SKZ 39/1997

INHALT

Kirche in der Welt

Konferenz Europäischer Kirchen nach Graz

«Graz 1997 ist das, was Sportreporter ein ÐSpiel in zwei Halbzeitenð nennen. Ich begrüsse wieder auf dem Spielfeld diejenigen, die bereits die erste Halbzeit während der Zweiten Ökumenischen Versammlung gespielt haben...» Mit diesen Worten eröffnete der Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen, der anglikanische Domdekan John Arnold, die 11. Vollversammlung der KEK in Graz. Sie fand unmittelbar nach der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung in den gleichen Räumen ­ und zum Teil mit den gleichen Leuten ­ in der ersten Juliwoche statt. Die Zahl hatte sich zwar etwas gelichtet, es waren «nur» noch 350 Delegierte aus den Mitgliedkirchen der KEK (protestantische und orthodoxe Kirchen Europas). Neben der Rechenschaftsablage des Präsidenten und des Generalsekretärs war denn auch die Auswertung der Ökumenischen Versammlung ein wichtiges Traktandum. Rüdiger Noll, KEK-Mitarbeiter und Co-Sekretär für die Zweite Ökumenische Versammlung, nannte die Ereignisse der vergangenen Woche «eine Veranstaltung gegen den Trend der Zeit». «Es war fast ein Wunder», so Noll, «dass wir in der Lage waren, den Schlussdokumenten zuzustimmen. Einige hatten das Gefühl, sie seien in Eile und unter Druck entstanden, aber hinter ihnen liegt eine lange Geschichte und ein breiter Konsultationsprozess.» Noll wehrt sich entschieden dagegen, dass diese Versammlung nur blasse Dokumente hervorgebracht habe. Die kontroversen Passagen des Textes, so der Co-Sekretär, waren die über die Rolle der Frauen in der Kirche und über das Verhältnis zum Judentum. Sowohl die Schlussbotschaft als auch das Basisdokument zeigten, dass es eine enge Verbindung zwischen Versöhnung, Gerechtigkeit und Wahrheit gebe: «Ebenso wie es keine billige Gnade gibt, haben wir in Graz gelernt, dass es keine billige Versöhnung gibt.» Er erinnerte daran, dass in Basel die Bezeichnung: «konziliarer Prozess» nicht verwendbar war. In Graz wurde sogar von einer ökumenischen Zukunft gesprochen, sogar in den Dokumenten. «Wenn Basel im Strom der Zeit war, so kann in Graz davon gesprochen werden, dass es eine Veranstaltung gegen den Strom der Zeit war, gegen die Tendenzen des Individualismus, gegen Globalisierung und Sozialabbau.»

Jutta Boysen, Delegierte der Evangelischen Kirche Deutschlands wies auf die Bedeutung gemeinsamer historischer Analysen der Erinnerungen hin. Die Begegnungen, das Geschichtenerzählen, in Anleihe an das «Story-Telling», wie es im Grazer Ökumenischen Dorf stattfand, sei für eine gemeinsame Zukunft bedeutsam. «Die Zeit heilt nicht alle Wunden», so Jutta Boysen, die sich für verstärkte Anstrengungen zur Verteidigung der Rechte von Kindern und zur Förderung der Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche aussprach. Die Kinder- und Menschenrechte bestimmten den Rahmen für die Zukunft. Die Frauen waren an der Ökumenischen Versammlung in der Mehrzahl, ihre Solidarität mit den Kirchen sei gross. Deshalb gehörten Themen wie der Frauenhandel in Europa oder die Gewalt gegen Frauen zuoberst auf die Traktandenlisten.

