SKZ 40/1997

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Kirche Schweiz

Zusammenarbeit zwischen Theologischen Fakultäten

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg hat mit der BENEFRI-Konvention die Möglichkeit, mit den Theologischen Fakultäten der Universitäten Bern und Neuenburg zusammenzuarbeiten. Eine analoge Zusammenarbeitsmöglichkeit wurde am 4. September 1997 der Theologischen Fakultät der Universitären Hochschule Luzern mit einer Konvention zwischen dem Regierungsrat des Kantons Luzern und der Universität Basel eröffnet.
Anlässlich der Unterzeichnung dieser Konvention wurde an ihre lange Vorgeschichte erinnert: seit 1973 besteht ein gemeinsames Mittellehrer-Programm, eine Vereinbarung betreffend das Fach Theologie in der Gymnasiallehrer-Ausbildung. Das Ziel der neuen Konvention ist umfassender: Die vereinbarte Zusammenarbeit soll den ökumenischen Austausch intensivieren, das Lehrangebot wechselseitig ergänzen und bestehende Synergiemöglichkeiten nutzen. So kann nun einerseits ein auf Gegenseitigkeit beruhender regelmässiger Austausch von festangestellten Professorinnen und Professoren stattfinden; die von Gastdozierenden abgenommenen Prüfungen und ausgestellten Leistungsausweise werden von der Gastfakultät im Rahmen ihrer Studien- und Prüfungsordnung anerkannt. Anderseits können Studierende der einen Fakultät an der andern Lehrveranstaltungen gebührenfrei besuchen und darüber Prüfungen absolvieren. Darüber hinaus können sich Studierende an ihrer Stammfakultät bis zu zwei an der jeweils anderen Fakultät absolvierte volle Studien-Semester anrechnen lassen.
Beide Fakultäten sind verhältnismässig kleine Fakultäten, und beide stehen unter einem Spardiktat. Die Universität Basel sollte, wie ihr Rektor René L. Frey es formulierte, für das gleiche Geld mehr leisten; die Universitäre Hochschule Luzern wurde, wie die Luzerner Erziehungsdirektorin Brigitte Mürner-Gilli erinnerte, im Rahmen von Sparüberlegungen sogar in Frage gestellt, so dass eine Qualitätsverbesserung ohne zusätzliche Kosten höchst willkommen ist. Möglich ist dies, wie der Luzerner Dekan Hans Halter anmerkte, durch die unterschiedliche Spezialisierung der beiden Hochschuleinrichtungen: Luzern hat eine starke Religionspädagogik und Judaistik anzubieten, Basel gegenüber Luzern die Alte Kirchengeschichte. Mit der Konvention kann nun das jeweilige Leistungsbündel vergrössert werden.
Nachdem die Initiative für diese Konvention von Basel ausgegangen ist, geht ein weitergehender Vorschlag von Luzern aus: die beiden Fakultäten möchten die Möglichkeiten einer deutschschweizerischen Konvention des Inhalts abklären, dass jede und jeder Studierende ein Nebenfach gebührenfrei an einer anderen Fakultät studieren kann. Die Realisierung dieser Idee ist eine langfristige Sache.
Kurzfristig laden beide Fakultäten der Universitären Hochschule Luzern auf den 24. und 25. November 1997 (Montag und Dienstag) zu Tagen der offenen Tür ein; alle Interessierten können an diesen beiden Tagen die regulären Lehrveranstaltungen frei besuchen.

Rolf Weibel


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997