SKZ 44/1997

INHALT

Hinweise

Ein möglicher Versuch der Familienpastoral

von Martin Spilker

Seit 1981 gibt es das Hausgebet. Die ersten Jahre war seine Verbreitung auf das Bistum Chur beschränkt, bald aber zeigten andere Diözesen Interesse, und seitdem wird dieses kleine Hilfsmittel für die Familienpastoral regelmässig von der Arbeitsgruppe Hausgebet, einer im Auftrag der Schweizer Bischöfe ehrenamtlich tätigen Gruppe kirchlich engagierter Frauen und Männer herausgegeben. Das Hausgebet wird jeweils auch auf italienisch, romanisch und spanisch, bis 1995 auch auf französisch, übersetzt und in den jeweiligen Landesteilen, beziehungsweise Missionen, eingesetzt. Nach Höhenflügen mit Auflagen von weit über 100000 Exemplaren hat sich die Auflage unterdessen bei rund 100000 Stück eingependelt. Dieser Rückgang bedeutet, aufgrund einer entsprechenden Umfrage bei ausgewählten Bestellern und Nutzern des Hausgebets in diesem Jahr, aber nicht zuerst ein rückläufiges Interesse, sondern ist vielmehr ein Ausdruck kostenbewussteren Bestellverhaltens. Produktion, Druck Versand und finanzielles Risiko liegen beim Verlag Cavelti AG in Gossau.

Unterschiedliche Anforderungen

Vom Hilfsmittel in der Hand von Familien hat das Hausgebet auch immer mehr den Weg in die Schulzimmer, die Kirchenräume und Gruppenzimmer von kirchlichen Vereinen oder Gemeinschaften gefunden. Damit erhielt das Hausgebet einen grossen Kreis Multiplikatoren, musste zusätzlich aber auch neuen Anforderungen genügen, was sich auf die inhaltliche und graphische Gestaltung auswirkte.
Wichtigster ­ und für das Konzept entscheidender ­ Einsatz des Hausgebetes bleibt aber dessen Verwendung in der Familie. Hierzu gibt es zwar keine umfassende Auswertung über die Nutzung und Reaktionen, doch die stabile Bestellzahl weist auf ein vorhandenes Grundinteresse hin. Ein Interesse, das durchaus nachvollziehbar ist. Ein allgemeines Interesse am Religiösen kann ja auch in unserer Gesellschaft noch durchaus festgestellt werden. Dieses vielerorts vielleicht diffuse Interesse kann bei Eltern bald einmal zu einem Suchen werden, ausgelöst beispielsweise durch das eigene Erleben der Mutter- oder Vaterschaft oder durch die Auseinandersetzung mit Fragen oder Erlebnissen der Kinder. Hier will das Hausgebet ein Mittel sein, im Kreis der Familie, zwischen Erwachsenen und Kindern, über Generationen hinweg ein Ausgangspunkt für einen Prozess zu sein, der aufgrund der Art und Weise, wie er geschieht, unserer Meinung nach ohne weiteres als Gebet bezeichnet werden kann.
Wie für viele gläubige Menschen die Empfänglichkeit ­ um dieses Wort ein wenig salopp zu verwenden ­ für religiöse Formen und Inhalte in den liturgisch intensiven Zeiten wie Advent oder Osterzeit steigt, so tut es dies möglicherweise auch bei Leuten, die im allgemeinen der Kirche eher mit Distanz begegnen. Auch diesen Menschen, seien es alleinstehende, ältere oder jüngere, mit oder ohne Kinder, etwas in die Hand zu geben, worin sie sich jedes Jahr neu Anregungen für ihre je besondere Spiritualität holen können, ist ein weiteres erklärtes Ziel des Hausgebetes.