Auf dem Weg in die ökumenische Zukunft

Im sommerlichen Graz und nach einer sehr bewegten Woche musste die 11. Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen in einen ruhigeren Konferenzalltag zurückfinden. Die Rechenschaftsberichte und die geäusserten Ideen für die zukünftige Arbeit beweisen aber, dass die KEK alles andere als ein schlafender Verein ist. Der Präsident der KEK, John Arnold, spricht in seinem Bericht die unter Spardruck geschehenen Restrukturierungsmassnahmen an, die aber alles andere als das prophezeite Ende der KEK bedeuten. Die KEK müsse auch im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Ökumenischen Rates der Kirchen gesehen werden. War der ÖRK bei seiner Gründung 1948 von den Kirchen Europas und Nordamerikas bestimmt, erfolgte an der Vollversammlung 1961 in Neu Delhi, der ersten in einem Land des Südens, eine Öffnung gegenüber der Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Das habe nun zur Überlastung und zu finanziellen Engpässen geführt. Die Arbeit des ÖRK sollte stärker auf regionale Ebenen verlagert werden.

Das heisst aber, wie John Arnold betont, nicht nur einen Transfer der Verantwortung, sondern auch der Mittel zu vollziehen. Damit könne die KEK das werden, was sie, abgesehen vom Namen, bereits sei: der Europäische Rat (und nicht mehr die Konferenz) der Kirchen. Dieser Rat sollte nach der Ansicht von John Arnold offen sein für die Mitgliedschaft der römisch-katholischen Kirche. Sein Vorschlag geht dahin, dass die nationalen Bischofskonferenzen eingeladen werden, «nach ihrem Rhythmus und zu ihrem Zeitpunkt beizutreten». Arnold sieht die strukturellen Probleme und Unterschiede der Kirchen in den verschiedenen Herkunftsorten, ist aber der Ansicht, dass die KEK ohne römisch-katholische Mitglieder hinter anderen ökumenischen Organisationen zurückstehe. Seine Hoffnung richten sich auf die gemeinsamen Feiern zur Jahrtausendwende, die bereits im gemeinsamen Ausschuss mit der CCEE, dem Rat der katholischen Bischofskonferenzen, diskutiert wurden. Die Idee besteht, dass an Ostern 2001 eine Europäische Ökumenische Begegnung stattfinden könne. In einer Pressekonferenz erinnerte der KEK-Präsident daran, dass die 1959 gegründete KEK der erste gesamteuropäische Zusammenschluss gewesen sei. «Ihre Eltern waren die Ökumenische Bewegung und der Kalte Krieg.» Mit der Wende dreissig Jahre später verlor die KEK für die osteuropäischen Kirchen etwas an Bedeutung, die Existenzberechtigung sei aber nicht erloschen. In diesem Sinne erfolgte der Zusammenschluss mit der bis jetzt in getrennten Strukturen arbeitenden Europäischen Ökumenischen Kommission für Kirche und Gesellschaft (European Ecumenical Commission for Church and Society, [EECCS]), die die Interessen der Kirchen bei den europäischen Institutionen in Brüssel, Strassburg und Luxemburg vertritt.

Ob die KEK mit diesem Zusammenschluss den Sitz in Genf behalten kann, muss der Finanzausschuss prüfen. Einige versprechen sich eine Kostenersparnis, unterhält doch die KEK nun die Zentrale in Genf und Geschäftsstellen in Brüssel und Strassburg. Andererseits ist der Stab in Genf gut eingespielt. Eine Veränderung zieht ebenso Kosten nach sich. Zur Tradition gehört auch der Standort im Ökumenischen Zentrum in Genf, die Verbindung zum Ökumenischen Rat und zu den ansässigen Weltbünden (Lutherischer Weltbund, Reformierter Weltbund und andere).

