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Kirche in der Schweiz |
An ihrer Sitzung vom 12. Mai dieses Jahres genehmigte die Schweizerische Kommission Bischöfe Priester als Generalversammlung des Vereins «Solidarität der Priester der Schweizer Diözesen» dessen Jahresrechnung pro 1996 aufgrund des Berichts des Präsidenten und der Rechnungsrevision, die durch die beiden Revisoren, Weihbischof Paul Vollmar und Generalvikar Pius Eigenmann, vorgenommen wurde. Sie nahm Kenntnis vom erfreulich hohen Einnahmenüberschuss von SFr. 199443.30, mit dem das Vermögen unseres Werkes die vor einigen Jahren angepeilte Marke von einer Million Franken gleich deutlich übersteigen konnte, der aber nur dank einer einmaligen Spende in hohem Umfang erreicht wurde. Gleichzeitig schloss sie die Arbeiten an der Revision der Statuten der «Solidarität», die sie nach einer Aussprache mit der Schweizer Bischofskonferenz anlässlich derer Ordentlichen 233. Sitzung in Givisiez im Frühherbst 1996 an die Hand genommen hatte, mit der Kenntnisnahme von deren französischer und italienischer Übersetzung, ab. Die Jahresrechnung pro 1996 und der Revisorenbericht dazu sind diesem Bericht beigefügt, so dass ich nun auf einige Aspekte des Gesprächs mit der Bischofskonferenz und der Neuformulierung der Statuten eingehen kann, was auch den Rechenschaftsbericht für dieses Jahr darstellen soll:
Am 20. September 1976 gründeten die damaligen Mitglieder der Kommission
Bischöfe Priester ein Hilfswerk unter dem Namen «Solidarität
der Priester der Schweizer Diözesen». Mit einem freiwilligen
Jahresbeitrag (empfohlen wurde damals noch ein Prozent des Bruttolohnes)
sollten sich alle in der Seelsorge tätigen Priester in der Schweiz
an einem Lohnausgleich beteiligen. Die Kommission wählte den damaligen
Churer Bischofsvikar Dr. Karl Schuler zu ihrem Präsidenten. Unter seiner
engagierten Führung und dank seiner guten Beziehungen zu allen Ordinariaten
(nur St. Gallen soll sich damals etwas gesträubt haben...) wurde das
Werk in wenigen Jahren auf ein beachtliches Niveau mit einem «Jahres-umsatz»
von gegen einer halben Million Franken ausgebaut. Getrübt wurde der
Erfolg des Projektes allerdings durch die Tatsache, dass gegen SFr. 200000.
pro Jahr über viele Jahre hinaus als Pauschalbetrag an die Diözesen
Lugano und Sion gingen und so der Eindruck entstehen musste, dass die ebenfalls
in der Stiftungsurkunde ausgedrückte Absicht, «dass in allen
Teilen der Schweiz alle Priester über den ordentlichen Weg der Kirchensteuer
einen angemessenen Lohn erhalten», kaum je erreicht, wenn nicht sogar
gerade durch unser Werk unterlaufen würde. So nannte der verstorbene
Bischof von Lugano, Eugenio Corecco, unser Werk in einer entsprechenden
Diskussion «un lavoro di carità», das man einfach so
lange am Leben erhalten solle, wie es nur möglich sei.
Nach zehn Jahren Tätigkeit gab Karl Schuler im September 1986 sein
Amt an den Schreibenden weiter, der (wie an dieser Stelle verschiedentlich
berichtet wurde) in zähem Ringen mit den Ordinariaten eine Besserung
der genannten Problematik erreichen konnte. So ging der Finanzbedarf unseres
Werkes in den letzten fünf Jahren auf gut SFr. 250000. pro Jahr
zurück, und es eröffnete sich die Möglichkeit, mit einem
vernünftigen Vermögen ausgestattet den strukturellen Veränderungen,
die die Zeit der katholischen Kirche in unserem Land wohl bringen wird,
entgegenzublicken.
Mit Interesse nahmen die Mitglieder der Bischofskonferenz von der unter
1. geschilderten Entwicklung und der aktuellen Finanzlage des Werkes Kenntnis.