Verbreitete Sprachlosigkeit

Das Hausgebet versteht sich als Mittel der Familienpastoral. Es soll Geschichten, Lieder und Anregungen für die Gestaltung des Advents für Kinder und Erwachsene enthalten. Texte und Gestaltung müssen deshalb kindgerecht sein, das Hausgebet soll im Aufbau einfach und im Inhalt abwechslungsreich und verständlich sein. Vor allem für die Benutzung des Hausgebetes in der Familie mit Kindern wird darauf Wert gelegt, dass nicht allein der Intellekt angesprochen wird. Der Bastelbogen, meist einfach auszuführende Anregungen für eine Arbeit mit Papier oder Karton, soll helfen, über handfertigkeitliches und gestalterisches Tun einen weiteren Zugang zu den Themen zu ermöglichen. Der Bastelbogen ist also, wenn Familienpastoral ­ wie eigentlich alle Pastoral ­ den Menschen ganzheitlich ansprechend gestaltet werden will, unverzichtbarer Bestandteil des Hausgebetes. Im Wissen um die offenkundige Sprachlosigkeit beim Suchen nach passenden Worten und Formen, ein religiöses Fest zu feiern, enthält das Hausgebet ­ wie der Name eben sagt ­ formulierte kleine Gebete und Anregungen zum Feiern.
Gleichzeitig muss das Hausgebet aber auch den erwachsenen Menschen ansprechen, der das Hausgebet sozusagen im Vorbeigehen irgendwo bemerkt und einen Blick hinein wirft. So finden sich darin Texte, die sich ausschliesslich an Erwachsene richten. Ein leichter Einstieg wird auch über die graphische Gestaltung angestrebt.
Vorgestellt als ein kleines Hilfmittel muss das Hausgebet also bereits vielen Ansprüchen genügen. Diese zu erfüllen, versucht die ­ jährlich wechselnde ­ Redaktionsgruppe mit grosser Unterstützung des Verlegers immer neu. Wird das Hausgebet in Pfarreien, kirchlichen Gruppierungen oder Vereinen verwendet und weiter empfohlen, erhält es eine wichtige Unterstützung, die ihm selber und dem Anliegen, christlich religiöses Gedankengut zum Advent einem breiten Kreis bekannt zu machen, gut tun. Das Hausgebet im Advent 1997 steht unter dem Titel «Öffnet die Türen» und führt mit dem Psalm 24 zu vielfältigen Betrachtungen und Entdeckungen für Kopf, Herz und Hand zum Geheimnis der Menschwerdung Gottes.

Die Bestellungen für Pfarreien und Vereine nimmt bis am 31. Oktober der Verlag Cavelti AG, 9201 Gossau, Telefon 071-3888181, Telefax 071-3888182, entgegen.

Martin Spilker, Katechet und Redaktor, ist Mitglied der Arbeitsgruppe Hausgebet


Adventskalender

Für junge Menschen

In zwei Adventskalendern befassen sich junge Menschen mit ihrem Suchen, ihrem Weg, ihren Hoffnungen und Befürchtungen. Texte, Gedichte und Porträts von Jugendlichen zu jedem Tag des Advents ermutigen, neu aufzubrechen und innezuhalten. Beide Kalender erscheinen Mitte Oktober und werden herausgegeben von Blauring, Jungwacht, Katholische Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Verein der Deutschschweizerischen Jugendseelsorger/-innen und Fachstelle für kirchliche Kinder- und Jugendarbeit.
Der Kalender my way lädt ein, sich im Labyrinth der Gegenwart auf den Weg zu machen und dabei den eigenen Weg zu entdecken und zu gehen (9,3u15 cm, 60 Seiten, zweifarbig illustriert. Fr. 8.­, ab 20 Expl. Fr. 7.­). my way richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. Für die Arbeit mit Jugendgruppen und für die Oberstufenkatechese geeignet. Zum Kalender my way erscheinen Lektionsimpulse für den Religionsunterricht (Fr. 5.­) und Gruppenimpulse für die Arbeit mit Jugendgruppen (Fr. 5.­).
Der Adventskalender SUCHEN begleitet Jugendliche bei ihrer vielfältigen Suche in verschiedensten Lebensbereichen und ermutigt zum Verweilen (13u22 cm, 60 Seiten, zweifarbig illustriert. Fr. 9.50, ab 20 Expl. Fr. 8.50). SUCHEN richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene.
Die beiden Adventskalender, die Lektionsimpulse und die Gruppenimpulse sind erhältlich bei: Verlag Cavelti AG, Postfach, 9201 Gossau, Fax: 071-3888182.

Für Familien

Das Schweizer Kolpingwerk bietet zum 17. Mal einen familiengerechten Adventskalender als spirituelle und kreative Begleitung durch die Adventszeit an. Seine Leser und Leserinnen werden mit verschiedenen Festen vertraut gemacht und sie erhalten selber Anregungen, miteinander zu festen und sich freudig aufs Weihnachtsfest vorzubereiten. Meditative Kurztexte, Geschichten und Zeichnungen werden ergänzt durch einige Bastelideen, Rezepte fürs Kochen und Backen, so dass möglichst viele mit ihren Fähigkeiten und adventlichen Gelüsten auf ihre Rechnung kommen sollen.
Der Kolping-Adventskalender «Fäscht» ist zum Preis von Fr. 10.50 (plus Porto und Verpackung) erhältlich bei: Schweizer Kolpingwerk, St.-Karli-Quai 12, 6000 Luzern 5, Telefon 041-4109139, Fax 041-4194711.

Mitgeteilt


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997