3/1999 | |
INHALT | |
Amtlicher Teil |
20./21. Februar 1999 in Rheineck,
13./14. November 1999 in Zug.
Findet alle zwei Jahre statt. Nächster Kurs im Jahr 2000.
Sonntag, 5. September 1999 in Bern. Bitte beachten Sie das Inserat in der nächsten SKZ.
Mittwoch, 22. September in Zürich.
Die Informationen und Anmeldungen werden den Pfarreien über die Bistumsversände zugestellt.
Matthias Müller, stud. theol., Rte de l'Aurore 10, 1700 Freiburg, Telefon 026-4661861.
Pfr. Roland Häfliger, Mühlebühlstrasse 5, 5737 Menziken, Telefon 062-7654800.
Alle zwei Jahre treffen sich Seelsorger und Laien aus allen Ländern
Europas zu einem Austausch über ein aktuelles Thema des Pfarreilebens.
Dieses Jahr wird die Pfarrei in der multikulturellen Gesellschaft Europas
besprochen.
Unsere europäischen Länder sind immer weniger vom Christentum
geprägt. Fremde Menschen anderer Rassen, Kulturen und Religionen leben
ebenfalls in unseren Pfarreien. Wie gehen wir mit ihnen um? Was haben sie
uns zu sagen? Wir werden in England mit ihnen diskutieren können, ebenso
mit Vertretern aus Pfarreien aller Länder Europas.
Zu diesem anregenden Austausch werden etwa 300400 Katholiken aus ganz
Europa zusammenkommen, gemeinsam mit theologischen Fachleuten. Neue Teilnehmer/-innen
aus der deutschen Schweiz sind sehr erwünscht!
Interessierte Laien und Seelsorger/-innen können mehr Auskunft und
Prospekte erhalten bei Weihbischof Martin Gächter, Baselstrasse 58,
4501 Solothurn (Telefon 032-6255825).
Die Schweizer Bischofskonferenz befürwortet den Verfassungsartikel
zur Transplantationsmedizin, über den am 7. Februar 1999 abgestimmt
wird. Durch die Annahme dieses Artikels wird es möglich, eine für
die ganze Schweiz einheitliche Regelung dieses Bereichs der modernen Medizin
zu erlassen. Heute besteht die unbefriedigende Situation, dass in jedem
Kanton eine eigene Rechtslage herrscht.
Die Transplantationsmedizin kann vielen Menschen das Leben retten oder ihre
Lebensqualität entscheidend verbessern. Die Möglichkeiten, die
diese medizinische Spitzentechnik bietet, sind deshalb zu begrüssen.
Entscheidend ist aber, dass bei der rechtlichen Regelung der Transplantationsmedizin
fundamentale ethische Prinzipien beachtet werden, wie sie in Kapitel III
der Studie «Machbares Leben? Ethik in der Medizin» der Kommission
«Justitia et Pax» der Schweizer Bischofskonferenz dargestellt
sind.<1>
Über die Abstimmung vom 7. Februar 1999 hinaus ermuntern die Schweizer
Bischöfe alle Menschen in unserem Land, sich ernsthaft die Frage zu
stellen, ob sie nicht auch selbst, mit der eigenen Bereitschaft zur Organspendung,
einen Beitrag leisten wollen zur Linderung des Mangels an verfügbaren
Organen.
1 Dabei geht es um Fragen des Menschenbildes und des Persönlichkeitsrechts (Kriterien, die bestimmen, wann der Mensch tot ist, wann dem Menschen ein Organ entnommen werden kann), um Fragen der Gerechtigkeit und des richtigen Verhaltens in Dilemmasituationen (Kriterien, die bestimmen, wie die Organe verteilt werden sollen), und schliesslich stellen sich für eine weitere Zukunft auch Fragen nach der Würde der aussermenschlichen Kreatur und der Risikovermeidung (Kriterien zur Xenotransplantation).
Bischof Dr. Kurt Koch hat am Sonntag, 10. Januar 1999, in der Pfarrkirche zur Hl. Familie in Emmenbrücke-Gerliswil, Herrn Paulinus Ngozika Okachi, aus der Diözese Enugu/Nigeria, zum Diakon geweiht. Diese Weihe erfolgte im Einverständnis mit Diözesanbischof Msgr. Anthony Oekonkwo Gbuji, Enugu/Nigeria.
