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Kirche in der Schweiz |
Wie gehen Priester, Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen im Alltag miteinander um? Diese Frage war einer der Hauptpunkte der letzten Tagung des Priesterrates und des Rates der Diakone, Laientheologinnen und Laientheologen des Bistums Basel am 4./5. November 1997 in Delémont.
Bei der Frage, wie Ordinierte und Nichtordinierte zusammenarbeiten, wurden zunächst in Kleingruppen Erfahrungen ausgetauscht. Schwierigkeiten können sowohl durch strukturelle Fragen entstehen wie auch durch Probleme, die im persönlichen Bereich anzusiedeln sind. Dabei sei es hilfreich, wie Pfarrer Franz Kuhn, Bern, formulierte, «miteinander zu beten, flexibel und sensibel zu sein, sich selber also nicht so wichtig zu nehmen».
Immer sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so einzusetzen, dass der Dienst am Menschen möglich ist. In diesem Zusammenhang wies Bischof Koch darauf hin, dass dort, wo die Gemeindeleitung aufgeteilt wird, mit Spannungen zu rechnen ist. Aufgabe der Gemeindeleiterin oder des Gemeindeleiters sei es, die Zusammenarbeit mit dem zugeordneten Priester und den Pfarreiangehörigen gegenüber dem Bischof zu gewährleisten. Vor allem im liturgischen Bereich sind klare Absprachen nötig. «Hier ist grosse Sensibilität gefordert, die sich nicht durch Richtlinien allein abdecken lässt», erklärte der Bischof. Mit der pfarramtlichen Verantwortung überträgt die Bistumsleitung einem Priester jene Kompetenzen, die ans Priesteramt gebunden sind.
Von den Teilnehmenden wurden Fälle aus der Praxis zitiert, bei denen deutlich wurde, dass viele Probleme mit dem, was als «pastoraler Anstand» bezeichnet wurde, zu lösen sind. Der Bischof machte darauf aufmerksam, dass die Frage der Amtskompetenz nicht aufgrund der Beziehungen entschieden werden kann. Während früher das Amt an erster Stelle gestanden habe, spiele heute die Person eine immense Rolle. Die zu diskutierende Frage sei, wie man zu einer «neuen Balance zwischen Amtskompetenz und Beziehung gelangen kann».
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die Thematik der Dekanatsfortbildungskurse 1999, wobei drei Themen zur näheren Auswahl standen, nämlich: «Apokalyptik Apokalypse», «Und sie schufen Gott nach ihrem Bilde» sowie «Unternehmerisches Denken und Handeln in der Pfarrei». Die Themen wurden von Gabriele Berz-Albert, Leiterin der diözesanen Fortbildung, vorgestellt. Beim Rückblick auf bisherige Kurse in den Dekanaten hatte sich unter anderem herausgestellt, dass «gute Referenten wichtiger sind als das Thema». Nach einer spannenden Diskussion entschieden sich die Anwesenden für: «Sie schufen Gott nach ihrem Bild». Dabei gehe es nicht nur darum, welche Gottesbilder, Menschenbilder, Kirchenbilder die Seelsorger und Seelsorgerinnen selber haben und welchen sie bei anderen begegnen, sondern beispielsweise auch darum, wie über Gott geredet wird.
Während der Tagung wurde auch nach den Gründen gefragt, weshalb der Bischof eine getrennte Feier für Institutio und Priesterweihe will. Bischof Kurt Koch begründete seine Forderung damit, dass es bei beiden Handlungen viel Gemeinsames, aber auch viele Unterschiede gibt. In den letzten Jahren habe aber die Tendenz bestanden, möglichst das Gemeinsame zu betonen, so dass die Unterschiede zwischen Weihe und Institutio nicht mehr deutlich sichtbar geworden seien. Bei getrennten Feiern soll Gemeinsamkeit und Unterschied ausgewogen zum Ausdruck kommen.