Der Schreibende stellte auch ihnen nochmals die zurzeit anstehende Grundsatzfrage,
ob die «Solidarität» in einer gewissen Zeit aufgelöst
und durch interne Priester-Hilfskassen der Diözesen (wie sie in Lausanne-Genf-Freiburg
und St. Gallen schon exisieren) ersetzt werden soll. Hier wurde der klare
Wille ausgedrückt, dass die «Solidarität» als gesamtschweizerisches,
die Sprach- und Bistumsgrenzen überschreitendes Werk im Dienst von
einzelnen Priestern, die unverschuldet in Notsituationen geraten sind, weiterbestehen
soll. So soll sie als Hilfskasse der Schweizer Priester auf freiwilliger
Basis weiterbestehen. Aufgrund der Altersstruktur des Schweizer Klerus wurde
in diesem Zusammenhang auch darauf verwiesen, dass uns eine Zukunft mit
wenigen aktiven jungen Priestern (die dementsprechend «zahlungskräftig»
sind) und vielen älteren Priestern, die aus diversen Gründen in
materielle Not kommen können, bevorsteht.
Deshalb wurde der Gedanke beiseite gelegt, Überschüsse jenseits
einer definierten Grenze an andere Hilfswerke oder ins Ausland weiterzugeben,
und vielmehr der Auftrag erteilt, auf der Basis eines sicheren Vermögens
die Zukunft anzugehen. Die Kommission Bischöfe Priester erarbeitete
auf der Basis dieses Gesprächs ein nur geringfügig abgeändertes
neues Statut, dessen Zweckbestimmung wie folgt lautet: «Unter dem
Namen ÐSolidarität der Priester der Schweizer Diözesenð
existiert ein gemeinnütziger Verein nach ZGB 60/63 mit dem Zweck, unter
den Priestern der Schweizer Diözesen auf freiwilliger Basis den grösstmöglichen
Lohnausgleich herzustellen.» (Der genaue Text der umformulierten Statuten
kann beim Präsidenten bezogen werden.) Diese Formulierung erlaubt in
Zukunft, dass auch nicht mehr aktive Priester in Notfällen unterstützt
werden können.
So steht nun fest, dass unser Werk auch nach Erreichen der ehemaligen
Limite des Erwachsenwerdens weiter bestehen wird. Mit dieser Feststellung
verbinde ich vor allem den einen und recht dringlichen Wunsch, dass in diesem
dritten Jahrzehnt in der Schweizer Kirche die nötige kircheninterne
geistige Solidarität erlebt und gelebt werden wird, die es braucht,
damit Solidarität im materiellen Bereich überhaupt möglich
ist. Nur wenn sich die verschiedenen Adressatengruppen, mit denen unser
Werk kooperieren will und muss, sprich einerseits die grosse Anzahl der
noch in der Seelsorge aktiven Priester mit ihren Kirchenerfahrungen, -erwartungen
und -träumen, und anderseits die Ordinariate mit ihren Personalabteilungen,
die für alle Priester und ihr geistiges und materielles Wohlergehen
gewichtige Verantwortung tragen, als eine einheitliche und solidarische
Gemeinschaft auf dem Weg in eine ungewisse Kirchen-Zukunft erleben, dann
ist es auch möglich, dass unser Werk seine ihm im Zweckartikel gegebene
Aufgabe gut, umfassend und allen Betroffenen gerecht werdend wahrnehmen
kann.
Für unser Werk ist der Name nicht nur Verpflichtung (insofern bemühen
sich alle Zuständigen: der Präsident; die Verteilkommission mit
zusätzlich Dekan Giusep Quinter, Chur, und Don Gianpaolo Patelli, Caslano;
die Gesamtkommission mit je zwei Vertretern der Diözesen und den beiden
Bischöfen Kurt Koch und Paul Vollmar sowie unsere absolut zuverlässige
Rechnungsführerin, Sr. Thomas Spescha in Ilanz, um seriöse und
gerechte Arbeit), sondern auch Voraussetzung für gute Arbeit und erfolgreichen
Geschäftsverlauf. Doch bei dieser Voraussetzung sind wir auf Sie, liebe
Mitbrüder in Seelsorge und Verwaltung, aber auch auf Sie, liebe Hauptamtliche
in der Seelsorge, die Sie unser Kirchenklima mittragen und -prägen,
angewiesen. Die «Solidarität» braucht Ihre Solidarität,
um auch im dritten Jahrzehnt ihren Namen zu Recht tragen zu können.