Auf kreative Art setzten sich an der diesjährigen Studierendentagung
vom 8./9. Januar über 40 Theologiestudierende des Bistums Basel sowie
Mitglieder des Bischofsrates mit der Thematik «Macht und Ohnmacht
in der Kommunikation» auseinander: Die zwei Schauspielerinnen Franziska
von Blarer und Katharina Schneebeli gaben zu Beginn der Tagung mit vier
kurzen Anspielszenen thematische Denkanstösse. Davon inspiriert, setzten
die Studierenden ihre Gedanken sowie An- und Einsichten zu Macht und Ohnmacht
in der Kommunikation in verschiedenen Ateliers um: theatralisch, musikalisch,
mit Ton, im Dialogmalen sowie in einer Diskussionsrunde.
An der Tagung kam immer wieder zum Ausdruck, wie zum Teil auf subtile Weise
Macht in der Kommunikation ausgeübt wird. Zudem wurde den Teilnehmenden
bewusst, wo sie selber Macht in der Kommunikation ausüben und wo sie
diesbezüglich nur noch Ohnmacht verspüren.
Im Mittelpunkt der Diskussion zwischen den Studierenden und dem Bischofsrat
stand in diesem Jahr das Seminar St. Beat: Bischof Kurt Koch rief die ausdrückliche
Erwartung der Bistumsleitung nochmals in Erinnerung, dass Theologiestudierende,
die später im kirchlichen Dienst arbeiten wollen, während mindestens
eines Jahres ihres Studiums im Seminar wohnen sollen. Selbstverständlich
gebe es, so der Bischof, auch andere Wohnformen für Theologiestudierende.
Allerdings stelle das Seminar St. Beat die optimale Möglichkeit dar,
die Erwartungen der Bistumsleitung gegenüber zuküntigen kirchlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinsichtlich Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung
zu erfüllen.
Einige Studierende unterstützten in ihren Voten diese Erwartung der
Bistumsleitung. Andere bezweifelten, ob das Seminar St. Beat wirklich die
optimale Wohnmöglichkeit zur Vorbereitung auf einen kirchlichen Dienst
darstelle.
An der Tagung konnten die Studierenden erstmals Kontakt knüpfen mit
Pfarrer Christoph Sterkman: Er wird am 1. September dieses Jahres Walter
Bühlmann als Regens ablösen. Sterkman gab seiner Freude Ausdruck,
ab kommendem Herbst mit den Studierenden ein wichtiges Wegstück gehen
zu dürfen.
Die Theologiestudierenden des Bistums Basel haben an der Tagung zudem noch
die neuen Delegierten für 1999 gewählt. Es sind dies von Freiburg:
Simone Dollinger und Judith Furrer (deutschsprachige Abteilung) und Claudien
Chevrolet (französische Sektion) sowie von Luzern: Michael Egli (Katechetisches
Institut), Daniel Fischler (Dritter Bildungsweg) sowie Simone Rudiger und
Christof Klingenbeck (Erster Bildungsweg). Für den Seelsorgerat wurde
Wolfgang Wilbert neu gewählt.
Infolge Demission des bisherigen Amtsinhabers wird die Pfarrei Altendorf (SZ) zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Interessenten mögen sich melden bis zum 11. Februar 1999 beim Sekretariat des Bischofsrates, Postfach 133, 7002 Chur.
Viele Seelsorger und Seelsorgerinnen befanden sich unter der grossen Trauergemeinde, die am Mittwoch, 20. Januar, in der Kathedrale an dem von Bischof Ivo und den Mitgliedern des Domkapitels gefeierten Trauergottesdienst für Domdekan Alfons Klingl sowie an dessen Beerdigung auf dem Priesterfriedhof in St. Fiden-St. Gallen teilnahmen. Eine grosse Schar von Gläubigen hatte schon tags zuvor von ihrem in der Galluskapelle aufgebahrten ehemaligen Dompfarrer Abschied genommen. Der Tod hatte den am 2. März 1937 in Rorschach geborenen Alfons Klingl am frühen Freitagmorgen im Kantonsspital St. Gallen von seinem schweren Krebsleiden erlöst. Die heimtückische Krankheit war nur wenige Monate nach seiner Installation zum Dompfarrer im November 1995 diagnostiziert worden.
Während acht Monaten ist die St. Antoniuskirche in Mols innen und aussen renoviert worden. Die Pfarrkirche ist von 1862 bis 1865 im neuromanischen Stil erbaut worden. In den Jahren 1952/53 war sie einer Gesamterneuerung unterzogen worden, wobei das Äussere damals purifiziert, das Innere völlig ausgeräumt wurde. Bei der jetzigen Renovation wurde der Charakter der fünfziger Jahre grösstenteils beibehalten, weil eine Restaurierung auf den originalen Zustand nicht mehr möglich war und weil die Veränderungen der letzten Renovation auch schon zur Geschichte der Kirche gehören. Am Sonntag, 10. Januar 1999, hat Bischof Ivo den Altar der Pfarrkirche geweiht.