Die Suche nach Einheit als tragender Pfeiler

«Die Aufgabe der Schlichtung, der Dienst der Versöhnung und die Suche nach der sichtbaren Einheit der Kirche bleiben die Pfeiler für die Existenzgrundlage der KEK», das betont der Generalsekretär der KEK, Jean Fischer, in seinem letzten Rechenschaftsbericht. Die Gemeinschaft der KEK habe in den vergangenen Jahren, insbesondere durch den Krieg im ehemaligen Jugoslawien, «starke Erschütterungen und sogar Risse» erfahren, so der Generalsekretär. Zum ersten Mal seit der Gründung der KEK sei sogar der Vorschlag gekommen, eine Mitgliedskirche, die Serbische Orthodoxe Kirche, aus der Gemeinschaft der KEK auszuschliessen; glücklicherweise wurde dieser Vorschlag nie offiziell gemacht. In diesem Zusammenhang wies Jean Fischer darauf hin, dass in ganz Europa und in allen KEK-Mitgliedkirchen anti-ökumenische Kräfte am Werk seien, die nicht davor zurückschreckten, «Bündnisse und Halbwahrheiten dazu zu benutzen oder zu missbrauchen, die ökumenische Bewegung anzugreifen oder zu schwächen». Den Austritt der Georgischen Orthodoxen Kirche aus der KEK vor einem Monat führte der Generalsekretär auf den Kampf zwischen fundamentalistischen und ökumenischen Kräften in dieser Kirche zurück und appellierte an die Mitgliedskirchen, zusammenzubleiben und sich gegen alle Kräfte der Spaltung zu stellen.

Für Jean Fischer war die 11. Vollversammlung in Graz die letzte als Generalsekretär. Zwei Vollversammlungen (Prag 1992 und Graz) und zwei ökumenische Versammlungen (Basel 1989 und Graz) wurden von ihm geprägt. Jean Fischer war in den kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien nicht nur ein unermüdlicher Verfechter der Versöhnung und des Dialoges zwischen den verschiedenen Kirchen und Religionsgemeinschaften. Es gab für ihn keine religiöse Rechtfertigung von Krieg und Nationalismus. Verschiedentlich organisierte er Treffen mit den Bemühungen, die verschiedenen Parteien an einen Tisch zu bringen. Die Brücken zwischen den verschiedenen Teilen Europas zu öffnen und zu verbreitern, den Dialog zwischen orthodoxen und protestantischen Kirchen und eine neu strukturierte Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche sieht er denn auch als prioritär für die Zukunft der KEK an. Mit Neid blicke er auf seinen Nachfolger, Keith Clements, der eine Zeit vor sich habe, die weder banal noch leicht sei, eine Zeit, in der es darum gehe, gleichzeitig zu festigen und zu erneuern.

Neue Leute ­ weniger Politik?

Bereits im Januar dieses Jahres wurde Keith Clements vom Zentralausschuss der KEK als neuer Generalsekretär gewählt. In seiner Antrittsrede an der 11. Vollversammlung umschreibt er zwar nicht sein Programm, denn für dessen Erarbeitung sei nicht er alleine zuständig. Für ihn ist aber klar, dass die KEK in gleicher Richtung weitergehen wird. Die Hoffnung eines Bekannten, der ihm zur Wahl mit den Worten: «die KEK werde eine weniger politische Organisation», gratulierte, könne er nicht erfüllen. Die KEK sei kein politisches Gremium, sie diene dem Reich Gottes. Dieses Reich umfasse aber jeden Aspekt menschlichen Lebens, auch den der Politik. «Es gibt Zeiten, in denen wir im Namen Christi der Macht von Regierungen, der Macht neuer Entscheidungsstrukturen, die in Europa insgesamt entstehen, und der Macht der öffentlichen Meinung die Wahrheit sagen müssen. Europa braucht ein Evangelium mit wirtschaftlichem Inhalt und eine Wirtschaft nach dem Inhalt des Evangeliums.» (Der 1943 geborene Keith Clements ist Pfarrer der Baptistischen Kirche Grossbritanniens. Er war 10 Jahre Pfarrer in baptistischen Gemeinden, 13 Jahre Lehrer an einem theologischen Seminar und in den letzten 7 Jahren in der Abteilung für Internationale Angelegenheiten des Kirchenrates für Grossbritannien und Irland.)

