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Verstorbene |
Bruno Josef Meier wurde am Fronleichnamstag, am 7. Juni 1917, in Wil (SG) geboren und am folgenden Sonntag in der dortigen Pfarrkirche St. Nikolaus getauft. Sein Vater betreute damals als Techniker PTT den Linienbau, das heisst sie erstellten die Telefonleitung durch das ganze Toggenburg bis hinauf zum Ricken. Gemeinsam mit den drei Schwestern Hildegard, Zita und Leonie Bruder Robert starb noch im frühen Kindesalter verbrachte Bruno die ersten zehn Lebensjahre in der Äbtestadt Wil. Am 4. Juli 1927 an seinem Firmtag übersiedelte Bruno nach Luzern, wo der Vater bei der PTT eine neue Aufgabe zugewiesen bekam. Bruno besuchte die Primarschule im Säli- und Moosmattschulhaus und war Ministrant im St. Paul unter Vikar Lang, dem späteren Pfarrer und Dekan von Kriens, St. Gallus. Im Herbst 1930 kam Bruno ins Gymnasium an der Kantonsschule Luzern. Er wurde Ministrant an der Jesuitenkirche, später auch Zeremoniar. Er sang unter Prof. Krieger und Prof. Schönenberger im Studentenchor und schloss sich der Schar St. Johann an, einer Kerngruppe der marianischen Studentenkongregation.
Im Jahre 1937 schloss Bruno die Mittelschule mit der Matura ab und wechselte hinaus in die Kaserne Luzern. In der RS traf er in der gleichen Gruppe seine Kameraden Eduard Kaufmann, heute P. Cyrill OSB, Dr. Paul Fischer, der leider allzufrüh verstorbene Arzt in Muri, und Franz Pfyffer von Altishofen, den späteren Kommandanten der Schweizergarde, der vor Jahresfrist ihm in die Ewigkeit vorausging. Nach dem Militärdienst trat Bruno ins Priesterseminar St. Beat in Luzern ein und absolvierte hier das Propädeutikum, leistete abwechslungsweise Aktivdienst in der Geb. Füs. Kp. II/41, meist im Raume Turgi, Gebenstorf-Windisch. Zwei Semester studierte er an der Universität Freiburg und schloss 1942 das Theologiestudium mit dem grossen Introitus in Luzern ab, um im Herbst den Weihekurs in Solothurn zu beginnen. Am 29. Juni 1943 wurde Bruno Meier gemeinsam mit 42 Kameraden durch Bischof Franziskus von Streng zum Priester geweiht.
Der Bischof hatte damals Mühe, für alle Neupriester eine Stelle zu finden. Bruno Meier fand für einen Monat eine erste Aushilfsstelle für Vikar Sommaruga bei Pfr. Felix Schmid in Rheinfelden. Eine zweite Aushilfsstelle führte ihn nach Solothurn an die Dompfarrei, wo Pfr. Michel Militärdienst leisten musste und Bruno Meier ihn für einen Monat vertrat. Erst im Dezember fand er eine definitive Stelle: als Vikar in Luthern bei Pfr. Franz Josef Zemp. «Drei strenge Lehrjahre nach altem Schrot und Korn. Als Ministranten- und Jungwachtpräses konnte ich mich entfalten. Die Sekundar- und Primarschule Luthern wurde mir als Religionslehrer anvertraut», schreibt er über diese Zeit. Nach drei Jahren erfolgte die Wahl als Kaplan von Leuggern. Diesen Posten trat er im Herbst 1946 an. «Bis im Herbst 1956 war ich Assistent von Pfr. Robert Furrer. Es war eine strenge Zeit, Arbeit in Hülle und Fülle. Präses der noch blühenden Jungmannschaft und der Ministranten, Gründer der Jungwacht, Katechet der Unterschule von Leuggern und Kleindöttingen und an der Schule Gippingen. Kaplan an den Kapellen von Helfenschwil und Gippingen, Krankenseelsorger am Bezirksspital und im Altersheim Leuggern», schreibt er selber im Rückblick.
Im Herbst 1956 wählte die Kirchgemeinde den Kaplan von Leuggern zum Pfarrer von Mühlau. «Am Morgen des Christkönigstages (28. Oktober) wirkte ich noch in Leuggern, am Nachmittag ritt ich per Vespa in Mühlau auf.
In den 30 Jahren meines Wirkens in Mühlau sah ich vieles kommen und gehen. Die marianische Kongregation und die Jungmannschaft verblühten mit der wirtschaftlich aufstrebenden Zeit, in der die jungen Menschen mobil wurden, kaum mehr zu Hause waren, geschweige denn in der Pfarrei sesshaft waren. So musste das Schwergewicht der Jugendarbeit auf den Religionsunterricht gelegt werden. Mit zwei Wochenstunden pro Klasse innerhalb des Schulunterrichtes gelang es mir, die Jugend für die Religion zu interessieren. Mit dazu bei trugen natürlich die audiovisuellen Mittel wie Dias, Schallplatten, Tonbänder usw.
Als Mitglied der Liturgischen Kommission des Bistums Basel durfte ich in der Pfarrei und auch im Dekanat die liturgische Erneuerung der Gottesdienste einführen. Das neue interdiözesane Kirchengesangbuch trug viel dazu bei, einen vielgestaltigen und abwechslungsreichen Gottesdienst zu schaffen.
Fast 30 Jahre war ich Pfarrer in Mühlau. Die Pfarrei wuchs: Einfamilienhäuser und Wohnblocks besiedelten die neuen Quartiere, nicht zum Vorteil der Einheimischen und der Pfarrei. Der materielle Wohlstand wuchs allenthalben, und das Interesse der Pfarrei schwand dahin wie überall. Besonders die Jugend war nicht mehr zu begeistern. Die Jungmannschaft/Kongregation löste sich auf. Der Jugendchor ebenfalls. Am treuesten waren die Ministranten und die Unterrichtskinder. Die Lebenskraft des Pfarrers gab nach. Er fühlte, dass er seiner Pfarrei nicht mehr geben konnte, was sie brauchte.
So bat ich im 68. Lebensjahr, am 28. Oktober 1985, Bischof Otto Wüst um Entlassung, die er gütigst genehmigte. Mein Nachfolger, Pfr. Karl Renner, zugleich Wirteseelsorger in den Kantonen Aargau und Zug, erleichterte mir den Abschied von der Pfarrei.
Am 1. September 1986 zog ich mich in mein Heim an der Eschenstrasse 7 in Rothenburg zurück, von wo aus ich Aushilfsdienste leistete bis November 1986 in Mühlau, vom 15. März 1987 bis November 1988 in Schachen-Malters und vor allem Pfr. Josef Mahnig in Rothenburg bei der Bewältigung der Gottesdienste in Rothenburg, in Bertiswil und im Alterswohnheim half. Da meine Schwester Hildegard hilfebedürftig wurde, durfte ich nebenbei den Haushalt besorgen.»
Am Fest Allerheiligen 1996 feierte Pfr. Bruno Meier das Geheimnis, dass wir alle in der Nachfolge Jesu Christi unterwegs sind zur bleibenden Herrlichkeit ins Leben Gottes. Am Allerseelentag machte er bei einem Neffen im Spital Aarau einen Krankenbesuch. Anschliessend setzte er sich ins Auto, dabei ereilte ihn der Tod. Jesus Christus hat Bruno Meier für immer zu sich geholt. Gott belohne nun seinen treuen Diener, Pfr. Bruno Meier, und schenke ihm die Freude der ewigen Herrlichkeit.