Im Hinblick auf die Ausstellung über Qumran und die Schriftrollen vom Toten Meer vom 7. Mai bis 8. August 1999 in St. Gallen haben die Leiter der Diözesanen Katechetischen Arbeitsstelle (Theo Stieger), der Bibelpastoralen Arbeitsstelle (Michael Fieger) und der Evangelischen Arbeitsstelle für Religionsunterricht (Hans Merz) eine Unterrichtshilfe für die Mittelstufe geschaffen. Sie kann eingesetzt werden zur Vorbereitung eines klassenweisen Besuches der Ausstellung oder auch losgelöst davon im Religionsunterricht, wenn die Fragen der Entstehung und Überlieferung der Bibel sowie die religiöse oder politische Umwelt zur Zeit Jesu behandelt werden. Die Unterrichtshilfe kostet 12 Franken und kann bei der Diözesanen Katechetischen Arbeitsstelle, Klosterhof 6a, 9000 St. Gallen, bezogen werden (Telefon 071-2273360, Fax 071-2273341).
Liebe Schwestern und Brüder
Wir alle leben unseren gewöhnlichen Alltag. Daneben kennen Sie sicher
Stunden der Erholung und der freien Zeit. Manchmal erfahren Sie aber auch
Momente, in denen Sie gleichsam auf dem leeren Gerüst Ihres Alltags
stehen und mit Schaudern in die bodenlose Tiefe schauen, die sich unter
Ihnen auftut. Sie fragen sich: Hat das alles, hat mein Leben einen Sinn?
Seit Jahrhunderten ist der Sonntag in christlich geprägten Ländern
der Tag, an dem sich die Menschen gemeinsam erholen und den tieferen Wurzeln
ihres Daseins nachgehen. Die Arbeit ruht und die Menschen finden Zeit, die
sie während der Woche bedrängenden Sorgen und auch die Freuden
in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Für viele Generationen
war vorwiegend die Messe der Ort, an dem sie im gemeinsamen Beten, Singen
und Feiern diesen grösseren Zusammenhang erfuhren. Heute versammeln
sich weniger Menschen im Gottesdienst. Es gibt auch weniger Priester. Und
bald wird es in unserem Bistum vermehrt Pfarreien geben, denen nicht mehr
jeden Sonntag ein Priester zur Verfügung steht, um der Eucharistiefeier
vorzustehen. Ganz neu sind wir vor die Frage gestellt: Was bedeutet uns
der Sonntagsgottesdienst heute und morgen? Ich möchte mit Ihnen über
diese Frage nachdenken.
Im Gottesdienst versammeln wir uns als Volk Gottes. In unserer Mitte
steht unsichtbar und doch wirklich Jesus. Er ist nicht unser Zeitgenosse,
der etwa über das Fernsehen die ganze Menschheit ansprechen könnte.
Jesus ist in einer diskreten Weise unter uns. Er drängt sich nicht
auf. Die Erinnerung an ihn wurde von Generation zu Generation weitergegeben;
und auch uns haben Zeitgenossen, Frauen und Männer, die aus dem Glauben
leben, den Zugang zu Jesus erschlossen. Wenn wir unsere Herzen öffnen,
wenn wir glauben, dann kommt Jesus auf uns zu als ein Mensch, dessen Worte
mich im Tiefsten ansprechen. Ich erfahre ihn als ein Du, das menschliche
Not mitträgt, als ein Du, das sich der Kranken und Behinderten annimmt,
das einsteht für Sünder und an den Rand gedrängte Menschen.
Sein Tod und seine Auferstehung geben meinem Leben eine neue Dimension.
Im Sonntagsgottesdienst kommen wir zusammen, um gemeinsam die Erinnerung
an Jesus wach zu halten. Wir glauben, dass er in der Feier der Eucharistie
mitten unter uns gegenwärtig ist. Als von Gott auferweckter und auferstandener
Christus überwindet er die Grenzen der Zeit. Er ist in anderer Weise,
aber ebenso wirklich unter uns, wie er vor fast 2000 Jahren über die
Strassen von Palästina gegangen ist. Wenn wir miteinander das Brot
brechen und die Kommunion empfangen, ist er uns nahe. Der Apostel Paulus
kann sogar sagen: Wir sind ein Leib mit Christus (vgl. 1 Kor 10,16f.).
Liebe Schwestern und Brüder, in der Tradition unserer Kirche stand
über Jahrhunderte die Begegnung mit dem Auferstandenen in der Kommunion
im Vordergrund. Die Begegnung mit dem Wort des Auferstandenen trat in den
Hintergrund. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil haben die Bischöfe
das Wort Gottes als Inhalt der kirchlichen Feier neu für unsere Zeit
entdeckt. Sie sprachen von den zwei Tischen: Vom Tisch des Brotes und vom
Tisch des Wortes. Damit folgten sie einer alten christlichen Überlieferung.