Mehr Spannung als die Rechenschaftsberichte boten die Wahlen in den Zentralausschuss. Die vom Wahlausschuss am zweiten Versammlungstag präsentierte Liste musste nach der Geschäftsordnung folgende Kriterien erfüllen: Ausgewogene Vertretung der Konfessionen und Regionen; ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen (40%) und jüngeren Leuten (20%). Mit wenig Änderungen wurde die Liste, und damit die Wahl der 40 Mitglieder zwei Tage später genehmigt.
Zukünftig werden 16 Frauen (40%), 7 Jugendliche (17,5%), 14 Nichtordinierte (35%) und 14 kirchenleitende Persönlichkeiten im neuen Zentralausschuss vertreten sein. Der Zentralauschuss ist zwischen den Vollversammlungen Entscheidungsgremium KEK.

Schweizer Delegierte im Zentralauschuss

An der 11. Vollversammlung in Graz waren die Schweizer Kirchen (Christkatholische, Evangelisch-Methodistische und Evangelisch-Reformierte) durch 4 Frauen und 5 Männer vertreten. Zwei der Delegierten, Heinrich Rusterholz (Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes) und Adrian Suter (Delegierter der Christkatholischen Kirche) wurden in den Zentralausschuss der KEK gewählt. Neu ist für Heinrich Rusterholz die Wahl in die Finanzkommission. Nachdem viel über das Geld und Einsparmöglichkeiten geredet wurde, wollten wir von ihm wissen, ob sich die Kirchen die KEK noch leisten könne. «Die Zukunft der KEK wird nicht im Finanzausschuss bestimmt. Dort geht es darum, nach einem ausgehandelten Schlüssel zu bestimmen, wer wieviel Mitgliederbeiträge bezahlen kann», so Rusterholz.

In der Frage nach der Zukunft der KEK und der ökumenischen Bewegung schwingt immer die Frage nach den Beziehungen zu den orthodoxen Kirchen durch. So wurde auch vor der Zweiten Ökumenischen Versammlung der Austritt der Georgisch-Orthodoxen Kirche publik. Rusterholz setzt aber immer noch grosse Hoffnungen auf die Zusammenarbeit. «Die Austrittsabsichten waren in früheren Jahren noch stärker zu vernehmen als jetzt. Sie haben wohl auch damit zu tun, dass die Delegierten der osteuropäischen, vor allem der orthodoxen Kirchen, wenig Erfahrungen in Demokratie haben. Wenn etwas kritisiert werde, dann sehen die Delegierten der orthodoxen Kirchen das Ganze in Frage gestellt.» Kamen aus den Kirchen der sozialistischen Staaten häufig die gleichen «Kontaktprofis», so ist das heute weniger der Fall. Damit wurde der Umgang im Gespräch nicht leichter, ganz im Gegenteil. Es wurde klar, dass es vielfach nicht um kirchliche Fragen, sondern um enorm grosse kulturelle Unterschiede geht. Als Schweizer Kirchen hätten wir die Möglichkeit, Brücken zu bilden. «Wir gehören nicht dem grossen Lager der EU an. Damit können wir die Probleme von Minderheiten-Kirchen verstehen und zur Verständigung etwas beitragen», meint Heinrich Rusterholz.

Als Vertreter einer Minderheiten-Kirche und als Jugend-Delegierter wurde Adrian Suter an der 10. Vollversammlung der KEK in Prag 1992 erstmals in den Zentralausschuss gewählt. Die Forderung von Quoten für Frauen und für junge Leute unter 30 Jahren wurde damals erhoben. Die altkatholische Kirche schlug ihn zur Wahl vor. Quoten werden häufig als problematisch hingestellt. Aus seiner Sicht aber hat sich die Einführung der Jugendquote bewährt: «Bei einer Auswertung unter jüngeren Delegierten kamen wir zum Ergebnis, dass sich die Mitarbeit gelohnt hat. Wir wurden ernst genommen und gehört.» Aus seiner Sicht ist es ebenso wichtig, dass nicht nur die grossen Kirchen gehört werden.