Bischof Koch informierte auch vor diesem Gremium noch einmal über das Ergebnis des Ad-Limina-Besuches der Bischöfe in Rom und gab dabei zu verstehen, dass Rom auch über die Polarisierung im Bistum Basel genaue Kenntnis habe. Es gelte, das Beste verantwortungsvoll zu tun. Generalvikar Rudolf Schmid ergänzte: «Wenn wir unseren Glauben an den Auferstandenen leben, können wir noch viel bewirken.»
Rückblick und Abschied bestimmten am 14./15. November 1997 die 13. Sitzung des Seelsorgerates während des letzten Zusammentreffens in dieser 7. Amtsperiode in Delémont. Nicht nur die Präsidentin, sondern auch etwa ein Drittel der 35 Mitglieder des Rates sind gemäss den Statuten mit dieser Sitzung aus dem Gremium ausgeschieden.
Als Einstimmung in die Thematik der ausländischen Mitchristen bei uns erzählte Pfarrer Freddy Valdivia aus der peruanischen Diözese Puno als «Fidei-Donum-Priester retour» von seinen Eindrücken und Erfahrungen seines Einsatzes in der Pfarrei St. Anton, Basel.
Breiten Raum nahm die Diskussion über ein von einer Arbeitsgruppe erstelltes Papier «Beheimatung ausländischer Mitchristen in unserer Pfarreigemeinschaft» ein. Das Dokument wurde als so gut empfunden, dass spontan der Wunsch entstand, es möglichst weiten Kreisen zukommen zu lassen. Schliesslich einigte sich der Seelsorgerat darauf, dass es zunächst den kantonalen Seelsorgeräten zugänglich gemacht und als «Papier auf zwei Beinen», das heisst persönlich überbracht wird. Für die fremdsprachigen Gruppen und Verbände soll die Wegweisung, die detaillierte Vorschläge für das praktische Vorgehen (einschliesslich Kontrollmechanismen) enthält, übersetzt werden.
Dann ging es an den Rückblick und den Abschied, da nach zehn Jahren gemäss den Statuten ein Teil der Mitglieder nach dieser letzten Sitzung der 7. Amtsperiode ausschieden. In Gruppenarbeit wurde zusammengetragen, was es in diesen Jahren an Positivem, aber auch an Negativem gegeben hat. Als weniger gut wurde angesehen, dass nicht allen Mitgliedern besonders jenen, die im Laufe der Amtsperiode dazu gestossen sind die Strukturen und Aufgaben des Rates, nämlich Beratungsgremium zu sein, immer klar waren. Dabei betonte Bischof Koch, dass er vor allem darüber beraten werden möchte, «wie das Leben des Glaubens in den Regionen besser gefördert werden kann». Heisst beraten, immer auch erwarten, dass der Rat befolgt wird?, wurde gefragt. Beklagt wurde neben einer gewissen Schwerfälligkeit des Organs auch die Tatsache, dass durch die zweimalige Bischofsvakanz das Gremium laut Kirchenrecht sistiert werden musste.
Als besonders positiv wurden das offene Gespräch, die persönliche Begegnung und die gemeinsamen Gottesdienste empfunden. Im übrigen wurde angeregt, dass vermehrt, beispielsweise in den Pfarrblättern, über die Aktivitäten des Bistums und über die Arbeit des Seelsorgerates berichtet werden soll.
Elsbeth Frei-Graf, seit zehn Jahren im Seelsorgerat und seit sechs Jahren dessen Präsidentin, nahm ebenfalls turnusgemäss ihren Abschied. In einer kurzen Meditation hatte sie davon gesprochen, wie schwierig es sei, in der Spur zu bleiben und nicht im Kreis zu laufen. Auch der neue Rat werde sich «tastend seinen Weg suchen» müssen.
Brigitte Muth-Oelschner ist die neue Informationsbeauftragte des Bistums Basel