Unser Mitredaktor Pfarrer Heinz Angehrn ist Präsident des Vereins «Solidarität der Priester der Schweizer Diözesen»
| Aufwand | Vorkolonne | Saldo CHF | |
| 300 | Auszahlungen | 232 923.90 |
|
| 301 | Spesen | 2 308.80 |
|
| 30 | Total Ordentlicher Aufwand |
|
235 232.70 |
| Subtotal Aufwand | 235 232.70 | ||
| Reingewinn | 199 444.30 | ||
| Total Aufwand |
|
434 677.00 | |
| Ertrag | |||
| 4 | Ordentlicher Ertrag | ||
| 400/1 | Spendeneingänge | 290 749.10 H |
|
| 400/2 | Ausserordentliche Spende | 100 000.00 H |
|
| 401 | Zinsertrag | 43 927.90 H |
|
| 40 | Total Ordentlicher Ertrag | 434 677.00 H | |
| 4 | Total Ordentlicher Ertrag | 434 677.00 H | |
| 8 | Abschluss | ||
| 800 | Gewinn/Verlust | -.- |
|
| 80 | Total Abschluss | -.- | |
| 8 | Total Abschluss | -.- | |
| Total Ertrag | 434 677.00 H | ||
| Bilanz per 31.12.1996 | |||
| Aktiven | |||
| 100 | Kassa | 571.80 |
|
| 101 | Postcheck | 9 111.15 |
|
| 102 | Sparheft KBS 79280-70 | 155 860.70 |
|
| 103 | Sparheft KBS 170.839-06 | 100 612.05 |
|
| 104 | PC Inländische Mission | 4 589.90 |
|
| 105 | Verrechnungssteuer | 15 374.70 |
|
| 10 | Total Umlaufsvermögen |
|
286 120.30 |
| 110 | Wertschriften | 900 000.00 |
|
| 11 | Total Anlagevermögen | 900 000.00 | |
| Total Aktiven | 1 186 120.30 | ||
| Passiven | |||
| 200 | Transitorische Passiven | 3 500.00 H |
|
| 20 | Total Fremdkapital | 3 500.00 H | |
| 210 | Eigenkapital | 983 176.00 H |
|
| 211 | Jahresgewinn/-Verlust | -.- |
|
| 21 | Total Eigenkapital | 983 176.00 H | |
| Subtotal Passiven | 983 676.00 H | ||
| Reingewinn | 199 444.30 H | ||
| Total Passiven | 1 186 120.30 H | ||
Im Besitz des Fonds «Solidarität der Priester der Schweizer Diözesen» befindet sich ein Sparheft über Fr. 20810.50. Laut Verfügung vom 1. 4. 1977 kommt das Geld jedoch erst nach Ableben des Spenders dem Fonds zugute. Die jährlichen Zinsen dürfen der laufenden Rechnung gutgeschrieben werden.
Ilanz, 21. Februar 1997
Sr. Thoma Spescha
Wir haben die Jahresrechnung 1996 von «Solidarität der Priester
der Schweizer Diözesen» am 24. März 1997 geprüft.
Die Rechnungsführerin, Sr. Thoma Spescha, hat die Buchhaltung des Berichtsjahres
1996 korrekt und sauber geführt. Die Buchungen stimmen mit den Belegen
überein, und die aufgeführten Vermögenswerte sind alle ausgewiesen.
Die Erfolgsrechnung 1996 ergibt bei Einnahmen von Fr. 434 677.- und Ausgaben
von Fr. 235 232.70 einen Einnahmen-Überschuss von Fr. 199 444.30
Das Vermögen beträgt per 31.12.1996 Fr. 1182 620.30
Der ordentliche Spendeneingang ging gegenüber dem Vorjahr um Fr. 71461.70 zurück, wurde aber durch eine ausserordentliche Vergabung von Fr. 100000.- mehr als wettgemacht. Allen Priestern, die auch 1996 dieses schweizerische Werk der Solidarität unterstützt haben, sprechen wir einen herzlichen Dank aus.
Wir stellen folgende Anträge:
1. Die Jahresrechnung 1996 sei zu genehmigen.
2. Der Rechnungsführerin, Sr. Thoma Spescha, sei Entlastung zu erteilen und für die ehrenamtliche, sorgfältige Arbeit der beste Dank auszusprechen.
Chur/St. Gallen, 26. März 1997
Die Rechnungsrevisoren:
+ Paul Vollmar
Weihbischof
Pius Eigenmann
Generalvikar