Viel Arbeit für die nächsten Jahre

Während ihres letzten Sitzungstages hat die Vollversammlung die Richtlinien ihrer zukünftigen Arbeit festgelegt. Wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit sind die Dokumente der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung. Der Weisungsausschuss der KEK hat der Vollversammlung seinen Bericht zur Diskussion vorgelegt und darin die zukünftige Arbeit in drei Bereiche zusammengefasst.

Kirchen im Dialog: Mit diesem Stichwort wird betont, dass die KEK die Zusammenarbeit und nicht das Konkurrenzdenken fördern sollte. Die KEK habe eine einzigartige Rolle, den Dialog zwischen Kirchen zu fördern, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenskontexte ein unterschiedliches Missionsverständnis und Schwierigkeiten mit gemeinsamer Missionsarbeit haben, heisst es in dem Bericht. Der Weisungsausschuss regt eine Ökumenische Schlichtungs- und Versöhnungskommission an, die aus qualifizierten Leute besteht und in der Lage ist, in kritischen und potentiell gewaltsamen Situationen schnell zu handeln. Starkes Gewicht findet im Bericht die Fortführung der Beziehungen und die tiefere Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche in Europa. Als Möglichkeiten gemeinsamer Kooperation wird unter anderem die ökumenische Begegnung um die Jahrtausendwende sowie die Zusammenarbeit mit römisch-katholischen Gruppen und Netzwerken in Europa genannt.

Kirchen in der Gesellschaft: Dieser Bereich verweist auf die Integration der EECCS in die KEK. Die Europäische Ökumenische Kommission für Kirche und Gesellschaft, die bis anhin die Interessen der Kirchen der westeuropäischen Kirchen gegenüber der Europäischen Union und dem Europarat vertrat, wird künftig unter dem Dach der KEK als Kommission für Kirche und Gesellschaft weiterarbeiten.

Kirchen in Solidarität: Damit wird daran erinnert, dass die KEK die theologische Reflexion darüber fortsetzen sollte, was es heisst, nach dem Bilde Gottes geschaffen zu sein, und dass es wichtig ist, die Solidarität der Kirchen mit den Frauen auch weiterhin zu betonen. Ausserdem sollten Fragen von Migration, Flüchtlingen, Vertriebenen, indigenen Völkern, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit weiterhin zu den Anliegen der KEK gehören.

Ende der zweiten Halbzeit

Das Spiel der zweiten Halbzeit, wie der Präsident der KEK, Dekan John Arnold, die 11. Vollversammlung nannte, zog längst nicht soviel Aufmerksamkeit auf sich wie die vorher tagende Zweite Ökumenische Versammlung. Die Vollversammlung war kürzer als üblich, grössere Hearings und Rahmenveranstaltungen fanden in der vorangehenden Woche statt. Die Delegierten waren «unter sich». Sie wurden nicht so scharf beobachtet von freien Teilnehmenden, das grosse Pressezentrum, das ein paar Tage vorher hunderte von Medienschaffenden aus ganz Europa aufnehmen musste, war nur von einzelnen Agentur-Journalisten besetzt. Geht damit die Arbeit der KEK unbemerkt und im Stillen weiter, so, wie die 11. Vollversammlung verlief? Stirbt sie eines Tages einen stillen Tod? Das ist nicht zu hoffen, denn damit würden auch die Impulse der Zweiten Ökumenischen Versammlung von Graz versanden. Dass das nicht geschieht, dafür tragen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Verantwortung. Und deshalb darf die KEK-Struktur, trotz Spardruck, nicht geschwächt werden. Sie leistet einen wichtigen Dienst für eine ökumenische Zukunft.

Die Theologin Elisabeth Aeberli ist Redaktorin beim Wendekreis, Immensee


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997