Der hl. Hieronymus bezeugte sie um das Jahr 400 mit folgenden Worten: «Wir
essen sein Fleisch und trinken sein Blut nicht nur in der Eucharistie, sondern
auch beim Lesen der Heiligen Schrift» (In Eccl. 3,13).
Sie kennen die Erzählung von der Versuchung Jesu: Aus Steinen sollte
er Brot machen und die Menschen durch ein Wunder ein für allemal von
der Sorge um das tägliche Brot befreien. Jesus hat der Versuchung widerstanden.
Er erinnert den Versucher an ein Wort des Ersten, des Alten Testaments:
«Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus
dem Mund Gottes kommt» (Dt 8,3). Wir feiern «das Wort, das aus
dem Mund Gottes kommt» in der Wortgottesfeier. Wortgottesfeier, ein
neues Wort für eine alte, und doch neue Sache: Wenn ich die Lesungen
und das Evangelium höre, darf ich mir sagen: Jetzt spricht Jesus zu
mir und zu allen Anwesenden. Er ist mir nahe in seinem Wort. Ich sehe ihn
zwar nicht. Aber in den Worten, die mich im Gottesdienst erreichen, höre
ich seine Botschaft. Der unendliche Gott kommt mir im Wort der Heiligen
Schrift ganz nahe.
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, ich bin überzeugt und
möchte es Ihnen als Ihr Bischof ans Herz legen: Unsere Zeit nötigt
und drängt uns, die Nähe Gottes in seinem Wort neu zu entdecken.
Die sonntägliche Predigt und der Austausch über unsere persönliche
Erfahrung mit dem Wort Jesu sind Hilfen auf unserem Lebensweg.
Ich weiss, dass es für manche unter Ihnen ein erhebliches Opfer bedeutet, wenn Sie in näherer oder fernerer Zukunft nicht mehr jeden Sonntag an einer Eucharistiefeier werden teilnehmen können, einfach darum, weil Ihre Pfarrei Ihnen vermehrt Wortgottesfeiern anstelle der Feier der Eucharistie anbieten muss. Die Versuchung liegt nahe, die Einladung zu einer Wortgottesfeier als weniger dringlich zu empfinden und dem Gottesdienst fernzubleiben. Ich kann Sie nur bitten: Nehmen Sie das Wort, das aus Gottes Mund kommt, ernst! Lassen Sie sich darauf ein, im Wort und in den Worten der Heiligen Schrift Gottes Nähe und Gottes Liebe zu begegnen! Lassen Sie sich durch sein Wort verwandeln! Werden Sie Zeugen des Wortes! Wir haben Grund, gemeinsam zu feiern, als Gemeinde den Glauben zu bekennen, miteinander dem Vater im Himmel zu danken und ihn zu loben im Heiligen Geist.
Sie werden mich sicher fragen, ob Sie denn Ihre Sonntagspflicht erfüllt
haben, wenn Sie jetzt oder in Zukunft an einer Wortgottesfeier teilnehmen.
Findet an einem Ort eine sonntägliche Wortgottesfeier anstelle der
gewohnten Eucharistiefeier statt, erfüllen die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer den Sinn des Sonntagsgebotes. Papst Johannes Paul II. schreibt
zu dieser Frage in seiner Enzyklika über den Sonntag: «Wenn die
Feier der Eucharistie nicht möglich ist, empfiehlt die Kirche die Einberufung
sonntäglicher Versammlungen, auch wenn kein Priester daran teilnehmen
kann» (Nr. 53). Mit den sonntäglichen Versammlungen meint unser
Papst das, was wir im neueren Sprachgebrauch der Kirche als Wortgottesfeiern
bezeichnen.
Von Herzen lade ich Sie zu diesen Gottesdiensten ein. Ich bin überzeugt,
dass manche unter uns gerade über die Wortgottesfeiern ein neues, vertieftes
Verständnis für die Feier der Eucharistie gewinnen werden.
Liebe Schwestern und Brüder, ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft,
das Wort Gottes in einer neuen Weise zu hören. Ich bitte Gott, dass
unsere gottesdienstlichen Versammlungen am Sonntag ein sichtbares Zeichen
dafür sein dürfen, dass seine Verheissung den Alltag des Menschen
sinnvoll und auch lebenswert macht.
Der Bischofsrat teilt mit, dass infolge der Sedisvakanz des Diözesanbischofs zur Fastenzeit 1999 kein Hirtenbrief erscheinen wird.