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Pastoral |
In Luzern entstand in den letzten vier Jahren ein neues Konzept zur Begleitung von Katechetinnen und Katecheten. Nach zwei Jahren liegen nun erste Erfahrungen vor.
1992 gab der Kirchenrat der Stadt Luzern (8 Pfarreien, eine Kirchgemeinde) einem Büro für Unternehmensberatung den Auftrag, die Strukturen des Religionsunterrichts in der Stadt zu durchleuchten. Dabei wurde die Führungs- und Organisationsstruktur untersucht sowie die Bedürfnisse der Katechetinnen und Katecheten. Ziel war es, eine optimale Struktur zu entwickeln, aber auch die optimale Unterstützung der Katechetinnen und Katecheten zu gewährleisten. 1993 legte die thv-Unternehmensberatung ihren Bericht vor. Ein Resultat der Untersuchung war, dass die Begleitung der Katechetinnen und Katecheten, insbesondere der Berufsanfängerinnen und -anfänger stark intensiviert werden müsse. Dabei brauche es sowohl fachliche als auch persönliche Begleitung und Unterstützung.
Aufgrund dieses Ergebnisses beauftragte der Kirchenrat eine Arbeitsgruppe damit, ein Konzept für die Begleitung der Katechetinnen und Katecheten auszuarbeiten. In der Arbeitsgruppe waren alle Schulstufen sowie der Rektor vertreten. Die Projektleitung übernahm Lisianne Enderli, die als Aussenstehende beigezogen wurde. Die Arbeitsgruppe legte 1994 ein Konzept vor, das vom Kirchenrat bewilligt wurde. Mit Beginn des Schuljahres 1995/96 lief das neue Modell zur Begleitung von Katechetinnen und Katecheten an, allerdings mit der Auflage einer gründlichen Evaluation nach zwei Jahren.
In den meisten Pfarreien bestanden bereits Katechetinnen- und Katechetenrunden, die aber meist nur der Organisation und Information dienten. Auf dieser Struktur baute das Konzept auf. Jede Pfarrei soll eine Katechetinnen- und Katechetenrunde erhalten, ebenso die Oberstufe, die relativ pfarreiunabhängig läuft. Für alle Katechetinnen und Katecheten ist die Teilnahme an einer Runde verpflichtend. Die Runden treffen sich 6- bis 10mal pro Jahr. In den Runden wird an folgenden Bereichen gearbeitet:
Zusätzlich zu den Zusammenkünften in den Katechetinnen- und Katechetenrunden wird jede Katechetin und jeder Katechet von der Begleitperson ein- bis zweimal jährlich in einer Schulstunde besucht. Die Stunden werden gemeinsam ausgewertet und besprochen.
Jede Runde erhält eine Begleitperson, die in Katechese/Religionspädagogik und Gesprächsführung besonders weitergebildet ist. Die Arbeit dieser Begleitpersonen wird mit 10 bis 15 Stellenprozenten vergütet. Die Begleitpersonen treffen sich einmal monatlich in einer städtischen Runde. Dort wird über die aktuellen Entwicklungen in den einzelnen Runden und auf gesamtstädtischer Ebene ausgetauscht. Fragen werden geklärt, Probleme diskutiert und notwendige Entwicklungsschritte im Bereich Religionsunterricht angegangen. Geleitet wird diese Runde von der Ressortverantwortlichen für Religionsunterricht des Dekanatsvorstandes. Sie ist verantwortlich für die Begleitung der Katechetinnen und Katecheten sowie für Innovation und inhaltliche Entwicklungen im Bereich Religionsunterricht.
Katechetinnen und Katecheten, die nach der Ausbildung zum Nebenamt oder im Hauptamt zum ersten Mal eine Stelle antreten, werden gemäss Konzept besonders eingeführt. Ihre Begleitperson erarbeitet mit ihnen Halbjahrespläne, führt sie in die verschiedenen Lehrmittel ein, unterstützt sie im organisatorischen Bereich und auch bei der konkreten Lektionsvorbereitung. Die Neuanfängerinnen und -anfänger werden von den Begleitpersonen mehrmals in der Schule besucht. Für die Einführung einer neuen Lehrkraft erhält die Begleitperson ein Zusatzpensum von 5% für 6 Monate.
Seit Sommer 1995 wurde das Konzept in sieben von acht Pfarreien eingeführt. Allerdings zeigte die Erfahrung, dass es für jede Pfarrei besonders angepasst werden musste, da die unterschiedlichen Situationen einheitliche Lösungen nicht sinnvoll durchführen lassen. So liegt in der einen Runde das Schwergewicht auf Fallarbeit, während andere vor allem projektorientiert mit den gesamten Schulhäusern arbeiten. Übereinstimmend zeigt sich jedoch, dass die Katechetinnen und Katecheten die Begleitung schätzen. Neues wurde möglich, die Beheimatung nahm zu. Viele Katechetinnen und Katecheten erlebten die Begleitung auch als Wertschätzung ihrer Arbeit und als Unterstützung in einem zunehmend schwierigen Praxisfeld. Daneben stehen jedoch auch verbreitet Klagen über den grossen Zeitaufwand, insbesondere bei Personen mit kleinen Pensen. Allerdings ist ein bestimmter Anteil von Arbeit über die Unterrichtsstunden hinaus in jeder Anstellung bereits eingeplant.
Die Begleitrunden ermöglichten verschiedene neue Projekte, da Energien gebündelt werden konnten. Ganz allgemein verbesserte sich die Zusammenarbeit mit den Schulhäusern und mit den Klassenlehrern und -lehrerinnen. Auch wenn Katechetinnen und Katecheten Probleme hatten, wurden diese sehr schnell von den Begleitpersonen wahrgenommen, und die betroffenen Katechetinnen und Katecheten erhielten Unterstützung. In sehr problematischen Fällen konnte verhindert werden, dass sich Probleme über Jahre unverändert hinzogen. Indem der Rektor beigezogen wurde, konnten strukturelle Lösungen (Entlastung vom RU, Änderung des Stundenplanes, Kündigung usw.) gesucht werden. Auch die Einführung neuer Katechetinnen und Katecheten bewährte sich. Das schwierige erste Schuljahr wurde entlastet, schwierige Anfänger- und Anfängerinnensituationen konnten aufgearbeitet werden. Alles in allem hat sich das Konzept bewährt. Der Aufwand für die Katechetinnen und Katecheten wurde nach der Auswertung noch etwas reduziert. Ansonsten jedoch beschloss der Kirchenrat, die Begleitung der Katechetinnen und Katecheten in dieser Form zu institutionalisieren. Damit kann man auf die weitere Entwicklung des Modells gespannt sein, da in der Schulentwicklung diverse Veränderungen anstehen. <1>
Die Theologin Lisianne Enderli ist Mitarbeiter des IFOK (Institut für Fort- und Weiterbildung der Katechetinnen und Katecheten) für den pastoralen Bereich
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Weitere Informationen über das Konzept zur Begleitung von Katechetinnen
und Katecheten sind erhältlich bei Lisianne Enderli, Sonnenbergstrasse
6, 6005 Luzern, Telefon 041-4194823.