindertenseelsorgerin Elisabeth
Burger, mit der er den Haushalt teilte, in die ewigen Freuden eingehen.